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Kamera-Vergleichstest: Galaxy S7, LG G5, Huawei P9, HTC 10 und iPhone 6S

Größere Pixel, Laserfokus, optische Bildstabilisierung und Dual-Kameras mit zwei Linsen und zwei Sensoren - die Kameras der neuen Top-Smartphones haben einiges zu bieten. Was sind die interessanten neuen Kamera-Funktionen? Welche Smartphone-Kamera liefert die besten Ergebnisse bei Tag- und bei Nachtaufnahmen? Und kann das iPhone 6S von Apple da noch mithalten? Unser großer Kamera-Vergleichstest mit HTC 10, LG G5, Huawei P9, Samsung Galaxy S7 und Apple iPhone 6S gibt die Antworten.

Flaggschiffe 2016 | (c) Areamobile

Kameras im Vergleich | (c) Areamobile

Mit dem HTC 10 betritt in den kommenden Wochen auch das voraussichtlich letzte große Flaggschiff-Smartphone der ersten Jahreshälfte 2016 die Bühne - Zeit für uns also, alle aktuellen Topmodelle im Kameratest gegeneinander antreten zu lassen. Wie in jedem Jahr schicken sich Samsung, LG & Co. an, dem Kamera-Allrounder iPhone die Stirn zu bieten, jeder dabei nun mit einer etwas eigenen Idee. Während Samsung und HTC mit Galaxy S7 und 10 vor allem mit ihren Sensortechniken auftrumpfen möchten, da liefern Huawei und LG mit ihren P9 und G5 gleich eine zweite Hauptkamera mit. Dass mehr jedoch nicht immer auch besser ist, das haben in diesem Jahr nahezu alle Hersteller verstanden: Das Rennen um höhere Auflösungen ist vorüber, als neue Kennzahl für besonders gute Fotos wurde die Pixelgröße auserkoren. Doch dass nun allein die Größe der Lichtgefäße für eine erhabene Bildqualität sorgt, ist natürlich nur die halbe Wahrheit - das stellte nicht zuletzt HTC mit seiner Ultrapixel-Kamera im One M7 und One M8 unter Beweis.

Kameras im Vergleich | (c) Areamobile

Die Sensoren im Vergleich | (c) Areamobile

Nach einem Jahr Pause - beim Vorgänger zum 10 setzte HTC nur vorne auf einen Ultrapixelsensor - ist der Sensor mit den besonders großen Pixel im neuen Vorzeige-Smartphone zurück, auch wenn er seine Bezeichnung im Vergleich zur Konkurrenz eigentlich kaum mehr verdient. Denn wo die einzelnen Lichtdioden in der ersten Generation noch 2 µm maßen, da sind sie im neuen Ultrapixel-2.0-Sensor mit 1,55 µm kaum viel größer als beim Galaxy S7. Das Samsung-Flaggschiff gleicht das Verhältnis zudem mit einer größeren Blendenöffnung aus. Das Huawei P9 will durch den Einsatz eines zweiten, rein auf die Erfassung von Schwarz-Weiß-Informationen abgestellten Sensors ebenfalls mehr Licht aufnehmen können. LG und Apple sehen in diesem Feld indes keinen Handlungsbedarf: Die Koreaner verbauen wie bereits im Vorgänger ein Kameramodul mit f/1.8-Blende sowie einen 16-Megapixel-Sensor im 16:9-Seitenverhältnis und stellen damit den hochauflösendsten Bildsensor im Vergleich, Apple reduzierte mit dem iPhone 6S gar die Pixelgröße zugunsten einer höheren 12-Megapixel-Auflösung.


