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Android ohne Google: Alternative App-Stores zu Google Play

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Android ohne Google: Alternative App-Stores zu Google Play

Auf die Google-Apps auf dem Android-Smartphone zu verzichten heißt auch, sich aus dem Play Store mit stattlichem App-Angebot fern zu halten. Doch mit F-Droid, Aptoide oder XDA Labs gibt es auch spannende Alternativen - wir stellen euch sechs dieser Stores näher vor.

Ein Android-Smartphone ohne Google - das geht, ist aber auch mit ein wenig mehr Aufwand verbunden. Denn wer auf seinem frisch und ohne Google-Konto aufgesetzten Smartphone die Apps und Dienste des Unternehmens einfach nicht nutzen möchte oder ein Custom-ROM ohne das Google-Paket installiert, dem bleibt auch das Tor zum großen App-Fundus im Play Store verschlossen. Doch es bieten sich einige Alternativen zu Googles Download-Plattform an, die auch keine installierten Google-Dienste voraussetzen und mitunter Open-Source-Programme für maximale Transparenz anbieten.

Eines haben alle die alternativen Stores gemeinsam: Sie müssen per Sideload auf dem Smartphone installiert werden, da Google keine Konkurrenzplattformen im Play Store erlaubt. Für Nutzer eines Google-freien Custom-ROM fällt diese Bezugsquelle ohnehin aus. Für die manuelle Installation muss in den Systemeinstellungen des Geräts zunächst die Freigabe für die Installation von Apps aus unbekannten Quellen erteilt werden (Sicherheit / Unbekannte Herkunft), erst dann lassen sich die zumeist direkt von den Anbieterwebseiten heruntergeladenen APK-Dateien ausführen.

Vor der Installation einer Play-Store-Alternative sollten die Google-Abtrünnigen für sich immer auch die Frage danach positiv beantworten können, ob sie dem jeweiligen Anbieter das Tor zum eigenen Smartphone öffnen wollen, ob sie ihm genügend Vertrauen entgegen bringen. Auf Googles mächtigen Malware-Schutz, der über den Play-Store-Bestand wacht, muss schließlich ebenfalls verzichtet werden und vor allem auf Geräten mit Root-Zugriff kann bösartige Software gravierenden Schaden anrichten.

Bye bye, Google Play Store | (c) Areamobile
Bye bye, Google Play Store

Amazon Underground

In Sachen Sicherheit kann man mit dem App-Angebot von Amazon sicherlich am wenigsten verkehrt machen - beim Thema Datenschutz sieht es hingegen etwas anders aus. Denn der Online-Riese setzt für den Download kostenloser und zahlungspflichtiger Apps über Amazon Underground voraus, dass der Nutzer ein Konto anlegt oder sich mit einem vorhandenen Amazon-Konto einloggt. Dieser auch für den gewöhnlichen Einkauf genutzte Account wird bekanntlich mit Argusaugen vom Konzern beobachtet und das Nutzerverhalten für das Schalten von personalisierter Werbung ausgewertet.

Die Startseite von Amazon Underground | (c) Areamobile
Die Startseite von Amazon Underground
Das Actually-Free-Angebot von Amazon | (c) Areamobile
Das Actually-Free-Angebot von Amazon
Einige sonst kostenpflichtige Apps sind hier gratis | (c) Areamobile
Einige sonst kostenpflichtige Apps sind hier gratis

Zugriffsberechtigungen auf persönliche Daten oder den Standort fordert Amazon Underground zwar nicht ein, privat ist man deshalb aber nicht: Kostenlose Apps mit dem Label "Actually Free" werden von Amazon zumindest nach ihrer Nutzungsdauer überwacht. Dabei handelt es sich häufig um Spiele, die auch im Google Play Store, dort allerdings gegen Bezahlung erhältlich sind. Auch den Zugriff auf Netzwerkinformationen des Smartphones räumen sich die Apps und auch der Appshop von Amazon ein.

Eine Stärke von Amazon Underground gegenüber anderen Play-Store-Alternativen liegt im vergleichsweise üppigen Programm-Angebot, zudem versammeln sich hier zahlreiche Anwendungen, die es auch bei Google zum Download gibt. In den meisten Fällen ist die Software jedoch auf einem älteren Stand, immerhin informiert Amazon per Benachrichtigung über ein bereitstehendes App-Update.

F-Droid

F-Droid ist das Mekka für Freunde von Open-Source-Software, kommerzielle Anwendungen werden hier nicht angeboten. Der Appstore gilt im Vergleich zu einigen anderen Play-Store-Alternativen als einer der sichereren. Der englische Anbieter prüft nach eigenen Angaben viele der bereitgestellten Apps auf Privatsphäre- und Sicherheitsrisiken - wenn auch nicht vollumfassend und ohne Garantie. F-Droid und die standardmäßig auf der Plattform angebotenen Apps fordern keinen Zugriff auf persönliche Daten oder Standortinformationen, Programme werden ganz ohne Kontoeinrichtung auf das Smartphone geladen. Wer möchte, kann für Netzwerkanfragen einen Proxy aktivieren oder sogar Downloads über das Tor-Netzwerk erzwingen.

Die Startseite von F-Droid | (c) Areamobile
Die Startseite von F-Droid
Es werden auch Updates angeboten | (c) Areamobile
Es werden auch Updates angeboten
Die Übersicht gibt Aufschluss über Lizenz und Berechtigungen | (c) Areamobile
Die Übersicht gibt Aufschluss über Lizenz und Berechtigungen

Die in F-Droid angebotene Software kann wahlweise über die Android-App oder über die Webseite direkt auf den Smartphone-Speicher heruntergeladen werden. Zudem darf nicht nur die gerade aktuelle Ausgabe einer Anwendung, sondern auch eine vorangegangene Version installiert werden. Über Updates informiert F-Droid auf Wunsch per Benachrichtigung, Aktualisierungen können automatisch im Hintergrund geladen werden.

