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Samsung Galaxy K Zoom im Kamera-Test

Das Galaxy K Zoom tritt in die Fußstapfen des im vergangenen Jahr veröffentlichten Smartphone-Exoten Galaxy S4 Zoom. Wie auch beim Vorgänger will Samsung die ausladende Größe des Kamera-Smartphones mit besonders guter Foto-Qualität wett machen. Ob das gelingt, lest ihr in unserem Kamera-Test.

Nokia Lumia 1020 | (c) Areamobile

Samsung Galaxy K Zoom | (c) Areamobile

Das Galaxy S4 Zoom von Samsung musste im vergangenen Jahr einiges an Kritik einstecken: zu groß, zu klobig und einfach nicht gut genug für die Vielzahl an Kompromissen. Dass es auch besser geht will uns der Hersteller 2014 beweisen, diesmal in Form des Galaxy K Zoom. Mit dabei sind einige der herausstechenden Features des Vorjahresmodells, darunter der optische Bildstabilisator, ein Xenon-Blitz sowie der namensgebende optische 10-fach-Zoom. Zwar hat das neue Kamera-Smartphone im direkten Vergleich etwas abgespeckt, von der Handlichkeit eines Galaxy S5 ist das Galaxy K Zoom aber immer noch sehr weit entfernt: Stolze 2,2 Zentimeter misst der Knips-Klotz an seiner dicksten Stelle, dem ausfahrbaren Objektiv.

War schon die Erfahrung mit dem Erstling von Einschränkungen geprägt, muss man auch als Besitzer des Galaxy K Zoom hier und da ein Auge zu drücken können - dabei sogar an mancher Stelle mehr, als beim Vorgänger. Die Befestigung für die Kamera-Schlaufe wirkt beispielsweise wenig vertrauenserweckend und einen angenehm geformten Handgriff gibt es auch nicht mehr. Dadurch wirkt das Gerät zwar etwas dünner, bekennt sich aber auch weniger zur Kamera. Auch der Verzicht auf einen manuellen Zoomring sowie die unverzeihliche Abwesenheit eines Stativgewindes tragen zu diesem Eindruck bei. Jede noch so kleine Kompaktkamera hat eine Befestigungsmöglichkeit für ein Stativ, warum setzt man genau dort den Rotstift an? Langzeitbelichtungen und Nachtaufnahmen, die ja eigentlich einen Vorteil gegenüber einer gewöhnlichen Smartphone-Kamera darstellen könnten, sind damit also passé - nicht zuletzt weil sich das recht rundlich geratene Galaxy K Zoom ohne Stativ nirgends stabil abstellen lässt.

Samsung Galaxy K Zoom | (c) Areamobile

Aufnahme bei 24 Millimeter Brennweite | (c) Areamobile

Samsung Galaxy K Zoom | (c) Areamobile

Aufnahme bei 240 Millimeter Brennweite | (c) Areamobile

 

Die Technik

Im vergangenen Jahr protzte das Zoom-Smartphone noch mit dem Beinamen S4 - und enttäuschte im direkten Vergleich mit nur geringfügig besseren Aufnahmen gegenüber des Flaggschiffs. Diesen Fehler wollte Samsung wohl nicht noch einmal machen, denn schließlich steckt schon im aktuellen Galaxy S5 eine durchaus kompetente Kamera, die einem Vergleichstest mit dem Galaxy K Zoom möglicherweise durchaus stand halten könnte. Trotz des anderen Namens ist die Enttäuschung darüber groß, dass Samsung beim ausgewiesenen Kamera-Smartphone statt des Isocell-Sensors nur einen gewöhnlichen CMOS-BSI-Sensor verbaut hat. Der löst nun bei einer Größe von nur 1/2,3 Zoll mit 20 Megapixel auf - zumindest dann, wenn die Fotos im 4:3-Format geschossen werden. Das Zoomobjektiv deckt einen Brennweitenbereich von 24 bis 240 Millimeter ab und hat eine Blendenöffnung von f/3.1 am unteren, von f/6.3 am oberen Ende.