Galaxy S7 (Edge)
iPhone 6S (Plus)
Huawei P9
LG G5
HTC 10
Sensor
12 Megapixel (4:3), 1,4 µm Pixel
12 Megapixel (4:3), 1,22 µm Pixel
12 Megapixel (4:3), 1,25 µm Pixel
16 Megapixel (16:9), 1,19 µm Pixel
12 Megapixel (4:3), 1,55 µm Pixel
Objektiv
f/1.7, 26 mm
f/2.2, 29 mm
f/2.2, 27 mm
f/1.8, 28 mm
f/1.8, 26 mm
Bildstabilisator
optisch
elektronisch (optisch)
elektronisch
optisch
optisch
Fokus
Phasenvergleich
Phasenvergleich
Laserfokus, Tiefen- und Kontrastmess.
Laserfokus
Laserfokus
Besonderheiten


Monochrom-Sensor
UWW-Linse: 8 Megapixel, f/2.4

Doch obwohl LG an den bewährten Eckdaten festhält, auf der Stelle tritt der Hersteller nicht. Stattdessen liefert er beim G5 eine zweite Hauptkamera mit, die sich aus einem Ultraweitwinkelobjektiv und einem 8-Megapixel-Sensor zusammensetzt - also mehr ein neues Feature als eine Verbesserung. Auch das zweite Auge bei Huawei ist nicht nur für bessere Bildqualität zuständig, mit ihm können stimmige Schwarz-Weiß-Fotos aufgenommen und vor oder nach der Aufnahme Spielereien an der Bildschärfe vollführt werden. Dagegen bringen Apple, HTC und Samsung ihre Bewegtbildfunktionen und die mittlerweile gängigen Modi für Zeitraffer und Zeitlupe ein. Bieder wie eh und je präsentiert sich das iPhone, wenn es um den Einfluss auf die Kamera-Einstellungen geht: Viel mehr als Auslösen erlaubt die Software von Apple nicht. Dagegen haben die Hersteller der vier vertretenen Android-Smartphones erkannt, dass es durchaus einige Nutzer gibt, die sich mehr Spielraum bei der technischen Gestaltung ihrer Aufnahmen wünschen, fernab von HDR, Food- und Beautyfiltern.

Tatsächlich betrauen HTC 10, LG G5, Samsung Galaxy S7 und auch das Huawei P9 ihre Besitzer je mit einem manuellen Modus, mit dem sich mehr als nur ISO-Wert und Weißabgleich regulieren lassen. Dazu zählt neben der Möglichkeit, Fotos im verlustfreien RAW-Format abzuspeichern auch die Einflussnahme auf die Belichtungszeit. LG und Huawei gestatten Fotografen Belichtungen von bis zu 30 Sekunden, Samsung bis 10 Sekunden, bei HTC ist nach maximal 2 Sekunden Schluss. Ganz von der Leine lassen sie den Nutzer allerdings dann doch nicht, denn die automatische und nicht deaktivierbare Belichtungskorrektur stemmt sich stets gegen "Einstellungsfehler". Das ist nicht nur ärgerlich, sondern sorgt mitunter dafür, dass sich längere kaum von kürzeren Belichtungen unterscheiden.

Kameras im Vergleich | (c) Areamobile

Galaxy S7 Kamera-App | (c) Areamobile

Kameras im Vergleich | (c) Areamobile

iPhone 6S Kamera-App | (c) Areamobile

Kameras im Vergleich | (c) Areamobile

Huawei P9 Kamera-App | (c) Areamobile

 
Kameras im Vergleich | (c) Areamobile

LG G5 Kamera-App | (c) Areamobile

Kameras im Vergleich | (c) Areamobile

HTC 10 Kamera-App | (c) Areamobile

 

Einzige positive Ausnahme stellt hier Huawei, im Profi-Modus des P9 wird die Korrektur zumindest nicht sichtbar angewandt. In der Kamera-App der Chinesen dürfen zudem die Messfelder (Spot, Matrix und Mittenbetont) sowie die Fokusmodi (Einzelautofokus und Kontinuierlicher Autofokus) verändert werden. Im Sucher des LG G5 wird auf Wunsch sogar ein Echtzeit-Histogramm zu Helligkeit oder Farben angezeigt.

