Werde Teil der Community - Registriere dich jetzt kostenlos! | Login
Anzeige
Anzeige
 

Mobiles Internet: Alles zu Datenverbrauch, Kontrolle, Kosten, Flatrates

Mobile Datentarife sind ein Muss für die Smartphone-Nutzung. Doch wie viele Daten verbraucht welcher Dienst eigentlich, wie lässt sich der Gesamtverbrauch einschätzen und mit welchen Kosten muss der Anwender rechnen?

Das Wissen, dass zu einem schicken Smartphone wie dem Apple iPhone 5, dem Samsung Galaxy S4 oder dem HTC One ein passender Mobilfunk-Tarif mit Daten-Option gehört, hat sich bei der Mehrheit der Nutzer durchgesetzt. Doch noch immer gleicht die Wahl der richtigen Größe für das Datenpaket meist einem Schuss ins Blaue, denn vielen Anwendern fällt es schwer, den eigenen Bedarf richtig einzuschätzen und die Kontrolle über den Traffic-Hunger von Apps und Diensten zu behalten. Wir widmen uns in diesem Special diesem Thema und zeigen, wie der eigene Bedarf ermittelt wird und welches Kontingent das richtige sein kann.

Welche Datenmengen verbrauchen gängige Apps?

Im vergangenen Jahr betrug der durchschnittliche Datentraffic pro Monat und Smartphone-Nutzer 196 Megabyte. Diese Zahl hat der Verband der Telekommunikations-Anbieter (VATM) ermittelt. Der Trend kennt dabei nur eine Richtung: steil nach oben. Provider und Netzwerk-Hersteller sehen vor allem die mobile Datennutzung immer weiter steigen, wie die folgenden Grafiken zeigen.

Grafik Datenverkehr | (c) Dialog / VATM

Datenvolumen steigt | (c) Dialog / VATM

Richtwerte zum Datenverbrauch | (c) E-Plus

Grafik zum Datenverbrauch | (c) E-Plus

 

Der Verbrauch einzelner Apps wird oft nicht vom Anbieter kommuniziert, er hängt meist stark vom persönlichen Nutzungsverhalten ab. Generell gilt die Faustregel: Je mehr Bilder, Videos und Musik bzw. Sprache übertragen werden, desto höher ist der Verbrauch. Bei YouTube etwa muss bei Inhalten ohne HD-Qualität mit etwa 1 Megabyte pro Minute gerechnet werden. Dieser Richtwert gilt auch in etwa für die beliebten Musik-Streaming-Portale wie Spotify, Napster & Co. Wer sein Handy nutzt, um mit Skype VoIP-Telefonate zu führen, muss laut Anbieter mit rund 3 Megabyte pro Gesprächsminute rechnen, Videotelefonie verbraucht mit bis zu 600 Kilobit pro Sekunde mehr als das Zehnfache. Auch die Navigation mit dem Handy kann bei längeren Strecken das Datenkontingent schwer belasten, weil stets Kartenausschnitte und Positionsdaten nachgeladen und herumgeschickt werden müssen.

Wie kann ich meinen Datenverbrauch einschätzen?

Wer ein Smartphone besitzt, kann mit Hilfe von hauseigenen oder nachinstallierten Apps beobachten, wie hoch der eigene Datenverbrauch ist. Das ist bequem und einfach, in der Regel lässt sich eine monatliche Obergrenze einstellen. Wenn diese erreicht ist, erhält der Nutzer eine Warnung oder der Datenverkehr wird auf Wunsch gleich ganz abgeschaltet. Hierbei sollte allerdings eine Sache stets im Hinterkopf behalten werden: Die Zähler auf dem Handy ermitteln eventuell abweichende Werte im Vergleich zum Netzbetreiber selbst – dieser aber stellt die Rechnung. Eine Garantie sind solche Datenzähler daher nicht. Auf den Online-Portalen der Provider lässt sich der eigene Traffic meist ebenfalls anzeigen, aber nicht immer aktuell, sondern mit einem zeitlichen Versatz.

