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Nokia Lumia 1020: So funktioniert die neue Super-Kamera

Inhaltsverzeichnis

Verlustfreier Zoom - auch in Videos

Nokia Lumia 1020 Special | (c) Nokia

Verlustfreier Zoom vs. Upscaling | (c) Nokia

Mit dem Nokia 808 Pureview hat der Hersteller nicht nur eine neue Ära bei der Fotoqualität eingeleitet, sondern auch noch ein anderes Problem gelöst: den Zoom. Während optischer Zoom mehr Platz benötigt, nicht geräuschlos arbeitet, dafür aber gute Bildqualität liefert, entspricht digitaler Zoom mehr einem Rätselraten. Denn beim Zoomen gehen vereinfacht gesagt Pixel verloren, da digital nur noch ein kleiner Teil des Sensors genutzt wird. Die fehlenden Pixel - schließlich soll das gezoomte Bild nicht einfach nur 2 statt 8 Megapixel, sondern wieder die "volle Auflösung" haben - werden berechnet (Upscaling), was je nach Qualität der entsprechenden Algorithmen zu relativ ansehnlichen oder auch zu stark pixeligen oder matschigen Ergebnissen führt. Details gehen aber zwangsläufig immer verloren.

Nokia Lumia 1020 Special | (c) Nokia

Die Mitte dient zum Zoomen | (c) Nokia

Beim 808 Pureview und auch beim neuen Lumia 1020 geht Nokia einen anderen Weg. Wegen des riesigen Sensors mit knapp 42 Megapixel kann der Nutzer schon während des Fotografierens (und auch in Videos) Zoomen, ohne Einbußen bei der Bildqualität hinnehmen zu müssen - so Nokia. Das liegt daran, dass selbst auf maximaler Zoom-Stufe ein Pixel des späteren Fotos genau einem Pixel auf dem Sensor entspricht - Upscaling, also digitales Pixel-Raten ist daher unnötig. Im Vergleich zu optischem Zoom bietet diese Vorgehensweise sogar noch weitere Vorteile: Da die Sensormitte für den Zoom genutzt wird, werden Bildverzerrungen minimiert und Vignetierungen, also Schattenbildungen wegen zu wenig Licht an den Rändern und vor allem in den Bildecken sind nahezu nicht vorhanden, da der Lichteinfall immer gleich bleibt und die Linse durchgehend auf f/2.2 bleiben kann. Das sorgt für gleichbleibend kurze Belichtungszeiten, während die bei einem optischen Zoom dramatisch steigen kann. Außerdem bleibt der Makrobereich (beim Lumia 1020 etwa ab 15 Zentimeter) immer gleich, bei optischem Zoom ist das nicht immer so. Als Resultat muss der Fotograf die Entfernung zum Motiv dann manuell anpassen. Bei Videos ist außerdem die Geräuschlosigkeit des verlustfreien Digitalzooms wichtig: Optischer Zoom arbeitet normalerweise mit Stellmotoren, deren Geräusche nur schwer zu filtern sind. Bei Digitalzoom entfällt dieses Problem komplett.

"Verlustfrei" ist aber genaugenommen nur die halbe Wahrheit. Denn die herausragende Bildqualität der kleinen 5-Megapixel-Fotos erreicht Nokia ja mit Oversampling. Das fällt aber mit zunehmendem Zoom nach und nach weg, bis sich die Kamera des Lumia 1020 bei maximalem Zoom (knapp 3fach bei Fotos und bis zu 6fach bei Videos mit 720p) bis auf die genannten Vorteile (wenig Verzerrung und Vignettierung) wie eine normale Digitalkamera ohne Zoom verhält. Also im Vergleich zu eigenen Oversampling-Bildern sinkt die Qualität schon, wenn auch in einem vernachlässigbaren Rahmen. Im Vergleich zu Digitalzoom auf Upscaling-Basis trifft die Bezeichnung von Nokia aber definitiv zu.

