Bosch PLR 50 C: Smartes Laser-Messgerät mit Smartphone-App

Zollstock, Papier und Stift sind out, High-Tech ist in! Da passt der Laser-Entfernungsmesser PLR 50 C von Bosch hervorragend ins Bild, denn der macht nicht nur das Messen kinderleicht, sondern soll dank Verbindung zum Smartphone und passender App sogar das Zeichnen von Grundrissplänen übernehmen. Wir haben im Test überprüft, ob der kleine grüne Kasten diese Versprechen wirklich halten kann.

Bosch PLR 50 C - Leaser-Entfernungsmesser mit Smartphone-App | (c) Areamobile

Bosch PLR 50 C - Laser-Entfernungsmesser mit Smartphone-App | (c) Areamobile

Der Entfernungsmesser Bosch PLR 50 C ist ein kleiner, nur 115 x 50 x 23 Millimeter messender Kasten aus Kunststoff in typischem Bosch-Grün als Kennzeichen der Heimwerker-Serie mit schwarzer Gummierung an wichtigen Kanten - ein Feature Phone ist meist nicht viel größer, dafür aber etwas dünner. Auffällig ist an dem Messgerät höchstens der rote Bosch-Schriftzug und der gleichfarbige zentrale Knopf. Das soll einen kompletten Zollstock und darüber hinaus auch Stift und Papier ersetzen? Richtig, denn zum Messen ist das Gerät mit einem Klasse-2-Laser ausgestattet, der mit einer Messungenauigkeit von 2 Millimetern Strecken bis 50 Meter erfassen kann. Über Bluetooth lässt sich eine Verbindung mit dem Smartphone oder Tablet herstellen. Dafür gibt es dann die App PLR Measure & Go für iOS und Android, in der Aufmaße erstellt und Messdaten ohne Angst vor Zahlendrehern automatisch übernommen werden können.

Bosch PLR 50 S: Unterschied zum Vorgänger

Genau darin liegt auch der Hauptunterschied zum Vorgänger Bosch PLR 50 - ohne "C" wohlgemerkt. Denn dieser Buchstabe steht für "Connectivity", also Verbindung mit dem Smartphone oder Tablet. Der Preis ist dankenswerterweise gleich geblieben, beide Modelle kosten 149,90 Euro (UVP) - beim neuen Gerät mit dem Plus an Verbindung bekommt man also mehr fürs gleiche Geld. Und es gibt noch einen gravierenden Unterschied: Während der Vorgänger noch zahllose Tasten, einen Schieberegler und eine echte Miniwasserwaage hatte, verfügt der Nachfolger PLR 50 C nur noch über eine einzige Taste - den eingangs erwähnten roten Knopf nämlich.

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Handlich und leicht

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Mess-Laser der Kategorie 2

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Der Maser reicht 50 Meter weit | (c) Areamobile

 

Damit wird der Entfernungsmesser an- und abgeschaltet und eine Messung aktiviert. Der Rest der Bedienung erfolgt über einen 2,4 Zoll großen, kapazitiven Farb-Touchscreen mit Hintergrundbeleuchtung. Der erleichtert die Bedienung durch logische Bedienführung und gute Ablesbarkeit auch bei schlechtem Licht. Einzige Einschränkung: Im Freien stören starke Spiegelung und schwache Kontraste des Screens, der zudem wenig blickwinkelstabil ist. Im normalen Alltag spielt das aber wegen der überwiegenden Verwendung in Gebäuden eine untergeordnete Rolle.

Klasse Bedienung dank Touchscreen

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Praktisch: 3xAAA statt 9-Volt-Block | (c) Areamobile

Der große Vorteil der Touchscreen-Steuerung des Bosch PLR 50 C im Vergleich zur reinen Tastenbedienung des Vorgängers: Die Bedienelemente passen sich an. So steht etwa bei der Auswahl der verschiedenen Messmodi ein Fragezeichen-Symbol zur Verfügung, mit dem man zu jeder einzelnen Messart eine Hilfestellung inklusive grafischer Darstellung erhält. Somit sind die meisten Symbole auch ohne Blick ins dicke Handbuch problemlos zu verstehen. Apropos Handbuch: Angst muss man vor dem 280-Seiten-Wälzer nicht haben, denn nur die ersten 20 Seiten sind für deutsche Nutzer relevant - der Rest ist für Käufer anderssprachiger Länder gedacht. Neben  der Anleitung finden sich außerdem drei passende Micro-Batterien (AAA), eine Handschlaufe und eine Gürteltasche mit im Lieferumfang. Gerade die Wahl von Standard-Batterien statt eingebautem Akku oder 9-Volt-Block ist aus Nutzersicht sehr begrüßenswert, ökologisch wäre vermutlich ein Akku sinnvoller gewesen. Mit den drei Batterien sollen bis zu 10.000 Messungen möglich sein. Übrigens ruckeln die wenigen Animationen leicht, wenn etwa virtuell eine Seite weitergeblättert wird. Das dürfte aber normalerweise niemanden wirklich stören.

