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Test: Samsung Galaxy S7, OnePlus 3 und ZTE Axon 7 im Kamera-Vergleich

OnePlus 3 und ZTE Axon 7 sind deutlich günstigere Alternativen zum Samsung Galaxy S7 (Edge). Doch wie steht es eigentlich um die Kamera-Qualität der beiden China-Smartphones? Wir haben OnePlus 3 und ZTE Axon 7 im Kamera-Test gegen das Samsung Galaxy S7 antreten lassen.

Kameravergleich OnePlus 3, Axon 7, Galaxy S7 | (c) Areamobile

OnePlus 3, ZTE Axon 7 und Samung Galaxy S7 im Kameravergleich | (c) Areamobile

Moderne Flaggschiff-Smartphones stehen und fallen mit der Leistung ihrer Kamera, von einem für viel Geld angeschafften Smartphone erwarten Kunden zurecht auch gute Fotoqualität. Die meisten Vertreter aus der aktuellen Top-Riege können in dieser Hinsicht überzeugen, doch liegen deren Preise anders als bei den neuen chinesischen Herausforderern ZTE Axon 7 und OnePlus 3 jenseits der 550 Euro. Die verhältnismäßig niedrigen Preise für die technisch sehr gut ausgestatteten und hochwertig anmutenden Smartphones von ZTE und OnePlus stimmen zunächst ein wenig skeptisch, schließlich müssen die Hersteller ja an einer Stelle den Gürtel enger geschnallt haben. So viel sei vorweg verraten: Bei der Kamera müssen Nutzer der beiden Geräte keine Kompromisse eingehen.

Für unseren Kameravergleich zwischen dem ZTE Axon 7 und dem OnePlus 3 holen wir das Samsung Galaxy S7 (Edge) heran, das deutlich teurer ist und die Messlatte für aktuelle Smartphone-Kameras hoch hält. Die in Galaxy S7 und Galaxy S7 Edge baugleiche Knipse setzt auf den hauseigenen Isocell-Sensor oder Sonys IMX260 mit 12-Megapixel-Auflösung, ein 26-Millimeter-Objektiv mit f/1.7-Blende, einen optischen Bildstabilisator und einen sogenannten Dual-Pixel-Sensor, der für den Phasenvergleichsfokus verantwortlich ist. Im OnePlus 3 steckt ein Sony IMX298 mit 16-Megapixel-Auflösung, ein Objektiv mit 25 Millimetern Brennweite und einer Blende von f/2.0 sowie ein optischer Bildstabilisator, der sich Unterstützung durch einen elektronischen Stabilisator verschaffen kann. Auch ZTE setzt beim Axon 7 auf eine solche Hybrid-Stabilisierung und wie im OnePlus 3 kommt ein Phasenvergleichsfokus zum Einsatz. Weiterhin vertraut ZTE auf einen Isocell-Sensor von Samsung mit einer Auflösung von 20 Megapixel und ein Objektiv mit f/1.8-Blende und einem Brennweitenäquivalent von etwa 28 Millimeter.

Kameravergleich OnePlus 3, Axon 7, Galaxy S7 | (c) Areamobile

ZTE Axon 7 | (c) Areamobile

Kameravergleich OnePlus 3, Axon 7, Galaxy S7 | (c) Areamobile

OnePlus 3 | (c) Areamobile

Kameravergleich OnePlus 3, Axon 7, Galaxy S7 | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S7 (Edge) | (c) Areamobile

 

Die technischen Eckdaten stimmen also schon einmal bei den Herausforderern aus China, doch natürlich spielt auch die Software eine große Rolle. Die fällt bei Samsung wie gehabt ein wenig überladen und dadurch unübersichtlich aus, doch immerhin bietet das Galaxy S7 (Edge) neben den vielen Bildeinstellungen und Szenen-Modi auch einen manuellen Modus, mit dem sich die Belichtungszeit, der ISO-Wert oder auch der Fokus steuern lassen. Diese Möglichkeiten bieten auch OnePlus und ZTE auf ihren Smartphones, ebenso einen bei Bedarf zuschaltbaren Auto-HDR-Modus, durch den bei einfachem Auslösen ein Foto mit erweitertem Dynamikumfang geschossen wird.

Bei allen Vergleichskandidaten dürfen im Automatikmodus über den Sucher je ein Messpunkt für den Fokus und die Belichtung definiert und unabhängig voneinander justiert werden. Nur Galaxy S7 (Edge) und OnePlus 3 erlauben die Aufnahme von RAW-Fotos, das ZTE Axon 7 kann aber durch eine zuschaltbare Wasserwaage und ein Echtzeit-Histogramm Punkte gut machen. Wie auch beim Samsung-Smartphone dürfen beim Axon 7 statische Fotos durch die "Live-Photos"-Funktion um kurze Bewegtbild-Clips erweitert werden.


