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iOS 11 im Test: Apple denkt groß

Christopher Gabbert 20.09.2017 - 16:38 | 35
iOS 11 im Test: Apple denkt groß

iOS 11 bringt ein personalisierbares Kontrollzentrum als wichtigste Neuerung für iPhone und iPad mit. Wir haben die neue mobile Betriebssystem von Apple im Test ausprobiert und stellen fest: Je größer das Display des Apple-Geräts, desto mehr haben die Nutzer von den neuen Features.

Ab sofort steht für unterstützte iPhone- und iPad-Modelle mit iOS 11 die neueste Version von Apples mobilen Betriebssystem zum Download bereit. Wie jedes Jahr sortiert Apple dabei alte Geräte aus und liefert für diese kein Update mehr aus. Darüber hinaus räumt der Hersteller dieses Jahr mit der Aussortierung von 32-Bit-Apps aber auch im App Store auf. Die neuen Funktionen von iOS 11 sind zahlreich, aber nicht alle auf den ersten Blick erkennbar - wie beispielsweise das neue Kontrollzentrum oder Multitasking-Features auf dem iPad.

An der Design-Schraube gedreht

Am Design des mobilen Betriebssystems hat Apple mit iOS 11 in allen Bereichen mal mehr, mal weniger geschraubt. So gibt es leicht veränderte Animationen beim Öffnen und Schließen von Apps, der Sperrbildschirm zeigt sich in neuem Layout, und Apps wie iTunes oder der Safari-Browser stecken hinter einem überarbeiteten Icon. In den Suchvorschlägen sind die Symbole für die Suche in Maps, im Web oder dem App-Store ebenfalls neu, der Taschenrechner besitzt jetzt runde Tasten, und einige Einstellungsmenüs sind angepasst worden.

So hat Apple beispielsweise die Speicherverwaltung aufgehübscht und zeigt anhand von Balken, welche Datentypen wie viel Speicher belegen. Dort unter iOS 11 ebenfalls zu finden sind Empfehlungen zum Einsparen von Speicherplatz wie das Auslagern von Fotos und Videos in die iCloud-Fotobibliothek oder Apps in die iCloud. Bei Letzterem werden automatisch ungenutzte Apps samt Nutzerdaten vom iPhone oder iPad in die iCloud "geschickt", wenn auf dem Gerät wenig Speicherplatz vorhanden ist.

iOS 11 Neuerungen | (c) Areamobile
iOS 11 gibt Tipps zum Einsparen von Speicherplatz
iOS 11 Neuerungen | (c) Areamobile
Einzelne Tipps sogar an verschiedenen Stellen

Hier zu groß, da zu klein

Mit iOS 11 setzt Apple an einigen Stellen auf eine größere Schrift und Interface-Elemente, was beim neuen App Store wohl am deutlichsten auffällt. Was auf Geräten mit größerer Displaydiagonale "nur auffällt" wird, stört auf Modellen wie dem iPhone 5S oder iPhone SE schnell. Der Platz, den einige Elemente und Überschriften auf dem Bildschirm einnehmen, erscheint unverhältnismäßig groß und lässt das Durchstöbern von Anwendungen im Store zur Scroll-Orgie ausufern.

iOS 11 auf dem iPhone 7 | (c) Areamobile
Große Überschriften und ungenutzer Platz
iOS 11 auf dem iPhone 7 | (c) Areamobile
Warum ist über dem Schriftzug so viel Platz?

Auf der anderen Seite sind es wiederum einige viel zu kleine Elemente, die die Bedienung weiterhin erschweren. Der Versuch, die Steuertasten des Mediaplayers oder Such-Icons auf dem iPhone SE zu treffen, endete im Test einmal fast im Ablegen der Bildschirmlupe als Shortcut im neuen Kontrollzentrum. Etwas verwirrend ist auch nach längerer Nutzung noch ab und zu die große Ähnlichkeit zwischen Sperrbildschirm und Benachrichtigungszentrale. Das rührt unter anderem daher, dass beide den gleichen Hintergrund besitzen, auch wenn für den Home-Screen ein anderes Wallpaper eingestellt ist.