Die Bildqualität bei Tag

Tageslichtaufnahmen im Freien sind für heutige Smartphone-Kameras kaum mehr eine Herausforderung. Trotzdem interpretieren die fünf Kontrahenten eine Szene stets etwas verschieden, sowohl bei der Belichtung als auch dem Weißabgleich zeichnen sich mitunter gravierende Unterschiede ab. Während sich die Fotos von iPhone 6S und Huawei P9 bei ihren insgesamt etwas wärmeren Farbtönen und in ihrer Bilddynamik in einigen Situationen überraschend ähneln, da zeichnen das HTC 10, das LG G5 und das Samsung Galaxy S7 - allesamt mit kühlerem Weißabgleich - immer ein anderes Bild.

Samsung Galaxy S7 Kamera | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S7 Kamera | (c) Areamobile

iPhone 6S Kamera | (c) Areamobile

iPhone 6S Kamera | (c) Areamobile

Huawei P9 Kamera | (c) Areamobile

Huawei P9 Kamera | (c) Areamobile

 
LG G5 Kamera | (c) Areamobile

LG G5 Kamera | (c) Areamobile

HTC 10 Kamera | (c) Areamobile

HTC 10 Kamera | (c) Areamobile

 

Samsungs Kamera neigt wie bereits in den vergangenen zwei Generationen dazu, Schatten etwas zu dunkel abzubilden - das mag auf dem kontrastreichen AMOLED-Bildschirm des Smartphones kein Problem darstellen, auf einem IPS-Monitor sind die Abstufungen in den Dunkeltönen aber kaum mehr zu erkennen. Anders herum das HTC 10, auf dem helle Bereiche gerne einmal ausbrennen. Bei allen vorliegenden Android-Smartphones hilft die Nachbearbeitung eines im RAW-Format aufgenommenen Fotos nur wenig, um noch Informationen aus Über- oder Unterbelichtungen zu retten, da der Dynamikumfang der Negative doch arg begrenzt ist. Bei der Belichtung sehr ausgewogen zeigen sich die Smartphones von Apple und Huawei, auch das LG G5 überzeugt in dieser Disziplin in den meisten Fällen, wenn auch die Fotos immer ein wenig kontrastarm erscheinen.

Kameras im Vergleich | (c) Areamobile

100-Prozent-Ausschnitt | (c) Areamobile

Kameras im Vergleich | (c) Areamobile

100-Prozent-Ausschnitt | (c) Areamobile

 

Ein ganz anderes Bild ergibt sich mit Blick auf die Schärfe, denn die ist bei den Aufnahmen aus dem Topmodell der Koreaner ziemlich mau. Mit Details durchsetzte Flächen erscheinen im Vergleich mit dem Galaxy S7 oder dem HTC 10 stets etwas matschig, seitlich einfallendes Licht sorgt für einen mal mehr mal weniger stark ausgeprägten Glare-Effekt. Man fühlt sich glatt ein wenig an die ersten Pureview-Kameras aus der Lumia-Serie erinnert, die ebenfalls durch einen Weichzeichner stets ein wenig wie ein Gemälde wirkten. Klassenbester ist hier abermals das Galaxy S7, keine andere Kamera zeichnet Fotos so scharf und holt selbst aus hauptsächlich eintönigen Flächen dermaßen viele Details heraus. Das ist einerseits beeindruckend - beispielsweise bei Makro-Aufnahmen -, kann aber auch die Stimmung einer Szene ganz schön in Mitleidenschaft ziehen: Durch die mit der Rasierklinge nachgezogenen und stark betonten Konturen erscheinen selbst träumerische Landschaftsszenen bisweilen künstlich.

Samsung Galaxy S7 Kamera | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S7 Kamera | (c) Areamobile

iPhone 6S Kamera | (c) Areamobile

iPhone 6S Kamera | (c) Areamobile

Huawei P9 Kamera | (c) Areamobile

Huawei P9 Kamera | (c) Areamobile

 
LG G5 Kamera | (c) Areamobile

LG G5 Kamera | (c) Areamobile

HTC 10 Kamera | (c) Areamobile

HTC 10 Kamera | (c) Areamobile

 

