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CyanogenMod & Co.: Custom-Roms für Android-Smartphones und -Tablets

Inhaltsverzeichnis

Das Smartphone mit einer Custom-Rom flashen? Jailbreaken? Rooten? Mobiltelefone sind längst nicht mehr auf Telefonie und SMS-Versand beschränkt, näherten sich in den letzten Jahren immer mehr der Hardware-Struktur und Komplexität eines Heimcomputers an. Damit öffnete sich auch die Tür für Hacker und Modder, die hinter die hochgezogene Mauer der Entwickler-Restriktionen schauen wollen. Wir begeben uns in die Grauzone der Legalität.

Im Folgenden werden wir mit vielen befremdlichen Wörtern um uns werfen, die zulässigen Grenzen für Neologismen und Anglizismen sprengen, auf 1.000 Wörter den Inhalt quetschen, der wohl ein eigenes Lexikon füllen könnte. Wir blicken auf in Smartphone und Tablet verborgene Strukturen, schauen uns den heiß geliebten Touchscreen mehr oder weniger von unten an, wollen uns den Fragen widmen: Was ist ein "Jailbreak"? Was ein "Root"? Was bedeutet "Custom-Rom"?

Zunächst haben diese Begriffe gemein, dass sie einen mehr oder minder tiefen Eingriff in das vorinstallierte Betriebssystem des Geräts beschreiben, durch das Rooten oder Jailbreaken der Zugriff auf Soft- und Hardware geöffnet und sie teilweise gravierend abgewandelt werden können. Ein Betriebssystem im Auslieferungszustand wird "Stock-Rom" ("stock", engl. für "Lager") genannt, eine von der Community angepasste Variante als "Custom-Rom" oder "Custom-Firmware" ("custom", engl. für "selbst erstellt") bezeichnet.

Anders als beim PC und zahlreichen anderen Hardwarekomponenten ist beim Smartphone mit "Firmware" auch das Betriebssystem gemeint, welches auf dem ROM (Read-Only-Memory), bzw. EEPROM (Electrical Erasable Programmable Read-Only-Memory) gespeichert und von dem das System geladen wird. Wer sich Zugriff auf sonst unzugängliche Funktionen der Firmware verschaffen möchte, kann mit etwas Know-How Smartphone und Tablet rooten (Android) oder jailbreaken (iOS). Dies geschieht bei einigen Geräten einfach per App, bei anderen wiederum muss erst der "Bootloader" entschlüsselt, oder auch "unlocked", werden. Der Bootloader ist der Teil des ROMs, der für die Auswahl und das Starten des auf dem Smartphone oder Tablet installierten Betriebssystems verantwortlich ist.

Und was hat man davon, was will man damit erreichen? Alles oder noch mehr aus dem Smartphone herausholen, es um Funktionen zu erweitern oder Zugriff auf zuvor verborgene oder verbotene Bereiche zu erlangen. Während Apples iOS geschlossen - also über die Benutzeroberfläche hinaus nicht anpassbar - ist, ist Android Open Source, d.h. der Quellcode des linuxbasierten Betriebssystems ist für jeden Hobbyprogrammierer kostenlos zugänglich. Bekanntlich unterscheidet sich die Stock Rom eines Samsung-Smartphones von der eines HTC, selbst wenn beide mit demselben Betriebssystem ausgeliefert werden - TouchWiz- und Sense-Oberfläche sind Anpassungen der Hersteller, die am rohen Android-Quellcode vorgenommen wurden. Mit den nötigen Kenntnissen kann ein Programmierer das frei verfügbare und unangetastete Android an individuelle Bedürfnisse und Smartphones anpassen, eine eigene Custom-Rom erstellen. Diese werden dann für gewöhnlich in einschlägigen Foren wie XDA-Developers kostenlos zur Verfügung gestellt und können von interessierten Nutzern heruntergeladen werden. Vor einer Installation einer solchen Firmware ist immer eine Systemformatierung notwendig, also ein Zurücksetzen auf Werkseinstellungen oder auch "Wipe" - dabei gehen alle zuvor getätigten Einstellungen verloren. Für ein Systembackup, sowie das Flashen der neuen Rom sollte auf dem gerooteten Smartphone oder Tablet ein Custom-Recovery-Programm, wie Clockwork Mod, verwendet werden.

