Trotz aller Superlative - die Smartphone-Neuheiten auf der CES 2013 in Las Vegas verleiten zum großen Gähnen. Es fehlt das Besondere. Zumindest Marktführer Samsung zeigt, wie die Handy-Zukunft aussieht.
Die großen Namen der Smartphone-Branche wie Samsung, Apple, Google, Nokia und LG Electronics glänzten auf der CES in Las Vegas durch Abwesenheit oder stellten zumindest keine neuen Geräte vor und überließen den außerhalb ihrer Heimatmärkte weniger bekannten Herstellern wie ZTE, Huawei oder TCL (Alcatel One Touch) die Bühne. Die No-Names nutzten die Gelegenheit und überboten sich gegenseitig mit Superlativen wie dem "flachsten Smartphone", dem "flachsten Smartphone mit 5 Zoll großem Full-HD-Display", "dem leichtesten Smartphone" oder dem "Smartphone mit dem größten Display" der Welt. Begeisterung entfachen die in Las Vegas präsentierten Smartphone-Neuheiten allerdings nicht, vielmehr verleiten sie bei nüchterner Betrachtung zum großen Gähnen. Es fehlt einfach das Besondere.
Vollmundige Ankündigungen haben wir im vergangenen Jahr zuhauf von den Herstellern aus Fernost gehört. Den markigen Worten folgten jedoch selten Taten. Bestes Beispiel sind die im vergangenen Februar auf dem Mobile World Congress gemachten Ankündigungen: ZTEs globale Smartphone-Offensive hat in Europa noch nicht einmal begonnen, Huawei hat seinen Super-Flachling Ascend P1s auf Eis gelegt und erst mit ordentlicher Verspätung sein erstes Quad-Core-Smartphone herausgebracht, von den Fujitsu-Smartphones ist weit und breit nichts zu sehen, und Panasonic zieht sich wieder ganz vom europäischen Smartphone-Markt zurück. Läuft diesmal alles besser?
Man sollte sich nicht von den in Las Vegas laut angepriesenen technischen Highlights der Geräte blenden lassen. Ihre Eignung für den europäischen Markt müssen die Smartphone-Neuheiten erst noch beweisen. Das ZTE Grand S dürfte beispielsweise wegen seines schwachbrüstigen Akkus hierzulande grandios scheitern - trotz der ansonsten topaktuellen Hardware. TCL hat beim Alcatel One Touch Idol Ultra und dem Alcatel One Touch Idol Kopfhörerbuchse und Speicherkartenslot gleich ganz weggelassen und dem Smartphone vergleichsweise wenig Speicher und nur HSDPA-Geschwindigkeit spendiert. Beim Quad-Core-Modell Scribe HD setzt TCL auf einen Low-Budget-Chip von Mediatek.
Und dass Sonys Xperia Z als Messe-Highlight gefeiert wurde, weil es nicht nur leistungsfähige Hardware, sondern auch ansprechendes Design und einige Software-Extras mitbringt, zeugt nur von dem fehlenden Smartphone-Glanz am Strip oder liegt an der großen Erleichterung der immer noch großen Fan-Gemeinde - die Japaner haben doch auch nur erstmals ein Smartphone der Kategorie "Superphone" vorgestellt.
Schneller, größer, hochauflösender: ZTE & Co. haben die Verschnaufpause der global etablierten Smartphone-Marken genutzt, um zumindest den technischen Rückstand aufzuholen. Huawei hat vielleicht noch das beste Arbeitszeugnis auf der CES vorgelegt: Die beiden Smartlet-Modelle Ascend D2 und Ascend Mate kommen jeweils mit Power-Akku und speziellem Energie-Management für eine längere Betriebszeit sowie aufgelegter eigener Benutzeroberfläche zur stärkeren Differenzierung der Geräte. Allerdings auf Kosten eines weiteren Kompromisses: Anders als ursprünglich angekündigt werden Nutzer des Ascend D2 oder des Ascend Mate in Europa das Emotion UI nicht nach Belieben an- oder abschalten können, die klassische Android-Benutzeroberfläche steht hier nicht optional zur Verfügung. Hoffen wir, dass Huawei die Software gut angepasst hat.
Unter dem Strich bleibt: Die aufstrebenden Smartphone-Hersteller haben die Pflicht absolviert, nicht aber die Kür. Wo es lang geht, zeigte den Nachrückern Altmeister Samsung: Der südkoreanische Hersteller bot den Messebesuchern mit flexiblen und bruchfesten OLED-Displays und dem 4+4-Chipsatz Exynos 5 Octa einen Blick in die Handy-Zukunft. Wir sind gespannt auf das Galaxy S4!
