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Handy und Umwelt: Einfache Tipps zur nachhaltigeren Handy-Nutzung

In der Textil- oder Lebensmittel-Branche sind "grüne" und "fair" produzierte Produkte unter den Verbrauchern gefragt. Doch beim Kauf und bei der Nutzung eines Handys oder Smartphones stehen weniger Nachhaltigkeitsaspekte, sondern mehr die funktionellen Eigenschaften im Vordergrund. Areamobile zeigt, wie man sein Handy oder Smartphone verantwortungsbewusster nutzt.

Handy-Recycling: Kampagnen-Foto der Telekom | (c) Telekom

Handy-Recycling: Kampagnen-Foto der Telekom | (c) Telekom

Größer, stärker, schneller - die Hersteller von Handys und Smartphones bringen in immer kürzeren Abständen neue Modelle heraus, die besser als die jeweils verfügbaren Geräte sein sollen. "Besser" bezieht sich dabei in der Regel auf die Hardware-Features wie Prozessor-Leistung, Display-Güte, Kamera-Qualität und Datenraten sowie auf die System-Performance. Dass "besser" bislang nicht "umweltfreundlicher" oder "fairer" einschließt, liegt unter anderem an den Marketing-Aktivitäten von Herstellern und Mobilfunkanbietern sowie dem fehlenden Bewusstsein unter den Handy-Käufern, die Nachhaltigsaspekte wie umweltschonende und faire Prozesse bei Rohstoff-Gewinnung und Handy-Fertigung nicht von den Herstellern einfordern - etwa durch ihre bewusste Kaufentscheidung für ein nachhaltiger entwickeltes Gerät. Andererseits ist es jedoch auch für nachhaltig denkende Anwender schwierig, sich über die sozialen und ökologischen Standards bei der Produktion der jeweiligen Geräte zu informieren. Zum Beispiel basieren bestehende Handy-Öko-Rankings von Mobilfunkanbietern auf unterschiedlichen und nicht immer nachvollziehbaren Kritieren.

Verantwortungsbewusstes Handeln hört jedoch nicht mit dem Kauf eines neuen Handys oder Smartphones auf. Auch bei der täglichen Nutzung können die Anwender ihren persönlichen Beitrag zu mehr Umweltschutz leisten.