Die Bildqualität

Während der Isocell-Sensor des Galaxy S5 auch bei weiter entfernten Objekten eine stellenweise beachtliche Bildschärfe samt fein gezeichneter Details erzielt, sieht das beim Galaxy K Zoom etwas anders aus. Hier hat Samsung nicht den Detailgrad und die Informationsausbeute durch die isolierten Pixel, sondern ein möglichst rauscharmes Bild in den Vordergrund gestellt. Daran ist erst einmal nichts verwerflich, allerdings setzt die automatische Rauschreduzierung auch schon bei niedrigen ISO-Werten recht aggressiv ein und lässt die Aufnahme in der Nahansicht somit recht unscharf erscheinen. Feine Linien und Farbverläufe lassen sich grundsätzlich zwar noch erahnen, geraten im Vergleich zu Aufnahmen mit dem Isocell-Sensor aber verhältnismäßig matschig. Mit schwindendem Licht werden die Bilder dabei immer schmieriger - eine Nachtaufnahme wirkt nicht selten eher wie ein Gemälde, denn ein Foto (siehe weiter unten). Ein gravierender Schärfeabfall ist in den Bildecken zu beobachten, und auch Fabrsäume tauchen - anders als in der Bildmitte - hier gehäuft auf.

Samsung Galaxy K Zoom | (c) Areamobile

Samsung Galaxy K Zoom | (c) Areamobile

Samsung Galaxy K Zoom | (c) Areamobile

Samsung Galaxy K Zoom | (c) Areamobile

 

Einen großen Vorteil gegenüber anderen Smartphone-Kameras bezieht das Galaxy K Zoom durch seinen optischen Zoom. Mit Brennweiten von bis zu 240 Millimetern bewegt man sich dabei schon im langen Telebereich und darf dabei anders als bei der Konkurrenz sogar auf den vollen Pixelsatz des Sensors zurückgreifen. Folglich sind am langen Ende geschossene Fotos nahezu gleich scharf wie jene am kurzen, die Unschärfe in den Ecken schiebt sich dann allerdings sichtbar weiter in die Bildmitte. Bei langen Brennweiten profitiert das Kamera-Smartphone unter anderem von seinem optischen Bildstabilisator, denn der gleicht leichte, bei Tele-Aufnahmen unvermeidliche Bewegungen des Fotografen wirkungsvoll aus. Eine etwas größere Blende hätte es aber schon sein können, denn die Ergebnisse unter weniger optimalen Lichtbedingungen sind nicht immer gut und kein Vergleich zum Lumia 1020 von Nokia. Auch die Tiefenunschärfe gerät dabei nicht zuletzt wegen des kleinen Sensors eher unruhig, denn schön weich.

Samsung Galaxy K Zoom | (c) Areamobile

Samsung Galaxy K Zoom | (c) Areamobile

Samsung Galaxy K Zoom | (c) Areamobile

Samsung Galaxy K Zoom | (c) Areamobile

 

Dabei kann sich die Bilddynamik zumeist durchaus sehen lassen. Wo das Galaxy S5 eher zur - für die nachträgliche Bildbearbeitung besser zu regelnde - Unterbelichtung tendiert, da machen die Fotos des Galaxy K Zoom einen recht ausgewogenen Eindruck. Nur selten gibt es Ausreißer nach oben, die Belichtungsautomatik ist bei Tageslicht durchaus kompetent. Vor allem ins dunkle tendierende Mitten wirken durch die bereits erwähnte Rauschreduzierung aber oft sehr undefiniert.

