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Handyversicherungen im Test: Kosten, Leistungen, Fallstricke

Gute Smartphones sind teuer, die Hardware empfindlich. Bei Diebstahl oder Defekt des Geräts sollen Handy-Versicherungen einspringen und für Ersatz sorgen oder zumindest einen Teil der Kosten erstatten. Wir haben Handy-Versicherungen untersucht und sagen euch, was sie leisten und was sie nicht leisten.

Gesplittertes iPhone 4 | Quelle: Areamobile/Anbieter

iPhone mit gesplittertem Display | (c) Areamobile

Was leisten Handy-Versicherungen und was nicht?

Handy-Versicherungen greifen in der Regel bei Wasser- und Sturzschäden des Handys oder Smartphones, in einigen Fällen auch bei einem Verlust des Geräts durch Taschendiebstahl oder bei einem Verschleiß des Akkus. Dann wird das defekte oder verloren gegangene Gerät repariert bzw. ersetzt. Bei Display-Schäden wird beispielsweise generell der Bildschirm des Handys ausgetauscht. Lassen sich kaputte Komponenten nicht einzeln austauschen, ersetzt die Handy-Versicherung das defekte Gerät durch ein gleich- und neuwertiges (nicht zwangsläufig durch ein neues!). Nur wenn eine Reparatur nicht möglich ist und sich kein gleichwertiges Gerät für den Kunden finden lässt, kann der Betroffene mit einer Auszahlung des Zeitwerts des Geräts durch die Versicherung rechnen.

Achtung: Die Handy-Versicherer verpflichten sich in den AGB ihrer Policen auch nicht, dem betroffenen Kunden das defekte oder verlorene Handy durch das gleiche Modell oder durch ein Ersatzgerät desselben Herstellers zu ersetzen, sondern nur durch irgendein gleichwertiges Handy oder Smartphone. Gegebenenfalls bekommt der Geschädigte so ein Smartphone mit einem anderen Betriebssystem oder von einem anderen Hersteller als sein vorheriges Gerät ausgehändigt und bislang gekaufte Apps und Inhalte können auf dem neuen Smartphone nicht weiter genutzt werden. Bei einigen Versicherungen werden auch Telefonkosten übernommen, die der Dieb verursacht hat, allerdings meist nur bis maximal 2.000 Euro. 

Kein Versicherungsschutz bei Fahrlässigkeit oder Vorsatz

Handy-Versicherungen springen allerdings nur ein, solange der Kunde mit seinem Handy oder Smartphone auf sorgsame Weise umgeht. Wer das Handy offen im Regen benutzt oder unterwegs irgendwo für eine gewisse Zeit unbeaufsichtigt liegen lässt, muss damit rechnen, dass der Versicherungsschutz nicht greift. Auch wer sein Handy selbst mutwillig beschädigt, kann auf keine Hilfe von der Handy-Versicherung hoffen. Die Versicherer gehen in solchen Fällen gerne von einem fahrlässigen oder vorsätzlichen Handeln des Kunden aus. Teilweise begrenzen die Handy-Versicherer ihre Leistungen auf einen bestimmten Zeitraum oder eine bestimmte Anzahl von Schadensmeldungen.

Auf eine Auszahlung des Handy-Werts im Schadensfall haben Versicherte selten Anspruch und wenn, dann meistens nur in der Höhe des jeweiligen Zeitwerts des Mobiltelefons - der kann nach einigen Monaten deutlich unter dem damaligen Kaufpreis liegen - und ggf. noch abzüglich einer Selbstbeteiligung. In der folgenden Tabelle zeigen wir euch drei Rechenbeispiele anhand einer Handy-Versicherung sowie jeweils eines Highend-, eines Mittelklasse- und eines Einsteiger-Smartphones.

Gerät und Geräteklasse Samsung Galaxy S4 (Highend) Nokia Lumia 820 (Mittelklasse) Sony Xperia E (Einsteiger)
UVP 649 Euro 499 Euro 159 Euro
Geschätzter Zeitwert nach 6 Monaten 450 Euro 300 Euro 120 Euro
Selbstbehalt 112,50 Euro 75 Euro 30 Euro
Erstattung 337,50 Euro 225 Euro 90 Euro
Prämie für 6 Monate 48 Euro 48 Euro 36 Euro
Erstattung abzüglich Prämie 289,50 Euro 177 Euro 54 Euro
Auszahlung bei Handy-Schaden oder -Verlust im siebten Vertragsmonat. Rechenbeispiele mit ausgewählter Handy-Versicherung und drei Smartphone-Modellen.