Auch die gewollte Tiefenunschärfe leidet unter der nachträglich aufgesetzten Schärfe des Galaxy S7. Durch den aggressiven Eingriff der Software sind hin und wieder unschöne Heiligenscheine an Objektkanten auszumachen (siehe unten), außerdem zeigen sich in den Bildecken gelegentlich Farbsäume und in jedem Fall ein sichtbarer Schärfeabfall. Mit nachlassender Schärfe hat auch das HTC 10 zu kämpfen, bei unserem Textexemplar zieht sich eine leichte Linsenunschärfe über fast ein Viertel des Bildes. Davon abgesehen lassen sich auf den Fotos aus dem 10 viele feine Details erkennen, in der Hinsicht weiß die neue Ultrapixel-Kamera zu überzeugen.

Samsung Galaxy S7 Kamera | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S7 Kamera | (c) Areamobile

iPhone 6S Kamera | (c) Areamobile

iPhone 6S Kamera | (c) Areamobile

Huawei P9 Kamera | (c) Areamobile

Huawei P9 Kamera | (c) Areamobile

 
LG G5 Kamera | (c) Areamobile

LG G5 Kamera | (c) Areamobile

HTC 10 Kamera | (c) Areamobile

HTC 10 Kamera | (c) Areamobile

 

Die Dual-Kamera des Huawei P9 macht vielleicht die zufriedenstellendsten Fotos bei Tage: Sie sind nicht so stark überzeichnet wie bei Samsungs Kamera, dabei aber scharf genug um eine Fülle an Details und nuancierte Farbverläufe zu erkennen. Damit ist die Kamera das P9 ein Querschnitt durch Galaxy S7 und iPhone 6S, auch weil sich die Bilddynamik durchaus auf dem ausgezeichneten Niveau des Apple-Smartphones bewegt. Doch gibt es auch einen Minuspunkt: Der fehlende optische Bildstabilisator macht sich bereits bei Aufnahmen in geschlossenen Räumen bemerkbar, nicht jedes Bild ist scharf. Damit teilt sich das Huawei-Smartphone ein Problem mit dem iPhone 6S.

Samsung Galaxy S7 Kamera | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S7 Kamera | (c) Areamobile

iPhone 6S Kamera | (c) Areamobile

iPhone 6S Kamera | (c) Areamobile

Huawei P9 Kamera | (c) Areamobile

Huawei P9 Kamera | (c) Areamobile

 
LG G5 Kamera | (c) Areamobile

LG G5 Kamera | (c) Areamobile

HTC 10 Kamera | (c) Areamobile

HTC 10 Kamera | (c) Areamobile

 

Maßgeblichen Einfluss auf die Schärfe eines Fotos hat natürlich auch der Fokus einer Kamera und da gibt es bei den aktuellen Topmodellen einige Unterschiede - sowohl bei den verwendeten Technologien, als auch bei der Qualität. LG, Huawei und HTC vertrauen auf ein Laserfokusmodul, das über eine Infrarotmessung den Abstand zum Motiv bestimmen und sich damit auch für schummerige Situationen eignen soll. In der Praxis macht das allerdings kaum einen Unterschied zum im Galaxy S7 und iPhone 6S eingesetzten Phasenvergleichsfokus, bei dem sich das scharfe Bild durch den Vergleich von nebeneinander platzierten Pixelpaaren ergibt. Huawei vertraut im P9 nicht nur auf eine Fokustechnik, die Kamera profitiert durch ihr zweites Auge zusätzlich von der Kontrast- und Tiefenmessung.

Bei Tages- und Dämmerlicht leisten alle Geräte gute und verlässliche Dienste, wobei sich das LG G5 bei besonders nahen Gegenständen gelegentlich ziert und schlicht keinen Fokus findet. In puncto Geschwindigkeit kommt kein aktuelles Smartphone an die meisterhafte Leistung des Galaxy S7 heran, der Einsatz des "Dual-Pixel-Sensors" macht sich definitiv bezahlt. Auch das iPhone 6S ist beim Scharfstellen eines manuell auf dem Bildschirm bestimmten Fokusbereichs sehr schnell, die Kameras der drei anderen Modelle sind da etwas gemütlicher und zumindest in den Bildecken auch nicht so treffsicher wie jene von Apple und Samsung.