Die Messmethoden: Gut verständlich dank Hilfefunktion

Über das obere linke Symbol auf dem Startbildschirm lassen sich die unterschiedlichen Messmethoden einstellen, davon gibt es insgesamt 12 Stück:

  • Einfache Längenmessung - an eine Wand ansetzen, mit einem Kopfdruck den Laser aktivieren und auf beispielsweise andere Wand ausrichten. Dann erneut roten Knopf drücken - fertig
  • Flächenmessung - Länge und Breite einer Fläche messen und das PLR 50 C errechnet automatisch die Quadratmeterzahl
  • Volumenmessung - Länge, Breite und Höhe eines Raumes messen, das Bosch-Gerät errechnet dann automatisch den Kubikmeterzahl
  • Addition/Subtraktion von Längen - Hilfestellung, um etwa Material für eine Wand zu berechnen, bei der eine Türbreite herausgerechnet werden muss
  • Addition/Subtraktion von Flächen - Hilfestellung, um etwa Material für eine Wand zu berechnen, bei der eine Tür herausgerechnet werden muss
  • Addition/Subtraktion von Volumen - Hilfestellung, um etwa Material von Mauervorsprüngen zu berechnen
  • Indirekte Höhenmessung - Hilfsmittel, um Höhe zu messen, ohne direkt die Wand anvisieren zu müssen (etwa weil Schrank im Weg)
  • Doppelte indirekte Höhenmessung - Hilfsmittel, um etwa die Höhe eines Fensters messen zu können, ohne direkt an das Fenster zu kommen
  • Indirekte Längenmessung - Hilfsmittel, um einen Raum in der Breite zu vermessen, wenn etwa Möbel im Weg sind
  • Neigungsmessung - Hilfsmittel zum Messen von Neigungswinkeln (etwa Geländer)
  • Digitale Wasserwaage - Hilfsmittel zum Messen von Neigungswinkeln bei Flächen bis zu 3 Grad
  • Dauermessung/Minimum/Maximum - Messen von Minimum und Maximum, etwa bei ungleicher Deckenhöhe

App statt Notizblock: Bosch PLR Measure & Go

Das alles geschieht auf dem Bosch PLR 50 C selbst, ein weiteres Hilfsmittel ist dafür nicht nötig - außer natürlich Papier und Stift zum Notieren der Maße. Hier kommt allerdings die Verbindungsmöglichkeit mit dem Smartphone oder Tablet ins Spiel. Denn mit der App PLR Measure & Go lassen sich ganz einfach Räume vermessen und als Grundrissplan erstellen - zumindest in der Theorie. Bei quadratischen oder rechteckigen Räumen funktioniert das auch ganz einfach. Dafür kann man auf digitalem Millimeterpapier entweder der Reihe nach einzelne Linien ziehen, die man dann sofort vermisst. Diese Linien werden allerdings mit kleinen Pfeilen an Anfang und Ende versehen und verbinden sich entsprechend auch nicht automatisch mit einer anderen Linie, um später einen zusammenhängenden Raum zu ergeben.

Immerhin kann man aber die Linien mit dem Finger sehr genau setzen, da ein kleiner Bereich neben der eigentlichen Zeichnung als Zoom-Fenster zu sehen ist - praktisch. Grobe Skizzen lassen sich so zwar erstellen, wirklich verwertbare Grundrisse aber kaum. Das ist schade, da man diese Pläne anschließend sogar als PDF etwa per Mail oder auf beliebigen anderen Wegen versenden kann. Als grobe Hilfestellung ist das nützlich, wer echte Grundrisszeichnungen erstellen will, muss zum 279 Euro (UVP) teuren Lasermessgerät GLM 100 C Professional der blauen Serie greifen. Zusammen mit GLM Floorplan App von Bosch kann man hier auf wesentlich professionellere Funktionen zugreifen.

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Die App kann Längenmaße und...

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... auch Flächenmaße darstellen

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Fotos können auch bemaßt werden | (c) Areamobile

 

Eine weitere Möglichkeit mit der App Bosch PLR Measure & Go: Alternativ kann man ein Rechteck ziehen, das mit der entsprechenden Messmethode sofort mit einer berechneten Quadratmeterzahl versehen wird. Anschließend lassen sich die einzelnen Ecken eines Raumes  verschieben, um etwa ein konvexes Viereck zu erschaffen. Die Quadratmeterzahl wird dann aber nicht mehr angepasst - das kann die App einfach nicht leisten, hierzu braucht man professionelle Software für den Rechner. Dafür lassen sich auch Winkel genau einzeichnen und Pläne mit Hinweistexten versehen. Als Skizze reicht das. Eine andere Option erscheint auch sehr hilfreich: Da ein Bild bekanntlich mehr als tausend Worte sagt, kann man auch ein Foto knipsen und dort hinein die erwähnten Zeichnungen setzen. Das hilft beim Klären der einen oder anderen Unstimmigkeit.

Bosch PLR 50 C im Test: Das Fazit

Stift und Papier oder gar ein professionelles Programm zum Erstellen von Grundrissen kann der Bosch PLR 50 C als Modell für den ambitionierten Heimwerker sicherlich nicht ersetzen. Dafür gibt es andere Lösungen, etwa den GLM 100 C Professional der blauen Profiserie. Für das schnelle, aber genaue Ausmessen von Räumen oder von größeren Abständen sowie dem Festhalten der Messdaten ist das grüne Lasermessgerät aber sehr hilfreich - für alle Heimwerker oder einfach Technikfans.

Themen: App, Smartphones
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