Handytarife: Die wichtigsten Tipps für die Tarifwahl

Ein Smartphone lässt sich nur mit dem richtigen Mobilfunktarif voll nutzen. Doch das Angebot an Handytarifen ist riesig, wie findet man da das beste Angebot? Areamobile zeigt euch, wie ihr den richtigen Handytarif findet, damit ihr alle Funktionen eures Smartphones sorgenfrei nutzen könnt und gleichzeitig euren Geldbeutel schont.

Prepaid-Tarife sind unkomfortabel, zum mobilen Surfen braucht man das schnellste Mobilfunknetz, mit Vertrag ist das neue Smartphone schön günstig, und je mehr Flat, desto besser - solche pauschalen Aussagen helfen dem Einzelnen bei der Tarifwahl nicht weiter. Entscheidend ist vielmehr, was zum persönlichen Nutzungsverhalten passt. Jeder Smartphone-Nutzer sollte sich vor der Buchung eines Mobilfunktarifs die Zeit nehmen, die eigenen Ansprüche und Wünsche an den Tarif zu identifizieren und die verfügbaren Angebote im Markt miteinander zu vergleichen. Denn mit der richtigen Tarifwahl können Smartphone-Nutzer unter Umständen mehrere Hundert Euro pro Jahr sparen. Wir geben euch die wichtigsten Tipps für die Smartphone-Tarifwahl. Diejenigen, die nicht so viel Text lesen wollen, springen am besten ganz ans Ende dieses Artikels zu einer kurzen Liste mit den wichtigsten Tarifwahl-Tipps.

Smartphone-Nutzung  | (c) Telekom

Smartphone-Nutzung | (c) Telekom

Tipps für die Tarifwahl

Für das Smartphone ein Datentarif

Mit dem Smartphone telefoniert und simst man nicht nur, viele der auf dem Gerät installierten Anwendungen setzen auch eine Internetverbindung voraus. Teilweise übertragen Apps im Hintergrund Daten über das Mobilfunknetz, ohne dass der Nutzer etwas davon mitbekommt. Wer also auch unterwegs Apps und Online-Dienste auf seinem Smartphone nutzen möchte, benötigt einen Mobilfunktarif mit Daten-Option. Da sich Mitteilungen an Freunde und Bekannte auch über Messenger-Apps wie Joyn, Facebook Messenger oder WhatsApp versenden lassen, nimmt die Bedeutung der Daten-Option für Smartphone-Nutzer zu und die Bedeutung der SMS zunehmend ab. Wer auf WhatsApp & Co. setzt, spart in der Regel auch bares Geld, denn für den Versand von SMS langen die Mobilfunker immer noch kräftig zu, entweder bei der Einzelabrechnung oder über SMS-Pakete oder -Flatrates.

Daten-Flatrates gibt es schon für Preise ab unter 10 Euro pro Monat. In fast allen Fällen ist die verfügbare Bandbreite für den Nutzer beschränkt, in vielen Daten-Flatrates grundsätzlich auf 7,2 Megabit pro Sekunde, was aber theoretisch für jede Internet-Anwendung oder jeden Online-Dienste ausreicht. Nur in teuren Smartphone-Tarifen gibt es zunächst keine Tempo-Drosselung. Die anfangs mögliche Surfgeschwindigkeit steht zudem immer nur für ein bestimmtes Datenvolumen im Monat zur Verfügung. Wer dieses Kontingent überschreitet, kann zwar ohne zusätzliche Kosten weiter mobil im Internet surfen, allerdings nur mit stark reduzierter Surfgeschwindigkeit, die etwa auf GPRS-Niveau liegt - das reicht zumindest noch zum Versenden von E-Mails oder zum Chatten.

Flatrates und Minuten-/SMS-Pakete

Allnet-Flatrates liegen gerade voll im Trend und sie haben einen großen Vorteil gegenüber anderen Mobilfunktarifen: Sie bieten dem Nutzer große Kostenkontrolle, denn bestimmte Leistungen werden zum monatlichen Pauschalpreis abgerechnet. In der Regel steht der Begriff "Allnet-Flat" für eine pauschale Abrechnung aller Handy-Anrufe in das deutsche Festnetz und in die deutschen Mobilfunknetze und häufig ist eine Daten-Flatrate für die mobile Internetnutzung im Allnet-Flat-Paket eingeschlossen. Selten beinhaltet eine Allnet-Flat automatisch auch schon alle SMS. Die Preise für Allnet-Flatrates beginnen bei knapp unter 20 Euro im Monat.

