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Datenautomatik erkennen, verstehen und richtig nutzen

Datenautomatik erkennen, verstehen und richtig nutzen

Eine Bandbreiten-Drosselung ab einem bestimmten Datenvolumenverbrauch ist in Internet-Tarifen deutscher Mobilfunkprovider gang und gäbe. In manchen Smartphone-Tarifen können jedoch durch eine sogenannte "Datenautomatik" Mehrkosten entstehen. Nicht immer ist das den Kunden bewusst. Wir zeigen euch, welche Mobilfunkanbieter Smartphone-Tarife mit Datenautomatik im Programm haben und ob bzw. wie ihr unerwartete Zusatzkosten vermeidet.

Smartphone-Tarife mit Datenautomatik finden sich bei den Mobilfunkbetreibern Telefónica Deutschland (O2) und Vodafone sowie bei mehreren Mobilfunkmarken des Providers Drillisch wie DeutschlandSIM, Hellomobil, Maxxim, McSIM, PremiumSIM, Simply, Smartmobil, WinSIM und Yourfone. Das Grundprinzip ist in allen Fällen das gleiche: Verbraucht ein Kunde vor Ablauf des laufenden Abrechnungszeitraums das zur Verfügung stehende Datenvolumen für mobiles Internet mit schnelleren Datenübertragungen, reduzieren die Mobilfunker nicht die ihm gebotene Bandbreite auf GPRS-ähnliches Niveau, sondern buchen ihm weitere Highspeed-Pakete auf.

Das Zusatzdatenvolumen gibt es nicht gratis, sondern die Nutzer zahlen in aktuell vermarkteten Tarifen zwischen 2 oder 3 Euro pro Aufstockung (Stand Januar 2017). Da bei weiterem Mehrverbrauch bis zu drei Nachbuchungen erfolgen können, bis im nächsten Abrechnungsmonat wieder das im monatlichen Grundpreis enthaltene Standard-Datenkontingent bereitsteht, können die Zusatzkosten in einem Monat bis an die 10-Euro-Grenze klettern.

Datenautomatik bei O2 | (c) Telefónica Deutschland

Datenautomatik in O2-Blue-Tarifen | (c) Telefónica Deutschland

So weisen die Mobilfunker auf die Datenautomatik hin

Smartphone-Tarife mit Datenautomatik können daher von den Mobilfunkanbietern nicht als Flatrate-Tarife fürs mobile Internet beworben werden - das ist bei der Tarifsuche der erste Hinweis auf mögliche Zusatzkosten in einem Angebot. In der Regel kennzeichnen die Anbieter diese Tarife auch mit dem Hinweis auf mögliche Folgekosten in der Tarifbeschreibung sowie in der Preisliste. Manchmal taucht dieser Hinweis aber auch nur in den kleinen Fußnoten auf. Üblicherweise informieren die Mobilfunkanbieter ihre Kunden in Datenautomatik-Tarifen jeweils auch per SMS-Mitteilung, wenn ein Datenzusatzpaket freigegeben wird. Nicht immer haben die betreffenden Kunden dann noch die Möglichkeit, der Nachbuchung und den daraus resultierenden Folgekosten zu widersprechen. Bei Vodafone haben die Kunden eine solche Widerspruchsmöglichkeit, bei O2 und Drillisch nicht.

Zusätzliches Datenvolumen bei Bedarf: Es ginge auch kundenfreundlich

Von einer "Kostenfalle" für den Kunden zu sprechen, halte ich für etwas überzogen. Die möglicherweise unerwartet entstehenden Zusatzkosten dürften eher die Ausnahme sein und betragen dann einige Euro - wer jeden Monat einen oder mehrere Zusatzdatenpakete hinzugebucht bekommt, versäumt es einfach, sich über die Tarifkonditionen zu informieren und regelmäßig die Handyrechnung zu überprüfen. Kundenunfreundlich ist die Datenautomatik von Vodafone, O2 und Drilisch aber in jedem Fall, denn meist ist sie in den betreffenden Smartphone-Tarifen standardmäßig aktiviert. Dass es auch kundenfreundlich geht, zeigen die Telekom und auch andere Mobilfunkprovider, die ihren Kunden solche Datenzusatzpakete anbieten und erst dann kostenpflichtig freischalten, wenn sie diese im Bedarfsfall aktiv bestellen.

Datenautomatik bei Smartmobil | (c) Drillisch

Datenautomatik bei Smartmobil | (c) Drillisch

Drillisch bietet den Kunden sogar ein optionales Datenvolumenpaket an: Bei allen Marken können die Kunden für jeweils 4,99 Euro einen Data-Snack mit 1 GB zusätzlichem Highspeed-Traffic für Übertragungen mit bis zu 50 MBit/s buchen. Allerdings erst nach Verbrauch aller drei 100-Megabyte-Zusatzpakete für jeweils 2 Euro.