Android hat mittlerweile einen äußerst komfortablen Datenzähler von Hause aus an Bord, er versteckt sich in den Systemeinstellungen unter "Datenverbrauch". Hier wird gesammelt, aber auch für jede einzelne App angezeigt, wie viele Daten im gewählten Zeitraum über die Leitung gingen, getrennt nach WLAN und Mobilfunk. Ein Limit zur Warnung oder Abschaltung der Datenverbindung lässt sich einstellen. Für jede App kann der Nutzer auswählen, ob sie im Hintergrund Daten übertragen darf oder nur dann, wenn die Anwendung tatsächlich genutzt wird. Dies erhöht die Kontrolle massiv, kann aber den Funktionsumfang einer App einschränken. Wem die Google-Lösung nicht gefällt: Im Google Play Store finden sich zahlreiche Alternativen mit ähnlichen Funktionen, etwa 3G Watchdog, Netcounter oder Call Meter.

Datenzähler von Android | (c) Areamobile

Datenzähler von Android | (c) Areamobile

Laden im Hintergrund kann abgeschaltet werden | (c) Areamobile

Laden im Hintergrund kann abgeschaltet werden | (c) Areamobile

 

Wer ein iPhone mit dem Betriebssystem iOS nutzt, hat von Apple nur einen rudimentären Datenzähler bekommen, der den Traffic nicht nach den einzelnen Apps aufschlüsselt. Hier sollte also zwingend zu einer externen Lösung aus dem iTunes App-Store gegriffen werden, die auch hier zahlreich vorhanden sind.

Traffic-Monitor am iPhone | (c) Areamobile

Traffic-Monitor am iPhone | (c) Areamobile

Windows-Phone-Nutzer schauen bei diesem Thema derzeit noch in die Röhre. Der von Microsoft mit Windows Phone 8 präsentierte Datenzähler funktioniert momentan nur in den USA und im Marketplace finden sich keine wirklich empfehlenswerten Apps zur Kontrolle des verbrauchten Datenvolumens. Hier muss Microsoft dringend nachbessern. Für Blackberry 10 haben in der Blackberry World kein geeignetes Tool zur Kontrolle des Daten-Traffics auf dem Smartphone gefunden.

Welche Folgen hat ein Überschreiten des eigenen Datentarifs?

Wer sein im Vertrag enthaltenes Datenpaket überschreitet, steht je nach Tarif vor zwei eher unschönen Möglichkeiten. Hat der Kunde eine Flatrate gebucht, gewährt der Anbieter ein gewisses Kontingent pro Monat mit hoher Verbindungsgeschwindigkeit. Ist dieses verbraucht, wird dem Anwender der Speed gedrosselt, meist auf langsames GPRS-Niveau. Damit macht Surfen am Handy keinen Spaß mehr, auch Bilder und Videos lassen sich kaum noch übertragen. E-Mails ohne große Anhänge oder WhatsApp-Nachrichten können aber immer noch verschickt werden, und es fallen keine weiteren Kosten an - dem Pauschalpreis der Flatrate sei Dank. Diese Art von Vertrag ist mittlerweile am häufigsten vertreten und bietet dem Kunden immerhin kalkulierbare Kosten.

Mobilfunkmast LTE | (c) o2

Mobilfunkmast LTE | (c) o2

Die zweite Möglichkeit greift meist nur bei sehr günstigen Verträgen mit kleinen Datenmengen oder bei Alt-Verträgen mit nicht mehr zeitgemäßen Konditionen. Ist hier die einmalig bezahlte Menge verbraucht, bleibt die Geschwindigkeit in der Regel gleich, aber es wird von nun an für den Rest des Monats nach aktuellem Verbrauch abgerechnet – und das kann teuer werden. Immerhin warnt der Provider den Anwender meist mit einer SMS oder E-Mail, bevor die Grenze überschritten wird.

