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Android von oben: Sonys Xperia UI in der Draufsicht

Android ist nicht gleich Android und kommt im vielen unterschiedlichen Ausprägungen daher. In einem ersten Artikel zu den unterschiedlichen Benutzeroberflächen stellen wir euch das Xperia UI, die schlichte aber schicke Android-Interpretation von Sony, vor und zeigen euch, welche Features und Kniffe sie bietet.

Sony Xperia Z1 Compact im Vergleich mit Sony Xperia Z1 | (c) Areamobile

Sony-Smartphones mit Xperia UI | (c) Areamobile

Sony hat die Android-Benutzeroberfläche verhältnismäßig wenig von der originalen Stock-Android-Oberfläche abgewandelt. Das Xperia User Interface (kurz: Xperia UI) präsentiert sich gleichermaßen schlicht wie modern und macht insgesamt einen sehr aufgeräumten Eindruck. Fast schon ein wenig gegensätzlich wirken da die serifenlose System-Schriftart und die im Vergleich zu anderen Herstellern wie HTC oder LG fast schon verschnörkelten On-Screen-Tasten am unteren Bildschirmrand. Die Symbole in der darüber liegenden Dockleiste sind auf einer Art virtuellen Glastisch für den Nutzer angerichtet, der die Icons leicht spiegelt. Davon einmal abgesehen sind die verwendeten Symbole weder besonders bunt, noch übermäßig abstrakt.

Der Hersteller setzt bei der Xperia UI zum einen auf dezente Transparenzeffekte, die unter anderem im App Drawer zur Geltung kommen, zum anderen auf helle Hintergründe und Symbole - anders als beispielsweise bei den oftmals schwarz hinterlegten Menüs von Samsungs TouchWiz UI. Der Homescreen verfügt bei der ersten Inbetriebnahme eines Xperia-Smartphones über fünf Seiten. Zwei weitere können hinzugefügt werden, mehr ist aber nicht drin. Der Sperrbildschirm lässt sich mit einer Auswahl von Widgets bestücken, und ist bereits ab dem ersten Systemstart mit einem Schnellzugriff für die Kamera-App ausgestattet. Diese lässt sich mit einer Wischgeste von rechts nach links aufrufen.

Sony Xperia UI | (c) Areamobile

Der Startbildschirm des Sony Xperia UI | (c) Areamobile

Sony Xperia UI | (c) Areamobile

Der App-Drawer erlaubt das Stapeln von Icons | (c) Areamobile

Sony Xperia UI | (c) Areamobile

Auf dem Lockscreen gibt es einen Kamera-Schnellzugriff | (c) Areamobile

 

Bedienung

Seit etwa einem Jahr werden neue Sony-Smartphones nur noch über On-Screen-Tasten bedient, es gibt also mit Ausnahme der Sperrtaste, der Lautstärkewippe und unter Umständen eines haptischen Kamera-Auslösers keine Hardware-Tasten oder kapazitive Menü-Tasten mehr. In der so genannten Action-Bar sind von links nach rechts virtuelle Tasten zum Abbrechen einer Aktion oder Zurückkehren in ein vorheriges Menü, ein Home-Button und ein Knopf für die Übersicht der zuletzt geöffneten Apps angeordnet. Über eine vertikal nach oben gerichtete Wischgeste oder ein langes Drücken des Home-Buttons wird der Assistenzdienst Google Now gestartet, ein Pinzettengriff oder langes Drücken auf eine leere Fläche auf dem Startbildschirm öffnet die Anzeigeverwaltung.

Dort können nicht nur neue Seiten auf dem Homescreen hinzugefügt, sondern auch Widgets und App-Icons angelegt und das Hintergrundbild ausgetauscht werden. Zur Personalisierung bietet Sony eine Auswahl mehrerer vorinstallierter "Designs" an, die seit Android 4.3 Jelly Bean über den Zugang zu Sony Select erweitert werden können. Die Designs ändern nicht nur das Wallpaper des Homescreens und des Lockscreens, sondern auch die Akzentfarbe und unter Umständen auch System-Schriftart und Icons. Die Benachrichtigungsleiste lässt sich wie gewohnt vom oberen Bildschirmrand nach unten ziehen und zeigt übersichtlich eingegangene Nachrichten, Termine oder System-Meldungen an. Zusätzlich verbergen sich hier Schnellzugriffe für das Ein- oder Ausschalten der Datenverbindungen wie Bluetooth, GPS oder NFC, die über die Geräte-Einstellungen beliebig erweitert und geändert werden können.

