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Golem bastelt: So baut man sich ein 20-Euro-Smartphone

Alexander Merz | Golem.de 19.08.2017 - 18:00 | 0
Golem bastelt: So baut man sich ein 20-Euro-Smartphone

Billige Bastelrechner aus China laufen noch am besten mit Android. Warum nicht tatsächlich ein Smartphone daraus bauen? Das hat sich Golem.de gedacht und einem Modell von Orange Pi ist das erstaunlich einfach und vor allem günstig.

Bastelrechner von Orange Pi haben wir aus verschiedenen Gründen bislang bei Golem.de eher links liegen gelassen. Doch seit das Unternehmen auch ein Display mit Android-Touchfront zum Kampfpreis anbietet, können wir gar nicht anders: Wir erinnerten uns an das im Frühling 2017 erschienene Orange Pi 2G IoT und dessen SIM-Karten-Slot - und sahen unsere Chance, ohne viel Aufwand ein Android-Smartphone selbst zu bauen. Das ist uns tatsächlich gelungen - den Smartphone-Markt werden wir damit aber wohl nicht aufrollen.

Billiger geht es nicht

Die Geschichte des Orange Pi ist durchaus interessant. Die Marke gehört dem chinesischen Unternehmen Xunlong Software aus Shenzen. Trotz des Namens entwickelt das kleine Unternehmen vor allem elektronische Geräte im Auftrag Dritter. Auch der erste Bastelrechner war eine Auftragsarbeit: Laut Aussage des Geschäftsführers Steven Zhao entwickelte die Firma im Auftrag von Foxconn den ersten Banana Pi. Später begann Xulong auf eigene Rechnung, den ersten Orange Pi zu konstruieren, woraus heute eine große Familie zum Teil sehr unterschiedlicher Modelle entstanden ist.

Die Orange-Pi-Rechner fielen schnell durch ihren extrem geringen Preis auf. In einem Interview erklärte Steven Zhao, wie der zustandekommt: Die kostengünstigeren Modelle werden tatsächlich zum Preis der Bauteile verkauft. Möglich ist das durch die finanzielle Unterstützung des chinesischen Staates, aber auch durch den Verzicht auf ein Vertriebsnetz und die nur rudimentäre Software-Unterstützung der Boards mangels Personal sowie den extrem kurzen Entwicklungszyklus von gerade mal drei Monaten für ein Modell.

Mit runden und eckigen Ecken

Die früh bekanntgewordene mangelhafte Software-Unterstützung und Aliexpress als einzige Bezugsquelle hielten uns lange davon ab, uns tiefer mit dem Orange Pi zu beschäftigen. Doch wir haben jetzt ein Projekt vor Augen und bestellen einen Orange Pi 2G IoT und ein dazugehöriges Android-Touchscreen-Display in Schwarz zum Gesamtpreis von 22 Euro. Bereits drei Wochen später ist das kleine Paket da; wir haben auf Pakete aus China schon länger gewartet.

Golem baut sich ein 20-Euro-Smartphone | (c) Golem
Die beiden Antennen dominieren den Orange Pi 2G IoT | (c) Golem

Sowohl die Platine als auch das Display sind sicher verpackt und trotzdem schnell ausgepackt. Das 3,5-Zoll-TFT-Display zieht zuerst unsere Aufmerksamkeit auf sich. Es handelt sich tatsächlich um die Front eines Android-Displays. Es gibt nicht nur die üblichen drei Tasten, sondern auch Öffnungen für einen Lautsprecher und eine Frontkamera. Leider ist die Touch-Oberfläche fest mit dem eigentlichen Display und dieses mit einer Platine verbunden. Diese Konstruktion ist zwar angenehm verwindungssteif, aber insbesondere die große Platine stört uns. Ihre Ecken ragen über die abgerundeten Ecken der Touch-Oberfläche hinaus. Wer es darauf anlegt, dürfte aber problemlos einige Millimeter vom Platinenrand wegschleifen können.

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