Blackberry hat alte Zöpfe abgeschnitten und setzt mit Blackberry 10 auf ein ganz neues System für mobile Endgeräte. Areamobile zeigt, wie sich Blackberry 10 bedienen lässt, und erklärt die wichtigsten Begriffe des neuen Betriebssystems.
Blackberry-Chef Torsten Heins konnte gestern auf dem Launch-Event in New York gar nicht genug betonen, was für eine Zäsur das neue System Blackberry 10 für das Unternehmen und die Nutzer bedeutet. "Es ist eine ganz neue Art zu denken, auf einer ganz neuen Plattform", erklärte er, "ein Kulturwandel, für Blackberry und für die Welt". Ob die Smartphone- und Tablet-Nutzer bereit sind, sich an das neue System zu gewöhnen, wird sich jedoch erst noch zeigen müssen. Blackberry 10 bringt jedoch einige Merkmale und integrierte Dienste mit, die Nutzer anderer Mobil-Systeme zum Wechsel veranlassen könnten.
Mittlerweile schützt der Lock-Screen auf mehreren System nicht einfach mehr vor unbeabsichtigten Touchscreen-Eingaben, sondern bietet auch Schnellzugriffsmöglichkeiten auf ausgewählte Anwendungen. Von dem von unten nach oben aufschiebbaren Lock-Screen von Blackberry 10 können Nutzer direkt auf die Kamera des Geräts zugreifen und werden über eingegangene Blackberry-Messenger- oder Facebook-Mitteilungen, E-Mails oder SMS benachrichtigt.
Grundgedanke von Blackberry 10 ist echtes Multitasking: Durch simple Gesten können die Nutzer auf dem Blackberry zwischen geöffneten Anwendungen hin- und herwechseln. Diesen Ansatz, der einen Home-Button auf den Blackberry-Geräten überflüssig macht und den Nutzern beim Navigieren im System den Umweg über das Hauptmenü erspart, nennt Blackberry "Flow" - alles lässt sich fließend über einfache Wischgesten bedienen. Zum Beispiel ist es möglich, ein laufendes Video zur Seite zu schieben und am Rand zu halten, um kurz eine neu eingetroffene Kurznachricht oder E-Mail zu lesen.
Bis zu acht laufende Apps werden verkleinert als Live-Widgets ("Active Frames") auf dem Homescreen angezeigt und lassen sich bei Bedarf per Daumenbewegung in den Vordergrund holen oder schließen - somit erfüllt der Homescreen von Blackberry 10 die Funktion eines Task-Managers. Vom Homescreen zur Kommunikationszentrale wechselt man durch eine Wischgeste nach rechts, in die Ansicht mit weiteren installierten Apps durch Wischen nach links. Von oben lässt sich eine Menü mit den Konnektivitäts-Einstellungen herunterziehen.
Die Geste zum Minimieren einer App, um in den zentralen Posteingang Blackberry Hub zu schauen und gegebenenfalls ganz zu wechseln, nennt sich "Peek". Auch sind bestimmte Anwendungen tief in das System integriert. Zum Beispiel können Nutzer im Kalender weitere Informationen zu an einem Meeting teilnehmenden Personen und dem bisher erfolgten Kommunikationsvorgängen aufrufen oder im Blackberry Hub neue Facebook-Freunde akzeptieren, ohne dafür in die Facebook-App zu wechseln.
Der Blackberry Hub ist der zentrale Posteingang von Blackberry 10, in den alle Kurznachrichten, E-Mails sowie Mitteilungen aus Sozialnetzwerken wie Facebook, Twitter oder Blackberry Messenger eintreffen. Einen kurzen Blick in den Blackberry Hub werfen können Nutzer, wenn sie eine andere gerade geöffnete App hochschieben ("Peek"). Ganz in den Blackberry Hub wechseln sie, wenn die minimierte App nach rechts zur Seite schieben oder die entsprechende Sensortaste am unteren Display-Rand drücken. Von hier aus können sie direkt auf Nachrichten antworten, in einen der Kommunikationskanäle wechseln oder auf der rechten Seite weitere Optionen zum Verwalten des Posteingangs aufrufen. Auch der Kalender ist in den Blackberry Hub integriert, und gespeicherte Kontakte werden mit Infos aus sozialen Netzwerken versehen. Gut für die Übersichtlichtkeit: Der Blackberry Hub bietet Filter für die verschiedenen Accounts an, so lassen sich beispielsweise auf Tastendruck nur Facebook-Nachrichten oder nur Terminerinnerungen anzeigen.
Die Download-Plattform für Apps hat Blackberry in "Blackberry World" umbenannt. Zum Start der neuen Plattform stehen dort über 70.000 Anwendungen zum Herunterladen bereit, darunter solche wie Skype, Amazon Kindle, WhatsApp, SAP, Angry Birds oder Facebook. Wie in Apples iTunes App Store oder im Google Play Store für Android finden sich hier aber auch sämtlicher anderer Content wie Filme und TV-Serien und Musik. Der Anbieter hat dafür Verträge mit großen Film-Studios, Musiklabels und Fernsehsendern wie Walt Disney Studios, Sony Pictures, Universal Music und Warner Music geschlossen. Die untere Preisgrenze für kostenpflichtige Apps hat Blackberry auf 89 Cent gesenkt. Wie sich Apps von Drittanbietern in das System einfügen, werden wir im richtigen Test von Blackberry 10 überprüfen.
