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Makeblock Airblock im Test: Programmierbare Transformer-Drohne für Kreative

Oliver Nickel | Golem.de 30.07.2017 - 14:00 | 0
Inhaltsverzeichnis
Makeblock Airblock im Test: Programmierbare Transformer-Drohne für Kreative

Mit einem Knall zerschellt die Airblock an einem Hindernis, die sieben Teile prasseln zu Boden. Macht aber nichts, die Drohne kann beliebig wieder zusammengebaut und selbst als Hovercraft, Schnellboot oder Fluggerät programmiert werden. Der Kreativität sind nur wenig Grenzen gesetzt.

Etwa 830.000 US-Dollar hat diese innovative Idee auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter eingespielt: Die Airblock-Drohne besteht aus sechs Motoren und einer Steuerungseinheit, die sich über Magnete fast beliebig zusammensetzen lassen. Die verschiedenen Varianten auszuprobieren, macht einen Riesenspaß - zumal wir nicht sehr vorsichtig sein müssen. Die Verbindung zwischen den Modulen ist so stark, dass sich die Drohne selbst tragen kann, aber bei einer härteren Kollision in ihre Einzelteile zerfällt.

Die Drohne kann nicht nur fliegen, sondern als Hovercraft auch zu Land und Wasser gesteuert werden oder einfach nur wie eine Art Tier über den Boden gleiten. Trotz einiger Makel - vor allem bei der noch nicht ausgereiften Software und der mäßigen Leistung der Steuerungseinheit - wollen wir immer wieder neue Varianten und Kombinationen ausprobieren, die durch die modulare Bauweise möglich sind: Was passiert, wenn wir zwei Motoren um 90 Grad drehen? Fliegt die Airblock auch mit nur vier Motoren?

Makeblock Airblock | (c) Golem
Viele Kombinationsmöglichkeiten | (c) Golem

Die programmierbare Drohne ist das neueste Gerät der Firma Makeblock. Wie mit den anderen Roboterbausätzen, die auf Ketten und auf Rädern fahren, sollen Schüler und Nachwuchsprogrammierer damit spielend die logischen Ansätze der Softwareentwicklung lernen. Das wird durch die kostenfreie Makeblock-Software für mobile Endgeräte und Desktop-Computer möglich, durch die die Roboter ihre Befehle erhalten. Golem.de hat ein Testmuster über den deutschen Reseller für Makeblock-Produkte Innet24 erhalten. In der finalen Version kostet das Produkt dort 170 Euro. Es ist momentan aber kaum erhältlich.

Großzügiger Lieferumfang

Die Airblock wird über das Smartphone gesteuert, das natürlich nicht mitgeliefert wird. Ansonsten ist in der Packung alles Nötige enthalten. Neben den sieben Modulen liefert der Hersteller zwei Akkupacks und eine USB-Ladestation mit. Auffällig groß ist der Hovercraft-Aufsatz, der wie die meisten anderen Teile aus Styropor besteht. Das macht die Drohne besonders leicht und gerade gegen Sturzschäden aus großer Höhe robust und wasserfest. Sie wirkt dadurch aber nicht sehr hochwertig. Dem Paket liegen Aufkleberbögen bei, mit denen wir unsere Drohne optisch anpassen können.

Makeblock Airblock | (c) Golem
Der Lieferumfang ist gut | (c) Golem

Als erstes wollen wir unsere Drohne direkt zusammenstecken. Dabei fällt auf, dass sich verschiedenfarbige Motoren nur an bestimmten Sockeln anstecken lassen, an anderen stoßen sich die Magnete gegenseitig ab. Schwarze Rotoren haben eine andere magnetische Polarisierung als orange. Die Rotorblätter sind zudem unterschiedlich ausgerichtet, damit die Drohne überhaupt abheben kann. Die magnetischen Verbindungen sind robust. Wir können die Airblock auch zusammengebaut jederzeit anheben und versetzen. Die Drohne wird mit Anleitungen für drei Fahrzeuge geliefert, kann aber beliebig zusammengesteckt werden.An der Unterseite des Steuerungsmoduls wird der Akku eingesetzt, der nach etwa einer halben Stunde in der Ladestation vollständig geladen ist und für sechs bis sieben Minuten Flugzeit ausreicht. Wir müssen beim Einsetzen auf die Richtung achten, da er auch leicht falsch herum gesteckt werden kann. Gerade junge Nutzer könnten das schnell verwechseln und sich dann wundern, warum ihre Airblock nicht funktioniert.

Haben wir alles richtig gemacht, dann blinkt die Drohne mit einer weißen LED und wartet auf eine Bluetooth-Verbindung mit einem Smartphone oder Tablet. Hier kommt die kostenlose Makeblock-App ins Spiel, die es für Android- und iOS-Geräte gibt. Die Software ist eingängig zu bedienen, hat aber ein paar kleinere Makel.

