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Display-Test: LG G3 gegen Samsung Galaxy S5, HTC One M8, iPhone 5S und Sony Xperia Z2

Full-HD ist schon wieder out, 2K ist in! Könnte man zumindest meinen, schließlich setzt das LG G3 neue Maßstäbe bei der Bildschärfe. Doch bringt das überhaupt was, schließlich ist auch FHD schon knackscharf? Wir haben den neuen 2K-Screen des LG G3 gegen die Displays der aktuellen Smartphone-Topmodelle und das iPhone 5S antreten lassen und zeigen, wie gut das Auflösungsmonster wirklich ist.

Auflösung, Display-Technik, Blickwinkelstabilität, Farbwiedergabe - alles wichtige Faktoren für die Qualität eines Displays. Viele Dinge lassen sich messen, einige mit Erfahrung, Auge und Menschenverstand beurteilen, wieder andere sind Geschmackssache. So bietet ein AMOLED-Display generell tiefere Schwarzwerte und knackigere Farben, ist aber traditionell nicht ganz so hell, dennoch aber gerade auch im Freien sehr gut ablesbar. LCDs gelten demgegenüber als heller und farbtreuer. Außerdem ist höhere Auflösung immer besser - was von diesen Weisheiten wohl stimmt?

Display-Vergleich

Display-Vergleich: LG G3 (mitte) gegen Sony Xperia Z2 (2.v.li.), HTC One M8 (li.), Samsung Galaxy S5 (2.v.re.) und Apple iPhone 5S | (c) areamobile

Genau das wollten wir wissen und haben die Displays der aktuellen Top-Smartphones der Hersteller unter die Lupe genommen. Doch zuvor ein Blick auf die verschiedenen Display-Technologien LCD und AMOLED.

LCD

Meist wird in Smartphones ein LCD verwendet, inzwischen auch immer öfter ein IPS-LCD. Aber was ist das überhaupt? LCD steht für "Liquid Crystal Display", also Flüssigkristallbildschirm. Dabei werden Flüssigkristalle unter eine bestimmte Spannung gesetzt, wodurch die Polarisationsrichtung vom Licht der Hintergrundbeleuchtung beeinflusst wird. Jedes Pixel besteht aus mehreren, meist gleichgroßen Subpixel, normalerweise drei in den Farben Rot, Grün und Blau. Manche Hersteller wie Sony, LG oder Samsung verwenden mehr (z.B. ein zusätzliches weißes Pixel, RGBW) oder weniger Subpixel (z.B. 2 Subpixel in einer Pentile-Matrix in vielen AMOLED-Displays). Auch die Größe der einzelnen Subpixel muss nicht immer gleich sein. Eine höhere Anzahl an Subpixel wird normalerweise als schärfere Gesamtdarstellung empfunden.

Der Vorteil von LCDs besteht im günstigeren Herstellungspreis und der höheren Helligkeit. Frühere Nachteile wie langsamere Reaktionszeit und schlechte Blickwinkeltreue sind spätestens durch die IPS-Technik (In Plane Switching) passee, die von den meisten Oberklasse- und inzwischen auch Mittelklasse-Smartphones verwendet wird. Dabei bleiben Farben weitestgehend auch dann unverfälscht, wenn man steile Blickwinkel wählt. Oft ist hier aber immer noch ein Abschatten mit zunehmendem Winkel zu verzeichnen. Zwar ist der Energieverbrauch von IPS-LCD schon niedriger als bei herkömmlichen LCD, allerdings benötigt diese Technik nach wie vor eine aktive Hintergrundbeleuchtung.

AMOLED

Das ist bei AMOLED anders. AMOLED steht für "Active Matrix Organic Light Emitting Diode", die einzelnen Subpixel leuchten von sich aus und benötigen daher keine gesonderte Hintergrundbeleuchtung. Das reduziert den Stromverbrauch im Optimalfall auf Null - Energie wird nur dann gebraucht, wenn eine Farbe dargestellt werden soll, nicht aber bei Schwarz. AMOLED-Displays zeichnen sich durch wesentlich besseren Schwarzwert und intensivere Farben aus. Sie können normalerweise mehr Farben als ein LCD darstellen, allerdings wird das besonders bei Displays mit Pentile-Matrix (2 statt 3 Subpixel pro Pixel) durch nominell niedrigere Schärfe erkauft.