Zahlreiche Neuerungen über und unter der Haube von iOS 11

Apple hat iOS 11 mit zahlreichen kleinen und größeren Neuerungen gespickt. Von vielen Fans seit Langem gewünscht: Der neue Dateimanager, in dem auch iCloud-Verzeichnisse geführt werden und Dateien wie Bilder oder Dokumente ohne Umweg über die entsprechende App geöffnet werden können. Es gibt neue Filter für die Kamera und Video-Effekte sowie Berabeitungsfunktionen.

iOS 11 auf dem iPhone 7 | (c) Areamobile
Der Nicht-Stören-Modus zum Autofahren kann manuell oder automatisch aktiviert werden
iOS 11 auf dem iPhone 7 | (c) Areamobile
Welche Nachricht abgewiesene Anrufer bekommen, können Nutzer selber bestimmen

Apple Maps "vergisst" nun endlich nicht mehr, dass man lieber mit dem öffentlichen Personennahverkehr als dem Auto unterwegs ist. Sollte man dann doch mit dem Fahrzeug unterwegs sein, erkennt das der neue Nicht-Stören-Modus und informiert im aktivierten Zustand Anrufer darüber, dass der Fahrer derzeit nicht erreichbar ist.

Das neue Kontrollzentrum gefällt ...

Die wohl größte Neuerung von iOS 11 ist aber das überarbeitete Kontrollzentrum, das sich wie gewohnt durch eine Wischgeste vom unteren Bildschirmrand nach oben öffnet. Statt drei Seiten mit unterschiedlichen Funktionen sind dort jetzt alle Optionen und Schnellstart-Icons schnell zugänglich. Neben dem neuen Aufbau gibt es jetzt auch die Möglichkeit, das Kontrollzentrum nach eigenen Wünschen zu konfigurieren. Über die Einstellungen lassen sich schnell neue Zugriffe wie für den Energiesparmodus, die Notiz-App oder die Bildschirmaufnahme ablegen.

iOS 11 auf dem iPhone 7 | (c) Areamobile
Das neue Control-Center von iOS 11
iOS 11 auf dem iPhone 7 | (c) Areamobile
Mehrere Anpassungsmöglichkeit für das Center

Besonders gut gefallen uns die neuen Slider für die Helligkeit und Lautstärke. Sie sind deutlich präziser, lassen sich einfacher verschieben und vor allem leichter mit dem Finger treffen als die alten Regler. Auch die Integration von 3D-Touch funktioniert an dieser Stelle sehr gut. Darüber lässt sich beispielsweise die Helligkeit der Taschenlampe oder Länge des Timers verändern sowie vorherige Ergebnisse aus dem Taschenrechner kopieren.

... scheint aber nicht ganz bis zuende gedacht

Wenig logisch wirkt in dem Zusammenhang allerdings Apples Hang zu Lautstärkereglern. Mit den Hardware-Buttons, dem Regler im Kontrollzentrum und dem weiteren Regler im über 3D-Touch vergrößerten Musikplayer stehen Nutzern unter iOS 11 standardmäßig drei Möglichkeiten offen, die Medien-Lautstärke anzupassen. Wer hingegen die Klingelton-Lautstärke anpassen möchte, muss weiterhin die Einstellungen des iPhone bemühen. Immerhin gibt es dort die Möglichkeit, die Regelung auf die Lautstärkewippe zu legen.

iOS 11 auf dem iPhone 7 | (c) Areamobile
Ein Auswahlfenster für koppelbare Bluetooth-Geräte gibt es nicht
iOS 11 auf dem iPhone 7 | (c) Areamobile
Hier wäre genug Platz für beide Lautstärkeregler

Ebenfalls nicht ganz durchdacht scheint die neue Funktionalität der Buttons für Einstellungen wie WLAN oder Bluetooth. Beides wird durch Drücken des Buttons nun nicht mehr komplett deaktiviert, sondern lediglich die aktive Verbindung unterbrochen. Ersten Nutzerberichten zufolge verbindet sich das iPhone in einigen Fällen allerdings kurze Zeit wieder erneut mit dem Netzwerk. Auf unserem Testgerät konnten wir das Verhalten nicht feststellen. Warum Apple hier allerdings immer noch kein Menü mit der Auswahl verfügbarer WLANs oder Bluetooth-Geräte integriert hat, wird wohl weiter Cupertinos Geheimnis bleiben.

iOS 11 für das iPad: Multitasking auf dem nächsten Level

Zahlreiche Neuerungen von iOS 11 betreffen ausschließlich iPad-Besitzer und erleichtern das Arbeiten mit dem Tablet durch neue Multitasking-Features deutlich. So gibt es auf dem iPad jetzt ein von überall aus aufrufbares App-Dock, das auch zuletzt geöffnete Anwendungen zeigt. Bei geöffneter App lässt sich über diesen eine zweite App ins Bild ziehen und entweder als Overlay (Slide Over) oder im geteilten Bildschirmmodus (Split View) anzeigen. Zusammen mit der ebenfalls neuen Drag- & Drop-Funktion gelingt das Arbeiten an mehreren Projekten gleichzeitig oder das Zusammenspiel zwischen verschiedenen Apps deutlich besser.