Samsung Galaxy S7 Kamera | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S7 Kamera | (c) Areamobile

iPhone 6S Kamera | (c) Areamobile

iPhone 6S Kamera | (c) Areamobile

Huawei P9 Kamera | (c) Areamobile

Huawei P9 Kamera | (c) Areamobile

 
LG G5 Kamera | (c) Areamobile

LG G5 Kamera | (c) Areamobile

HTC 10 Kamera | (c) Areamobile

HTC 10 Kamera | (c) Areamobile

 

Aufnahmen bei Nacht

Bei Nachtaufnahmen ergibt sich ein ähnliches Bild, das Samsung-Smartphone leistet hier beim Fokussieren ganze Arbeit. Je nach vorhandenen Lichtquellen kann sich auch das G5 sehen lassen, der Ausschuss an unscharfen Fotos ist jedoch größer als bei P9 und HTC 10. Das iPhone 6S gelangt bei Dunkelheit in vielerlei Hinsicht an seine Grenzen: Der Fokus ist nicht mehr verlässlich, Aufnahmen aus der Hand verwackeln und die Automatik erlaubt keine Langzeitbelichtungen. Durch den hochgeschraubten ISO-Wert nimmt auch das Bildrauschen dermaßen stark zu, dass die Fotos reichlich unansehnlich geraten. Hier sollte Apple bei zukünftigen iPhones einmal nachbessern, denn die Konkurrenz aus dem Android-Lager zeigt, was heutzutage auch bei Nacht möglich ist.

Samsung Galaxy S7 Kamera | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S7: manuell, 2 s, ISO 100, Stativ | (c) Areamobile

iPhone 6S Kamera | (c) Areamobile

iPhone 6S: Automatik, 1/17 s, ISO 2.000, Stativ | (c) Areamobile

Huawei P9 Kamera | (c) Areamobile

Huawei P9: manuell, 4 s, ISO 100, Stativ | (c) Areamobile

 
LG G5 Kamera | (c) Areamobile

LG G5: manuell, 3,2 s, ISO 100, Stativ | (c) Areamobile

HTC 10 Kamera | (c) Areamobile

HTC 10: manuell, 1 s, ISO 200, Stativ | (c) Areamobile

 

Glücklicherweise bieten alle vier Android-Smartphones im Test eine Möglichkeit an, Langzeitbelichtungen anzufertigen - wenn auch mit unterschiedlichen Parametern. Über den Profi-Modus des HTC 10 sind beispielsweise nur maximal 2 Sekunden Belichtung drin, der Rest muss durch einen höheren ISO-Wert ausgeglichen werden. Doch natürlich geraten die Bilder bei ISO 3.200 reichlich verrauscht und die Lichtausbeute bleibt bei Nacht trotzdem eher unbefriedigend. Besser machen es da LG und Huawei, denn ihre Smartphone-Kameras können eine Szene bis zu 30 Sekunden lang belichten, der ISO-Wert darf folglich zugunsten eines besseren Rauschverhältnisses reduziert werden. Natürlich hilft auch die Software in der Nachbearbeitung nach, das Bild möglichst rauschfrei zu halten - nicht immer zum Positiven. Die Reduzierung ist beim G5 bisweilen dermaßen aggressiv, dass Texturen im Matsch untergehen.

Samsung Galaxy S7 Kamera | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S7: manuell, 10 s, ISO 400, Stativ | (c) Areamobile

iPhone 6S Kamera | (c) Areamobile

iPhone 6S: Automatik, 1/17 s, ISO 2.000, Stativ | (c) Areamobile

Huawei P9 Kamera | (c) Areamobile

Huawei P9: manuell, 30 s, ISO 100, Stativ | (c) Areamobile

 
LG G5 Kamera | (c) Areamobile

LG G5: manuell, 30 s, ISO 100, Stativ | (c) Areamobile

LG G5 Kamera | (c) Areamobile

LG G5 (UWW): manuell, 20 s, ISO 100, Stativ | (c) Areamobile

HTC 10 Kamera | (c) Areamobile

HTC 10: manuell, 2 s, ISO 3.200, Stativ | (c) Areamobile

 