Unabhängig von der verwendeten Pixelmatrix fällt bei AMOLED-Screens (also auch bei AMOLEDS mit Real-Stripe- oder RGB-Matrix) eine ungenauere Farbwiedergabe auf. Dafür sind die Blickwinkel noch einmal besser als bei IPS-LCD und die Ablesbarkeit bei direkter Lichteinstrahlung ist höhher. Haltbarkeitsprobleme wie bei den ersten Geräten mit AMOLED-Technik gibt es inzwischen nicht mehr, zumal Handys meist nur wenige Jahre genutzt werden.

Display-Schärfe

Soviel zu den Theorien und Grundlagen. Kommen wir zu den Detailbetrachtungen. Das neue LG G3 setzt hier mit seinem IPS-LCD bei der Bildschärfe neue Bestwerte: Mit einer messerscharfen Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixel auf 5,5 Zoll stellt das Gerät sagenhafte 534 Bildpunkte pro Zoll (PPI) dar. Über die Bildschärfe muss man da nicht lange diskutieren, sie ist über jeden Zweifel erhaben. Aber wie sinnvoll ist das, zumal das G3 in unserem Test nicht immer ruckelfrei lief, was zumindest zum Teil auch auf die hohe Auflösung zurückzuführen sein dürfte. Der Mehrwert von 2K über Full-HD wie bei der Konkurrenz ist zwar da, fällt aber kaum auf - schade. Das liegt aber auch daran, dass die Konkurrenz bis auf das iPhone 5S mit 4 Zoll und 326 PPI auch schon über 400 PPI liegt: Das HTC One M8 schafft bei 5 Zoll 441 PPI, das Samsung Galaxy S5 kommt auf 432 PPI bei 5,1 Zoll und das Sony Xperia Z2 liefert 5,2 Zoll und 424 PPI. Das ist allesamt mehr als ausreichend scharf, das früher hochgelobte Retina-Display des iPhone schneidet da noch am schlechtesten ab.

Display-Vergleich

Displays in Nahaufnahme | (c) areamobile

Blickwinkel

Wie steht es sonst um das Display? Um das zu überprüfen, haben wir die Screens aus allen wichtigen Richtungen im 45-Grad-Winkel abfotografiert. Auf den ersten Blick ist beim LG G3 alles in Ordnung, echte Schwächen leistet sich das aktuellste und schärfste Display im Vergleich nicht. Die Blickwinkelstabilität ist weitestgehend gegeben, Farben verhalten sich dabei neutral, allerdings ist eine sichtbare Abschattung zu vernehmen, die stärker als bei der Konkurrenz auftritt. Auffällig ist außerdem die Ungleichmäßigkeit: Blicke von oben und unten oder links und rechts zeigen unterschiedliche Helligkeit - so stark ausgeprägt sieht man das bei keinem der anderen vier Konkurrenten.

Display-Vergleich

LG G3 | (c) areamobile

Ebenfalls starke Abschattung weist das Sony Xperia Z2 auf, auch hier bleiben die Farben aber weitestgehend akkurat. Die generelle Helligkeit ist je nach Blickwinkel nicht ganz so unterschiedlich wie beim G3.

Display-Vergleich

Sony Xperia Z2 | (c) areamobile

Die besten Blickwinkel bei den LCD-Geräten bieten iPhone 5S und HTC One M8. Hier gibt es die geringsten Helligkeitseinbußen und die Ausleuchtung ist unter allen Blickwinkeln und -richtungen sehr ähnlich.

Display-Vergleich

HTC One M8 | (c) areamobile

Display-Vergleich

Apple iPhone 5S | (c) areamobile

 

Mit Abstand am besten schneidet jedoch das Super-AMOLED-Display des Samsung Galaxy S5 ab. Es ist aus allen Blickwinken gleich gut abzulesen, fast sogar genauso gut wie bei direkter Draufsicht.