Sollte die Kamera ihre Belichtungsmessung einmal im "falschen" Bildausschnitt ausführen, beispielsweise wenn der Hintergrund zu dunkel, das anvisierte Objekt im Vordergrund aber eigentlich recht hell erscheint, können Belichtung und Fokus getrennt voneinander bestimmt werden. Dazu wird ganz einfach das zu fokussierende Objekt auf dem Bildschirm angetippt und aus dem auf dem Sucher eingeblendeten kleinen grünen Quadrat ein weiteres, weiß gefärbtes herausgezogen und an jene Stelle gesetzt, die als Maßgabe für den Belichtungsmesser dienen soll. Eine feine Mechanik, die noch dazu sehr gut funktioniert. Im Modus "Programm-Automatik" lässt sich auch die Messmethode von Multi- auf Spot oder mittenbetonte Messung ändern, sowie der standardmäßig in die Bildmitte ausgerichtete Autofokus auf Verfolgung oder Mehrfeld-Fokus einstellen. Mit Ausnahme des ISO-Wertes, des Weißabgleichs und der Belichtungskorrektur können aber keine weiteren manuellen Einstellungen getätigt werden.

Kamera-Interface des Galaxy K Zoom | (c) Areamobile

Kamera-Interface des Galaxy K Zoom | (c) Areamobile

Kamera-Interface des Galaxy K Zoom | (c) Areamobile

Kamera-Interface des Galaxy K Zoom | (c) Areamobile

Kamera-Interface des Galaxy K Zoom | (c) Areamobile

Kamera-Interface des Galaxy K Zoom | (c) Areamobile

 

Die voreingestellte Weißabgleichsautomatik verrichtet überzeugende Arbeit und lag zumindest bei unseren Test-Aufnahmen niemals komplett daneben. Fotos des Galaxy K Zoom fallen generell etwas kühl aus, reine Grundfarben stechen Samsung-typisch aber doch sehr auffällig hervor. Das dürfte Freunde von Makro-Aufnahmen sicherlich freuen, denn Blüten und andere bunte Gegenstände können so gut in Szene gesetzt werden. Nah genug herantreten darf man mit dem Galaxy K Zoom jedenfalls, denn die Naheinstellgrenze im Weitwinkel liegt bei etwa zehn Zentimetern. Wird das Objektiv ganz ausgefahren, steigt der Abstand allerdings auf rund einen Meter.

Samsung Galaxy K Zoom | (c) Areamobile

Ganz nah dran... | (c) Areamobile

Samsung Galaxy K Zoom | (c) Areamobile

...und ganz nah ran | (c) Areamobile

 

Der Vergleich mit dem Nokia Lumia 1020

Das Lumia 1020 gilt auch fast ein Jahr nach Release als das beste Kamera-Smartphone. Doch auch bei der Kamera des Nokia-Handys ist längst nicht alles perfekt, und das weiß das Galaxy K Zoom zumindest aufzuzeigen. Im Bereich Bildschärfe gibt es bei beiden Kameras Raum nach oben, bei der Belichtung tendiert das Lumia 1020 eher ins dunkle und beim Weißabgleich liegt es auch öfter einmal daneben. In Nahaufnahmen lässt das Galaxy K Zoom deutlich näher ans Objekt der Begierde heran treten, und auch bei der Brennweitenabdeckung hat Samsung dank des optischen Zooms eindeutig die Nase vorn.

Samsung Galaxy K Zoom | (c) Areamobile

Samsung Galaxy K Zoom | (c) Areamobile

Nokia Lumia 1020 | (c) Areamobile

Nokia Lumia 1020 | (c) Areamobile

 

Dafür kann die Pureview-Kamera ihre Stärken voll und ganz bei schwachem Umgebungslicht ausspielen, erzielt hier wesentlich anschaulichere Ergebnisse. Punkte sammelt das Lumia 1020 weiters durch vielfältigen manuellen Einstellungsmöglichkeiten, die Aufnahmemöglichkeit im RAW-Format sowie den optional erhältlichen Kamera-Griff, der nicht nur zusätzliche Akku-Ausdauer und einen besseren, zweistufigen Auslöser, sondern auch ein Stativgewinde mit sich bringt. Aus Nokias Produkt spricht hier ernst gemeinte Leidenschaft, aus dem Galaxy K Zoom das Bedienen des Bedienens wegen.