Besser ist da der Mittelweg, den Samsung mit dem Galaxy S7 einschlägt. Das bei Tage quasi nicht vorhandene Rauschen wird bei längeren Belichtungen zwar sichtbar, stört allerdings kaum und hat den angenehmen Nebeneffekt, dass mehr Details erhalten bleiben. Beim aktuellen Topmodell der Koreaner dürfen Nachtaufnahmen mit maximal 10 Sekunden belichtet werden. Das ist bei kompletter Dunkelheit zwar nicht genug, dank seiner großen Blendenöffnung sammelt das Objektiv aber immerhin bei städtischer Nachtbeleuchtung genügend Licht ein, um mitunter eindrucksvolle Ergebnisse abzuliefern - und das nicht nur mit Dreibein bewaffnet, sondern zur Not auch aus der Hüfte.

Samsung Galaxy S7 Kamera | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S7: Automatik, ohne Stativ | (c) Areamobile

iPhone 6S Kamera | (c) Areamobile

iPhone 6S: Automatik, ohne Stativ| (c) Areamobile

Huawei P9 Kamera | (c) Areamobile

Huawei P9: Automatik, ohne Stativ | (c) Areamobile

 
LG G5 Kamera | (c) Areamobile

LG G5: Automatik, ohne Stativ | (c) Areamobile

HTC 10 Kamera | (c) Areamobile

HTC 10: Automatik, ohne Stativ | (c) Areamobile

 

Anders das Huawei P9: Um dem Smartphone seine guten Nachtfotos zu entlocken, ist ein wenig mehr Arbeit nötig. Zum einen ein Stativ, denn eine Bildstabilisierung liefert das Gerät wie bereits erwähnt nicht. Zum anderen müssen sich Fotografen mit der Tatsache arrangieren, dass Änderungen an der Belichtungszeit über den Profi-Modus nicht in Echtzeit auf das Bild im Sucher übertragen werden - nur mit der Steigerung des ja eigentlich möglichst niedrig gehaltenen ISO-Werts wird es heller. Dadurch wird Nutzern viel Geduld oder eben entsprechende Vorkenntnis abverlangt. Über einen dezidierten Nachtmodus darf den Fotos beim Entstehen zugeschaut werden, ein wirklicher Mehrwert bietet sich aber sonst nicht. Im Gegenteil, die Auflösung wird auf maximal 8 Megapixel beschränkt.

Fazit

Konnte Apple die Kamera-Konkurrenz im vergangenen Jahr noch gerade so in Zaum halten, da bieten sich unter den aktuellen Top-Smartphones der Android-Hersteller gleich mehrere bessere Alternativen. Dass die Knipse des Samsung Galaxy S7 und Galaxy S7 Edge unterm Strich sehr gute Fotos in nahezu allen Lichtsituationen macht, haben wir bereits an anderer Stelle ausgeführt. Dieser Vergleich ändert daran nur wenig, die Samsung-Kamera ist ein absolutes Multitalent und macht einfach Spaß - vor allem in der gefürchteten Nachtdisziplin. Ganz ohne Makel ist sie freilich nicht, die stets etwas zu dunkle Belichtung und die je nach Einsatzbereich für das Ambiente tödliche oder aber beeindruckende Schärfe sind nicht jedermanns Fall. Eine gute Kompromisslösung liefert hier Huawei ab: Die Chinesen übertreiben es nicht bei der Schärfe und legen neben dem iPhone 6S die insgesamt beste Bilddynamik vor. Für die Dual-Kamera eines Huawei P10 wünschen wir uns aber einen optischen Bildstabilisator.