Display-Vergleich

Samsung Galaxy S5 | (c) areamobile

Helligkeit und Kontrast

Für die Bestimmung der folgenden Messwerte nutzen wir in diesem Test die inzwischen weit verbreitete Open-Source-Software HCFR, als Colorimeter dient ein Spyder 4 Pro von Datacolor. Eine 100-prozentige Genauigkeit ist bei Equipment abseits eines spezialisierten Labors unrealistisch, mehrere Tests haben aber gezeigt, dass zwischen Messungen des gleichen Displays nur Abweichungen im niedrigen einstelligen Prozentbereich vorkommen.

Bei den Testwerten kann das neue G3 nicht ganz überzeugen. Die Helligkeit liegt beim LG G3 im direkten Vergleich zur Konkurrenz auf dem letzten Platz. Mit 333 Candela pro Quadratmeter (cd/m²) wird es knapp von Sony Xperia Z2 (335 cd/m²) und HTC One M8 (345 cd/m²) abgehängt, Samsung Galaxy S5 (378 cd/m²) und Apple iPhone 5S (486 cd/m²) liegen mit deutlichem Abstand vorn. Dabei ist nicht berücksichtigt, dass etwa das Galaxy S5 im Automatikmodus auf fast 700 cd/m² hochregeln kann - wir haben im manuellen Modus bei maximal einstellbarer Helligkeit und in der Display-Mitte gemessen. Beim Kontrast hat das LG G3 ebenfalls das Nachsehen. Bei 539:1 für das 2K-Display schneiden die Full-HD-Produkte der anderen Smartphones fast doppelt so gut ab. In Zahlen sind das 812:1 für das iPhone, 946:1 beim HTC One M8 und 947:1 für das Z2. Wegen des extrem hohen Schwarzwertes beim Super-AMOLED-Display des Samsung Galaxy S5 ist der Kontrast nicht mehr messbar, da er gegen unendlich tendiert.

LG G3 Samsung Galaxy S5 HTC One M8 Sony Xperia Z2 Apple iPhone 5S
Helligkeit cd/m² 331 374 (max. 698) 345 335 486
Kontrast 539:1 n/a (zu hoch) 946:1 947:1 812:1

Grautreppe

Die Betrachtung der Grauschattierungen zeigt, dass keines der getesteten Geräte wirklich optimale Darstellungsqualität aufweist. Die Werte für x und y müssten eigentlich bei 0,313 liegen, y bei 0,329 - das schafft kein Gerät. Technisch bedingt kann erneut nur das Samsung Galaxy S5 Schwarz richtig tiefschwarz darstellen, ohne allerdings noch messbar zu sein. Die LCDs mischen durchschnittlich zu viel Blau bei. Das LG G3 macht seine Sache hier noch mit am besten, die Farbabweichung zum Originalschwarz beträgt Delta E 66,3 und nähert sich bei helleren IRE-Werten (IRE - Maßeinheit zur Bewertung von analogen Fernsehsignalen. 0 IRE entspricht purem Schwarz, 100 IRE purem Weiß) auf 13,1 an. Akzeptabel für Videos und Bilder wäre ein Wert unter 10, optimal wäre Delta E kleiner 3 - einen Unterschied zu dem originalen Farbton kann das menschliche Auge dann nicht mehr erkennen. Blau wird besonders in dunklen Grauwerten stark überbetont, liegt generell aber zu hoch und steigt bei Weiß noch einmal an. Grün ist fast optimal verteilt, Rot durchgehend zu niedrig.

Display-Vergleich

RGB-Darstellung LG G3 | (c) areamobile

Display-Vergleich

Grautreppe LG G3 | (c) areamobile

Das Samsung Galaxy S5 macht es zumindest in der Einstellung "Professionelles Foto", die einer realistischen Farbwiedergabe am nächsten kommt, besser. Abgesehen vom nicht messbaren Wert für pures Schwarz liegt die Delta-E-Abweichung von der Norm nur zwischen 23,5 und 12,0. Blau ist durchgehend zu intensiv, Grün anfangs zu stark, bis zu purem Weiß (IRE 100) aber nahezu optimal und Rot in purem Schwarz (IRE 0) wesentlich zu gering ausgeprägt, bis es sich dann bei helleren Grautönen einem akzeptablen Maß annähert.