Nun muss ein Nutzer nicht zwangsläufig eine Custom-Rom installieren, um Vorteile gegenüber dem Auslieferungszustand zu genießen. Schon das Rooten oder Jailbreaken kann sich lohnen, denn dadurch erhält der Nutzer eine Administrator-Rolle (Root-Rechte oder auch SuperUser), kann also auch begrenzt auf die Hardware zugreifen und beispielsweise den Prozessor übertakten, das System um mitgelieferte aber unliebsame Apps erleichtern, andererseits um praktische Apps wie Firewall oder Backup-Tool erweitern, oder generell Funktionen aus dem Taschencomputer kitzeln, die sonst nicht für das Gerät vorgesehen waren. Die Sammlung ergänzende Apps können des Weiteren über alternative Stores heruntergeladen werden.

CyanogenMod 10 | (c) XDA Developers

CyanogenMod 10 | (c) XDA Developers

CyanogenMod 10 | (c) XDA Developers

CyanogenMod 10 | (c) XDA Developers

CyanogenMod 10 | (c) XDA Developers

CyanogenMod 10 | (c) XDA Developers

 

Wo beim Apple-Betriebssystem nach dem Jailbreak generell Schluss ist, kann auf Android-Geräten mit vorhandenen Root-Rechten eine Custom-Rom installiert bzw. geflasht werden, die in den meisten Fällen auch eine angepasste Benutzeroberfläche mit sich bringt. Da es sich meist um eine schlanke, um nahezu alle überflüssige Apps ("Bloatware") entledigte Android-Version handelt, müssen auch auf einem System selbstverständliche Apps wie Google Maps, Gmail oder YouTube nachträglich selbst installiert werden. Dies ist nicht nur der Lizenzierung der Apps geschuldet, sondern soll eben auch den Akku schonen und die Geschwindigkeit des Systems erhöhen. Neben mitgelieferten System-Apps, die durch das Rooten erst ihre Möglichkeiten entfalten können, birgt eine Custom-Rom wie CyanogenMod häufig auch den Vorteil, dass eine auf einer Android-Version basierende Firmware installiert werden kann, die für das Gerät von offizieller Seite aus gar nicht mehr oder noch nicht unterstützt wird. Da Google den Quellcode zu verschiedenen Android-Revisionen zur Verfügung stellt, die dann als Basis für eine Custom-Rom dienen, existieren Custom-Roms mit Android 2.3.4 Gingerbread als Grundlage sowie parallel auch solche mit Android 4.1 Jelly Bean. Dadurch wird es beispielsweise auf einem Samsung Galaxy S möglich, eine Custom-Firmware mit Jelly Bean zu betreiben, obwohl diese von Samsung selbst noch gar nicht für das Gerät freigegeben wurde. Allerdings unterstützt eine Custom-Rom nicht unbedingt jedes aktuelle Smartphone - hier ist es unumgänglich, sich zuallererst über die kompatiblen Geräte zu informieren.

Aber auch Nachteile entstehen beim Verschaffen der Systemrechte. Obwohl das Rooten - auch das Jailbreaken eines iPhones - nicht illegal ist (das Downloaden aus Stores mit gecrackten Apps hingegen ausdrücklich schon!), ist es durchaus wahrscheinlich, dass der Garantieanspruch des Geräts verfällt. Das ist an sich nicht weiter schlimm, denn die zweijährige Gewährleistung des Händlers besteht nach wie vor - es sei denn, Telefon oder Tablet werden beim Root- oder Jailbreak-Vorgang beschädigt, zu einem "Brick". Der verflogene Garantieanspruch kann übrigens durch das Zurücksetzen des Geräts in den Auslieferungszustand wieder hergestellt werden.

