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Musik-Streaming: Hier gibt's was auf die Ohren

Musik wird in zunehmendem Maße nicht mehr gekauft, sondern über eine der zahlreichen Plattformen wie Spotify, Napster oder Simfy abonniert und direkt aus dem Internet gestreamt - auch auf das Smartphone oder Tablet. Wir zeigen euch, was die zahlreichen Musik-Streaming-Dienste leisten und kosten.

Egal ob Spotify, Simfy oder Rdio, Musik-Streaming-Dienste erfreuen sich aktuell großer Beliebtheit - sowohl beim Konsumenten, als auch bei den meisten Musiklabels. Klar, den Nutzer freut es, stets Zugriff auf eine Millionen von Titeln umfassende Online-Musik-Bibliothek haben zu können, die Plattenfirma, weil sie bei diesen meist mit dem Abschluss eines kostenpflichtigen Abonnements verbundenen Zugriffen Geld kassiert, ohne dem Nutzer tatsächlich etwas in die Hand geben zu müssen. Oder darum bangen zu müssen, dass er die Musik kopiert und weiter verbreitet. 

Tatsächlich ist die Idee hinter diesen Music-on-Demand-Plattformen raffiniert und setzt den Gedanken einer absoluten Vernetzung nur konsequent um: Eine Person mit internetfähigem PC meldet sich bei einem der zahleichen Anbieter gegen eine monatliche Nutzungsgebühr (oder probeweise zunächst ohne) an, erhält Zugang zu Millionen von Musiktiteln, zahllosen Künstlern, Alben, Playlisten und Radiosendern. Die Bedienung erfolgt - zumindest am Rechner - ohne die Installation von Programmen, sondern geschieht einfach durch den Seitenaufruf über Browser wie Firefox, Chrome oder Safari. Auf Smartphones und Tablets ist die Installation einer entsprechenden App nötig, die in nahezu allen Fällen kostenfrei zum Download über den jeweiligen App-Store angeboten wird. Um die Musik abspielen zu können, wird eine ständige Verbindung ins Internet vorausgesetzt, da sie direkt von den Servern der Anbieter gestreamt wird. Ähnlich also wie bei der Videoplattform YouTube wird die Musik nur bei Bedarf abgerufen, nicht direkt auf das Abspielgerät geladen - sie kann weder vom einen auf andere Geräte verteilt, noch kopiert und an Freunde weiter gegeben werden.

Der ideale Kompromiss zwischen stationärem Online-Radio und MP3-Player

Zwar bieten die meisten Anbieter einen "Offline-Modus", mit dem bei Abschluss eines beitragspflichtigen Monats-Abo auch unbegrenzt Musiktitel aus der Bibliothek auf ein Smartphone oder Tablet kopiert oder "synchronisiert" werden können. Allerdings funktionieren diese nicht mehr, sollte sich der Nutzer dazu entscheiden, das Abo zu kündigen oder auf eine andere Plattform zu wechseln - die Musik wird für den Zeitraum also nur gemietet. Die auf den Servern des Anbieter lagernde Musik-Datei wird mit dem eigenen Gerät abgeglichen, anders als beim Kauf einer CD oder MP3-Datei über iTunes oder ähnliche Anbieter gehört ihm die Datei allerdings nicht. In Zeiten eines undurchsichtigen Digital Rights Management, unklarer Copyright-Strukturen und willkürlicher Abmahnungen sind Streaming-Dienste nicht nur eine legale Möglichkeit, relativ kostengünstig an viel Musik zu gelangen, sondern bilden auch einen guten Kompromiss zwischen stationärem Online-Radio und mobilem MP3-Player.

Denn tatsächlich besteht der große Reiz der Plattformen vor allem darin, neue Musik zu entdecken, aus den umfangreichen Bibliotheken ähnliche Künstler der eigenen Favoriten aufzuspüren, und den Fund möglichst an Freunde weiter zu tragen. Da das Kopieren und Weitergeben einzelner Dateien wie erwähnt nicht möglich ist, vertrauen nahezu alle Anbieter auf eine Facebook-Anbindung, über die die Musik ganz einfach geteilt werden kann - auf diesem Wege wird nebenbei natürlich auch Werbung für die Plattform gemacht und nach neuer Kundschaft gefischt, denn ohne Account kann man sich das geteilte Lied in der Regel nicht anhören.

Überblick: Leistungen und Kosten der Musik-Streaming-Dienste

In der folgenden Tabelle stellen könnt ihr fünf ausgewählte, in Deutschland verfügbare Musik-Streaming-Dienste mit Kosten und Musik-Angebot miteinander vergleichen.

