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360-Grad-Kameras im Vergleich: Alles so schön rund hier

Werner Pluta | Golem.de 17.12.2017 - 12:00 | 0
Inhaltsverzeichnis
360-Grad-Kameras im Vergleich: Alles so schön rund hier

Noch mehr Action sollen 360-Grad-Kameras bieten: Mit ihren zwei Linsen nehmen sie die ganze Welt um den Fotografen oder Filmer herum auf. Wir haben drei aktuelle dieser Kameras von Gopro, Kodak und Ricoh getestet und festgestellt, dass die teuerste nicht immer die beste ist.

Wer sich auf Skiern die Piste hinunter stürzt, mit dem Fallschirm aus dem Flugzeug oder von Klippen springt oder waghalsige Fahrten auf zwei Rädern unternimmt, dem reicht eine herkömmliche Actioncam, die die Ego-Perspektive aufnimmt, unter Umständen nicht aus. Eine 360-Grad-Kamera zeigt auch, was hinter dem Akteur passiert: wie sich das Flugzeug entfernt, aufgewirbelten Schnee oder Staub. Wer sich mit Videoschnitt auskennt, kann aus dem Material packende Filme produzieren, mit denen der Zuschauer interagieren kann. Vor allem Gopro, Marktführer bei den Actioncams, lockt mit einem gelungenen Werbevideo, in dem gekonnt mit verschiedenen Projektionen gespielt wird, etwa dem Draufblick auf den Akteur oder dem Wechsel von flachem zu sphärischem Bild.

Wir testen drei aktuelle 360-Grad-Kameras

Schicke Werbevideos sind das eine. Aber wie machen sich die Kameras im Alltag? Wie ist die Handhabung, wie die Qualität von Bildern und Videos? Wir haben uns drei aktuelle 360-Grad-Kameras angeschaut: die Ricoh Theta V, die Kodak Pixpro 4KVR360 und die Gopro Fusion. Die meiste Erfahrung auf dem Gebiet hat wohl Ricoh: Die Japaner haben ihre erste 360-Grad-Kamera 2013 auf den Markt gebracht, die allerdings nur Standbilder aufzeichnen konnte. Die zweite Theta machte dann auch Videos. Die Theta V ist - trotz des Namens - Ricohs sechste 360-Grad-Kamera. Sie ist die fünfte, die Videos und die erste, die Videos in 4K aufnimmt.

360-Grad Kameras im Test | (c) Martin Wolf / Golem.de
360-Grad Kameras im Test | (c) Martin Wolf / Golem.de

Gopro macht zum ersten Mal 360 Grad

Fusion ist die erste 360-Grad-Kamera von Gopro, und das US-Unternehmen stattet seine Kamera gleich mit einer 5K-Auflösung aus. Kodak respektive JK Imaging hingegen hat auch vor der Pixpro 4KVR360 schon 360-Grad-Kameras im Programm, auch schon eine 4K-fähige. Unser Test startet mit der Kamera von Ricoh.

Ricoh Theta V

360-Grad Kameras im Test | (c) Martin Wolf / Golem.de
360-Grad Kameras im Test | (c) Martin Wolf / Golem.de

Die Ricoh Theta V ist von der Form und Größe her gegenüber den Vormodellen praktisch unverändert - sie ist etwa 13 Zentimeter hoch, knapp 5 Zentimeter breit und knapp 3 Zentimeter tief. Sie wiegt gut 120 Gramm. Schön ist die Farbe: Die ersten Thetas waren weiß oder poppig bunt, die neue ist in schickem Anthrazit gehalten. Die Bedienung ist denkbar einfach: Die Theta hat drei Knöpfe: einen Auslöser auf einer der breiten Seiten, an einer Schmalseite einen Knopf zum Umschalten zwischen Foto- und Videomodus und einen, um das WLAN zu aktivieren. Im Fotomodus beide Knöpfe gleichzeitig zu drücken, aktiviert den Selbstauslöser. Die Theta ist übrigens auch die einzige der drei Kameras, die standardmäßig im Fotomodus eingestellt ist.

