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Samsung Galaxy S4 Zoom im Kamera-Test

Mit dem Samsung Galaxy S4 Zoom hat nicht nur die expandierende Galaxy-S4-Familie neuen Zuwachs bekommen, sondern auch Nokia einen Konkurrenten im Rennen um das beste Kamera-Smartphone. Zumindest auf dem Papier zieht der 10-fache optische Zoom neidische Blicke auf sich. Doch kann sich das Samsung Galaxy S4 Zoom im Kamera-Test mit dem Nokia 808 Pureview und zwei Kompaktkameras beweisen?

Mit dem 808 Pureview hat Nokia eine ganz eigene Kategorie von Smartphones ins Leben gerufen. Kombiniert mit den gängigen Features eines Touchscreen-Mobiltelefons legte der finnische Hersteller besonders viel Wert auf den verwendeten Kamerasensor, der mit seinen 41 Megapixel die Liste der hochauflösendsten Kameras anführt. Zwar kratzt Samsung mit dem neuen Galaxy S4 Zoom und dem dort eingesetzten 16-Megapixel-Sensor zu keiner Zeit an dieser Rekordmarke, dafür setzt man in Südkorea anstelle der Oversampling-Methode des 808 Pureview aber auf einen waschechten, 10-fachen optischen Zoom. Das geht natürlich auf Kosten der Mobilität, denn wirklich unauffällig in der Hosentasche trägt sich das am Objektiv stolze 2,7 Zentimeter dicke Kamera-Smartphone nun nicht wirklich. Dafür wird das Galaxy S4 Zoom seinen Nachteil aber mit ordentlicher Bildqualität ausgleichen können. Oder?

Galaxy S4 Zoom gegen 808 Pureview und zwei kompakte Canon-Kameras

Jein. Wirklich schlecht sind die Bilder für Smartphone-Verhältnisse zwar nicht, verglichen mit einer ordentlichen Kompaktkamera muss das Gerät aber eindeutig zurück stecken - das hatten auch schon russische Tester im vergangenen Monat feststellen müssen. Da das Galaxy S4 Zoom aber eben beides, Smartphone und Kompakte gleichzeitig sein will, haben wir den dicken Brummer gegen das 808 Pureview, sowie zwei Digitalkameras antreten lassen. Zum einen gegen die ultrakompakte Canon IXUS 220 HS mit 12,1-Megapixel-Sensor und 5-fach optischem Zoom, sowie zum anderen gegen die Canon G12 mit 10,1-Megapixel-Sensor und ebenfalls 5-fach optischem Zoom. Letztere soll aufgrund ihrer sehr guten Wertungen in ihrer Kameraklasse eher als Referenz für Kompaktkameras dienen, denn als direkte Vergleichskamera. Das Galaxy S4 Zoom erscheint noch in diesem Monat für etwa 450 Euro, das 808 Pureview ist aktuell ab einem Preis von 350 Euro ohne Vertrag zu bekommen. 

Verrauschte Galaxie, auch tagsüber

Für unseren Test schleppten wir die die vier kleinen Gerätschaften durch Berlin, schossen Vergleichsfotos an einem schönen Sommertag und mussten mit Ernüchterung feststellen: Der große Wurf ist das Galaxy S4 Zoom in Sachen Bildqualität tatsächlich nicht geworden. Die Bilder sind im Automatikmodus allesamt entweder zu hell oder zu dunkel und zeichnen sich vor allem durch das stets sichtbare Rauschen aus. Richtig, nicht nur bei langen Belichtungen oder hoher ISO-Zahl rauschen die Fotos, sondern auch bei guten Lichtverhältnissen - um das zu erkennen ist oftmals noch nicht einmal die 100-Prozent-Ansicht nötig. Besonders in Schatten und Mitten kann es gehörige Störungen geben, aber eben auch in den hellen Bereichen.