Tipps zur nachhaltigeren Handy-Nutzung

  • Das "grünste" Handy ist dasjenige, das nicht neu gekauft wird. Vor dem Kauf überlegen, ob man wirklich ein neues Handy oder Smartphone benötigt oder ob man nicht noch länger mit dem vorhandenen Gerät auskommt. Optional bietet sich auch der Kauf eines gebrauchten oder die Übernahme eines von einem Freund oder Bekannten abgelegten Handys an.
  • Beim Kauf eines neuen Handys oder Smartphones auf Geräte mit auswechselbarem Akku achten. Später kann man dann gegebenenfalls durch den Kauf eines neuen Akkus die Lebensdauer des Handys oder Smartphones erhöhen.
  • Ein Gerät mit aktueller Betriebssystemversion wählen, dann "veraltet" das Gerät nicht so schnell.
  • Bei Vertragsabschluss im Mobilfunkladen einen SIM-only-Tarif wählen. Dann ist man hinsichtlich der Nutzungsdauer des Handys oder Smartphones flexibler. In der Regel spart man so auch bares Geld, weil einerseits der übliche monatliche Hardware-Zuschlag von 10 Euro oder mehr auf die Tarifgrundkosten entfällt und weil andererseits ein separat im freien Handel gekauftes Handy in der Regel günstiger als bei einem Kauf mit Vertrag im Shop eines Mobilfunkanbieters ist.
  • Alt-Handys ordnungsgemäß bei Recyclinghöfen, Mobilfunkanbietern oder in Elektronik-Geschäften zurückgeben und entsorgen lassen: So können viele der wertvollen Metalle recycelt und wiederverwertet werden. Der Ertrag ist im Einzelfall verschwindend gering, wirkt sich aber in der Masse aus. Allein für Deutschland geht der Branchenverband Bitkom von mehr als 85 Millionen nicht zurückgegegeben Alt-Handys aus. Höhere Recycling-Quoten würden bedeuten, dass weniger neue Rohstoffe für neue Handys und Smartphones abgebaut werden mussten.
  • Systemfunktionen und Apps für das Energie-Management auf dem Smartphone nutzen oder manuell nicht benötigte Anwendungen wie beispielsweise Bluetooth, GPS, UMTS o.ä. vorübergehend abstellen, um den Stromverbrauch zu senken und die Zeit bis zur nächsten Akku-Aufladung zu verlängern. Empfehlenswert ist es auch, dass Handy oder Smartphone über Nacht ganz abzustellen.
  • Das Ladegerät von der Steckdose entfernen, sobald der Akku des Handys oder Smartphones aufgeladen ist, um unnötigen Stromverbrauch zu vermeiden. Viele Geräte zeigen das Ende des eigentlichen Ladevorgangs per Signalleuchte an. Es gibt auch Smartphone-Apps, die dem Nutzer signalisieren, wann der Akku vollständig aufgeladen ist.
  • Umwelt-Apps auf dem Smartphone helfen beim nachhaltigeren Lebensstil. Sie liefern zum Beispiel Verbrauchern durch das Scannen entsprechender Barcodes auf Supermarkt-Produkten per Handy-Kamera Informationen zu deren Inhaltsstoffen sowie zu ihrer Nachhaltigkeit. Auch in das System integrierte Smartphone-Funktionen helfen dabei, etwa wenn sich über die GPS-Schnittstelle ein freier Parkplatz orten und direkt anfahren lässt oder wenn Assistenzdienste wie Nokia Meine Strecken oder Google Now den Nutzer vor Staustrecken auf dem Weg zur Arbeit warnen.
  • Über die Produktionsprozesse der Handys und Smartphones sowie über Maßnahmen zum nachhaltigeren Handeln der Hersteller informieren. Zum Beispiel im Greenpeace-Ratgeber "Grüne Elektronik", auf den Websites makeitfair.org und ethicalconsumer.org, im Eco-Index von O2 oder in den CSR-Reports der Unternehmen (CSR steht für Corporate Social Responsibility) auf den jeweiligen Websites.

Fazit

"Länger nutzen", "wieder verwenden" und "recyceln" lautet der Nachhaltigkeits-Dreiklang. Handys und Smartphones können beim umweltfreundlicheren Verhalten helfen. Doch Nutzer sollten schon beim Kauf auf die Produktionsbedingungen der jeweiligen Geräte achten und durch ihre Kaufentscheidung die Hersteller zu nachhaltigeren Prozessen auffordern. Leistungsfähige sowie fair und umweltschonend hergestellte Handys schließen sich nicht gegenseitig aus.

Dossier Handy und Umwelt

Themen: Smartphones
Quelle: Makeitfair, Greenpeace
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Kommentare
  1. 04.02.13 18:23 Samsung Galaxy (Handy Profi)

    Das Thema ist sehr wichtig man muss mal überlegen wie man es löst und zwar bei der ganzen Bevölkerung und nicht nur bei Areamobile. Leistungsfähige smartphones die vom jeweiligen Hersteller einmal im Jahr auf ein Event vorgestellt wird da kann man sich auf die Messe freuen und die Abstände wären für alle ok.

  2. 03.02.13 22:25 IchBinNichtAreamobile.de (Handy Profi)

    So nehmen wir doch mal den Beitrag auseinander...
    Zitate von AM:
    "Das "grünste" Handy ist dasjenige, das nicht neu gekauft wird. Vor dem Kauf überlegen, ob man wirklich ein neues Handy oder Smartphone benötigt oder ob man nicht noch länger mit dem vorhandenen Gerät auskommt. Optional bietet sich auch der Kauf eines gebrauchten oder die Übernahme eines von einem Freund oder Bekannten abgelegten Handys an."
    >>Damit bin ich vollkommen einverstanden.

