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iPad Pro & Surface Pro 4: Macht die Größe den Unterschied?

Nachdem der Markt mit Tablet im Größenformat 7, 8 und 10 Zoll abgegrast zu sein scheint, versuchen uns die Hersteller neuerdings für solche mit deutlich größeren Bildschirmen zu begeistern. Doch was kann man mit iPad Pro oder Surface Pro 4 anders oder gar besser machen als mit den kleineren? Wir haben uns Gedanken über den Sinn von sehr großen Tablets gemacht.

iPad Pro und Surface Pro 4 | (c) Areamobile

iPad Pro und Surface Pro 4 | (c) Areamobile

Der Verkauf von Tablets ist seit einiger Zeit rückläufig, selbst Klassenprimus Apple setzt immer weniger Einheiten seines iPad ab. Die Phase, in der selbst kleinere und unbekannte Hersteller ihren eigenen, möglichst billigen Flachcomputer auf den Markt werfen, scheint damit ebenfalls ein Ende gefunden zu haben. Aus so einigen Gesprächen konnten wir jedenfalls heraushören, dass das Geschäft mit Tablets mittlerweile kaum mehr lukrativ ist. Die exakte Gegenthese zu dieser Entwicklung scheinen nun Hersteller wie Microsoft, Apple oder auch Samsung belegen zu wollen, die nicht nur sehr große, sondern auch richtig teure Tablets herausbringen. Haben die den Schuss nicht gehört?

Schon, aber zumindest Microsoft und Apple versuchen mit ihren aktuellen XXL-Geräten, das Tablet wieder spannend zu machen. Die größte Stärke des Tablets ist nämlich seit jeher auch seine größte Schwäche: iPad, Galaxy Tab & Co. sind zwar perfekt für den Konsum von Medien auf der Couch oder während der Bahnfahrt geeignet, es ist aber mühselig, produktiv darauf zu arbeiten. Doch genau das will der Verbraucher, wenn auch nicht ständig: Texte schreiben, Bilder bearbeiten, Videos schneiden und ohne Hürden zwischen verschiedenen Anwendungen hin und her navigieren. Klar, das geht auch alles mit den schon erhältlichen Tablets. Doch jetzt wo die Geräteklasse weite Verbreitung gefunden hat, stellt sich auch heraus: eher schlecht als recht.

Genau in diese Nische möchten sich Microsoft mit dem Surface Pro und Apple mit dem iPad Pro einklinken und versprechen dem Nutzer produktives Arbeiten bei guter Mobilität. Und auch wenn sich anhand erster Erfahrungsberichte bereits abzeichnet, dass das bislang größte iPad nicht wie von Apple-Chef Tim Cook gelobt als vollwertiger Ersatz für einen Laptop oder gar einen Desktop-PC herhalten kann, sind die Ansätze der Hersteller gar nicht verkehrt. Anders als beispielsweise Samsung mit dem neuen Wohnzimmertablet Galaxy View, das eher als tragbarer Fernseher durchgeht, oder den 12,2-Zoll-Ausgaben von Galaxy TabPRO und Galaxy NotePRO, die faktisch einfach nur Standard-Tablets mit vergrößertem Bildschirm darstellten, setzen Surface Pro 3 und 4 sowie das iPad Pro bestimmte Schwerpunkte.

iPad Pro: Das Tablet für Künstler

Als Unternehmen mit Schwerpunkt auf schick designte und perfekt beworbene Technik musste sich Apple für das iPad Pro etwas einfallen lassen, um Nutzer eines kleineren iPad sowie eines MacBook anzusprechen. Entsprechend stehen nun nicht mehr die unkomplizierte Bedienung und der grenzenlose Mediengenuss im Vordergrund, sondern Produktivität und Kreativität. Um diesem Anspruch auch gerecht zu werden, will Apple die Touchsensoren für das iPad Pro überarbeitet haben, die die Eingaben des Nutzers nun präziser erkennen. Erstmals in der Geschichte des iPad stellt Apple seinem neuen Tablet zusätzliche Eingabeperipherie zur Seite, sowohl eine Anstecktastatur als auch einen Stylus, an dem sich wohl vor allem Designer erfreuen dürften.

Doch es stellt sich ein Problem: Ein Großteil der potenziellen Kunden dürfte im iPad Pro einfach nur ein größeres iPad mit denselben Limitationen im Alltagseinsatz sehen, eine starke Verbreitung ist fraglich. Entwickler könnten daher den Aufwand und die Kosten scheuen, speziell an den Formfaktor, die Display-Größe und die Steuerung angepasste Ausgaben ihrer Apps anzubieten und lieber weiter auf Mac OS oder iOS mit all seinen Gerätetypen setzen. Mit iOS mag Apple auch auf das falsche Pferd gesetzt haben, immerhin ist das Betriebssystem nicht für seine komplexen Anwendungen bekannt, die so einige kreative und produktive Nutzer von Laptop und Desktop-Rechner zu schätzen wissen. Am Ende muss das iPad Pro erst noch unter Beweis stellen, dass es mehr sein kann als ein extragroßes Hipster-Tablet mit denselben Einschränkungen eines gewöhnlichen Tablets.