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Du bist nicht dabei?Dass Apple nie an der Messe selber vertreten ist, ist doch jedem bekannt, der nur annähernd dies die letzten Jahre verfolgt hatte. Das war doch schon immer so & wird es auch wohl so bleiben. Apple hat doch seine eigene Messe, wieso sollten sie dann in Las Vegas auch den Aufwand betreiben.
Ansonsten bestätigt der allgemeine Messetrend, dass große Firmen nur noch dann anwesend sind, wenn die Zielgruppe auch dementsprechend vorhanden ist & man neue Produkte präsentieren kann.
Dass auf der CES (Consumer Electronics Show) keine schon auf dem Markt bestehenden Geräte mehr präsentiert werden ist doch nur klar.
Die neuen geplanten Geräte sind dagegen noch nicht soweit. Dazu brauch man keine teuren Gebühren zu zahlen, nur darum, um mit Anwesenheit glänzen zu müssen.
Und da es derzeit kaum wirklich bahnbrechende Neuerungen gibt hält man sich demzufolge fern.
Also das ganze konnte man in diesem Maße doch vermuten. Weiß nicht was man da immer für Erwartungen hineinsteckt.
Und wenn wirkliche Bahnbrechende Produkte auf den Markt geworfen werden (z.B. wie das erste iPhone) dann wird der Hersteller dies garantiert auf seiner eigenen Messe machen und dazu nicht die CES oder sonst ne andere Messe nehmen.
@handyhacho:
Ich sags ja, das war ja auch die CES und nicht der MWC, warum sollten die alle ihre knaller hier vorstellen zwischen Fernsehern und Computern?
Mh, man hätte ja auch ein bisschen breiter berichten können. Z.B. liefert mir ein "ces ubuntu phone handson" bei google 1,7 Millionen Treffer, hier konnte man aber nur einen Artikel über die Ankündigung lesen, jedoch nicht über die tatsächlichen CES-live-Berichte.
Ansonsten scheint aber auf der CES auch wirklich nicht so viel los gewesen zu sein, BB OS10 gibts noch nicht, Tizen wurde auch nicht gezeigt und Sailfish ohnehin nicht, und Apple war auch nicht da.
Der Fokus lag eben in diesem Jahr mehr auf den Smarthome-Applications und 4k-Fernsehern, passt halt nicht so zu AM und überhaupt ist zum einen Smarthome IMHO überflüssig und zum anderen 4k noch viel zu teuer und vor allem der Content beschränkt, daher wirklich, Gääähn, kann dem Artikel zumindest größtenteils zustimmen.
@pixelflicker: meine vollumfängliche Zustimmung! Gruß Markus
@Der Kewle: Allein deine Frage zeugt davon, das du meine Feststellung nicht verstehst. Gemeint war, das Samsung diese Displays bereits vor geraumer Zeit präsentiert hat und es sich demnach nicht um ein Highlight der CES 2013 handelt. Gib einfach mal bei Google und/oder Youtube "Samsung Youm" ein und du wirst meine Aussage bestätigt sehen (Datum der Berichterstattung anderer Tech-Portale). Es ging in meiner Kritik auch nicht darum, das es flexible Displays von anderen Herstellern gibt, sondern einzig um eine Kritik dahingehend, das hier seitens AM in bezug auf Samsung Highlights etwas genannt wird, was längst bekannt ist - eben "Youm". Worüber allerdings auch AM schon vor einigen Monaten berichtet hat ;-)
Zitat:"Es fehlt einfach das Besondere."
>>Jetzt kommt die große Ernüchterung. Smartphones sind eben doch nur Arbeitsutensil und Spielzeug und eben nicht mehr. Es ist kool, aber der Hype ebt so langsam ab. Nur Samsung und Apple verstehen es noch diesen Hype zu halten ohne tatsächlich große Neuheiten zu bringen.
>>Die OLED-Technik per se ist sehr interessant und wird in Zukunft wichtig werden ... nicht in Smartphones, aber im Heimgebrauch für Licht, Deko, Fernseher usw.. Für Smartphones sind OLEDs nicht optimal, denn SMartphones nutzt man draußen und das Auge ist einfach nicht in der Lage den super Kontrast des OLEDs tatsächlich zu erkennen, wenn ein bisschen Licht aufs Display scheint, stattdessen zählt Leuchtstärke und da punkten die LCDs und ja das bleibt wohl auch so (technikbedingt auch wenn OLEDs in der Theorie besser sind).