Sony Xperia UI | (c) Areamobile

Per Pinzettengriff lassen sich viele Einstellungen am Homescreen vornehmen | (c) Areamobile

Sony Xperia UI | (c) Areamobile

Die Schnellzugriffe in der Benachrichtigungsübersicht können individualisiert werden | (c) Areamobile

Sony Xperia UI | (c) Areamobile

Die Sony-Tastatur beherrscht Gesteneingabe und Einhandsteuerung | (c) Areamobile

 

Wie nahezu alle anderen Hersteller liefert auch Sony eine eigene virtuelle Tastatur mit dem Xperia UI mit. Diese lässt sich auch über die von Tastatur-Apps wie Swype oder SwiftKey bekannte Streicheingabe bedienen und setzt diese Wörter nicht nur recht zuverlässig zusammen, sondern nimmt neue auch automatisch ins Wörterbuch auf und gibt kontextsensitive Vorschläge für das nächste, noch ungeschriebene Wort. Die Xperia-Tastatur bietet zwar keine separaten Tasten für Umlaute, lässt sich aber sogar auf die Einhandsteuerung auslegen - auf großen Handys rutscht sie dann etwas gestaucht wahlweise näher an die linke oder rechte Seite des Bildschirms.

Exklusive Features

Trotzdem das Xperia UI generell sehr aufgeräumt erscheint, bieten Sonys Smartphones zahlreiche Funktionen, die nicht auf einem Smartphone oder Tablet mit Roh-Android zum Einsatz kommen. Zwar sind auch auf den Geräten des japanischen Herstellers Google-Apps wie Maps, Play Music oder YouTube vorinstalliert, allerdings eben auch einige Eigenprogrammierungen wie der gelungene Walkman-Player oder Galerie- und Video-Apps. Die Sony-Apps liefern vielleicht weniger Features als es Vertreter von Drittanbietern tun, sehen dabei allerdings richtig schick aus und lassen sich sehr intuitiv bedienen. Außerdem sind entsprechende Zugänge für Sonys Cloud- und Streaming-Dienste Play Memories, Video Unlimted sowie Music Unlimted implementiert.

Sony Xperia UI | (c) Areamobile

Der Walkman-Player ist schick und übersichtlich zugleich... | (c) Areamobile

Sony Xperia UI | (c) Areamobile

...und bietet wie das Album Zugriff auf Sonys Cloud-Dienste | (c) Areamobile

Sony Xperia UI | (c) Areamobile

Über Smart Connect können Peripherie-Geräten Profile zugeordnet werden | (c) Areamobile

 

Smart Connect bietet die Möglichkeit, mit dem Gerät verbundenes Zubehör, beispielsweise ein Headset oder Ladegerät, mit bestimmten Ereignissen zu verknüpfen und Profile zu erstellen. Unter dem Namen Socialife bietet der Hersteller eine eigene Anwendung für News-Feeds, die auch in Form eines Widgets auf dem Homescreen abgelegt werden kann und dort stets neue Schlagzeilen und Neuigkeiten aus sozialen Netzwerken zusammenträgt. In der Übersicht der zuletzt verwendeten Apps versteckt sich des Weiteren die Favoritenleiste, mit der kleine Anwendungen - "Small Apps" - wie ein Taschenrechner, aber auch Lesezeichen für Webseiten als fliegendes Fenster auf dem Startbildschirm platziert werden können - ähnlich also, wie bei QSlide von LG.

Zudem bringen mittlerweile viele neue Xperia-Smartphones die PlayStation-Mobile-App mit, über welche zahlreiche Spiele aus dem PlayStation Store heruntergeladen werden können, die es über den Google Play Store nicht gibt. Diese Spiele können auf einigen Xperia-Geräten auch über die Bluetooth-Verbindung mit dem Dual-Shock-3-Controller der PlayStation 3 gesteuert werden. Über die Throw-Funktion lassen sich Medieninhalte wie Musik, Filme oder Fotos drahtlos an andere Geräte wie Wlan-fähige HD-Fernseher oder Bluetooth-Lautsprecher weiter reichen. Mit Select liefert Sony eine Sammel-Plattform mit App-Empfehlungen für das Xperia-Smartphone ab, die schließlich aber über den Play Store von Google heruntergeladen werden.

Grundsätzlich bietet jedes Xperia-Smartphone zahlreiche Funktionen und Apps direkt aus dem Verkaufskarton - leider sind nicht immer alle Features auch auf den ersten Blick zu finden oder ausreichend erklärt. Das gilt insbesondere für viele der Konnektivitäts-Einstellungen wie Throw, Medienservereinstellungen oder MirrorLink.

Performance

Beim Xperia UI von Sony handelt es sich generell um eine recht performante Benutzeroberfläche, die vor allem auf Highend-Hardware wie dem Xperia Z1 ihre Trümpfe voll ausspielen kann, sei es unter Android 4.2 Jelly Bean oder in der aktuellen Version Android 4.4 Kitkat. Auch auf schwachbrüstiger Hardware kann sie meist ohne gravierende Hänger und Ruckler bedient werden, Mikro-Ruckler und etwas längere Ladezeiten bei App-Aufrufen gehören dann aber eher zur Tagesordnung. Die durchgängig auf den Punkt gebrachten, niemals zu langen System-Animationen werden dort trotzdem weitestgehend ohne spürbare Leistungseinbrüche wiedergegeben.