iOS 11 Beta | (c) Screenshot AM
Multitasking auf dem iPad mit iOS 11 | (c) Screenshot AM
Diese Features bringt iOS 11 auf das iPad | (c) Areamobile
Notizen schnell und einfach mit dem Apple Pencil erstellen

Nutzer, die im Besitz eines Apple Pencil sind, können unter iOS 11 nun auch Notizen mit weniger Umwegen auf dem iPad erstellen. Ein kurzes Antippen und anschließendes Losschreiben reicht, um bei ausgeschaltetem Display schnell zum Erstellen einer neuen Notiz zu gelangen. Auch Kommentare in PDF-Dokumenten oder auf Screenshots können ohne die bisherigen Umwege schnell erstellt werden. Einen weiteren Überblick über die neuen iOS-11-Features für das iPad findet ihr an dieser Stelle.

Bedient sich wie immer, auch wenn was fehlt

An der Bedienung ändert sich, abgesehen von den bereits erwähnten Problemen durch die Größenverhältnisse, mit iOS 11 auf dem iPhone nur wenig. Von unten wischen Nutzer das neue Kontrollzentrum hinauf, von oben die Benachrichtigungszeile und links neben dem Startbildschirm gibt es die Widgets. Eine mit 3D Touch eingeführte Funktion entfernt Apple mit iOS 11 jedoch vom iPhone und iPad: Der schnelle App-Wechsel, für den Nutzer die linke Kante des Bildschirms drücken und anschließend nach rechts wischen mussten, ist nicht mehr möglich.

Auf dem iPad ändert sich hingegen durch das von jedem Bildschirm aus einblendbare App-Dock und die Kombination aus App-Übersicht und Kontrollzentrum etwas mehr. Um zu Letzteren zu gelangen, müssen Nutzer nämlich jetzt erst das Dock von unten nach oben ins Bild wischen und dann erneut nach oben Wischen um die Übersicht bzw. das Control-Center einzublenden. Alternativ gibt es natürlich weiterhin die Möglichkeit, die kombinierte Übersicht durch doppeltes Anklicken des Home-Buttons auszurufen.

Alte Geräte bleiben mit iOS 11 zurück

Auf dem iPhone 7 können wir unter iOS 11 bislang keine Performance-Einbußen feststellen. Aber auch einen Schub bei der Reaktionszeit oder der Ladegeschwindigkeit von Apps ist nicht zu bemerken. Ebenso sieht es auf dem iPad Pro 10.5 aus, wo sich zumindest bei der Leistung keine Änderung feststellen lässt. Anders sieht es überraschenderweise auf unserem iPhone 7 Plus aus, wo es gelegentlich zu Mikro-Rucklern beim Scrollen im Browser oder Navigieren durch die Nutzeroberfläche kommt, die unter iOS 10 nicht zu bemerken waren.

Diese iPhone- und iPad-Modelle bekommen das Update auf iOS 11

iPhone
iPhone 5S
iPhone 6
iPhone 6S
iPhone 7
iPhone SE


iPhone 6 Plus
iPhone 6S Plus
iPhone 7 Plus

iPad
iPad Air
iPad Mini 2
iPad Pro 9.7
iPad Pro 10.5 iPad (2017)

iPad Air 2 iPad Mini 3
iPad Pro 12.9 iPad Pro 12.9 (2017)


iPad Mini 4


iPod
iPod Touch
(6. Generation)




Wenig Vergnügen dürfte iOS 11 im aktuellen Zustand den Besitzern älterer iPhone- oder iPad-Modellen machen. So kommt es beispielsweise auf dem iPhone 5S vermehrt zu teils starken Rucklern und verlängerten Ladezeiten. Ähnlich sieht es auf alten Apple-Tablets wie dem iPad Air aus, dem spätestens beim neuen Multitasking schnell die Puste ausgeht. Hier sollten Nutzer wohl erst einmal abwarten, bis die ersten weiter optimierten Versionen von iOS 11 erscheinen.

Fazit

iOS 11 bringt viele nützliche und gut umgesetzte Neuerungen auf das iPad und einige Verbesserungen auf das iPhone. Allem voran das neue Kontrollzentrum und die Multi-Tasking-Features für das iPad sind ein gelungener Schritt nach Vorne. Mit dem Wegfall von 32 Bit geht es bei Apple konsequent voran, auch wenn das für manch Nutzer den Verlust einiger Apps bedeutet.