Vergleich Galaxy S4 Zoom | (c) Redaktion

Canon G12. Im Test wurde der Automatik-Modus verwendet, das Seitenverhältnis für 10,1 Megapixel ist 4:3 | (c) Redaktion

Vergleich Galaxy S4 Zoom | (c) Redaktion

Canon IXUS 200 HS. Im Test wurde der Automatik-Modus verwendet, das Seitenverhältnis für 12 Megapixel ist 4:3 | (c) Redaktion

Vergleich Galaxy S4 Zoom | (c) Redaktion

808 Pureview. Im Test wurde der Pureview-Modus verwendet, das Seitenverhältnis für 8 Megapixel ist 16:9 | (c) Redaktion

Vergleich Galaxy S4 Zoom | (c) Redaktion

Galaxy S4 Zoom. Im Test wurde der Automatik-Modus verwendet, das Seitenverhältnis für 16 Megapixel ist 16:9 | (c) Redaktion

 

Dass das Rauschen so negativ auffällt, mag neben dem für die 16-Megapixel-Auflösung offensichtlich zu kleinen Sensor an der generell sehr starken Scharfzeichnung der Aufnahmen liegen - ohne einen potenten Weichzeichner sieht man die einzelnen Fehlerpixel eben auch wesentlich deutlicher. Die Bildschärfe ist indes keineswegs mit den Canon-Kameras vergleichbar, besonders weit entfernte Objekte versinken oftmals im Pixelbrei und lassen feine Details vermissen. Die Schärfe ist also, wie sich weiter unten noch zeigen wird, hauptsächlich der Software geschuldet. Immerhin nicht ganz so dramatisch wie beispielsweise bei einigen mit dem 808 Pureview geschossenen Aufnahmen fällt die automatische Reduktion von Farbsäumen auf, Treppenstufen oder Heiligenscheine ("Halos") an den Objektkanten sind nur sehr selten auszumachen.

Zu hell und zu dunkel. Der Kontrastumfang ist bescheiden.

Besonders enttäuschend ist der Kontrastumfang der Bilder. Die Automatik des Galaxy S4 Zoom setzt quasi jedes geschossene Foto zu hell in Szene, was nicht nur zu hoffnungslos überbelichteten Bereichen führt, sondern bei guten Lichteverhältnissen eben auch in den zu hellen Mitten auffällt. Gut sichtbar ist dies beispielsweise an dem Hochhaus im Hintergrund, welches gänzlich in die überstrahlten Wolken des Himmels übergeht. Andersherum sind die in dunkle Töne abfallenden Mitten bei weniger optimalen Lichtbedingungen oftmals zu dunkel und lassen nur einen schwarzen Matsch erkennen - Bildinformationen gehen also in beide Richtungen verloren. Das verrät übrigens auch der Blick auf das Histogramm, bei dem im Vergleich zu den anderen Kameras oftmals überhaupt keine Pixel in den Schatten auf dem Bild angezeigt werden. Optimalerweise sollte die Tonwertkurve weit links ansetzen und dann zu den Lichtern abfallen - beim Galaxy S4 Zoom beginnt die Kurve allerdings viel zu weit rechts, weshalb der Kontrast folglich eher bescheiden ausfällt und manuell nachkorrigiert werden müsste.

Vergleich Galaxy S4 Zoom | (c) Redaktion

Canon G12 | (c) Redaktion

Vergleich Galaxy S4 Zoom | (c) Redaktion

Canon IXUS 220 HS | (c) Redaktion

Vergleich Galaxy S4 Zoom | (c) Redaktion

808 Pureview | (c) Redaktion

Vergleich Galaxy S4 Zoom | (c) Redaktion

Galaxy S4 Zoom | (c) Redaktion

 

Zu scharf unscharf - Software gegen Physik

Der zu starken Nachschärfung der Kamerasoftware geschuldet ist auch, dass die gewollt unscharfen Bereiche eines Fotos nicht wirklich cremig und weich wirken. Trotz des durchweg scharfen Vordergrunds, sieht der Berliner Fernsehturm auf dem Beispielbild aus, als wäre der Alexanderplatz von einem Erdbeben heimgesucht worden (die Fotos der anderen Kameras beweisen das Gegenteil). Das lässt darauf schließen, dass der bei diesem Objektabstand und den Kameraeinstellungen (78 mm, f/4.9) physikalisch bedingten Tiefenunschärfe von der Software entgegengerechnet wurde - der Turm wirkt unruhig und ungewollt unscharf.