Übrigens: Für Schäden oder Mängel am Gerät ist bis zwei Jahre nach Kauf der Händler zuständig. In dieser Zeit muss er das Gerät im Rahmen der Gewährleistung reparieren oder durch ein neues ersetzen, wenn es einen Mangel hat. Und der Verlust des Handys oder Smartphones durch Raub bei einem Einbruch im eigenen Haus kann unter Umständen durch eine Hausratversicherung abgesichert sein. Nähere Informationen dazu liefert eure Hausrat-Versicherungspolice. Und verlorene Daten stellt kein Handy-Versicherer wieder her. Um regelmäßige Backups des internen Speichers muss sich jeder Benutzer selbst kümmern.

Was tun bei Handy-Schaden oder -Verlust?

Im Schadensfall müssen Betroffene entweder das defekte Handy oder Smartphone per Post an die Handy-Versicherung schicken oder - erfolgten der Kauf des Geräts und der Abschluss der Handy-Versicherung im Laden eines Providers - im Shop ihres Mobilfunkanbieters abgeben. Wird ihnen das Handy oder Smartphone von Fremden entwendet, müssen Betroffene neben der Versicherung auch die Polizei darüber informieren und Anzeige erstatten. Das Aktenzeichen der Polizei für den jeweiligen Vorgang muss der Geschädigte seiner Handy-Versicherung mitteilen.

Wann lohnt sich der Abschluss einer Handy-Versicherung?

Bei teuren, neuen Smartphones lässt sich mit einer Handy-Versicherung das finanzielle Risiko im Verlust- oder Schadensfall abfedern. Für einfache Handys oder günstige Smartphones der Einsteigerklasse rechnet sich der Abschluss einer Handy-Versicherung auch im Schadensfall nicht, bei Mittelklasse-Geräten für einen Anschaffungspreis zwischen 200 und 400 Euro ohne Vertrag kommt es auf den Anbieter, die Inklusivleistungen und die Kosten der Handy-Versicherung an. Hier ist es vorheriges Nachrechnen ratsam. Wer sich für eine Handy-Versicherung entscheidet, sollte diese gleich zum Kauf des Smartphones abschließen, denn so ist das finanzielle Risiko vom ersten Nutzungstag des Geräts an gemindert.

Häufig bieten die Mobilfunkbetreiber und -Provider Handy-Käufern im Beratungsgespräch gleich eine Handy-Versicherung an oder schließen solche späteren Ausgleichsleistungen im Verlust- oder Schadensfall schon in bestimmte Tarifpakete mit subventionierter Hardware mit ein. Ein Beispiel dafür ist das Handy-Sorglos-Paket von Base: Hier mietet der Kunde das neue Handy aus dem Base-Shop vorerst und erhält einen Treuegutschein, mit dem er gegen Ende der Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten das Gerät ganz übernehmen oder den er in den Kauf eines neuen Handys investieren kann. In dem Sorglos-Paket ist auch eine Versicherung enthalten, die bei Sturz-, Bruch-, Wasser- und Akkuschäden des Handys eine kostenlose Reparatur oder ein Ersatzgerät garantiert. Die vom eigenen Mobilfunkprovider angebotene Handy-Versicherung muss aber nicht unbedingt die geeignetste für den Nutzer sein.

Wer über die gesamte Nutzungsdauer weder Verlust noch Schaden seines Smartphones erlebt, profitiert von einer abgeschlossenen Handy-Versicherung nicht und hätte sich die entsprechenden Kosten auch sparen können. Doch das weiß man natürlich vorher nicht.