HTC hat aus den vergangenen Fehlern gelernt und liefert mit dem 10 endlich eine Kamera vor, die es mit der Konkurrenz aufnehmen kann. Schade nur, dass sie häufiger für ausgebrannte Lichter sorgt und sich bei der manuellen Belichtungszeit arg zugeknöpft zeigt. Ein wenig enttäuscht hat uns das G5: Nachdem LG mit dem G4 eine unerwartet gute Kamera auf den Markt brachte, bleibt sie im neuen Flaggschiff hinter den Erwartungen zurück. Die Fotos sind oft zu fahl, zu weich und im Vergleich mit den Rivalen zu detailarm. Auch der Laserfokus ist nicht so zuverlässig wie beispielsweise beim HTC 10. Mit der zweiten Ultraweitwinkelkamera bietet LG allerdings auch ein sehr einzigartiges Feature an, das sicherlich seine Fans finden wird.

Weitere Vergleichstests:

Autor: Tobias Czullay
Kamera-Vergleich:

Welche Smartphone-Kamera überzeugt euch am meisten?

  • die vom iPhone 6S (Plus)
    8.02%
  • die vom Samsung Galaxy S7 (Edge)
    45.99%
  • die vom HTC 10
    16.74%
  • die vom LG G5
    10.57%
  • die vom Huawei P9
    18.68%
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Kommentare
  1. 26.05.16 14:00 MichaelG
    Nachtaufnahmen

    Der Test macht für mich grundsätzlich einen guten und objektiven Eindruck. Allerdings hätte ich mir für eine noch bessere Bewertung der Fähigkeiten bei Nacht ein Fotoset gewünscht, in der alle Kameras mit der gleichen Einstellung, z. B. ISO200, 2S, verwendet werden. Hiermit kann, neben dem auch wichtigen individuellem Optimum jedes Produktes, zunächst eine grundsätzlicher Qualitätsvergleich hergestellt werden. Insbesondere, wenn hier bei den Einstellungen die Limits der einzelnen Produkte durch die Software gegeben sind und ich im Falle von HTC die Erfahrung gemacht habe, dass gerade nach Verkaufsstart noch einiges an Optimierungen per Update gebracht wird.

  2. 02.05.16 16:29 jennss (Advanced Member)

    In einigen Situationen sehe ich das iPhone farblich noch vorne. Insgesamt ist das HTC vielleicht am besten. Beim iPhone würden mich die zu wenigen Einstellmöglichkeiten stören. Wegen der (nicht getesteten) Superweitwinkelkamera finde ich das G5 jedoch sehr attraktiv. Auch die Schwarzweißcam des P9 hat was.

  3. 29.04.16 16:10 benthepen (Advanced Handy Master)

    Vielleicht, aber auch nur vielleicht, wird es ein MOD lesen und sich dazu mal äußern ;-)

  4. 29.04.16 15:30 pixelflicker (GURU)

    Aber genau das ist doch das Problem. Es gibt viele Leute, die überfliegen solche Tests (ist ja auch viel Text) und entscheiden dann aufgrund der hier gezeigten Bilder, die aber gar nicht vergleichbar sind. Ich finde damit macht man mehr schlecht als gut, auch wenn die Idee des Tests wirklich gut ist und der Artikel auch gut geschrieben ist.

  5. 29.04.16 13:48 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @ben: Deswegen ist es immer gut, wenn man Quellen für seine Aussagen hat und das man die Quelle auch beurteilt. Es nimmt einem keiner das Denken ab. "Die" Leute mögen das nicht machen, aber wir können das ja so handhaben ;)

  6. 28.04.16 22:03 benthepen (Advanced Handy Master)

    Jetzt muss hier nur noch mitgelesen werden, damit die das beim nächsten mal anders machen. Wenn das aber so stimmt, was PF schreibt, ist der Vergleich hier fast schon gefährlich und so entstehen auch Gerüchte, nach dem Motto, "schau mal, wie schlecht die Cam vom Modell XY im Gegensatz zu Modell XY ist"
    Wenn man die Bilder im manuellen Modus vergleichen will, müssen die Werte auch gleich sein. Außer im Automatikmodus, wo man testet, welche Einstellungen die Software im jeweiligen Modell aussucht.

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