Juke Napster Rdio Simfy Spotify
Kosten 9,99 Euro 9,95 Euro 9,99 Euro 9,99 Euro 9,99 Euro
Betriebssysteme Android, iOS Android, iOS Android, iOS, Windows Phone 8 Android, iOS, Blackberry Android, iOS, Windows Phone 8
Größe der Musik-Bibliothek >20 Mio. Titel >18 Mio. Titel >20 Mio. Titel >20 Mio. Titel >20 Mio. Titel
Radiokanäle Ja Ja Nein Nein Ja
Offline-Modus Ja Ja Ja Ja Ja
Bitrate / Codec bis 192 kbit/s / Dolby Pulse bis 192 kbit/s / AAC keine Angaben seitens Anbieter bis 320 kbit/s / MP3 bis 320 kbit/s, Ogg-Vorbis
Stand: Juni 2013

Nahezu alle Apps von Musik-Streaming-Diensten kosten einen Monatsbeitrag

Weitere Anbieter wie Deezer, Sony Music Unlimited, Xbox Music, Nokia Music+ oder das in Deutschland wegen Copyright-Ungereimtheiten nicht angebotene Pandora liefern ähnliche Music-on-Demand-Plattformen zu vergleichbaren Preisen und mit ebenfalls großem Angebot. Mittlerweile bieten die meisten der Anbieter Probierzeiträume ihrer App an - auch ohne Angabe von Kreditkarteninformationen. So können die Plattformen gut miteinander verglichen werden, ohne dass gleich ins Portemonnaie gegriffen oder ein Abo abgeschlossen werden muss. Zu bedenken ist allerdings, dass man für die langfristige Nutzung der Apps nicht um den Abschluss eines Abonnements umher kommt - und das kostet nahezu überall knapp 10 Euro im Monat.

Neben den bereits etablierten Anbietern drängen auch in naher Zukunft noch weitere Vertreter auf den Markt, die im Musik-Streaming Einkommenspotenzial sehen. Vielleicht eher mit Nokia Music+ vergleichbar wird die neue Streaming-Plattform von Apple sein, die am vergangenen Montag auf der WWDC vorgestellt wurde. Für ein werbefreies iTunes Radio wird ein Jahresbetrag von 24,99 US-Dollar fällig, allerdings wird es weder eine Offline-Option, noch einen On-Demand-Stream geben - stattdessen wird gezielt gesuchte Musik wohl nur in Form von Hörproben und zum direkten Kauf angeboten. iTunes Radio geht zunächst nur in den USA an den Start, ähnlich also wie der dort bereits von Google online gestellte Streaming-Dienst Music All Access. Wie auch bei der Konkurrenz wird für den Google-Dienst eine Monatsgebühr von 9,99 US-Dollar, in Deutschland in naher Zukunft wohl 9,99 Euro, fällig - dafür kann Musik aber auch gezielt gesucht und für die Offline-Nutzung mit dem eigenen Gerät synchronisiert werden.

Vorteile Nachteile
Die großen Angebote der Anbieter decken sich zunehmend Benutzung der Apps nur durch kostenpflichtiges Abo möglich
Unkomplizierter Zugriff auf eine riesige Online-Datenbank Persönliche Bibliothek ist nach der Abmeldung eines Accounts nicht mehr nutzbar
Musik verbraucht keinen eigenen Speicher Musik kann nicht weiter gegeben werden, ist gänzlich auf das Sharing im Netz ausgelegt
Stets neue Musikangebote, Playlisten und Radiostationen fördern den Entdeckungsdrang Probezeit der Apps teils schon mit Pflichtangabe der Kreditkarteninformationen
Radiostationen passen sich im besten Fall an den individuellen Geschmack an Einige Labels oder Künstler bevorzugen bestimmte Plattformen oder verweigern die Zusammenarbeit
Offline-Modus erlaubt das Abspielen ohne direkten Internetzugang Offline-Modus bietet oftmals keine Möglichkeit, den exakten Speicherort der Dateien zu wählen. So wird der Speicherplatz des Betriebssystems belegt.

Fazit

Musik-Streaming-Dienste können besonders für musikaffine Menschen lohnenswert sein. Für knapp 10 Euro erhalten sie dafür eine Musik-Flatrate aus Millionen von Titeln, die via Spotify, Napster & Co. für die Dauer des Abos auf das Smartphone oder Tablet geladen werden können. Ein mittlerweile obligatorischer Offline-Modus ermöglicht die Synchronisation per Wlan und sorgt dafür, dass Mobilfunkinternet-Volumen nicht allzu sehr in Mitleidenschaft gezogen wird. Vom Angebot her ähneln sich die meisten Plattformen mittlerweile sehr stark, entsprechende Deals mit den großen Plattenfirmen hat nahezu jeder Anbieter abgeschlossen. Die Größe der Bibliothek ist also kaum mehr für die Entscheidung ausschlaggebend. Stattdessen dürften bevorzugte Nutzungsplattform des Hörers - PC, Smartphone und/oder Home-Entertainment-System - und das dafür angebotene Preismodell von Relevanz sein. Zumindest hinsichtlich der Apps lassen sich bei Bedienung und Komfortfunktionen durchaus Unterschiede ausmachen.

Im Check: Smartphone-Apps der Musik-Streaming-Dienste

In der folgenden Bildergalerie stellen wir die Apps von fünf ausgewählten Streaming-Diensten näher vor. Wir gehen dabei auch auf ihren Bedienkomfort und das jeweilige Preismodell des Anbieters ein.

Themen: Apps, Apps Android
Quelle: AM
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