Offen bleibt, warum der Hersteller scheinbar Grundlos kleine Features wie die Dezibel-Anzeige für den Empfang und die Anzeige der Update-Größe im App Store bei iOS 11 entfernt sowie einige Features wie die Bluetooth-Koppelung und die Lautstärkeregelung nicht konsequent zu Ende gedacht hat. Bei Letzterem dürfte Apple gerne beim Konkurrenten Google und Android 8 Nougat abgucken, auch wenn das selbst auch nicht so ganz fertig wirkt

Wenig begeistert dürften Besitzer eines alten iPhone oder iPad über die aktuellen Performance-Einbußen sein. Nutzer eines iPhone mit kleinem Display könnten sich zudem über die schlechte Ausnutzung des kleinen Displays von iOS 11 ärgern. Wer ein aktuelles iPhone mit größerer Displaydiagonale besitzt, profitiert deutlich mehr von den Designänderungen.

Probleme gab es beim Test von iOS 11 auf dem iPhone 7 nicht. Im Gegegensatz zur iOS-Beta, mit der der Akkuverbrauch teilweise enorm hoch war, hat sich auch die Akkulaufzeit mit der finalen Version wieder normalisiert. Hinweise auf eine längere Akkulaufzeit als unter iOS 10 gibt es allerdings auch nicht.

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Kommentare
  1. 24.09.17 01:04 DerZander (Handy Profi)

    @Fritz
    Ich würde mich ja sofort um deine Argumentation kümmern, wenn du Mal anfangen würdest welche vorzutragen. Du es weichst aber nur den Fragen aus, weil du keine Argumente zu haben scheinst.

    Unabhängig davon habe ich offensichtlich voll ins Schwarze mit meiner Überlegung getroffen: du drückst dich vor der Frage. Und wir alle wissen warum.

  2. 24.09.17 00:20 Gorki (Advanced Handy Master)

    @ Fritz, "Na, sind Euch mal wieder die sachlichen Argumente ausgegangen?^^"

    Nein, aber augenscheinlich Dir wieder einmal.



    " Man diskutiert somit also nicht um die Sache sondern um die PERSON."

    Und das sagt der Richtige, ausgerechnet Du solltest Dir da mal ganz gehörig an die eigene Nase fassen!

  3. 22.09.17 14:49 nohtz (Professional Handy Master)

    https://www.mobiflip.de/ios-11-apple-karten-machen-probleme-im-telekom-netz/

  4. 22.09.17 14:38 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @FTC: Das beantwortet die Frage aus #31 nicht. Sieht ein bisschen so aus als würden dir die Argumente ausgehen und dann kommt immer das Geweine mit persönliche Schiene.

  5. 22.09.17 14:05 Fritz_The_Cat (Advanced Handy Master)

    @ Zander:
    "@Fritz
    >> persönliche Schiene?

    das ist immer dein Rettungsanker, wenn du nicht weiter weißt, oder?

    Was daran "persönlich" sein soll, wenn man sich fragt, warum dich das Thema Androidupdates zu aufregt, verstehe ich nicht. Du versuchst dich nur vor der Frage zu drücken."
    ==> Bereits DAS ist persönlich, weil "man" sich nicht fragt, was an der Sache dran ist sondern warum das Gegenüber so argumentiert, wie es argumentiert. Man diskutiert somit also nicht um die Sache sondern um die PERSON.

  6. 22.09.17 11:49 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @Fritz:"==> Stimmt. Solange die Updatesituation bei den Herstellern von Androidsmartphones so ist, wie sie eigentlich von Beginn an war und immer noch ist, verzichte ich dankend."
    >>Wenn du ein High-End-Modell kaufst, bekommst du ja das letzte und neueste Android. Die Frage ist doch, was dir fehlt wenn du nicht das neueste hast. Für mich sieht das sehr nach Schulhofquartett aus. Du willst, dass die eine Nummer größer ist als die andere ohne zu wissen was das überhaupt bedeutet. Wenn dich Android interessieren würde hättest du das wenigstens jetzt schon längst nachgeschlagen.

    Nehmen wir mal ein anderes Beispiel (und schlagen den Bogen). Was würde dir abgesehen von Sicherheitsupdates Wichtiges entgehen, wenn du statt iOS11 iOS10 auf deinem iPhone belässt?

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