Optischer Bildstabilisator - besser als in Spiegelreflex-Kameras

Der größte Feind des Fotografen ist neben schlechtem Licht die eigene Hand - oder genauer: Die kleinen Handbewegungen, das Zittern, das bei jedem Mensch vorkommt. Besonders in Kombination mit wenig Licht führen selbst kleinste Bewegungen der Kamera zu unscharfen Bildern, starken Bewegungsschlieren und unschönen Geisterbildern. Aus diesem Grund hat Nokia nicht nur den optischen Bildstabilisator des Lumia 920 in das neue Lumia 1020 integriert, sondern ihn weiter verbessert. Nach Aussagen des Herstellers funktioniert er sogar besser als Stabilisatoren in herkömmlichen DSLR-Kameras. Denn dort wird meist nur eine Linse als Ausgleich einer ungewollten Bewegung verwendet, beim neuen Windows Phone wird gleich die ganze Linsenanordnung per Kugellager und mittels kleiner Motoren entgegen der per Gyroskop ermittelten ungewollten Bewegungen ausgerichtet. Das soll man bei leichten Bewegungen sogar ganz leise hören können und könnte damit theoretisch je nach Lautstärke sogar einen der Vorteile des verlustfreien Digitalzooms - die völlig geräuschlose Steuerung - zunichte machen.

Live-Bilder von der Präsentation in New York | (c) Areamobile

Der Xenon-Blitz soll natürliche Fotos erlauben | (c) Areamobile

Die Hauptprobleme bei Fotos in dunkler Umgebung sind starkes Bildrauschen wegen zu kleiner Pixel und Unschärfe wegen zu langer Belichtungszeiten. Das Lumia 1020 bietet ausreichend große Pixel (1,1 Micron), um das zu minimieren und den OIS, um trotz Bewegung möglichst viel Licht auf den Sensor zu lassen. Insgesamt verspricht Nokia drei bis fünf mal längere Öffnungszeiten der Linse, ohne die typischen Verwackler zu produzieren. Zudem bietet das neue Gerät erstmals in einem Smartphone die Möglichkeit, mit einem Stativ Dauerbelichtungen bis zu 4 Sekunden vorzunehmen. Damit sind entweder sehr schöne Bewegungseffekte oder Aufnahmen in fast völliger Dunkelheit möglich, auf denen immer noch etwas zu erkennen ist, was dem menschlichen Auge längst entgangen ist. Und wenn auch das nicht mehr reicht, kann noch der Xenon-Blitz herangezogen werden. Er zeichnet sich nicht nur durch hohe Lichtausbeute aus, die für Beleuchtung von Objekten bis in 3 Metern reicht, sondern nach Angaben von Nokia auch durch viel Licht in extrem kurzer Zeit. Das soll für knackscharfe Bilder sorgen - ein Versprechen, dass in der Vergangenheit nicht immer von Handykameras gehalten werden konnte. Beim Lumia 1020 kommt aber noch dazu, dass der Blitz erst vergleichsweise spät ausgelöst wird. Dadurch werden nahe Objekte zwar sehr hell beleuchtet, der Hintergrund allerdings weitestmöglich normal. Das soll verhindern, dass wie bei herkömmlichen Blitzaufnahmen der Hintergrund nur noch ein „schwarzes Loch" zu sehen ist. Stattdessen kommt hier wieder der Vorzug des OIS zur Geltung, der ein realistisches Einfangen der Szenerie ermöglicht.

