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Samsung Gear Sport im Test: Die schlaue Sportuhr

Peter Steinlechner | Golem.de 03.12.2017 - 13:00 | 8
Inhaltsverzeichnis
Samsung Gear Sport im Test: Die schlaue Sportuhr

Durchdachte Bedienung, schicke Zifferblätter und ungewöhnliche Funktionen: Samsung hat in seiner Gear Sport viele für Fitness- und Outdoorfans sinnvolle Ideen untergebracht. Ausgerechnet bei einigen Basisfunktionen besteht aber noch Optimierungsbedarf.

"Glückwünsch, das war ein perfekter Spaziergang": Mit diesem Lob habe ich nicht gerechnet. Gerade erst habe ich zum ersten Mal mit der Samsung Gear Sport am Handgelenk den Hund in einem kleinen Rundkurs um den Kiez ausgeführt. Trainings an der Sport Gear habe ich davor nicht ausgewählt, auch keine Aktivität gestartet. Trotzdem hat mich das Wearable direkt nach der Rückkehr in der Redaktion mit einem kurzen Vibrieren auf das Lob auf dem Zifferblatt aufmerksam gemacht.

Wie das genau funktioniert hat, ist mir bis jetzt nicht im Detail klar. Hat die Sportuhr das WLAN wiedererkannt oder ohne mein Zutun die GPS-Signale ausgewertet? Mal von möglichen Datenschutzproblemen abgesehen: Ich war von so viel Aufmerksamkeit spontan beeindruckt - zumal ich sonst keine Sportuhr kenne, die ähnlich mitdenkt und mich einfach mal so für eine Aktivität lobt.

Es gibt noch ein paar ähnlich ungewöhnliche Extras der Gear Sport - auch wenn Nutzer keine ständigen Überraschungen erwarten sollten. Nett finde ich eine Aufforderung zu einer Runde Bürosport zwischendurch, wenn die Uhr eine kräftigere Bewegung nach einer längeren Zeit auf dem Bürostuhl registriert. Dann animiert sie mich, indem sie (korrekt) eine Torsodrehung vermeldet - und will dann gleich weitermachen.

Gear Sport ist Fitnesstracker und Smartwatch

Die Gear Sport ist in Samsungs Portfolio das Wearable, das am ehesten für fitnessorientierte Nutzer gedacht ist. Die Uhr misst die Herzfrequenz über zwei LEDs am Handgelenk, zählt Schritte und schätzt auf Basis der Bewegungen den Kalorienverbrauch. Sie wertet Schlafdaten und per GPS-Modus auch sportliche Aktivitäten aus. Zugleich ist sie eine echte Smartwatch, die mehr kann als im Ansatz vergleichbare Geräte von Garmin oder Fitbit. Es gibt einen App Store, in dem neben simplen Spielen und Weltzeituhren ein paar ungewöhnliche Anwendungen zu finden sind. Mein (schräger) Favorit ist eine App von Sanifair, mit der ich 25 Mal an den Autobahnraststätten der Firma kostenlos auf die Toilette gehen könnte - was über den NFC-Chip kontrolliert wird.

Samsung Gear Sport Test | (c) Golem
Im Kreismenü hat der Nutzer vollen Zugriff auf nahezu alle Funktionen der Samsung Gear Sport | (c) Golem
Samsung Gear Sport Test | (c) Golem
Die Rückseite ist angenehm plan gehalten | (c) Golem

Bei vielen der nativ installierten Anwendungen fällt auf, dass sich Samsung Gedanken um die Funktionen gemacht hat. Nur als eines von vielen Beispielen nenne ich mal die Wetter-App: Sie zeigt immer auch die aktuelle UV-Belastung an, nennt gut sichtbar und in klaren Worten die Temperatur im Vergleich zu gestern (so blöd es klingen mag: das ist praktisch) und die aktuelle gefühlte Temperatur.

Nachahmenswert ist auch die Aufbereitung der Information, wie lange der Akku noch hält. Im Standardmodus entsprechen 100 Prozent laut der Gear Sport einer Laufzeit von genau 2 Tagen, 2 Stunden und 50 Minuten. Das gilt allerdings nur, solange ich den GPS-Modus nicht verwende, der pro Stunde rund 13 Prozent vom Akku abknapst. Trotzdem kann ich mit der Info etwas anfangen.

Bis zu 34 Tage im Nur-Uhr-Modus

Im Energiesparmodus (Display wechselt vom Farb- in den Schwarzweißmodus, es gibt als Smartfunktionen nur noch Anrufinfos, Nachrichten und Benachrichtigen, WLAN ist aus, generell weniger Leistung) soll der Akku rund 5 Tage, 20 Stunden und 29 Minuten halten. Im Nur-Uhr-Modus reicht die Energie den Angaben zufolge für 34 Tage und 45 Minuten. Dann bekomme ich auf dem Bildschirm allerdings nur die Zeit angezeigt, ohne Sekunden und Datum.