    "Beim Kauf eines neuen Handys oder Smartphones auf Geräte mit auswechselbarem Akku achten. Später kann man dann gegebenenfalls durch den Kauf eines neuen Akkus die Lebensdauer des Handys oder Smartphones erhöhen."
    >>Das sucht man sich so in aller Regel nicht aus. Es ist ein Kriterium, aber eben nicht eines der Wichtigsten auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Akkus verflucht lange halten. Ich hab selbst beim Laptop gerade einmal einen Verlust von etwa 15% der maximalen Kapazität über 2 Jahre. Dazu kommt, dass selbst die "nicht auswechselbaren" Akkus in aller Regel sogar selbst getauscht werden können, was allerdings etwas Bastelei erfordert (nicht so toll zugegeben), was heißt es ist auch nicht gesagt, dass er nicht selbst getauscht werden kann.

    "Bei Vertragsabschluss im Mobilfunkladen einen SIM-only-Tarif wählen. Dann ist man hinsichtlich der Nutzungsdauer des Handys oder Smartphones flexibler. In der Regel spart man so auch bares Geld, weil einerseits der übliche monatliche Hardware-Zuschlag von 10 Euro oder mehr auf die Tarifgrundkosten entfällt und weil andererseits ein separat im freien Handel gekauftes Handy in der Regel günstiger als bei einem Kauf mit Vertrag im Shop eines Mobilfunkanbieters ist."
    >>Ich der Prepaid benutze muss dazu sagen, dass man sich Tarife aussuchen sollte bei denen man gut wegkommt. Da ich selbst auch schon geschaut habe hab ich auch schon gesehen, dass man da durchaus etwas sparen kann und mir ist auch nicht klar warum das unbedingt ökologischer sein soll. Das ergibt Sinn, wenn man kein neues Handy braucht, aber dann wäre Prepaid sowieso die bessere Alternative.

    "Alt-Handys ordnungsgemäß bei Recyclinghöfen, Mobilfunkanbietern oder in Elektronik-Geschäften zurückgeben und entsorgen lassen: So können viele der wertvollen Metalle recycelt und wiederverwertet werden. Der Ertrag ist im Einzelfall verschwindend gering, wirkt sich aber in der Masse aus. Allein für Deutschland geht der Branchenverband Bitkom von mehr als 85 Millionen nicht zurückgegegeben Alt-Handys aus. Höhere Recycling-Quoten würden bedeuten, dass weniger neue Rohstoffe für neue Handys und Smartphones abgebaut werden mussten."
    >>Völlig klar und richtig.

    "Systemfunktionen und Apps für das Energie-Management auf dem Smartphone nutzen oder manuell nicht benötigte Anwendungen wie beispielsweise Bluetooth, GPS, UMTS o.ä. vorübergehend abstellen, um den Stromverbrauch zu senken und die Zeit bis zur nächsten Akku-Aufladung zu verlängern. Empfehlenswert ist es auch, dass Handy oder Smartphone über Nacht ganz abzustellen."
    >>Das ist etwa so als würde man sagen: "Und fahrt die Antenna ein um den Benzinverbrauch zu verringern". Denn das Aufladen eines Handies verbraucht effektiv nicht viel Energie, wenn man sich anschaut welche Großverbraucher man noch im Haus hat. Wenn ich wirklich grob grob aufrunde komme ich auf 15Wh bei einer VOLLEN Ladung. Ein Netbook schluckt schon 15W und mein Bildschirm frisst 30W also reicht bei letzterem schon eine halbe Stunde Laufzeit um den gleichen Verbrauch zu erreichen.

    "Das Ladegerät von der Steckdose entfernen, sobald der Akku des Handys oder Smartphones aufgeladen ist, um unnötigen Stromverbrauch zu vermeiden. Viele Geräte zeigen das Ende des eigentlichen Ladevorgangs per Signalleuchte an. Es gibt auch Smartphone-Apps, die dem Nutzer signalisieren, wann der Akku vollständig aufgeladen ist."
    >>Da haben die Gehirnzwerge aber richtig zugeschlagen. Hier ist es noch absurder, da heutige Ladegeräte für Handies 0.1W ziehen im Leerlauf. Das macht also am Tag 2.4Wh ... (es ist sogar noch weniger, aber wen interessierts).