Display-Vergleich

RGB-Darstellung Samsung Galaxy S5 | (c) areamobile

Display-Vergleich

Grautreppe Samsung Galaxy S5 | (c) areamobile

Das HTC One M8 mischt in tiefes Schwarz wie alle Geräte zu viel Blau, hier beträgt Delta E 91,4 Punkte. Danach liefert das Gerät aber ordentliche Ergebnisse ab. Im Gegensatz zu den meisten anderen Geräten stellt das HTC-Modell dunkle Grautöne besser als helle dar, Delta E variiert zwischen 15,9 (hell) und guten 10,9 (30 IRE). Als einziges Modell im Vergleich liegt Blau bei der Wiedergabe anfangs sogar überraschend nah am Original, hier ist sogar Grün stärker ausgeprägt, das im Schnitt nur wenige Prozent zu stark ausfällt. Rot liegt wie bei fast allen Modellen im Testfeld konstant 10 bis 15 Prozent zu niedrig.

Display-Vergleich

RGB-Darstellung HTC One M8 | (c) areamobile

Display-Vergleich

Grautreppe HTC One M8 | (c) areamobile

Auf den ersten Blick ist die Grautreppe das perfekte Terrain für das iPhone 5S, denn Grün und Rot liegen fast über den gesamten IRE-Bereich nahe am Optimum. Ein Blick auf die Delta-E- und RGB-Werte zeigt allerdings, dass das Display des Apple-Handys mit einem zu starken Blaustich zu kämpfen hat. Durchschnittlich liegt Blau fast 20 Prozent zu hoch, dadurch ergeben sich Delta-E-Werte zwischen 34,8 und 17,4.

Display-Vergleich

RGB-Darstellung Apple iPhone 5S | (c) areamobile

Display-Vergleich

Grautreppe Apple iPhone 5S | (c) areamobile

Das Sony Xperia Z2 patzt bei Schwarz noch etwas mehr als der Rest des Testfeldes, schafft dann aber eine recht niedrige Abweichung zwischen Delta E 18,7 und 10,6 beim Rest. Auffallend ist ein kleiner Genauigkeits-Ausreißer um 50 IRE, der durch einen Anstieg des Blauspektrums in diesem Bereich zu erklären ist, während Grün nur minimal über Soll liegt und Rot konstant etwa 10 Prozent darunter.

Display-Vergleich

RGB-Darstellung Sony Xperia Z2 | (c) areamobile

Display-Vergleich

Grautreppe Sony Xperia Z2 | (c) areamobile

Gamma und Helligkeit

Der optimale Gamma-Wert für Videos und Fotobetrachtung liegt bei 2,2. Das gewährleistet ein ausreichend helles Bild, bei dem auch in sehr dunklen Bereichen noch Details zu erkennen sind. Am nächsten dran sind hier das iPhone (durchschnittlich 2,16) und das Galaxy S5 (2,34). Am weitesten davon entfernt sind das Xperia Z2 (2,73), LG G3 (2,56) und HTC One M8 (2,05). Die Verlaufskurven von Gamma und Helligkeit zeigen, dass das G3 dunkle Bildinhalte zu hell und helle Inhalte zu dunkel darstellt. Das gilt in ähnlicher Form auch für das Z2 von Sony. Das genaue Gegenteil trifft auf HTC One M8 und iPhone 5S zu, hier werden dunkle Bildinhalte tendenziell zu dunkel und helle zu hell dargestellt. Das Samsung Galaxy S5 stellt Inhalte generell etwas zu dunkel dar, was mit zunehmendem IRE-Wert noch weiter zunimmt.

Display-Vergleich

LG G3 Helligkeit | (c) areamobile

Display-Vergleich

LG G3 Gamma | (c) areamobile

 
Display-Vergleich

Apple iPhone 5S Helligkeit | (c) areamobile

Display-Vergleich

Apple iPhone 5S Gamma | (c) areamobile

 
Display-Vergleich

Samsung Galaxy S5 Helligkeit | (c) areamobile

Display-Vergleich

Samsung Galaxy S5 Gamma | (c) areamobile

 
Display-Vergleich

Sony Xperia Z2 Helligkeit | (c) areamobile

Display-Vergleich

Sony Xperia Z2 Gamma | (c) areamobile

 
Display-Vergleich

HTC One M8 Helligkeit | (c) areamobile

Display-Vergleich

HTC One M8 Gamma | (c) areamobile

 