Laden, koppeln, fliegen: Die App ist einfach, aber nicht ohne Fehler

Wir haben sowohl ein iPad, als auch ein Xiaomi-Mi-Mix-Smartphone als Controller verwendet. Obwohl beide Geräte gut geeignet sind, lässt sich die App auf einem größeren Display dann doch besser bedienen. Nicht nur Steuerungsregler sind auf einem Tablet wie dem iPad präziser nutzbar, selbsterstellte Programme und Controller sind auch übersichtlicher.

Der Funktionsumfang der App ist bei beiden Betriebssystemen gleich. Die App bietet bereits vorgefertigte Steuerungen für zwei Hovercrafts und eine Drohne. Es kann also auch ohne jeglichen Programmierwillen sofort mit dem Fliegen oder Schweben losgelegt werden. Als erstes müssen wir die Drohne dazu mit dem Smartphone oder Tablet per Bluetooth koppeln. Sobald die App geöffnet ist und eine Steuerung ausgewählt wird, erkennt das Programm die angeschaltete Airblock auf Anhieb.

Makeblock Airblock | (c) Golem
Steuerung per Smartphone oder Tablet | (c) Golem

Für eine erfolgreiche Verbindung müssen wir unser Steuerungsgerät aber oft sehr nah an die Drohne halten. Und selbst dann dauert es auch schon einmal zwei Minuten, bis letztlich eine Kopplung erfolgt ist. Eine bestehende Verbindung ist jedoch stabil und reicht im Freien sogar bis zu 20 Meter weit. Weiter möchten wir unsere Drohne auch nicht fliegen lassen, da sie keine integrierte Kamera hat. Es können also leider keine Naturpanoramen aufgenommen, geschweige denn die Position der Drohne auf große Entfernung ermittelt werden. Der Zweck dieses Produkts ist auch ein ganz anderer: nämlich spielend Programmieren zu lernen.

Verzweigungen, Schleifen und Sequenzen mit dem Finger ziehen

Genau deshalb lassen sich in der App eigene Fernsteuerungen erstellen. Dazu ziehen wir generische Elemente, wie etwa An-Aus-Schalter, Schieberegler, Knöpfe und Steuerkreuze mit dem Finger auf die freie Fläche. Wir können Elemente beliebig in einem Raster anordnen und auf eine gewünschte Größe skalieren. Je nachdem, was für eine Art Fernbedienung - Land, Wasser oder Luft - wir ausgewählt haben, verändern sich die platzierbaren Bedienungselemente entsprechend. Eine Flugsteuerung stellt zum Beispiel vorgefertigte Kontrollsticks für Flughöhe, Drehung und Seitwärtsbewegungen zur Verfügung, während ein Landfahrzeug lediglich Geschwindigkeit und Lenkung benötigt. Das Platzieren von Elementen ist intuitiv und einfach. Ein Mini-Tutorial erklärt bei der Erstbenutzung alle Schritte trotzdem noch einmal - vorbildlich.Objekte zu platzieren ist schön und gut, jedoch möchten wir diese auch selbst programmieren. Dazu drücken wir mit dem Finger auf ein Element und dann auf Code. Anschließend öffnet sich ein Fenster, in dem wir verschiedene Anweisungen in Blöcken aneinanderreihen können. Die Beschreibungen auf den Anweisungen sind selbsterklärend, wenn in deutscher Sprache teilweise auch etwas irreführend.

Makeblock Airblock | (c) Golem
Die App | (c) Golem

So wird etwa "throttle motor" mit "Motor drosseln" übersetzt. Die holprige Übersetzung suggeriert, dass wir einen Rotor damit langsamer drehen lassen, was nicht stimmt. Der Integer-Wert, den wir in dieser Anweisung festlegen, setzt die Leistung auf den angegebenen Wert - ob schnell oder langsam.

Codeblöcke sind farblich voneinander abgegrenzt, so dass auf den ersten Blick die Programmierlogik schnell erkennbar wird. Schleifen und Verzweigungen sind rosa gehalten, während Sensorfunktionen orange eingefärbt werden. Blöcke, die aneinandergereiht werden können, haben die gleiche Form und klicken zusammen. Andere Anweisungen können nur in vorgefertigte Felder gesetzt werden. Ähnlich wie bei einem Puzzleteil sind die Blöcke unterschiedlich geformt, so dass Variablen oder Zahlen auch nur in andere Blöcke passen, die beispielsweise die Vorlage einer mathematischen Gleichung sind. Die Steuerung der Benutzeroberfläche ist sehr eingängig und so einfach, dass selbst Programmieranfänger sie verstehen. Damit erfüllt die Software voll und ganz ihren Zweck, nämlich Schülern und Anfängern das Programmieren beizubringen.

Themen: Drohne, Gadget
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