Eine LED zeigt den Aufnahmemodus an

Entsprechend einfach ist der Umgang mit der Kamera. In welchem Modus sie gerade ist, wird durch eine blaue LED unter dem Auslöser angezeigt. Eine zweite LED zeigt an, wenn das WLAN aktiviert ist. Die Kamera hat einen 1/2,3 Zoll großen Bildsensor und nimmt Fotos mit einer Auflösung von 5.376 × 2.688 Pixeln und Videos mit 3.840 × 1.920 Pixeln bei einer Rate von 30 Bildern pro Sekunde (frames per second, fps) auf. Gespeichert werden sie in einem internen, 19 Gigabyte großen Speicher - eine deutlich Verbesserung gegenüber den Vorgängern, die lediglich 4 oder 8 Gigabyte Speicher hatten. Ausnahme ist die Theta R, die Bilder und Videos auf einer Micro-SD-Karte speichert.

360-Grad Kameras im Test | (c) Martin Wolf / Golem.de
360-Grad Kameras im Test | (c) Martin Wolf / Golem.de

Die Perspektive lässt sich variieren

Auf den Rechner oder ein Mobilgerät übertragen werden sie per USB oder WLAN. Zum Anschauen bietet Ricoh eine Software oder eine App an, um die Panoramen zu betrachten. Vorteil der Theta etwa gegenüber der Keymission: Die Kamera hat keine feste Front- und Rücklinse. Das bedeutet, das Bild kann verändert werden - in der App oder in der Software. Lediglich wenn das Bild einfach von der Kamera heruntergeladen und mit dem herkömmlichen Bildbetrachter geöffnet wird, ist es ein flaches 360-Grad-Panorama.

Der Software oder App ist es dabei egal, ob das 360-Grad-Bild mit der Theta V aufgenommen wurde oder mit einer anderen Kamera. Für Videos gilt das allerdings nicht so pauschal. Was uns hier nicht so gut gefällt: Um 360-Grad-Bilder- oder Videos etwa auf Youtube zu veröffentlichen, muss der Nutzer erst ein Konto bei Ricohs eigener Community theta360.com eröffnen. Von dort kann er die Fotos dann auf anderen Plattformen veröffentlichen.

Apps ermöglichen es, Videos und Fotos zu bearbeiten

Daneben gibt es noch zwei weitere Apps: Theta+ Video und Theta+ . Damit lassen sich die Panoramen auch bearbeiten. So lässt sich das Panorama als Kugel, als sogenannter Little Planet oder auch als equirektangulare, also als flache Ansicht darstellen. Dabei kann der Nutzer den Bildausschnitt selbst wählen - den Bildwinkel, der kleiner sein kann als 360 Grad, oder was sich im Zentrum des Panorama befindet - er kann es bearbeiten und speichern. Zudem lässt sich aus einem Standbild eine Animation erzeugen: Ricoh gibt neun verschiedene Fahrten durch das Bild vor, wobei der Nutzer Ausschnitt und Winkel selbst wählen kann. Schließlich bietet Theta+ auch die Möglichkeit, das Bild oder die Animation zu exportieren, zu Youtube, Instagram oder Facebook zum Beispiel.

360-Grad Kameras im Test | (c) Martin Wolf / Golem.de
360-Grad Kameras im Test | (c) Martin Wolf / Golem.de

Die Videos können vertont werden

In der App Theta+ Video lassen sich Videos auf ähnliche Art und Weise bearbeiten: Auch hier kann der Nutzer die Projektion wählen, Bildfilter anwenden, das Video schneiden oder es mit Musik unterlegen. Auch diese App bietet eine Exportfunktion. Allerdings hatten wir damit unsere Mühe.Die Qualität der Bilder und Videos ist gegenüber den Vorgängern deutlich besser geworden. Das Rauschverhalten hat sich verbessert. Lediglich bei Dunkelheit oder hohem Kontrastumfang hat die Kamera ihre Schwächen. Gut gefallen hat uns das Stitching, das sich gegenüber früheren Versionen deutlich verbessert hat. Bei der ersten Theta traten noch deutliche Stichtingfehler auf, manche Fotos wiesen sogar Helligkeitssprünge am Übergang der beiden Kameras auf. Das ist jetzt nicht mehr der Fall. Selbst bei komplexen geometrischen Mustern und im Nahbereich - was eine besondere Schwierigkeit für 360-Grad-Kameras ist - sind die Ergebnisse erstaunlich gut.

Die nächste getestete Kamera ist die Kodak Pixpro 4KVR360.

Themen: Kamera
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