Vergleich Galaxy S4 Zoom | (c) Redaktion

Canon G12 | (c) Redaktion

Vergleich Galaxy S4 Zoom | (c) Redaktion

Canon IXUS 220 HS | (c) Redaktion

Vergleich Galaxy S4 Zoom | (c) Redaktion

808 Pureview | (c) Redaktion

Vergleich Galaxy S4 Zoom | (c) Redaktion

Galaxy S4 Zoom | (c) Redaktion

 

Imposanter Zoom, Autofokus sitzt

Anders als bei einigen Ausreißern des 808 Pureview leistet das Galaxy S4 Zoom in puncto Weißabgleich übrigens gute bis sehr gute Arbeit. In den meisten Fällen wirken die Farben natürlich, Farbstiche sind nur relativ selten auszumachen und fallen dann auch äußerst subtil aus. Von einer Vignettierung oder einem Schärfeabfall zu den Seitenrändern kann auf den Fotos keine Rede sein, auch beim Autofokus gibt es wenig zu meckern. Der arbeitet zumindest in den Weitwinkelaufnahmen meist zuverlässig und schnell, während der Fokuspunkt des Fotos wie üblich über den Touchscreen festgelegt werden kann. Darüber, aber auch über den das Objektiv umschließenden Ring kann gezoomt werden, und hier kann sich das Galaxy S4 Zoom seinen Namen wahrlich verdienen. 

Vergleich Galaxy S4 Zoom | (c) Redaktion

5-fach Zoom Canon G12 | (c) Redaktion

Vergleich Galaxy S4 Zoom | (c) Redaktion

5-fach Zoom Canon IXUS 220 HS | (c) Redaktion

Vergleich Galaxy S4 Zoom | (c) Redaktion

3-fach Zoom 808 Pureview | (c) Redaktion

Vergleich Galaxy S4 Zoom | (c) Redaktion

10-fach Zoom Galaxy S4 Zoom | (c) Redaktion

 

Der 10-fach optische Zoom des Samsung Galaxy S4 Zoom entspricht dabei einer Brennweite von 240 Millimetern, kann sich also in der Welt der Smartphones, aber auch der Kompaktkameras durchaus sehen lassen. Der optische Bildstabilisator sorgte dabei für genügend Bewegungsausgleich, sodass auch bei maximaler Zoomstufe keine verwackelten Bilder entstanden - anders als beispielsweise bei der Canon IXUS 220 HS. Makro-Aufnahmen gelingen beim Mindestabstand von etwa 5 Zentimetern zum Objekt im Weitwinkelmodus ebenfalls sehr gut aus der Hand, auch wenn das Gewinde an der Unterseite den stabilisierenden Einsatz eines Stativs zulässt. Punktabzug gibt es beim Galaxy S4 Zoom allerdings für die recht gewöhnungsbedürftige Bedienung, sowie die viel zu träge Reaktion bei Nutzung des Objektivrings - per Touchscreen geht das wesentlich schneller.