Wer braucht welches Datenpaket?

Bei der Frage nach dem richtigen Datenpaket kann nur nach dem individuellen Bedarf entschieden werden. Prinzipiell kristallisieren sich drei Nutzertypen heraus:

  • Der Einsteiger: Vor allem diejenigen Anwender, die gerade erst in die Smartphone-Welt eintauchen, nutzen meist nicht allzu viele Daten-intensive Anwendungen. Für E-Mails unterwegs, WhatsApp und gelegentliches Surfen im Internet reicht ein Kontingent von 200 bis 500 Megabyte. Der preisliche Unterschied ist hier mittlerweile recht gering, so dass die Wahl lieber auf das etwas größere Paket fallen sollte.
  • Der Otto-Normal-Nutzer: 500 Megabyte bis 1 Gigabyte sollten es schon sein, wenn das Smartphone regelmäßig unterwegs in Gebrauch ist und dabei für mehr genutzt wird als E-Mails oder kurze Surf-Sessions. Auch das beliebte Facebook kann beispielsweise durch die Anzeige von Bildern viele Daten übertragen, zudem belastet auch der Upload beim Posten von Schnappschüssen oder Videos das eigene Kontingent.

  • Der Viel-Surfer: Wer sein Handy täglich für Multimedia-Dinge wie Musik-Streaming, YouTube-Videos, Datensicherung und -abruf mit der Cloud, zum Navigieren und zum Tethering nutzt, kann eigentlich kein zu großes Paket buchen. 1 Gigabyte sollte es schon mindestens sein, bis zu 5 Gigabyte sind derzeit für Privatkunden zu annehmbaren Preisen erhältlich.

Was kosten Datenflatrates mit 200 Megabyte bis 5 Gigabyte?

Tarife mit Datenflatrates sind mittlerweile durchaus erschwinglich geworden, vor allem die zahlreichen Discounter haben das Niveau im Sinne des Verbrauchers gedrückt. Allnet-Flatrates sind momentan im Bereich von 20 bis 30 Euro angesiedelt und beinhalten neben unbegrenzten Telefongesprächen meist ein Datenvolumen von 500 Megabyte, das über entsprechende Optionen aufgestockt werden kann. Generell sind die Preise in den Netzen von Vodafone und der Deutschen Telekom noch immer etwas höher als bei O2 und E-Plus, die sogenannten D-Netze gelten aber gleichzeitig auch nach wie vor als besser ausgebaut. Der Unterschied zwischen Paketen mit 200, 300 oder 500 Megabyte Highspeed-Volumen beträgt nur selten mehr als 2 Euro pro Monat, eine 500-Megabyte-Option schlägt in der Regel mit rund 10 Euro zu Buche.

Für ein Datenvolumen von 1 Gigabyte müssen monatlich im Schnitt rund 15 Euro einkalkuliert werden, bei manchen Anbietern sind für diesen Preis auch bereits 2 Gigabyte zu haben, meist im E-Plus-Netz. Wer als Power-User einen Tarif mit 5 Gigabyte Highspeed-Volumen benötigt, wird bei den Discountern nur noch selten fündig und muss gegebenenfalls zu Komplett-Angeboten bei den Netzbetreibern greifen. Diese sind deutlich teurer, beinhalten aber auch etwa im Falle des Complete Comfort XXL der Telekom für rund 80 Euro neben den 5 Gigabyte Daten eine Telefon- und SMS-Flat und weitere Annehmlichkeiten. Bei Vodafone spielt der Red L mit 4 Gigabyte in einer ähnlichen Preisklasse, der Red Premium bietet sogar 10 Gigabyte Highspeed-Volumen, durchbricht dabei aber auch die 100-Euro-Schallmauer. Bei O2 ist der Tarif Blue XL für knapp 50 Euro monatlich das Ende der Fahnenstange, er beinhaltet neben Flatrates für SMS und Telefonie ebenfalls 5 Gigabyte Datenvolumen mit hoher Geschwindigkeit.

