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Augmented Reality ist bei Microsoft ein teures Vergnügen

Christopher Gabbert 12.11.2017 - 15:00 | 0
Augmented Reality ist bei Microsoft ein teures Vergnügen

Mit der HoloLens ist Microsoft der einzige Hersteller, der eine echte Augmented-Reality-Brille im Angebot hat. Doch die scheint für den Hersteller selbst weniger interessant als das Vorantreiben der Mixed Reality. Die Hoffnung auf AR-Apps für Smartphones mit Windows 10 Mobile darf man derweil wohl getrost begraben.

Im Gegensatz zu Apple und Google kombiniert Microsoft die virtuelle mit der erweiterten Realität und bezeichnet das als gemischte Realität: Virtual Reality (VR) simuliert vor den Augen der Nutzer eine aufgezeichnete Umgebung, Augmented Reality (AR) blendet Zusatzinformationen in das Sichtfeld ein, während Mixed Reality die reale Welt um 2D- und 3D-Content wie Schaltflächen und Hologramme ergänzt. Das Spektrum der Mixed Reality reicht von Augmented Reality mit der Hololens bis hin zu Virtual Reality mit Head-mounted Displays.

Doch für Windows Phone bzw. Windows 10 Mobile gibt es auch seit mehreren Jahren einige Augmented-Reality-Apps. Allerdings sind solche Apps selten, meist überaus simpel gehalten und zum großen Teil schlecht programmiert.Sie greifen in der Regel auf den Beschleunigungssensor, das Gyroskop sowie das GPS und den Kompass zu, um für die Augmented Reality die eigene Position im Raum zu bestimmen. So zeigten zum Beispiel die Apps "Wikitude World Browser" und "Yelp Monocle" Informationen zu Sehenswürdigkeiten und Infos zu Geschäften und Restaurants, die durch den Kamera-Sucher betrachtet wurden. Auch eine inoffizielle Version von Pokémon GO gab es eine längere Zeit lang.

AR-Apps aus dem Microsoft Store sind überwiegend unbrauchbar | (c) MS/AM
AR-Apps aus dem Microsoft Store sind überwiegend unbrauchbar | (c) MS/AM

Ein richtiges Framework zum Programmieren von Augmented-Reality-Apps für Windows 10 Mobile, das über das hinaus geht, was schon seit mehreren Jahren möglich ist, gibt es von Microsoft nicht. Stattdessen hat man sich in Redmond auf bereits erwähnte Mixed Reality eingeschossen.

Die AR-Brille HoloLens

Im Januar 2015 hat Microsoft mit der HoloLens die erste Brille für die Mixed Reality vorgestellt. Dabei skizziert das Unternehmen zwar auch Szenarien in den heimischen vier Wänden, richtet sich aber zunächst an große Unternehmen, kleine Firmen oder Bildungseinrichtungen. So soll die Mixed-Reality-Brille in geschlossenen Räumen von Unternehmen oder Institutionen zum Einsatz kommen. Ingenieure, Architekten und Möbelhauskunden können beispielsweise virtuell Räume von allen Seiten erkunden, Medizinstudenten den menschlichen Körper, Schüler das Sonnensystem.

Das Prinzip: Anwender blicken durch das halbtransparente Display und bekommen Inhalte angezeigt, dessen Projektion sich über die reale Welt legt. Die HoloLens muss dabei nicht mit einem leistungsstarken Computer verbunden werden, sondern arbeitet ungebunden und umgebungsbewusst. Die Verarbeitung der Informationen der Sensoren und von Steuerungsgesten findet in der "Holographic Processing Unit" (HPU) statt. Erfasst wird der Raum mit Hilfe von sechs Kameras, darunter eine 2-Megapixel- bzw. HD-Kamera und eine Tiefenkamera sowie Infrarot-, Umgebungslicht- und Lagesensoren, die sich alle in der Brille befinden.

Gesteuert wird die Hololens über Kopf-, Hand- und Fingerbewegungen oder - hier hilft der Assistenzdienst Cortana - alternativ per Sprachbefehl. Ein kleiner Punkt im Blickfeld ist Fokuspunkt und Cursor zugleich. Der Bereich, in dem die Hololens-Apps eingeblendet werden, ist deutlich kleiner als beispielsweise das Blickfeld von VR-Brillen wie der Oculus Rift oder der HTC Vive und ist vergleichbar mit dem eines imaginären, sehr großen Monitors.

Von der HoloLens zu Mixed-Reality-Headsets

Mittlerweile ist es ruhiger um die HoloLens geworden und Microsoft konzentriert sich zunehmend auf Mixed-Reality-Headsets, die einen deutlich stärkeren Virtual-Reality-Anteil haben. So besitzen die VR-Headsets für Windows Mixed Reality keine Durchreichfunktion für das Kamerabild, wie es beispielsweise bei der HTC Vive der Fall ist. Stattdessen agieren Nutzer vollständig in der virtuellen Realität und können mit dazugehören Controllern mit Objekten interagieren.

Microsofts VR-Headsets für Windows Mixed Reality sind technisch eine interessante Alternative zur bisher verfügbaren Konkurrenz wie die Oculus Rift und die HTC Vive. So lässt sich das Head-mounted Display samt Controllern einpacken und bei Freunden innerhalb weniger Minuten einrichten.

Das AH101-Headset von Acer | (c) Golem
Das AH101-Headset von Acer | (c) Golem

Bei den VR-Brillen der Konkurrenz ist das durch das Aufstellen mehrere Sensoren und verlegen zahlreicher Kabel deutlich komplizierter. Dabei gefallen die Headsets durch eine gute Bildqualität und angenehmen Tragekomfort, lassen aber bei Dingen wie dem Controller-Tracking zu wünschen übrig.

Augmented Reality ist bei Microsoft nichts für Otto Normalverbraucher

Dass Microsoft noch einen Baukasten für Entwickler in der Hinterhand hat, um die Augmented Reality auf Smartphones mit Windows 10 Mobile auf ein vernünftiges Qualitäts-Level zu hieven, darf stark bezweifelt werden. Immerhin hat der Redmonder-Konzern Anfang Oktober 2017 dem mobilen Betriebssystem mehr oder weniger den vorletzten Sargnagel verpasst: "[...] neue Features oder Hardware zu veröffentlichen, steht nicht im Fokus", hieß es von Microsoft-Topmanager Joe Belfiore über Twitter. Eine Konkurrenz zu Apple oder Google ist Microsoft in dem Bereich also nicht.

Auch bei der HoloLens tut sich aktuell nur wenig. Zuletzt wies ein Patent darauf hin, dass der aktuell sehr eingeschränkte Blickwinkel von 35 Grad mit einer neuen Version bald auf 70 Grad verdoppelt werden soll. Zum Vergleich: Heutige Virtual-Reality-Headsets zeigen 90 bis 110 Grad. Die neue Brille dürfte allerdings erst zu 2019 fertig werden. Mit einem Preis von derzeit 5.500 Euro in der Commercial Suite und 3.300 Euro in der Development Edition ist die Brille zudem eine sehr teure Anschaffung, die wohl kaum einem Otto Normalverbraucher in den Sinn kommen dürfte.

Dafür dringt das Unternehmen in andere Gefilde vor und holt mit seinen Mixed-Reality-Headsets rasant zu VR-Brillen wie der Oculus Rift und HTC Vive auf. Die von Acer, Dell, Lenovo oder HP stammenden Brillen sind bereits ab 450 Euro zu haben und wussten im Test durchaus zu überzeugen.

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