Vergleich Galaxy S4 Zoom | (c) Redaktion

Canon G12 | (c) Redaktion

Vergleich Galaxy S4 Zoom | (c) Redaktion

Canon IXUS 220 HS | (c) Redaktion

Vergleich Galaxy S4 Zoom | (c) Redaktion

808 Pureview | (c) Redaktion

Vergleich Galaxy S4 Zoom | (c) Redaktion

Galaxy S4 Zoom | (c) Redaktion

 

Fazit:

Mit dem Galaxy S4 Zoom hat Samsung den Einstieg in den noch spärlich bestückten und derzeit von Nokia dominierten Markt der Kamera-Smartphones gewagt und sich bei diesem Debüt, zumindest in Hinsicht auf die Bildqualität, wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Stets sichtbares Bildrauschen auch bei guten Lichtbedingungen, abgesoffene Tiefen und ausgebrannte Lichter bei bescheidenem Kontrastumfang, sowie die viel zu scharfe Abbildung lassen den Smartphone-Kamera-Hybriden neben den separat erhältlichen Kompaktkameras alt aussehen. Der weitestgehend verlässliche Autofokus, sowie der imposante optische Zoom haben auf mehr hoffen lassen - so bleibt das Galaxy S4 Zoom eine weniger gute Galaxy Camera im Galaxy-S4-Gewand. Und damit: reine Prahlerei.

Autor: Tobias Czullay
Themen: Android-Smartphone, Smartphone
Quelle: AM
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Kommentare
  1. 21.07.13 14:04 pixelflicker (GURU)

    Ich finde den Test generell nicht verkehrt, das Problem ist halt immer, dass sowas nicht reproduzierbar ist. Bei diesen vier Kameras ist das OK, aber wenn man Handys generell testet, sollte man für immer gleiche Bedingungen sorgen, damit man auch die Tests untereinander vergleichen kann. Das fehlt leider immer ein bisschen.

  2. 20.07.13 14:31 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @Deephill:"Der Vergleich ist technisch gesehen (!) grober Unfug und insofern unfair gegenüber dem 10x Zoom Objektiv und zwar selbst dann wenn dieser in einer Kompaktkamera stecken.würde."
    >>Es kommt immer auf den Text an der darunter steht. Also für mich geht der Vergleich eigentlich in Ordnung. Nachtaufnahmen haben aber noch gefehlt, obwohl man sich schon denken kann was passieren wird.

    @foetor:"Irgendwie hat man das Gefühl das Hersteller wie Samsung und Sony (z.B. XZ) ihre Smartphone Kameras extra schlecht machen, damit ihre Kompaktkameras weiter verkauft werden. Gerade bei den Herstellern glaubt man eigentlich, dass die eine vernünftige Bildqualität hinbekommen aber Pustekuchen!"
    >>Verschwörungstheorien überall. Die sind deswegen so bescheiden, weil sie a) zu viel Megapixel auf zu wenig Chipfläche produzieren (vorauseilender Gehorsam gegenüber dem Kunden) b) weil einfach gar nicht genug Platz ist in einem Smartphone mit 9mm Dicke und weniger.
    Und b) ist bei Weitem der Wichtigere Punkt, denn man darf derzeit nicht erwarten dass da mehr geht.

  3. 20.07.13 01:57 luiscesar (Youngster)

    klar wollen die nicht das Handys ihre Kameras überflüssig machen! Augen auf es geht nur ums Geld machen und sonst nichts

  4. 19.07.13 16:25 Stefan Schomberg (Leitender Testredakteur)

    Aha. Warum noch gleich...?

  5. 19.07.13 15:50 deephill

    Wenn man keine Ahnung hat kann man natürlich ganz einfach einen richtigen M**t zusammen testen. Ihr vergleicht allen ernstes die Objektive von Kompaktkameras mit 5x Zoom mit einer Handykamera mit 10x (!!) Zoom? Der Vergleich ist technisch gesehen (!) grober Unfug und insofern unfair gegenüber dem 10x Zoom Objektiv und zwar selbst dann wenn dieser in einer Kompaktkamera stecken.würde.

  6. 19.07.13 14:32 foetor (Expert Handy Profi)

    Irgendwie hat man das Gefühl das Hersteller wie Samsung und Sony (z.B. XZ) ihre Smartphone Kameras extra schlecht machen, damit ihre Kompaktkameras weiter verkauft werden. Gerade bei den Herstellern glaubt man eigentlich, dass die eine vernünftige Bildqualität hinbekommen aber Pustekuchen!

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