Samsung Galaxy K Zoom | (c) Areamobile

Samsung Galaxy K Zoom | (c) Areamobile

Nokia Lumia 1020 | (c) Areamobile

Nokia Lumia 1020 | (c) Areamobile

 

Fazit

Das Galaxy K Zoom macht einiges besser als sein Vorgänger, einiges schlechter - und ist über allem leider immer noch keine wirklich überzeugende Kamera. Das Zoom-Objektiv ist wieder der Hingucker schlechthin, aber wegen seiner ausladenden Größe auch der Pferdefuß des Smartphones. Zudem trüben aggressive Rauschreduzierung, deutlich sichtbare Unschärfe an den Rändern sowie die verhältnismäßig klein geratene Blendenöffnung und Sensorgröße das Gesamtbild - sonderlich überragend ist die Bildqualität nicht. Noch dazu hat Samsung viele Features über Bord geworfen oder konsequent weg gelassen, die das Smartphone mehr zur Kamera werden ließen. So ist das Galaxy K Zoom wahrscheinlich genau das, was es für Samsung sein soll: ein Smartphone mit Kamera-Objektiv. Ob es allerdings das ist, was auch der Kunde will, das wird sich wohl noch herausstellen - Kamera-Enthusiasten bedient Samsung nämlich wirklich nicht. Anders als Nokia.

Tops Flops
Optischer Bildstabilisator Kein Stativgewinde
10-fach optischer Zoom Kleiner CMOS-Sensor, kleine Blende
Fokus und Belichtung können getrennt voneinander bestimmt werden kaum manuelle Einstellungsmöglichkeiten, keine RAW-Aufnahmen
Gute Bildqualität für eine Smartphone-Kamera Weniger gute Bildqualität für ein Kamera-Smartphone
Autor: Tobias Czullay
Themen: Android-Smartphone, Smartphone
Quelle: AM
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Kommentare
  1. 25.07.14 10:08 pixelflicker (GURU)

    Ich glaube nicht, dass deswegen jemand dann keine zwei Geräte rumschleppt. Mein Bekannter nutzt es auch wie eine normale Kompaktkamera und hat trotzdem noch ein Handy. Ich denke als Smartphone-Ersatz ist es einfach zu groß.

  2. 24.07.14 22:02 ricecracker (Youngster)

    mögen die Bilder NOCH so gut sein ich will keine Digicam mitschleppen nonstop mit Smartphone Funktion. ich will lieber ein Smartphone mit möglichst guter kamera.

    ALso da kauf ich mir lieber ne Extra Digitalcam Falls ich wirklich eine benutzen will.

    für die meissten wird das wohl nichts sein.
    Die abmessungen des LUmia 1020 finde ich sind ein super Kompromiss.

  3. 24.07.14 16:39 M.a.K (Handy Master)

    Wenn ich das richtig verstehe handelt es sich nur um Kameratechnik aus einem normalen Smartphone mit optischem Zoom.

    Da ist das Geld woanders wohl besser angelegt, vor allem wenn man wert auf Qualität legt.

  4. 24.07.14 16:34 TheHunter (Gast)

    Ja aber mit ner Zusatzkamera kannste nicht mal eben sofort zu FB oder Twitter hochladen... Wenn die Bilder sofort auf deinem Smartphone oder Tablet landen kannst du die sowohl bearbeiten, als auch gleich versenden. Und der Vorteil ist eben, dass wenn man das Teil nicht braucht, bleibt es in der Jackentasche und man kann sogar 1a Selfies damit machen, weil der Bildschirm+Auslöser ja von der Kamera getrennt ist.

  5. 24.07.14 16:33 foetor (Expert Handy Profi)

    @Stefan
    RIchtig da muss man 2 Geräte mit rumschleppen. Ich habe es eher auf die Qualität der Bilder bezogen, als auf die Handlichkeit. Da macht Sony eine bessere Figur. Samsung ist natürlich "portabler" :-)

  6. 24.07.14 16:28 Stefan Schomberg (Leitender Testredakteur)

    Ihr vergesst dabei, dass man bei Sony dafür dann aber auch 2 Geräte mitschleppt - dann kann ich auch gleich ne komplette Zusatzkamera kaufen ;)

    mfg

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