Wer F-Droid auf seinem Smartphone installiert, der sollte seinen Anspruch auf eine schicke Benutzeroberfläche allerdings zurückschrauben. Die Sortierung des Angebots ist zwar nach Kategorien wie Sicherheit, Navigation und Multimedia möglich, das Stöbern in den eher drögen Listen macht aber nur wenig Spaß und ist wegen vieler kryptischer App-Benennungen, der mangelnden Funktionsbeschreibung und fehlender Bebilderung eher frustrierend. Auch viele der angebotenen Programme sind mehr zweckmäßig, denn hübsch anzuschauen - zudem ist ein großer Teil lange Zeit nicht mehr aktualisiert worden. Allerdings bereiten die F-Droid-Entwickler derzeit einen für dieses Jahr geplanten Relaunch des Stores mit neuem und ansprechenden Design vor.

Wer sich zwischen den vielen App-Zombies zurecht findet, der kann allerdings auch einige wenige im Play Store angebotene Anwendungen abgreifen oder solche, die sich als Alternative beispielsweise für Google-Apps anbieten. Open-Source-Klassiker wie OpenStreet Map, K-9 Mail, Telegram, der KeePass-Passwortmanager oder der Tor-Browser Orbot sind in F-Droid natürlich mit von der Partie. Firefox wurde vom Plattformbetreiber mittlerweile wieder ausgegliedert, da Mozilla seit geraumer Zeit keine App-Updates an F-Droid weiter reicht - hier bleibt nur der Download über die Herstellerwebseite oder die Installation des Firefox-Forks Fennec.

SlideMe

Der Appstore SlideMe erlaubt wie F-Droid den direkten Download von Android-Anwendungen auf das Smartphone über den Browser, die Installation einer App ist also nicht zwingend nötig. Natürlich bietet die SlideMe-App etwas mehr Bedienkomfort, eine bessere Übersicht und auch eine Update-Funktion für die daraus installierten Programme. Allerdings benötigt man selbst für den Download von Gratis-Apps über die SlideMe-App oder die Webseite einen Account oder muss sich mit dem Facebook-Konto einloggen. Die wenigen kostenpflichtigen Programme werden per Kreditkarte oder PayPal bezahlt.

Die Startseite von SlideMe | (c) Areamobile
Die Startseite von SlideMe
Hier finden sich viele Casual Games | (c) Areamobile
Hier finden sich viele Casual Games
Apps sind oft veraltet - hier von 2015 | (c) Areamobile
Apps sind oft veraltet - hier von 2015

SlideMe ist eine der neugierigeren Play-Store-Alternativen und fordert sich den Zugriff auf Kontakte, den Standort und die Telefonfunktion ein - sie funktioniert aber auch ohne Freigabe auf diese Bereiche. Das zwar altbacken, aber in der App immerhin recht übersichtlich präsentierte Angebot ist überschaubar, bei SlideMe finden sich hauptsächlich Casual Games und nur wenige produktive Anwendungen. Zwar gibt der Betreiber der Plattform an, nur handverlesene Apps für den Vertrieb zuzulassen - dazu führt er sogar ausführliche Richtlinien auf seiner Webseite auf -, allerdings scheint er schon lange nicht mehr aktiv gewesen zu sein. Dafür sprechen die zuletzt 2016 aktualisierte Store-App und die größtenteils sogar noch älteren Apps, die angeboten werden.

Ganz durchsichtig ist das Angebot außerdem nicht. Denn zum einen scheinen die auf der Webseite von SlideMe gelisteten Programme aktueller zu sein als in der App, in der sich hauptsächlich alte Einträge finden - die Suchanfragen fördern teilweise komplett andere Ergebnisse zutage. Zum anderen gibt es einige auch im Play Store angebotene Apps wie Facebook, Instagram oder Lieferando, bei denen es sich offenbar um Klone handelt. Unterm Strich ist SlideMe also keine Empfehlung.

Autor: Tobias Czullay
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Kommentare
  1. 03.07.17 16:28 GepPetto
    Google Play Services

    Leider binden einen immer mehr Apps an die google Dienste. Ich habe es z.B. aufgrund fehlender Google Play Services bislang nicht geschafft die Strava App zum Laufen zu bringen.

  2. 02.07.17 22:47 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @AM: Erstmal vorneweg: Ich find die Reihe ziemlich gut. Also großes Lob dafür.

    Anmerkung zu Aptoide: Das "apps" Repository wird von den Machern gepflegt afaik. Ich hab auch schon einige Apps getestet und die Prüfsummen sind identisch zum Play-Store oder der öffentlichen Quelle (zB VLC, Firefox, damals ChatSecure).

    Solange man also nur das apps-Repository nutzt, fährt man schon recht gut. Leider machen neue Aptoide-Updates es immer wieder schwer den Unterschied zu sehen und man muss häufig aufpassen, dass einem nicht ein Update aus einem anderen Repository untergeschoben wird, was ich gar nicht gut finde.

    Für manche Apps wie zB den Nova Launcher ist es nötig "Filter Application" und "Just show me stable app version updates" rauszunehmen. Letzterer ist logisch, aber ersterer ist weniger naheliegend.

    Anmerkung zu F-Droid: F-Droid kann man ins System integrieren und kann dann auch den Haken bei "Unbekannter Quelle" rausnehmen (siehe: https://f-droid.org/packages/org.fdroid.fdroid.privileged.ota/) Das ist insbesondere nett, wenn man die Updates komplett automatisch installieren lassen will.

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