Autor: Steffen Herget
Themen: Smartphone
Quelle: AM
Kommentar schreiben

Die Kommentarfunktion ist hier leider nur für angemeldete Benutzer freigegeben.

Du bist nicht dabei?
Werde Teil der Community
Registriere Dich jetzt kostenlos! | Login
Sichere Dir Deinen Usernamen, damit Deine Beiträge und Bewertungen nicht verloren gehen.
 
Lesen Sie alle 13 Kommentare in unser Community.
Kommentare
  1. 03.06.13 22:55 pixelflicker (GURU)

    @ptownsen:
    Dennoch orientieren sich alle an der Telekom. Sie müssen nur billiger sein als die und fertig. Ein großer Preiskampf wie in anderen Ländern entstand daher bei uns nie, erst als die Prepaid-Discounter kamen, aber da hat sich nun auch schon seit 2 Jahren nichts mehr getan. Es wirkt glatt so als hätten die alle untereinander ausgemacht: "unter x gehen wir nicht".

    Ja, das stimmt, KabelDeutschland hat ein eigenes Netz, aber das ist nur ein Datennetz und da sind die Tarife ja auch deutlich niedriger als bei der Telekom. Dennoch tut es die wenig weh, weil die Telekom viel größere Abdeckung hat und KD daher nicht mithalten kann und keine wirklich große Konkurrenz darstellt. Kabel gibts halt nur in Großstädten und da die Meisten nicht wirklich über IP telefonieren wollen...

  2. 03.06.13 18:01 Orangutan-Claus (Advanced Member)
    Mein o2

    Für Android gibt es die App mein o2, die wiederum ein praktisches Widget beinhaltet das einem einen guten und aktuellen Überblick über Resttage, Internet-, Telefonie- und SMS-Verbrauch für den Abrechnungsmonat bietet.

  3. 27.05.13 16:10 ptownsen (Member)

    und warum hackt dann jeder nur auf der Telekom rum PF?

    es ging mir in diesem bezug nur um die "anschuldigung" das die telekom nen monopol hat und das es alles telekom schuld ist. was es nunmal nicht ist.

    Es ist richtig und jedem klar das die Preise im vergleich zu anderen Ländern zu hoch sind. Aber das kann man nicht an der Telekom fest machen.

    "beim festnetz gehört "die letzte meile" immernoch der telekom."

    Im Kabelbereich der jeweiligen anbieter nicht. KabelDeutschland und andere Anbieter nutzen keine Telekom Leistungen.

  4. 27.05.13 13:17 pixelflicker (GURU)

    @ptownsen:
    Warum die anderen nicht runter gehen? Weil sie einfach nicht müssen. Sie müssen nur billiger sein, als die Telekom und das ist jeder. Warum sollten sie also noch weiter runter gehen? Damit würden sie doch nur ihre Marge kaputt machen.

  5. 27.05.13 12:45 nohtz (Professional Handy Master)

    beim festnetz gehört "die letzte meile" immernoch der telekom.
    das, was ich bei meinem mobilfunkanbietger zahle, bekomme ich so nicht bei T

  6. 27.05.13 12:43 ptownsen (Member)

    nothz

    Interessant ist doch das Preise nicht mit Monopol zu tun haben. JEDER anbieter in deutschland, Eplus, O2, Vodafone und die Telekom haben eigene Funkmasten/Netzte. Jeder macht seine eigenen Preise. Wenn es wirklich an der Telekom liegen würde, warum gehen dann andere anbieter nicht im Preis runter? Desweiteren ist es schon lang nicht mehr so das die Telekom im Festnetz bereich noch im Mobilfunk bereich ein Monopol hat. Dafür gibt es zu viele andere Anbieter.

antworten
Anzeige
Aktuelle Geräte im Test
Anzeige