Samsung Gear Sport Test | (c) Golem
Die Gear Sport wird magnetisch über eine Ablagestation geladen | (c) Golem
Samsung Gear Sport Test | (c) Golem
Die Sportuhr ermittelt im Alltag und beim Sport die Herzfrequenz | (c) Golem

Im Standardmodus gibt es dafür einige toll gemachte Zifferblätter mit knalligen Farben - trotzdem wird es bei direkter Sonneneinstrahlung mit dem Ablesen etwas schwierig. Normalerweise ist das Display deaktiviert, die typische Handdrehung weckt es zuverlässig auf. Nervig: Falls das mal nicht klappt, kann ich die Uhr nicht etwa durch eine Berührung des Touchscreens aufwecken, wie ich es intuitiv sogar nach Tagen noch gemacht habe, sondern muss an der Lünette drehen oder eine der beiden seitlichen Tasten drücken.

Davon abgesehen ist die Bedienung der Gear Sport eine Freude: Viele Aktionen kann ich auf unterschiedliche Art mit Kombinationen aus Wischen und Tippen plus eben der Lünette und den Tasten bewerkstelligen. Die Uhr reagiert sehr schnell, alles sieht klasse aus und wirkt durchdacht. Nur einige sehr kleine Schriften haben mich gestört.

Leider schwächelt die Gear Sport in ihrer Kernkompetenz: beim Sport. Am meisten stört mich das seltsame Verhalten beim Suchen der GPS-Signale. Wenn ich etwa eine Radtour starte, wird zwar nach einem Signal gesucht - aber dass dieses auch gefunden wird, habe ich nie erlebt. Das dafür zuständige Symbol bleibt im Suchen-Zustand, bis das Display ausgeht und die Uhr zum Hauptbildschirm zurückkehrt. Wenn ich dagegen einfach auf Start tippe, wird der Anfang der Tour nicht aufgezeichnet. Ich habe es trotz mehrerer Versuche nicht geschafft, GPS-Routendaten etwa für den Anfang einer Laufrunde aufzuzeichnen. Geschwindigkeit und Distanz werden merkwürdigerweise trotzdem von Anfang an auf dem Zifferblatt angezeigt.

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Kommentare
  1. 04.12.17 14:55 Frankfurter Knackarsch (Expert Handy Profi)

    "Bezüglich pulsmessung

    Kann die aw auch hier mit der Genauigkeit eines polar brustgurtes mithalten."

    hier schneidet die Gear S3 besser ab, auch wenn der Tester gegenteiliges behauptet. Die Screenshots mit den Daten belegen das

    https://www.wareable.com/apple/apple-watch-series-3-review

    https://www.wareable.com/samsung/samsung-gear-s3-review

  2. 03.12.17 21:48 foetor (Expert Handy Profi)

    Hatte die Gear S2 und die Gear S3 zum testen und man kann das App Angebot bei Samsung einfach vergessen. Es besteht zu 90% aus Watch Faces, daher leider keine Alternative zu meiner Apple Watch 2

  3. 03.12.17 18:19 fluxxis (Youngster)

    Meine Charge 2 zeigt den Puls ebenfalls 1A an, habe im Fitness teilweise noch einen Brustgurt mitlaufen, die Charge 2 weicht nie mehr als 1-2 Schläge ab. Die Messung über die Haut funktioniert aber bei jedem Menschen anders, kommt auf den Hauttyp, die Lage der Pulsadern etc. an.

  4. 03.12.17 16:59 Echse (Handy Master)

    Frankfurter

    Das gps der aw 3 ist wohl viel besser und kann sogar mit polar etc mithalten

    http://fitnessmodern.de/apple-watch-3-test/

    Bezüglich pulsmessung

    Kann die aw auch hier mit der Genauigkeit eines polar brustgurtes mithalten.

    Wenn ich also nur mal den rein sportlichen Aspekt betrachte ( zb.gps Aufzeichnung und Puls ) ist die gear die schlechtere Uhr.

  5. 03.12.17 16:50 Frankfurter Knackarsch (Expert Handy Profi)

    "Die Werte gleichen erst dann denen anderer Messergeräte, wenn ich die Sport Gear brutal fest anziehe. Sobald sie auch nur ein bisschen locker sitzt, gibt es immer wieder mal Ausreißer nach oben - statt 145 zeigt sie etwa einen 160er-Puls an."

    das ist doch selbstverständlich,
    ein Brustgurt muss auch fest sitzen und darf nicht den kontakt verlieren. wie sollen sonst akkurate Werte ermittelt werden wenn die uhr herumschlabbert?

    "immer - beim gps kackt Samsung ab - wieder eine Generation warten....oder die Apple Watch nehmen…hmmmmmm"

    als ob der mini gps der AW3 besser performt

  6. 03.12.17 15:47 Echse (Handy Master)

    Für Sport hab ich mir jetzt die Apple Watch Serie 3 ( gps) bestellt.
    Ich denke, dass es generell für iPhone Besitzer immer noch die beste Uhr ist

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