Surface Pro 4: Der Laptop-Ersatz

Microsoft bewirbt sein Surface Pro 4 als "das Tablet, das den Laptop ersetzen kann". Mit dieser wagemutigen Behauptung könnte der Windows-Konzern der Wahrheit zumindest ein wenig näher sein, denn tatsächlich muss der Nutzer deutlich weniger Abstriche gegenüber einem handelsüblichen Desktop-PC oder Laptop machen als mit dem iPad Pro. So stimmen der leistungsfähige technische Unterbau und das Betriebssystem, das mit einem reichhaltigen Angebot aus Programmen einen vielseitigen Einsatz möglich macht. Die Möglichkeit, jede gängige USB-Peripherie ohne Umwege ins Surface einzustöpseln und den Speicher per microSD zu erweitern, nimmt dem Apple-Tablet schließlich das i-Tüpfelchen.

Doch auch das Surface Pro 4 hat seine Tücken. Der Tablet-Formfaktor ist nämlich längst nicht überall für das produktive Arbeiten geeignet, vor allem auf kleinen Ablageflächen wie im Straßencafé, im Zug oder im Flugzeug macht sich die schmale und mit Tastatur instabile Stellfläche des Geräts negativ bemerkbar. Wie ein Laptop einfach auf den Schenkeln ablegen und damit zur Not auf kleinem Raum oder auch bequem auf der Couch nutzen, lässt sich das Surface Pro 4 nicht, wodurch es wieder an seiner Vielseitigkeit einbüßt. Denn was bringt schon ein Allround-Talent, das ich zwar theoretisch überall hin mitnehmen, aber wirklich sinnvoll nur am Arbeitsplatz nutzen kann?


iPad Pro
Surface Pro 4
Bildschirm
12,9 Zoll (2.732 x 2.048 Pixel)
12,3 Zoll (2.736 x 1.824 Pixel)
Abmessungen
305,7 x 220,6 x 6,9mm
292,1 x 201,42 x 8,45mm
Hardware
Apple A9X, 4 GB RAM, 32 - 128 GB Speicher
Intel Core M/i5/i/, 4 - 16 GB RAM, 128 - 512 GB Speicher
Konnektivität
WLAN ac, Modell mit LTE erhältlich
WLAN ac, LTE-Stick via USB möglich
Betriebssystem iOS 9 Windows 10
Peripherie Stylus, Tastatur, Schutzhüllen Stylus (Lieferumfang), Tastatur
Sonstiges Touch-ID, Stereo-Lautsprecher microSD, USB, Mini-DisplayPort, integrierter Standfuß
Preis
899 - 1.299 Euro
999 - 2.499 Euro

Fazit

Die großen Tablets von Microsoft und Apple lassen sich zwar durchaus besser für die produktive Arbeit nutzen als die kleinen, die Formfaktoren von iPad Pro und Surface Pro 4 stellen dem Komfort aber auch Grenzen. Am Ende haben die zwei Unternehmen mit ihren Geräten nur eine weitere Nische zwischen den kleineren Tablets und dem Laptop aufgerissen. Als vollwertiger Ersatz für einen leistungsstarkes und schlussendlich immer noch bequemer einsetzbares Ultrabook oder Notebook dürften sie dabei aber nur den Wenigsten dienen. Und denen wird möglicherweise auch schon ein kleineres und deutlich preiswerteres Tablet ausreichen.

Autor: Tobias Czullay
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Kommentare
  1. 16.11.15 11:18 Torti (Advanced Member)

    @Boca:
    >>> Es ist auch sch.....egal ob man mit einem 35 Euro Androiden aus vollplaste das gleiche machen kann - passt das Look an feel nicht , das Design , das Image etc pp wird trotzdem das teure gekauft .

    Hiess es von dir sonst nicht immer, dass sich z.B. die Androiden nur über den Preis verkaufen lassen, da sie sonst keine Unterscheidungsmerkmale haben und der Android-Kunde ein Budget-Kunde ist? Was stimmt denn nun?