Verbraucherschutzklagen sorgen für mehr Transparenz

Die Transparenz der Datenautomatik steht auch im Mittelpunkt der jüngsten Gerichtsurteile nach Verbraucherschutzklagen. Ist die Datenautomatik ein sichtbarer Grundbestandteil des Smartphone-Tarifs oder eine im Kleingedruckten versteckte und damit für viele Kunden möglicherweise unerwartete Zusatzleistung? Das Landgericht Düsseldorf hat beispielsweise Vodafones Regelung wegen mangelnder Transparenz untersagt, während das Oberlandesgericht München nichts gegen die O2-Datenautomatik einzuwenden hat. Ab Februar 2017 steht in einem weiteren Verfahren die Datenautomatik in Drillisch-Tarifen auf dem Prüfstand, die zwar in den Tarifbeschreibungen ähnlich deutlich wie in den O2-Tarifen angezeigt wird, doch den Kunden eben keine Widerspruchsmöglichkeit einräumt.

Was die Gerichte den Anbietern untersagt haben, ist eine automatische Umbuchung in einen teureren Grundtarif mit mehr Datenvolumen, wenn für Kunden in mehreren Monaten hintereinander die Datenautomatik greift.

Datenautomatik deaktivieren | (c) Vodafone

So gehts: Datenautomatik deaktivieren | (c) Vodafone

Die Datenautomatikregeleungen im Überblick

In den folgenden Tabellen stellen wir euch die wichtigsten Informationen zur Datenautomatik in Smartphone-Tarifen von Vodafone, O2 und Drillisch zusammen (Stand 29. Januar 2017). Dabei konzentrieren wir uns auf aktuell in der Vermarktung befindliche Angebote. Eine Datenautomatik greift aber auch noch in zahlreichen Alttarifen, die vor Jahren abgeschlossen wurden und heute Neukunden nicht mehr angeboten werden. Unter Umständen fallen hier durch die automatischen Nachbuchungen von Highspeed-Traffic andere Kosten als in den aktuellen Smartphone-Tarifen der Provider an.

Datenautomatik
O2 Datenautomatik
Vodafone SpeedGo
Drillisch
Basistarife mit Datenautomatik
Blue- und Loop-Tarife





Red- und Young-Tarife





bestimmte Tarife von DeutschlandSIM, Hellomobil, Maxxim, McSIM, PremiumSIM, Simply, Smartmobil, WinSIM und Yourfone
Konditionen der Datenautomatik
bis 3 x 100 MB für jeweils 2 Euro
bis 3 x 250 MB für jeweils 3 Euro
bis 3 x 100 MB für jeweils 2 Euro
Information durch Anbieter
Hinweis per SMS
Hinweis per SMS
Hinweis per SMS
Widerspruch gegen einzelne Aufbuchung
nicht möglich
SMS an 70997 mit "Langsam" oder in der MeinVodafone-App
nicht möglich
Dauerhafte Abschaltung
über Kunden-Hotline oder im Online-Kundencenter
über Kunden-Hotline
nicht möglich

Weitere Informationen zur Datenautomatik:

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Kommentare
  1. 31.01.17 14:07 REhuus (Handy Profi)

    Schindluder wurde ja vor allem in den Anfangstagen der Datenautomatik getrieben. Mittlerweile wirds ja in der Regel anders und auch korrekt kommuniziert.

  2. 31.01.17 11:53 cookieman (Professional Handy Master)

    @Hunter
    Datenautomatik "SpeedGo" ließ sich bei VF vor einer Weile auch deaktivieren, war meines Wissens nur monatlich über die Mein VF App möglich allerdings nicht dauerhaft. Ansonsten geht ds halt per SMS mit dem Wort "langsam".

    Appaktualisierungen oder Systemudates mache ich immer über das heimische Netzwerk. Gerade Apple mit den Keynoteapps haben teilweise zwischen 400 und 800 MB große Updates. Garageband bringt es zum Teil auf über 1GB Datenvolumen bei IOS.

  3. 30.01.17 16:49 Hunter (Handy Profi)

    Ich finde das jetzt auch nicht so schlimm, allerdings fände ich es gut, wenn man die Automatik zB deaktivieren könnte beim Betreiber.

  4. 30.01.17 07:12 St3ps (Member)

    Naja, wer wie ich bei Drillisch ist und das Freivolumen überschreitet, ist im schlimmsten Fall doch selber Schuld. Aber hauptsache Klagen, den Gerichte sind ja eh nicht ausgelastet, so dass sie sich um die wichtigen Fälle kümmern können - zeitig!

  5. 29.01.17 16:39 M.a.K (Handy Master)

    Vielleicht sollte mal nicht in München geklagt werden, denn dort wird meistens gegen den Verbraucher und für die Firmen entschieden.

    Jedenfalls kann ich jedem nur empfehlen vor Vertragsabschluss zu fragen, ob eine Datenautomatik dabei ist. Wenn ja, Finger weg und nach ehrlichen Angeboten suchen. Es ist immer billiger einen Tarif mit mehr Datenvolumen zu wählen als ständig in die sehr teure Datenautomatik zu tappen. Datenautomatik bedeutet auch nach verbrauchtem Datenvolumen nicht gedrosselt ganz normal und kostenlos Whatsapp nutzen zu können was für viele aber völlig ausreichend ist.

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