Weiterhin problematisch ist die Tatsache, dass einige Rooting-Apps mit Malware versehen sind, und auch die Chance, in inoffiziellen Stores an verseuchte Apps zu geraten, weitaus höher ist als bei Apple App Store oder Google Play Store. Dem Umstand geschuldet, dass Custom-Roms für iOS-Geräte quasi inexistent sind, ergibt sich leider der Nachteil, dass sie nach dem Jailbreak nur mit einer älteren Firmware bespielt werden können - obwohl derzeit iOS 6 aktuell ist, ist ein Jailbreak nur mit iOS 5.1.1. möglich. Auch beim Zugriff auf die Hardware kann viel schief gehen - eine unbedachte Übertaktung kann durchaus dazu führen, dass der Prozessor durchschmort. Es ist stets ratsam, sein Smartphone nur dann zu rooten, zu jailbreaken oder zu flashen, wenn man sich der Risiken absolut bewusst ist und weiß, was man durch bestimmte Einstellungen bewegt.

Auf der zweiten Seite dieses Hintergrundartikels stellen wir euch ausgewählte Custom-ROMs für Android und die dafür in Frage kommenden Smartphones und Tablets vor.

Autor: Tobias Czullay
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Kommentare
  1. 03.03.13 01:40 MobileFreak81 (Newcomer)

    Eine sehr tolle Custom Rom für Android Phones und Tabs.

    Werde ich die Tage auch auf meinem HTC One S installieren.

    Seitdem ich mein Nexus 7 habe (reines Android) mag ich die Sense Oberfläche nicht mehr!

  2. 18.01.13 20:17 shawnee (Newcomer)
    Galaxy S2 Vergessen

    Was in den Beschreibungen vergessen wurde ist das Galaxy S2, auf dem auch alle CustomRoms laufen.

  3. 14.01.13 17:50 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @M.a.K.:Manchmal werden auch Versionen übersprungen wenn es um finale Versionen geht. Ich denke bis zu einer finalen Version wird es wenigstens 3 Monate dauern, falls es später der Fall ist dann mglw. sogar mit KLP.

    Aaaber ich empfehle dir SlimRoms. Eine sehr minimalistische Abwandlung der aktuellen CMs. Sehr sauber und weitestgehend fehlerfrei entweder die Beta von 4.2.1 oder die letzte ICS Version. Ich hab in der Beta aber bisher nur einen Fehler gefunden, der wohl nur das S2 betrifft.

    Unter Settings->Interface kann man eigentlich alles einstellen, was die UI betrifft (außer den Launcher selbst). Als Launcher empfehle ich NOVA-Launcher (scheint mir der sauberste zu sein).
    Unter Settings-Advanced->Screen->Touchkeys kann man die Beleuchtung der Tasten einstellen (die eigentlich keiner braucht).
    Developer Options schaltet man frei in dem man Build Number 7 mal schnell anklickt (so wie im Original auch).

  4. 14.01.13 00:16 M.a.K (Handy Master)

    @ IchBinNichtAreamobile.de,

    danke für die Info.

    CM 10.1 soll ja noch nicht ganz frei von Fehlern auf dem S3 sein, wann ist denn in etwa mit einer finalen Version zu rechnen oder gleich warten bis es Key Lime Pie offiziell gibt und eine bessere Version vom CM erscheint?

  5. 13.01.13 23:22 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @M.a.K: Kurz und knapp, leider nein. Eins der wenigen Features was ich auf meinem ROM auch vermisse. Leider is MIUI überhaupt keine Alternative. Einzige Abhilfe schaffen hier 3rd-party apps, aber auch nix wirklich Gutes dabei :/.

  6. 13.01.13 00:48 M.a.K (Handy Master)

    @ IchBinNichtAreamobile.de,

    ich schaue mir mal ein paar Videos auf yt an, erst einmal schauen ob der aktuelle cm auch meinen Vorstellungen entspricht. Ist seit dem S2 ja schon einige Zeit vergangen. Ob es die call-recording Funktion auch im cm gibt wäre interessant.

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