Dass die Xperia-Benutzeroberfläche so flutscht, liegt wohl vor allem auch daran, dass Sony das System recht schlank gehalten und nicht mit Bloatware überfrachtet hat. Beim ersten Blick in den App Drawer fallen kaum Anwendungen auf, die nicht ihre Daseinsberechtigung auf einem Smartphone hätten - sei es eine App für Notizen, die OfficeSuite von MobiSystems oder die Bildbearbeitungs-Software Pixlr Express von Autodesk. Ist aber doch einmal eine unerwünschte App mit dabei, kann diese meist vom Gerät entfernt werden.

Fazit

Das Xperia UI von Sony zählt klar zu den beeindruckenderen Android-Aufsätzen der Smartphone- und Tablet-Hersteller auf dem Markt. Sie vermag es, trotz schlichter Erscheinung elegant zu wirken und dem Nutzer dabei trotzdem aufs Wort zu gehorchen. Keine Augenwischerei mit übertriebenen Animationen, übersättigten oder verschnörkelten Icons und voll gepackten Menüs - das Xperia UI bringt Sonys Android-Interpretation auf den Punkt. Nicht jede auf dem Xperia-Gerät vorinstallierte Dritthersteller-App hat ihre Daseinsberechtigung, verglichen zu anderen Herstellern hält sich die Menge allerdings absolut in Grenzen. Die Sony-Software weiß indes zu überzeugen, vor allem die Medien-Apps sind dem Technik-Riesen richtig gut gelungen. Die Xperia-Smartphones sind damit vor allem für jene zu empfehlen, die Wert auf ein schickes aber gleichzeitig schlichtes Design und umfangreiche und intuitive Medien-Anwendungen legen.

Tops Flops
schlichtes und zugleich schickes Design gelegentliche Ruckler auf schwächerer Hardware
viele und intuitiv zu bedienende Medien-Apps einige Funktionen befinden sich in verschachtelten Menüs und werden zu wenig erklärt
gute virtuelle Tastatur mit hilfreichem Wörterbuch und Wortvorschlägen

Die Sache mit den Updates

Sony hat sich in der Vergangenheit nur bedingt dadurch ausgezeichnet, möglichst viele Geräte aus dem Portfolio mit der aktuellsten Android-Software zu versehen. Ein halbherziger Sinneswandel erfolgte Ende des vergangenen Jahres, nachdem Google Android 4.4 Kitkat offiziell vorgestellt hat: Kurze Zeit später listete Sony haarklein auf, welche Smartphones in welchem Zeitrahmen ein Update erhalten werden - auf Android 4.3 Jelly Bean. Tatsächlich waren in dieser Auflistung einige Geräte mit dabei, denen man eine Aktualisierung gar nicht mehr zugetraut hatte und bis heute sind nahezu alle versprochenen Modelle mit dem Update versorgt worden. Hingegen hat noch kein Xperia-Gerät ein offizielles Update auf Android 4.4 Kitkat erhalten - hier verhält sich der Hersteller schmallippig wie eh und je.

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Autor: Tobias Czullay
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Kommentare
  1. 16.03.14 16:46 TEAM28 (Advanced Member)

    Design ist Geschmackssache und Technik ist Up-To-Date wie bei den Anderen. Angebot ist ganz ok, aber Marketing ist schlecht. Das kantige Design gefällt nicht jeden.

    Ich hatte etliche Sony Handys. Angefangen beim Sony Ericsson K700i bis zum Xperia T. Leider hatte jedes Modell seine Macken und die Xperia UI ist einfach zu ruckelig... mit einem Launcher läuft das aber schon besser.

    Dennoch bin ich bei Samsung (S3 LTE)bin da einfach glücklich und warte zum ersten mal 2 Jahre auf ein neues Gerät.

  2. 16.03.14 15:42 n-nutzer (Handy Profi)

    Sony macht momentan auch eine Menge Sachen richtig.

    Ob Design, Technik, Angebot. Auch die Anbindung an externe HArdware über die Industriestandards ist ein richtiger Weg. Muss aber gestehen dass ich hier gar nicht weiß, inwiefern das gut klappt.

    Ein nächster Schritt wäre vielleicht ein Android auf tv und ein VM auf der Playstation. Dann könnte man seine ganzen gekauften Apps aus dem Playstore auf allen seinen Sony Geräten nutzen und hätte den selben effekt wie Apple mit seinen Ios/osx/appletv Ökosystem.

    Das hätte Sony schon lange machen müssen und können. Eigentlich die Schritte die Apple seit 2003 gemacht hat, hätte ich eher von Sony erwartet. Alleine schon weil der Konzern einfach alles unter seinem Dach hat. Und einfache und schlichte Design der Apple hardware für mich irgendwie immer Sonys Markenzeichen war.

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