  2. 15.11.15 21:30 Dexter_M (Member)

    was kann das ipad-pro besser als ein normales?
    warum sollte man das pro kaufen, und kein normales?

    wobei "pro" als namensgebung irreführend ist

  3. 15.11.15 21:11 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @boca:"Ist das denn so schwer zu verstehen - in jedem Badis-vertriebsseminar lernt man das 90 % der Kaufentscheidung aus dem Bauch heraus kommt. "
    >>In jedem Statistikseminar lernt man, dass 90% der Statistiken aus dem Bauch heraus kommen (und auch Babies). Außerdem wird die Nennung von Statistiken in Seminaren auch in 90% der Fälle einfach erfunden oder umgedeutet. ;)

    Mir geht es um das Gerät und deren Einsatzgebiet. Ich denke dass dürfte auch für die anderen hier gelten, aber darf jeder für sich beantworten. Wenn wir über Marken reden, dann brauchen wir gar nicht über das Gerät reden, weil das keine wirkliche Rolle spielt (Mittelmaß reicht völlig). Dass es verkauft wird, ist vorher schon klar. (wie oft ist dann noch eine ganz andere Frage)

    "Es mag der techfraktion in technikforen wie hier zwar nicht logisch erscheinen- aber sie stellen eine klitzekleine Kundengruppe dar die für den Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens herzlich irrelevant ist !"
    >>Ich glaube du weißt immernoch nicht was logisch bedeutet, dennoch verwendest du dieses Wort ziemlich häufig. Wie peinlich. Für den "Erfolg" des Gerätes (also du meinst Verkaufszahlen) muss man auch kein besonders gutes Gerät produzieren (also auch keins, das irgendwas besser oder einfacher kann). Deshalb ergibt es auch keinen Sinn über Verkaufszahlen zu reden, wenn man über den Sinn und Zweck des Gerätes diskutiert. Nur weil die Bild oft verkauft wird, ist es trotzdem keine gute Zeitung. Der Vergleich ist alt, aber du kommst ja auch immer mit dem gleichen Kram.

  4. 15.11.15 20:57 bocadillo (GURU)

    Chief

    Fahren kann auch ein Dacia - trotzdem werden audis und bmw verkauft .

    Ist das denn so schwer zu verstehen - in jedem Badis-vertriebsseminar lernt man das 90 % der Kaufentscheidung aus dem Bauch heraus kommt. Es ist sch.....egal was ein Surface mehr kann- braucht es der Nutzer nicht ist es kein kaufargument . Es ist auch sch.....egal ob man mit einem 35 Euro Androiden aus vollplaste das gleiche machen kann - passt das Look an feel nicht , das Design , das Image etc pp wird trotzdem das teure gekauft .

    Es mag der techfraktion in technikforen wie hier zwar nicht logisch erscheinen- aber sie stellen eine klitzekleine Kundengruppe dar die für den Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens herzlich irrelevant ist !

  5. 15.11.15 20:49 TheHunter (Gast)

    Wo ist das Problem mit nem Lüfter, wenn er eh kaum läuft oder sehr leise ist? Ist doch dann Wurst.

  6. 15.11.15 14:16 chief (Professional Handy Master)

    Was Nuvolari wieder für ein unsachliches Zeug von sich gibt, Wahnsinn.

    @Nuvolari
    Bitte Kennzeichne deine Meinung auch als diese. Überzogene Preise mögen es für dich sein.

    @Boca
    Was ist den nun deine Aussage aus deinen beiden Beiträgen? Du würdest dir niemals ein iPad Pro kaufen. Gut. Und was soll die Aussage mit den 40% Nutzen beim Surface?

    "Mailen , surfen , paar Textdateien , tBellenkalkulation schon eher selten , multimediakonsum .- mehr braucht fmdas gros nicht . Das Surface und selbst das iPad können viel mehr ."

    Und welches Gerät kann genau das, was du beschreibst und ja nichts mehr? Richtig. Gar keines.

    "Für was kann man sich ein iPad pro vorstellen bei gewerblicher Nutzung - mit Spezial Apps in Sachen vertrieb , medizinischer Diagnose , Design, Architektur oder auch einfach nur für Statistik . "

    Gewerbliche Nutzung. Interessant. Auf einmal taugt iOS und ein iPad für den Produktiven Einsatz bei dir? Das alles kann man aber auch mit einem Surface machen. Warum ist das Surface also nur für die Geeks?

    Zumal, ein Surface bei deutlich mehr Flexibilität, um einiges günstiger ist als ein iPad Pro. Warum lässt ausgerechnet du, den Kostenfaktor unter den Tisch fallen?

    @sabu
    So sieht es, für mich, auch aus. Würde Apple sich endlich trauen, OSX und iOS zu verschmelzen bzw. OSX touchfähig machen, wäre das iPad Pro 1. wirklich ein Pro Gerät und 2. deutlich interessanter.

    @Eco zu deinem Nachtrag

    Genau meine Meinung!

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