ZTE Axon 7
OnePlus 3
Galaxy S7 (Edge)
Sensor
Samsung Isocell
Sony IMX298
Sony IMX260 / Samsung Icocell
Auflösung
20 Megapixel (16:9)
16 Megapixel (4:3)
12 Megapixel (4:3)
Objektiv
f/1.8, ~ 28 mm
f/2.0, 25 mm
f/1.7, 26 mm
Autofokus
Phasenvergleich
Phasenvergleich Phasenvergleich
Bildstabilisator
optisch & elektronisch
optisch & elektronisch optisch
LED-Blitz
Dual
Dual
Single
Besonderheiten
manueller Modus, Live Photos, Auto-HDR
manueller Modus, Auto-HDR
manueller Modus, Live Photos, Auto-HDR

Die Fotos im Vergleich

Sowohl Galaxy S7 (Edge) als auch OnePlus 3 und ZTE Axon 7 setzen auf einen Autofokus nach Phasenvergleichsmethode, setzen also auf eine aktuelle Technik, die ein schnelles Scharfstellen der Motive verspricht. In der Praxis sind auch alle Kandidaten angenehm flott darin, allerdings mit merklichen Abstufungen. Das Galaxy S7 (Edge) stellt sich dabei an die Spitze, kein anderes bislang von uns getestetes Smartphone verfügt über einen dermaßen schnellen und dabei meist sehr treffsicheren Autofokus. Rasant fokussiert auch das OnePlus 3 die Objekte vor seiner Linse - wenn auch nicht immer auf den Punkt, manchmal muss noch einmal nachgepumpt werden. Das ZTE Axon 7 ist ebenfalls angenehm schnell, beim Wechsel zwischen nahen und weiter entfernten Gegenständen gesteht sich die Kamera aber doch etwas mehr Zeit zu. Unterschiede gibt es übrigens bei der Leistung der Sucheranzeige zu berichten, auch hier setzt sich das Galaxy S7 (Edge) mit seiner flüssigen und auch bei Dunkelheit stark aufgehellten Darstellungen von OnePlus 3 und ZTE Axon 7 ab, die bei Bewegungen sichtbar nachziehen.

ZTE Axon 7 Testaufnahme | (c) Areamobile

ZTE Axon 7 bei Tageslicht | (c) Areamobile

OnePlus 3 Testaufnahme | (c) Areamobile

OnePlus 3 bei Tageslicht | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S7 Testaufnahme | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S7 bei Tageslicht | (c) Areamobile

Kameravergleich OnePlus 3, Axon 7, Galaxy S7 | (c) Areamobile

100-Prozent-Ausschnitt | (c) Areamobile

 

Solche Effekte haben glücklicherweise keinen Einfluss auf die Fotos, die aus den Kameras aller drei Kontrahenten durchaus überzeugen können. Das Galaxy S7 (Edge) fertigt grundsätzlich die schärfsten Bilder unter den Kandidaten an - Segen und Fluch gleichermaßen. Denn einerseits einen eignen sie sich so natürlich zur näheren Betrachtung, viele kleine Details, die bei anderen Kameras selbst mit höherer Auflösung untergehen, werden hier noch sichtbar. Andererseits ist ein solch durch und durch scharfes Bild nicht immer förderlich für die Atmosphäre, zudem entstehen dann und wann aufdringliche Konturen selbst um eigentlich außerhalb des Brennpunkts liegende und damit gewollt unscharfe Bereiche.

ZTE Axon 7 Testaufnahme | (c) Areamobile

ZTE Axon 7 Innenraum | (c) Areamobile

OnePlus 3 Testaufnahme | (c) Areamobile

OnePlus 3 Innenraum | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S7 Testaufnahme | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S7 Innenraum | (c) Areamobile

Kameravergleich OnePlus 3, Axon 7, Galaxy S7 | (c) Areamobile

100-Prozent-Ausschnitt | (c) Areamobile

 

OnePlus und ZTE zeigen sich hier etwas genügsamer, die Fotos aus ihren Smartphone-Kameras sind nicht so überschärft, lassen aber dennoch genügend Details erkennen. Sie sind in diesem Punkt nahezu gleichauf, wobei das OnePlus 3 noch feinere Strukturen aus den Mitteltönen herausholt und das Axon 7 hier schon eher zum Rauschen neigt oder zu entsprechenden Gegenmaßnahmen greift, die jedoch auf Kosten des Detailgrads gehen. Auch das OnePlus 3 setzt bei Innenraum-Fotos auf eine Rauschreduzierung, die allerdings etwas weniger aggressiv ausfällt.

ZTE Axon 7 Testaufnahme | (c) Areamobile

ZTE Axon 7 Makro | (c) Areamobile

OnePlus 3 Testaufnahme | (c) Areamobile

OnePlus 3 Makro | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S7 Testaufnahme | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S7 Makro | (c) Areamobile

 

Beim Thema Belichtung und Dynamik hat das Galaxy S7 (Edge) die Nase vorn. Auch wenn die Samsung-Kamera Mitteltöne gerne etwas zu dunkel zeichnet, überzeugt die Kamera bei einzelnen Ton- und Farbabstufungen. Auch ließen sich aus unterbelichteten Bereichen in einer Nachbearbeitung noch eher Informationen gewinnen als aus überbelichteten. Bei OnePlus 3 und noch etwas stärker dem ZTE Axon 7 ist die Tendenz zur Überbelichtung gegeben, sonderlich gravierend sind diese Ausfälle aber nicht und in der Regel hilft hier auch der Einsatz des HDR-Modus nach. Das Axon 7 stellt bei Tageslicht die knalligsten, oft etwas unnatürlich übersättigte Farben dar, bei Kunstlicht legt sich ein etwas störender Grünschleier über das Bild. OnePlus 3 und Galaxy S7 (Edge) sind gefälliger, die Farbwiedergabe ist natürlicher.