Generell ist bei Flatrates zu beachten: Der monatliche Pauschalpreis deckt nicht die Kosten für die gesamte Smartphone-Nutzung ab. Welche Leistungen unter die Flatrate fallen, wird genau in der Tarifbeschreibung oder den AGB geklärt. Für jegliche Telefonate, SMS oder Internetnutzung im Ausland oder für Verbindungen in ausländische Netze zahlen Flatrate-Kunden beispielsweise in der Regel extra. Häufig sind die Flatrate-Leistungen auch nur auf Anrufe oder SMS in bestimmte Netze beschränkt. In diesen Fällen zahlen Nutzer meist vergleichsweise höhe Nutzungsentgelte für Telefonate oder SMS in die anderen Netze (bis zu 29 Cent pro Minute oder SMS) - wer hier die falsche Netzwahl trifft, zahlt kräftig drauf.

Bei Minuten- oder SMS-Paketen besteht das Problem, dass dem Nutzer monatlich ein festes Kontingent an Anrufminuten oder SMS-Mitteilungen für den Versand bereitgestellt wird. Wer dieses Kontingent nicht optimal ausnutzt, kommt nicht auf die häufig attraktiven rechnerischen Nutzungspreise. Ungenutzte Minuten oder SMS verfallen am Monatsende, für Mehrnutzung muss der Kunde draufzahlen. Vorab das passende Minuten- oder SMS-Paket für das persönliche Nutzungsverhalten, das bei manchen von Monat zu Monat auch noch erheblich schwankt, auszuwählen, ist schwer.

Nutzungsverhalten einschätzen und Tarife vergleichen

Das persönliche Nutzungsverhalten möglichst gut einzuschätzen, ist elementar, um den passenden Smartphone-Tarif zu finden. Dabei stellen sich Fragen wie: Wie viel telefoniere ich? In welche Netze telefoniere ich am häufigsten? Wie viele SMS versende ich? Kann ich bei meinem Freundeskreis auf Messenger ausweichen und SMS-Kosten umgehen? Wie viel Datenvolumen werde ich pro Monat durch die mobile Internetnutzung verbrauchen? Es fällt jedoch gerade Einsteigern schwer, diese Fragen treffend zu beantworten, zumal der Erfahrung nach Einsteiger mit zunehmender Nutzungsdauer des Smartphones anspruchsvoller werden. Es ist in solchen Fällen durchaus sinnvoll, klein anzufangen und erst einmal einen günstigen Tarif zu buchen, der gegebenenfalls wenig Inklusivleistungen bereithält - aufstocken kann man dann jederzeit, auch vor Ablauf der Mindestvertragslaufzeit. Die Mobilfunker lassen es dagegen nicht zu, dass ihre Kunden so ohne Weiteres von einem teuren Tarif in einen günstigeren wechseln.

Wer sein persönliches Nutzungsverhalten kennt, kann auf dieser Basis über Tarifrechner nach den passenden Smartphone-Tarifen suchen. Dort einfach das persönlich Profil eingeben und auf "suchen" drücken. Die herausgesuchten Tarifangebote werden mit Kosten und Inklusivleistungen vorgestellt - das bringt Licht in den Tarifdschungel mit seinen zig Anbietern - Mobilfunknetzbetreiber wie Telekom, Vodafone & Co., Serviceprovider ohne eigenes Netz wie 1&1 und Mobilcom-Debitel sowie Mobilfunk-Discounter wie Aldi, Blau, Congstar oder Fonic mit ihrer Niedrigpreispolitik - und Tausenden von Tarifangeboten.

Wir stellen euch aktuell verschiedene Smartphone-Tarife näher vor:

  • Die Smartphone-Tarife von Telekom, Vodafone, E-Plus und O2
  • Empfehlenswerte Smartphone-Tarife der Mobilfunk-Discounter

Übrigens: Wie ihr euren Datenverbrauch beim mobilen Surfen vorab einschätzen könnt, erklären wir euch in unserem Hintergrundartikel zu mobilem Internet.