Nokia Lumia 1020 Special | (c) Nokia

Leistung bei schlechtem Licht | (c) Nokia

Im direkten Vergleich mit einem 13-Megapixel-Produkt eines nicht näher benannten Wettbewerbers mit digitalem Bildstabilisator schneidet das Lumia 1020 dann auch wenig überraschend wesentlich besser ab, obwohl beide Geräte auf einem "Wackelsimulator" mit einer Zitterfrequenz von 240 kleinen Bewegungen pro Minute geschnallt waren. Sowohl mit als auch ohne Blitzunterstützung bleibt die Pureview-Kamera über 50 Prozent bis fast 100 Prozent der maximal erreichbaren Pixel, der Rest geht durch Bildrauschen und sonstige Pixelfehler verloren. Das Vergleichsmodell schafft unter gleichen Bedingungen nur zwischen 10 bis 40 Prozent.
Um die bessere Foto- und Videoqualität individuell nutzen und auf die Funktionen der Kamera besser eingreifen zu können, installiert Nokia auf dem Lumia 1020 die neue ProCamera-App, die später auch für andere Windows Phones zur Verfügung stehen soll. Hinzu kommt außerdem die Soundverbesserung Rich Recording, die auch schon von den ersten beiden Pureviews bekannt ist und die verzerrungsfreie Aufnahme von besonders lauten, aber auch besonders tiefem Ton erlaubt.

Fazit: Das Lumia 1020 ist ein logischer Schritt

Das neue Lumia 1020 bringt das beste aus zwei Welten zusammen: Die Pixelflut des 808 Pureview für extreme Details und den optischen Bildstabilisator des Lumia 920 für bessere Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen. Beides zusammen zu fassen war letztendlich nur ein logischer Schritt, doch zum Glück hat Nokia nicht einfach nur alte Technik neu verpackt, sondern weiter optimiert und Neuerungen geschaffen. So wird für das Lumia 1020 auch ein "Camera Grip" erhältlich sein, eine Art Schutzhülle, die zusätzlichen Akku und eine Aufnahme für ein Stativ beinhaltet - im Zusammenspiel mit der neuen Pro-Camera-App kann das 1020 dann vielleicht wirklich demnächst Kameras bis 300 oder 400 Euro ersetzen.

Das alles zeigt zumindest, wo der Weg hin geht: Handy und Digicam dürften mit dem neuen Windows Phone endgültig verschmolzen sein, denn die ersten beiden Pureview-Modelle haben ihre Stärken klar zeigen können und in ihren Disziplinen neue Bestmarken gesetzt. Vom neuen Lumia 1020 darf man darum nichts weniger erwarten, als die besten Fotos und Videos, die Smartphones auf absehbare Zeit aufnehmen können.

Mehr über das Nokia Lumia 1020 erfahrt ihr in unserem Hands-on-Bericht.

Themen: Smartphones
Quelle: AM
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Kommentare
  1. 18.07.13 07:24 sabu (Advanced Handy Profi)

    Nope vollformat hat keinen spiegel

  2. 17.07.13 21:41 pixelflicker (GURU)

    Naja, wenn man seine Smartphonekamera als Alternative zur SLR positioniert, dann muss man sich auch einen Vergleich damit gefallen lassen. Daher dürfte man die Pureview durchaus mit einer SLR vergleichen, oder?


    @Sabu:
    > Was wollt ihr mit dslr als Referenz? Wenn dann bitte gleich vollformatkamera....
    Eine Vollformatkamera ist keine SLR?


    @Laborant:
    > Dass sich AM eine Hasselblad leistet, glaube ich nicht :D
    Das würde auch kaum etwas bringen, denke ich.
    Ich wär ja schon froh, wenn sie endlich mal ein einheitliches Testverfahren zwischen den Geräten einführen würden.

  3. 17.07.13 20:12 M.a.K (Handy Master)

    @ king1491,

    lol

  4. 17.07.13 17:18 king1491 (Newcomer)

    Hubble als Referenz für schlechte Lichtverhältnisse und verlustfreien Zoom nicht vergessen :D

  5. 17.07.13 17:11 M.a.K (Handy Master)

    Sony F35 als Referenz für Videoaufnahmen bitte nicht vergessen...

  6. 17.07.13 16:36 Laborant (Expert Handy Profi)

    sabu: öh... ich schrieb doch "Vollformat DSLR". Was auf (z.B.) eine Canon EOS 5D mk3 oder eine Nikon D800 zutrifft... (und natürlich andere Marken).

    Dass sich AM eine Hasselblad leistet, glaube ich nicht :D

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