Handy-Versicherungen im Vergleich: Kosten, Laufzeit, Leistungen

In den folgenden beiden Tabellen stellen wir euch jeweils vier ausgewählte Handy-Versicherungen mit Kosten, Vertragslaufzeit und Schutz-Leistungen im Schadens- oder Verlustfall vor. Den Anfang machen jeweils eine Handy-Versicherung der Mobilfunkbetreiber Telekom, Vodafone, E-Plus (Base) und Telefónica Germany (O2). In der Regel arbeiten die Mobilfunkbetreiber für Handy-Versicherungen mit herkömmlichen Versicherungsunternehmen am Markt zusammen und halten gleich mehrere verschiedene Versicherungstypen für ihre Handy-Kunden bereit. Wir zeigen hier die jeweils am meisten abdeckende - und teuerste.

Mobilfunkanbieter Telekom Vodafone O2 Base
Name Handy-Versicherung L Vodafone Handy-Versicherung O2 Handy-Versicherung Sorglos-Paket
Preis 8,95 Euro/Monat od. 89,95 Euro/Jahr 7,99 Euro/Monat, in Red L und Premium inbegriffen 8 Euro/Monat od. 165 Euro für 24 Monate in Handyvertrag inbegriffen
Mindestlaufzeit 24 Monate 24 Monate, maximal 5 Jahre 1 Monat od. 24 Monate wie Handyvertrag
Abschluss-
Zeitraum
60 Tage ab Kauf bei Telekom nur bei Neukauf bei Vodafone 30 Tage ab Kauf bei O2 mit Handyvertrag
Selbstbeteiligung 60 Euro 30 Euro 20% des Kaufpreises bei Raub oder Einbruchdiebstahl, 10% des Kaufpreises bei anderen Schäden -
Höchstleistung 900 Euro entspr. gek. Gerät entspr. gek. Gerät entspr. gem. Gerät
Flüssigkeits-
Schäden
+ + + +
Sturzschäden + + + +
Einbruch/Raub + + + -
Taschendiebstahl + + - -
Abdeckung weltweit bundesweit, weltweit 30 Tage weltweit mit Erstwohnsitz Deutschland bundesweit
Besonderheiten Garantie wird ggf. auf 24 Monate verlängert (bei Apple-Produkten), Austausch am folgenden Werktag max. 2 Schäden/12 Monate max. 2 Schäden/12 Monate an Mietvertrag eines Handys gebunden, kostenloses Leihgerät

Stand: Juni 2013

In der zweiten Tabelle seht ihr vier ausgewählte frei wählbare Handy-Versicherungen. Zur Auswahl stehen Interessierten aber noch viel mehr Anbieter und Policen mit verschiedenen Kosten- und Leistungskatalogen. Handy-Versicherungen gibt es schon für Preise ab 1,50 Euro im Monat.

Freier Anbieter Assona Friendsurance Media Markt Schutzbrief24
Name MyProtect Plus Schutzbrief 1000 Plus Schutz Platinum Plus
Preis 8 Euro/Monat 64,99 Euro/Jahr 6,49 Euro/Monat od. 120 Euro einmalig 7,95 Euro/Monat
Mindestlaufzeit 24 Monate 12 Monate, max. 36 Monate 24 Monate 12 Monate, max. 36 Monate
Abschluss-
Zeitraum
bis 3 Monaten nach Kauf bis 3 Monaten nach Kauf nur mit Gerätekauf bis 3 Monaten nach Kauf
Selbstbeteiligung 25% vom Gerätepreis bei Verlust, sonst keine keine 25% vom Zeitwert 35 Euro
Höchstleistung 1.200 Euro 1.000 Euro entspricht gekauftem Gerät 900 Euro
Flüssigkeits-
Schäden
+ + + +
Sturzschäden + + + +
Einbruch/Raub + + - +
Diebstahl + + + +
Abdeckung weltweit weltweit weltweit weltweit
Besonderheiten Versicherung greift nur 1 Mal/Gerät bei Diebstahl oder Totalschaden optionale Servicepakete für 10 Euro od. 20 Euro/Jahr mit pers. Ansprechpartner etc. Verschleiß/Akkuuverschleiß inbegriffen SIM-Karten-Kostenerstattung bei Diebstahl, Einbruch od. Raub