Mobile Internet-Anwendungen | (c) Base

Mobile Internet-Anwendungen | (c) Base

Prepaid oder Postpaid? Egal, hauptsache flexibel bleiben

Die häufig beschworene Grundsatzentscheidung bei der Tarifwahl "Prepaid oder Postpaid?" ist gar keine. Sinnvoll ist es dagegen, sich möglichst für kurze Zeit an einen Anbieter bzw. einen Tarif zu binden, um gegebenenfalls kurzfristig in passendere Smartphone-Tarifangebote wechseln zu können. Prepaid-Verträge lassen sich innerhalb weniger Tage kündigen oder - so lange keine kostenpflichtige Tarifoption gebucht ist, die sich bei vorhandenem Guthaben im Folgemonat automatisch verlängert - man lässt sie notfalls einfach in der Schublade zu Hause schlummern. Postpaid-Tarife mit einmonatiger Mindestvertragslaufzeit gibt es mittlerweile auch zuhauf. Nur die Mobilfunknetzbetreiber Telekom, Vodafone, E-Plus (Base) und O2 bestehen immer noch auf Mindestlaufzeiten von zwei Jahren in ihren Smartphone-Tarifverträgen.

Im Markt finden sich auch einige Tarifangebote mit Vorkasse, die nicht in Echtzeit, sondern zeitverzögert über eine Postpaid-Plattform abgerechnet werden. Diese Quasi-Prepaid-Tarife ziehen für echtes Prepaid untypische Vertragsbedingungen wie einen regelrechten Vertragsabschluss, eine vorhergehende Schufa-Prüfung und eine etwas längere Mindestlaufzeit nach sich. Außerdem können die Kunden hier relativ leicht mit ihrem Verrechnungskonto ins Minus geraten, da die Abrechnung durch den Anbieter im Gegensatz zum echten Prepaid-Tarif erst im Nachhinein erfolgt. Die größere Kostenkontrolle in echten Prepaid-Tarifen geben manche Smartphone-Nutzer allerdings auch freiwillig auf, indem sie eine automatische Guthabenaufladung per Lastschrift vom Bankkonto oder Bezahlung per Kreditkarte aktivieren, um den Kauf eines Prepaid-Vouchers im Supermarkt, am Kiosk oder an der Tankstelle zu umgehen.

Die folgende Tabelle zeigt euch die wichtigsten Eigenschaften von Prepaid-, Quasi-Prepaid- und Postpaid-Tarifen:

Tariftypen Prepaid Quasi-Prepaid Postpaid
Schufa-Prüfung nein ja ja
Mindestlaufzeit 2 - 3 Tage i.d.R. 1 Monat 1 - 24 Monate
Abrechnungsweise Vorkasse (teilweise mit automatischer Guthaben-Aufladung) Vorkasse (teilweise mit automatischer Guthaben-Aufladung), aber zeitverzögerter Abrechnung nachträglich per Rechnung
Options-Vielfalt gering bis groß gering bis groß gering bis groß
Bündelangebote mit Smartphone teilweise, auch mit Ratenzahlung für das Gerät Vorkasse, teilweise mit automatischer Guthaben-Aufladung i.d.R. ja mit Sofortkauf od. mtl. Hardware-Zuschlag
LTE-Zugang nein nein teilweise
Multi-SIM nein nein teilweise

Das richtige Mobilfunknetz

Die Wahl des Mobilfunknetzes, in dem der eigene Anschluss geschaltet sein soll, ist ein wesentliches Kriterium für die Smartphone-Tarifwahl. Wer sich für ein Netz entscheidet, dass an seinem Wohnort oder Hauptnutzungsorten eine schlechte Abdeckung bietet, zahlt möglicherweise viel Geld für ein nur teilweise nutzbaren Mobilfunkanschluss. Telekom und Vodafone belegen regelmäßig in Netztests die vorderen Plätze, E-Plus und O2 haben vor allem in Sachen mobiles Internet Nachholbedarf. Doch diese Testergebnisse müssen nicht für den einzelnen Smartphone-Nutzer relevant sein. Die Netzabdeckung in bestimmten Regionen und Gebieten lässt sich am besten über die Netzkarten auf den Websites der Mobilfunkbetreiber überprüfen. Oder man fragt einfach mal Freunde und Bekannte in der Nachbarschaft, wie zufrieden sie mit ihrem Mobilfunknetz sind.