Farbwiedergabe

Das LG G3 stellt im Wesentlichen den typischen sRGB-Farbraum dar, der für ein LCD vorgesehen ist. In der Darstellung des CIE1931-Farbraums zeigt das dunkle Dreieck den sRGB-Raum, das helle Dreieck entspricht den Messwerten des G3. Überraschend ist hierbei allerdings die Tatsache, dass es zwar etwas mehr Grüntöne darstellt, dafür aber etwas zu wenig Rot- und Blautöne. Davon abgesehen ist die Farbdarstellung recht realistisch. Grün liegt mit einer Abweichung von nur 3,9 Delta E sogar fast im Optimalbereich, Rot, Grün und Gelb liegen um Delta E 10. Lediglich Cyan und Magenta liegen mit 15,3 und 19,2 Delta E sichtbar außerhalb der Norm. Daraus ergibt sich ein leichter Blaustich mit leichter Tendenz zu Magenta.

Display-Vergleich

LG G3 Farbraum (CIE1931) | (c) areamobile

Das Apple iPhone 5S orientiert sich ebenfalls am sRGB-Farbraum. Wie die anderen LCD-Geräte wird dieser Farbraum zwar insgesamt leicht übertroffen, allerdings fehlen kleine Teile des Grünspektrums und vor allem im Bereich Blau. Rot wird hier besonders exakt dargestellt, Grün, Blau und Gelb liegen mit Delta-E-Werten deutlich unter 10 ebenfalls nah am Optimum. Ausreißer sind hier Cyan und Magenta mit Abweichungen von jeweils 17,5. Die Farbtemperatur tendiert Richtung Blau, aber auch leicht Magenta.

Display-Vergleich

Apple iPhone 5S Farbraum (CIE1931) | (c) areamobile

Beim HTC One M8 zeigt sich erneut ein etwas größerer Farbraum als sRGB, allerdings ist auch hier der Bereich um Türkis nahe Blau leicht beschnitten. Ansonsten überzeugt das Display mit Delta-E-Abweichungen bei Rot, Blau, Gelb und Cyan von unter 10, lediglich Grün ist mit 14,6 erhöht. Einen echten Ausreißer erlaubt sich das schicke Metallhandy bei Magenta, hier beträgt Delta E 34,4. Weiß wird dann insgesamt bläulich-Lila.

Display-Vergleich

HTC One M8 Farbraum (CIE1931) | (c) areamobile

Nach dem Galaxy S5 stellt das Sony Xperia Z2 den größten Farbraum dar, deckt aber trotzdem nicht den ganzen sRGB-Raum ab. Defizite gibt es bei Blau, hier ist die Darstellung Richtung Magenta verschoben. Rot und Blau werden insgesamt noch halbwegs realitätsgetreu dargestellt. Gelb, vor allem aber Grün, Cyan und Magenta weichen mit etwa einem Delta-E-Wert von 30 stark ab. Insgesamt resultiert das in einem Grün-Blaustich.

Display-Vergleich

Sony Xperia Z2 Farbraum (CIE1931) | (c) areamobile

Beim Samsung Galaxy S5 sieht das Bild gleich ganz anders aus. Das AMOLED-Display kann in alle Richtungen deutlich mehr Farben als LCDs darstellen, besonders im Grünbereich und damit auch für Türkis und Gelb trifft das zu. Das wird aber auf Kosten der Farbtreue erkauft. Blau und Gelb liegt etwa um einen Delta-E-Wert von 25 daneben, Grün sogar bis über 60. Insgesamt tendiert die Darstellung ins grünlich-gelbliche.