Stand: Juni 2013

Fazit

Handy-Versicherungen lohnen sich in der Regel nicht, denn ihre Leistungen sind überschaubar und es gibt viele Ausschlüsse. Wer dennoch unbedingt eine abschließen möchte, sollte dies höchstens für ein neues und sehr teures Smartphone tun. Allerdings sollten Nutzer sorgsam die Kosten und Leistungen der verfügbaren Handy-Versicherungen für ihr neu gekauftes Gerät miteinander vergleichen sowie das Kleingedruckte der Policen sorgfältig studieren und nicht aus Bequemlichkeit gleich beim ersten Angebot zuschlagen. Ohne Schaden oder Verlust des Smartphones erweist sich aber auch die kundenfreundlichste Handy-Versicherung im Nachhinein als überflüssig und das für die Risikominderung ausgegebene Geld als rausgeschmissen. Die beste Versicherung ist immer noch diejenige, die man nicht in Anspruch nehmen muss.

Und geht das persönliche Smartphone doch einmal kaputt oder verloren, kann man notfalls die Zeit bis zur Vertragsverlängerung und neuem Gerät mit einem günstigen einfachen Smartphone überbrücken. Beispielsweise mit einem unserer drei empfohlenen Smartphones für unter 200 Euro.

Habt ihr eine Handy-Versicherung abgeschlossen? Welche Erfahrungen habt ihr damit gesammelt? Berichtet davon in den Kommentaren!

Oder wollt ihr euer Handy verkaufen und wisst weder wie noch wo? In einem anderen Artikel stellen wir Ankauf-Plattformen für Alt-Handys vor.

Themen: Smartphones
Quelle: AM
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Kommentare
  1. 24.06.13 11:58 IOSammy (Advanced Handy Profi)

    ich habe seit dem ich ein smartphone habe eine versicherung.
    bis jz habe ich sie glaube ich 5-6x benutzt für eine reperatur und 2x "geklaut".
    habe sogar als es gestohlen gemeldet war sogar bei meinem konto (haspa joker) 2x 248€ dazubekommen für ein neues und eben mehrmals repariert.
    immer alles reibungslos und gelohnt hat es sich auch. kann es nur raten da es immer mal runterfallen kann und 580€ bei nem wasserschaden einfach so wegzuwerfen find ich ist unnötig.

    beanspruche mein gerät aber auch stärker als viele. also muss man wissen ob ein bumper reicht oder lieber eine ganze absicherung

  2. 24.06.13 02:29 M.a.K (Expert Handy Profi)

    Immer das selbe mit den Versicherungen...

    Hat man eine braucht man sie nicht, hat man keine brauch man eine :D

    Mir ist zum Glück noch nie mein technischer Begleiter kaputt gegangen, daher habe ich bei der Masse an hochwertigen Handys die ich in meinem Leben hatte bis jetzt mehr Geld durch den Verzicht auf eine Versicherung eingespart als sie mir im Schadenfall bei einem Gerät hätte erstatten können.

    War das jetzt richtig? Liest sich irgendwie komisch ^^

  3. 23.06.13 21:38 homeend (Handy Profi)

    Wie bei jeder Versicherung muss man abwägen, ob man das Risiko eines Schadens selbst trägt oder ob man es gegen Geld an einen Versicherer auslagert. Wobei man bei Risiken, die nicht existenzbedrohend sind, mindestens zwei mal darüber nachdenken sollte, ob man wirklich eine Versicherung braucht.

  4. 23.06.13 18:05 91nemesis (Newcomer)

    Achtja bei billigeren Handys sind die Versicherungen an ich in der Regel billiger!

  5. 23.06.13 18:02 91nemesis (Newcomer)
    Assona Infos fehlerhaft

    Bei Assona bin ich jetzt seit dem erscheinen und erhalten meines S3s mit 16gb. Mein S3 ging binnen 1Jahr 2x kapput und ich musste keine Selbstbeteiligung zählen. Das steht auch auch auf der internet Seite. Kp wo ihr das mit den 20% und nur einem Schafen her habt.
    Ein umschreiben der Versicherung auf mein 64GB iPhone 5 war übrigens auch kein Problem.

  6. 23.06.13 16:14 Frankfurter Knackarsch (Advanced Handy Profi)

    Friendsurance klingt zu schön um Wahr zu sein. da hätte sich selbst meine 180€ Gurke, die nach 1 Jahr einen Wasserschaden erlitten hat, gelohnt.

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