UMTS/HSPA-Netzabdeckung | (c) Vodafone

UMTS/HSDPA-Netzabdeckung | (c) Vodafone

Die Netzkarten der Mobilfunkbetreiber:

Die von den Mobilfunkern beworbenen maximalen Bandbreiten für mobile Datenübertragungen sind übrigens mit Vorsicht zu genießen. Erstens werden diese theoretischen Maximalwerte bei der Alltagsnutzung nie erreicht, zweitens ist in den meisten Smartphone-Tarifen eine Bandbreiten-Drosselung bereits von Anfang an eingebaut. Zugang zum LTE-Netz, das derzeit von Telekom, Vodafone und O2 ausgebaut wird, sorgt in den Ausbaugebieten für schnellere Surf- und Download-Geschwindigkeiten - nach unseren Erfahrungen liegen die Werte in der Regel zwischen 20 und 45 Megabit pro Sekunde im Downstream - und kann die mobile Breitband-Abdeckung für manche Nutzer erweitern, ist angesichts der aktuellen Smartphone-Anwendungen und der vielen Smartphones noch fehlenden LTE-Unterstützung eher ein Goodie als ein Must-have. Wichtiger für die mobile Internetnutzung ist ein ausgebautes UMTS-Netz mit dem Datenbeschleuniger HSPA. Hier sind theoretisch bis zu 42 Megabit pro Sekunde im Downstream drin, wenn das Endgerät den entsprechenden Daten-Standard unterstützt.

Handy mit oder ohne Vertrag kaufen

Viele Mobilfunkanbieter schnüren für Neukunden Smartphone-Tarif-Pakete, bei denen mit niedrigen Einmalpreisen für die Smartphones geworben wird. Das angebliche "1-Euro-Handy" gibt es aber nur in Ausnahmefällen. In der Regel bezahlt der Kunde den Kaufpreis für das Gerät in monatlichen Raten über 24 Monate ab. Diese Raten werden als sogenannter Hardware-Zuschlag auf den monatlichen Tarifgrundpreis aufgeschlagen. Ob ein Handy günstiger ist beim Kauf mit Vertrag oder bei einem separaten Kauf ohne Tarifvertragsabschluss, lässt sich nur feststellen, indem man nachrechnet und die gesamten Kosten für Smartphone und Tarif über zwei Jahre berücksichtigt. Zwei Nachteile hat der Smartphone-Kauf mit Vertrag aber in jedem Fall: Der Kunde hat dadurch eine geringere Tarifauswahl und bindet sich in der Regel für die Dauer von zwei Jahren an den Anbieter.

Fazit

Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, kurze Mindestlaufzeit und ein breites Angebot an Tarifoptionen, die sich bei Bedarf hinzubuchen und danach wieder abbestellen lassen, machen einen guten Smartphone-Tarif aus. Ob Netzbetreiber- oder Discounter-Tarif, ob Prepaid oder Postpaid spielt da keine Rolle. Wichtig ist vor allem, dass der ausgewählte Tarif so gut wie möglich zum persönlichen Nutzungsverhalten passt und das gewählte Mobilfunknetz an den persönlichen Haupt-Nutzungsorten ausreichend gut ausgebaut ist.

Kurz-Tipps zur Smartphone-Tarif

  • Persönliches Nutzungsprofil für Telefon, SMS und mobiles Internet erstellen
  • Daran denken: Flatrates und echte Prepaid-Tarife bieten größere Kostenkontrolle, kurze Mindestlaufzeiten größere Flexibilität
  • Netz mit guter Abdeckung an eigenen Hauptnutzungsorten wählen
  • Geeignete Smartphone-Tarife über Tarifrechner heraussuchen lassen
  • Preise, Leistungen und andere Konditionen wie etwa Mindestlaufzeit vergleichen
  • AGB auf versteckte Kostenfallen oder unerwartete Folgekosten (etwa durch Mindestumsätze oder Preiserhöhungen nach Ablauf der Mindestlaufzeit) prüfen
  • Bei Bündelangeboten prüfen, ob Smartphone-Kauf mit oder ohne Vertrag günstiger ist
  • Vorsicht: bei Nutzung des Smartphones im Ausland gelten in der Regel andere, höhere Tarife

Themenpaket Smartphone-Tarife

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