Blackberry Balance ist Blackberrys Antwort auf die zunehmende Nutzung des iPhone oder von Android-Smartphones für geschäftliche Zwecke. Blackberry Balance trennt strikt private von geschäftlichen Daten auf dem Blackberry-10-Gerät, auch das Kopieren von Informationen in dem einen und Übertragen der Daten in den anderen Bereich ist nicht möglich. Administratoren des Firmennetzwerks haben zwar Zugriff auf die Unternehmensdaten, -E-Mails und -Anwendungen, aber nicht auf den privaten Bereich des Blackberry-10-Nutzers. Der Wechsel zwischen den beiden Bereichen erfolgt jedoch schnell und einfach per Wischgeste.
Die neue "lernende" virtuelle Blackberry-Tastatur erleichtert durch zwischen den Tastenreihen eingeblendete Wortvorschläge, die in das Textfeld geschoben werden können, das Tippen mit den Daumen. Zwischen verschiedenen Zeichensätzen wechseln die Nutzer durch einfaches Runterwischen, Geschriebenes gelöscht wird durch Wischgeste nach links. Swype-ähnliches Tippen ist jedoch nicht möglich. Integriert in die Blackberry-Tastatur ist eine Übersetzungs-Software sowie eine Spracherkennung zum Diktieren von Texten.
Der Blackberry Messenger ist in manchen Ländern wie beispielsweise Großbritannien gerade unter Jugendlichen sehr populär. Der in Blackberry 10 integrierte BBm unterstützt Videotelefonate und das Teilen von Bildschirminhalten wie Fotos, Dokumente oder Websites ("Screen-Sharing") mit anderen.
Die Kamera-App von Blackberry 10 ist mit Scalado-Technologie zum nachträglichen Bearbeiten von Bildern ausgestattet. Mit der Time-Shift-Funktion werden mehrere Bilder schnell hintereinander aufgenommen, so dass der Nutzer danach für Gesichtsauschnitte das beste Motiv auswählen, um beispielsweise ein Blinzeln quasi wegzuretuschieren. Blackberry hat gestern zwei weitere Foto-Apps vorgestellt: Picture Editor versieht à la Instagram Fotos mit Effekten, mit Hilfe von Story Maker lassen sich Fotosstrecken bzw. Videos mit Musik untermalen.
Blackberry Remember ist eine weitere App-Neuheit des Herstellers. Hiermit können Nutzer gespeicherte Dokumente, Mails oder Fotos einem bestimmten Tag zuordnen, alle mit dem gleichen Datum versehenen Dateien werden dann vom System in einem speziellen Ordner gesammelt.
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Du bist nicht dabei?Das neue BB Z10 auseinander genommen
http://de.engadget.com/2013/02/12/blackberry-10-wird-seziert-zeigt-ahnliche-komponenten-wie-das-g/
Design und Software sehen wirklich Klasse aus. Auch der Loclscreen fetzt. Genau sowas wonach ich suche. Stellt sich nur noch die Frage wie es um die Appauswahl steht bzw. inwiefern dort Perspektive ist dass diese sich vergrößert.
@Silver Harlequin
Wer guckt sich denn auch bitteschön 9 Videos gleichzeitig an????
Bist du ne Hydra? o_0
@ Kunibert:
Das verstehe ich auch nicht. BB prädigt das die ganze Zeit und alle Devs, Blogs und die ganzen Medien plappern es einfach nach.
In meinen Augen ist es MeeGo/Maemo Harmattan sehr, sehr ähnlich, jedoch erkennt man auch das eine Jahr mehr Arbeit am BB Hub und der Peak Funktion. Die UI ist dagegen nicht schön wie beim N9. Hier ein Vergleich:
http://mynokiablog.com/2013/02/01/video-blackberry-z10-and-nokia-n9-meego-swipe-ui-similarities-with-bb10/
Ich finde das GrundOS erstmal auch sehr, sehr ansprechend. Besonders Hub+Peaking sind genial.
@ benthepen:
Akku soll Standard sein, Maps ein Graus (viel weniger Umfang als Nokia/Google), Apps soll es schon genügend geben, deren Qualität soll aber nicht konstant sein (aber wo gilt das schon). Achja, bei der Kamera ist sich BB scheinbar relativ treu geblieben, d.h.: sie ist schon weitaus besser als früher, aber reicht halt (gerade bei LowLight) nicht an S3, iPhone5 und 920 ran (808 sowieso nicht).
Quellen sind die Tests auf engadget, theverge, bgr und gizmodo (Kamera).
Aha, neuartige Wischgesten also...
Wie muss ich das verstehen, bei Blackberry neuartig und bei Nokia N9 altartig?
Nur wegen der Seite die AutoFullHD & Autoplay funktion abschalten? Nutzerfreundlich sieht anders aus.
@Soux, DAS Smartphone, das 9 FullHD Vids GLEICHZEITIG abspielt zeig mir mal...
Die Videos muss man ja nicht alle gleichzeitig laufen lassen. ;-)
Ich finde das neue Blackberry 10 sehr schön. Der Hub gefällt mir und die möglichkeit "mal schnell rein zu schauen" ist auch eine sehr gute Idee. Die haben sich da wirklich Gedanken gemacht. Durch die strikte Trennung von Firma und Privat kann man nun auch endlich wirklich sein Handy auch privat nutzen. Ich muss sagen ich kann mir derzeit kein besseres System für die Arbeit vorstellen, ich würde es sofort für die Arbeit nehmen, viel lieber als ein iPhone und dann bräuchte ich privat gar kein Smartphone mehr.
Starkes Multitasking, flaches Menü und neuartige Gesten - Blackberry hat sich ein tolles und eigenständiges Bedienkonzept ausgedacht. Doch das System ist nicht alles. Jetzt müssen sich die neuen Smartphones im Test beweisen. Wie steht es beispielsweise um Performance und Akku-Laufzeit und wie gut sind Kamera und Musikplayer?
Persönlicher Kommentar von Björn Brodersen