Display-Vergleich

Samsung Galaxy S5 Farbraum (CIE1931) | (c) areamobile

Fazit

Was bedeutet das jetzt? Neutral und für sich allein betrachtet sind alle Displays im Test ziemlich gut - das kann man für Geräteneupreise um 500 bis 700 Euro auch erwarten. Unterschiede werden erst im direkten Vergleich und dann teilweise auch erst unter Zuhilfenahme von Messgeräten sichtbar. Dabei sind allerdings einige Werte kaum von Belang, denn wichtiger als Gamm-Werte sind etwa eine simple Angaben zur Helligkeit und Kontrast - ein zu dunkles Display fällt spätestens im Sonnenlicht störend auf. Selbst die Farbwiedergabe ist eigentlich im Alltag zu vernachlässigen, denn das menschliche Auge gewöhnt sich sehr schnell an leichte Farbverfälschungen und kompensiert sie sogar so, dass nach längerer Nutzung eines verfälschenden Displays auch ein völlig farbechter Screen einige Minuten lang als falsch erkannt wird. Zumal bei keinem der getesteten Geräte Farbverfälschungen so stark auftreten, dass es auf normalen Fotos oder Videos auffallen würden. Das bemerkt man in erster Linie auf hellen Flächen, etwa im Browser - und zwar bei allen Geräten.

Ansonsten kommt es wie eingangs erwähnt auch viel auf den persönlichen Geschmack an. Mag man lieber eine tendenziell zu warme Farbtemperatur, kräftige Farben und hervorragende Blickwinkel? Dann ist AMOLED die erste Wahl. Mag man eher realistischere Farbwiedergabe und kältere Farbtemperatur? Dann sollte man eher zu LCD greifen.

Die besten Displays haben in unserem Vergleich Samsung Galaxy S5 und HTC One M8, sie liegen Punktgleich auf dem ersten Rang. Das S5 liegt bei Blickwinkelstabilität, Kontrast und Gamma vorn, das M8 bei Schärfe und Farbdarstellung. Auf dem dritten Platzfolgt das Apple iPhone 5S, es punktet bei Helligkeit und Farbtreue. Das LG G3 folgt auf dem vierten Platz, es überzeugt wenig überraschend bei Bildschärfe, aber auch bei der Darstellung von Graustufen. Das Sony Xperia Z2 auf dem letzten Platz. Es bietet zwar kein schlechtes Display, in diesem Vergleich belegt es aber außer bei Schärfe und Kontrast immer einen der letzten beiden Plätze.

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Kommentare
  1. 17.07.14 12:35 Stefan Schomberg (Leitender Testredakteur)

    @all
    Danke für das Lob. Das soll so (in leicht gekürzter Version) auch in die Tests einfließen. Habt ihr noch Anregungen?

    mfg

  2. 17.07.14 12:34 Stefan Schomberg (Leitender Testredakteur)

    @silver harlequin
    Meinst du "Farben absenken" oder einfach nur die minimale Helligkeit?

    mfg

  3. 14.07.14 21:28 Silver Harlequin (Member)

    Schon fast perfekt. Was mich teilweise interessieren würde wäre ja, wie weit kann man die Farben absenken? Gerade in dunkleren Zeiten oder im Bett mag ich das kaum anmachen, a ich sonst gleich wachgeblendet werde. Die unteren Grenzen sind teilweise echt viel zu hell.
    Zum Bildbearbeiten nehm ich lieber den heimischen Eizo-LCD, trotzdem kommt mir kein Amoled in die Tüte. Einmal Samsung - danke das reicht mir.

  4. 14.07.14 21:22 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @natelnutzer:"Super ausführlicher Test!
    Dem Fazit kann man sich anschliessen: alle der getesteten Handys haben ein super Display. Am wichtigsten ist mir die Helligkeit und da ist das S5 am besten."
    >>etwa 370 nit sind aber nicht viel (zB das iPhone 5 hat bereits 490 nit). Es ist gerade mal ausreichend und der Stromverbrauch des Displays ist ebenfalls höher bei gleicher Helligkeit eines IPS-LCDs (graues Bild).

  5. 14.07.14 20:16 chief (Professional Handy Master)

    Schöner Test und mords was zu lesen :)

    Beim Google Maps Logo Vergleich sieht man schön, dass das G3 doch ne gute Ecke schärfer ist.

  6. 14.07.14 12:17 pixelflicker (GURU)

    Sehr gut. SO stellt man sich einen Test vor. Endlich mal wirklich vergleichbare Daten. Weiter so.
    Das Testergebnis spiegelt meine Erwartungen wider.

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