ZTE Axon 7 Testaufnahme | (c) Areamobile

ZTE Axon 7 Nachtaufnahme | (c) Areamobile

OnePlus 3 Testaufnahme | (c) Areamobile

OnePlus 3 Nachtaufnahme | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S7 Testaufnahme | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S7 Nachtaufnahme | (c) Areamobile

 

Die Nachtaufnahmen dominiert - wie erwartet - das Samsung-Flaggschiff. Zwar verfügen sowohl das OnePlus 3 als auch das ZTE Axon 7 jeweils über einen Bildstabilisator und neigen weniger als andere Smartphones zu verwackelten Bildern, das Galaxy S7 (Edge) holt aber im Automatik-Modus und bei Schuss aus der Hüfte deutlich mehr Licht aus einer Szene heraus (siehe oben). Doch auch das Axon 7 schlägt sich in moderat ausgeleuchteten Nachtszenen nicht schlecht, die zurückhaltendere Tönung der Fotos gefällt hier besser. Das OnePlus 3 verrichtet gute Dienste, sofern es den Fokus findet. Die beiden Smartphones aus China haben jedoch einen Vorteil gegenüber dem Galaxy S7 (Edge): Im manuellen Modus darf das Axon 7 bis zu 23 Sekunden lang, das OnePlus 3 gar 30 Sekunden belichten - beim Samsung-Smartphone sind es maximal 10 Sekunden.

ZTE Axon 7 Testaufnahme | (c) Areamobile

ZTE Axon 7 Nachtaufnahme | (c) Areamobile

OnePlus 3 Testaufnahme | (c) Areamobile

OnePlus 3 Nachtaufnahme | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S7 Testaufnahme | (c) Areamobile

Samsung Galaxy S7 Nachtaufnahme | (c) Areamobile

 

Fazit

Die Befürchtung, ZTE und OnePlus würden sich die niedrigen Preise für Axon 7 und OnePlus 3 durch den Einsatz unterdurchschnittlicher Kamerar erschleichen, stellt sich als ganz und gar unbegründet heraus, die Knipsen sind auf einer Höhe mit der Konkurrenz. Bei Dunkelheit können sie zwar nicht mit der Leistung eines Galaxy S7 mithalten, ansprechende Tageslicht- und Innenraumaufnahmen gelingen jedoch auch ohne tiefere Fotografiekenntnisse locker von der Hand. Störende Verzerrungen, Unschärfen oder Farbsäume sind bei keiner der drei Kameras ein Thema. Damit zeichnen sich Axon 7 und OnePlus 3 nicht nur als gute Smartphones, sondern auch als sehr brauchbare Kameras aus.

Autor: Tobias Czullay
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Kommentare
  1. 25.11.16 16:20 jennss (Advanced Member)

    @Handyverwurster Das Maß der Dinge bei Smartphone-Kameras bleibt das Panasonic CM1 :). Ist mit dem 1"-Sensor (ca. 5x größer als S7-Sensor) 'ne andere Liga, aber dafür auch 2 cm dick (mich stört es nicht). Leider kaum mehr zu bekommen. Besonders die RAW-Integration ist super (Lightroom mobile ist kostenlos). Ich hoffe, es gibt bald mal wieder ein Handy mit 1"-Sensor.

  2. 17.10.16 16:30 Handyverwurster (Advanced Member)
    Nachtrag

    Zu meinem Kommentar von gestern: Ich habe jetzt die Fotos des Kanals mit dem Hochhaus im Hintergrund ausführlich verglichen - seid Ihr sicher keinen Fehler beim Samsung S7 gemacht zu haben? Das sieht ja erbärmlich schlecht gegen die beiden anderen aus!

    Nehme mein Urteil von gestern daher erst einmal zurück...

  3. 16.10.16 11:26 Handyverwurster (Advanced Member)
    Trotzdem...

    ...das S7 ist und bleibt das Maß aller Dinge. Warum Apple mit dem neuen 7/7s nicht besser ist, bleibt ein Rätsel.

    Ist die Entwicklung der Kameratechnik momentan zum Stillstand gekommen?

  4. 03.10.16 10:41 Alice

    Keine Frage, das S7 hat eindeutig die Nase vorn mit der Blende f/1.7.

    (iPhone 7 f/1.8)

  5. 10.07.16 10:08 tia (Member)

    Das ZTE macht ein bemerkenswert gutes Bild bei schwachem Licht.
    Alle Smartphones fabrizieren klasse Bilder.

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