    "Umwelt-Apps auf dem Smartphone helfen beim nachhaltigeren Lebensstil. Sie liefern zum Beispiel Verbrauchern durch das Scannen entsprechender Barcodes auf Supermarkt-Produkten per Handy-Kamera Informationen zu deren Inhaltsstoffen sowie zu ihrer Nachhaltigkeit. Auch in das System integrierte Smartphone-Funktionen helfen dabei, etwa wenn sich über die GPS-Schnittstelle ein freier Parkplatz orten und direkt anfahren lässt oder wenn Assistenzdienste wie Nokia Meine Strecken oder Google Now den Nutzer vor Staustrecken auf dem Weg zur Arbeit warnen."
    >>Da muss man schone etwas konkreter werden, weil die meisten "Ökoapps" verbrauchen einfach nur Strom. Und esoterische Gehirnwäsche kann auch kostenlos im Fernseher haben (wenn da nicht die GEZ wäre). Wie wäre es wenn ihr mal sinnvolle "Ökoapps" hier vorstellt, denn ich kenne nicht eines. Parkplätze werden in Städten btw mit Lichttafeln kenntlich gemacht und ansonsten kann man halt nur suchen, da hilft auch GPS nicht viel. Stauwarner sind geschenkt, die hat jede Naviapp incl.

    "Über die Produktionsprozesse der Handys und Smartphones sowie über Maßnahmen zum nachhaltigeren Handeln der Hersteller informieren. Zum Beispiel im Greenpeace-Ratgeber "Grüne Elektronik", auf den Websites makeitfair.org und ethicalconsumer.org, im Eco-Index von O2 oder in den CSR-Reports der Unternehmen (CSR steht für Corporate Sustainability Responsibility) auf den jeweiligen Websites."
    >>Ganz klar nejanein. Das ist entscheidend von der Öffentlichkeitsarbeit der Hersteller geprägt und hat nicht so viel mit der tatsächlichen Nachhaltigkeit der Produkte dieser Hersteller zu tun. Grundsätzlich wäre das natürlich ne tolle Sache, aber praktisch ist es leider Nonsens. Richtig schlimm wirds aber erst wenn, die auf die Idee kommen, dass man damit gut Werbung machen kann, dann kommt das irreführende bio-Siegel auch für Handies.

    FAZIT:
    "Länger nutzen, wieder verwenden und recyceln lautet der Nachhaltigkeits-Dreiklang. [...]"
    >>Und nicht zu vergessen jeden µW beim Laden sparen und SIM-only-Tarife kaufen ;). Mit dem Dreiklang würde ich sonst schon übereinstimmen.

    @PiAlphaNu:
    "¤alte oder defekte Akkus werden im Keller, in einer Kiste gesammelt."
    >>Warum? Darüber hinaus ist das auch gefährlich, weil Li-Ion Akkus bei extremer Tiefentladung explodieren (was nach einigen Jahren Lagerung schon passieren kann).
    Die anderen drei Punkte sind aber mehr als nachvollziehbar.

  3. 03.02.13 19:43 PiAlphaNu

    Ja klar doch, aber ohne mich!
    ¤Über Nacht lade ich mein Smartphone auf.
    ¤ich kaufe mir mindestens einmal im Jahr ein neues Handy.
    ¤das alte Handy wird, wenn nicht verkauft erstmal gebunkert.
    ¤alte oder defekte Akkus werden im Keller, in einer Kiste gesammelt.

  4. 03.02.13 16:51 IchBinNichtAreamobile.de (Handy Profi)

    Hat AM heute seine grüne Seite entdeckt?

  5. 03.02.13 16:34 sabu (Advanced Member)

    Absolut wichtiges Thema das von den Medien stärker beleuchtet werden muss, um ein umdenken beim Konsumenten zu bewirken

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