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Creative Omni: Der WLAN-Lautsprecher im WG-Test

AreaMobile Redaktion 19.12.2017 - 00:01 | 0
Creative Omni: Der WLAN-Lautsprecher im WG-Test

Drei Areamobile-Leser haben den WLAN-Lautsprecher Creative Omni getestet. Hier der Testbericht vom Studenten Patrick Stumpf, der sich kritisch mit den Eigenschaften und Funktionen des Speakers auseinandersetzt. Er schätzt den Creative Omni als soundtstarken und ausdauernden Lautsprecher in Verbindung am Smartphone oder Laptop.

"Befreien Sie ihre Musik!" Vollmundig bewirbt Creative seine neuen tragbaren "Multiroom"-Lautsprecher Omni und verspricht dabei die Flexibilität ununterbrochenen Musikgenusses zweier kabelloser Welten – nämlich einerseits der mobiler Bluetooth-Boxen und andererseits der portabler Mehrzimmer-Lautsprecher. Große Ambitionen für einen handlichen Lautsprecher. Ob es dem Omni gelingt, dieses Versprechen zu halten?

In der Studenten-WG zwischen Oregano und Basilikum

Kein Audiolabor oder Tonstudio forderte ihn zum Test heraus, sondern die alltägliche, chaotische Umgebung einer Studierenden-WG. Das hieß, zwei Testexemplare der Omni-Lautsprecher brauchten sich nicht mit audiophilem Tontechniker-Know-how messen. Stattdessen hatten sie sich mit verschiedenen Musikgeschmäckern (ähnlich den ebenso Leid geprüften Hausnachbar*Innen) und mehr oder minder technikaffinen Händen herumzuschlagen. Sie mussten sich neben Oregano und Basilikum in der Küche, auch im Bad ihren Platz mit Duschgel und Shampoo teilen und mit leeren Getränkeflaschen auf dem Balkon abhängen.

Die nachfolgenden Eindrücke sind darum allesamt subjektiv und beanspruchen für sich keine Allgemeingültigkeit oder gar akkurate Vollständigkeit. Wer an dieser Stelle handfeste und objektive Werte und Zahlen erwartet, muss zum Glück nicht bis zum Ende lesen: 12, 34 und natürlich 42, um einige davon zusammenhangslos in den Raum zu werfen. Alle anderen Leser*Innen erhalten vielleicht einen nützlichen, weil authentischen Eindruck von Creatives neuen Omni-Lautsprechern.

Auspacken und Anfassen

Die Omni-Lautsprecher sind gut verarbeitet. Das schicke und schlichte Design zeigt keine ungenauen Spaltmaße oder scharfe Kanten. Sie liegen dank der zylindrischen Form und ihres leichten Gewichts gut in der Hand. Die seitlichen Bedienelemente sind gummiert und griffig, die wenigen Anschlüsse mit einer Gummiklappe vor Wasser geschützt. Lediglich die Knöpfe am "Kopf" der Lautsprecher sind ohne kontrollierenden Blick schwer zu "ertasten" und haben obendrein einen harten Druckpunkt. Im vertikalen Stand kann der Lautsprecher bei beherztem Knopfdruck trotz Gummierung deshalb schon mal wegkippen, oder in der Horizontalen davonrutschen. Eine lässige Ein-Hand-Bedingung will da geübt sein. Drei LEDs zeigen beim Einschalten kurz - sehr kurz - den Akku-Stand und im Betrieb die ausgewählte Audioquelle mit unterschiedlichen Farben an. Letzteres hat sich als durchaus praktisch herausgestellt.

Die gewisse Schlichtheit im Design setzt Creative in den weiteren Verpackungsdreingaben gewissermaßen konsequent fort. Den Lautsprechern sind neben einem knapp 65 cm langen (man beachte: harte objektive Messwerte!) Micro-USB 2.0-Ladekabel lediglich eine kryptisch anmutende und daher eher minimale Bedienungsanleitung sowie ein ebenso "umfangreiches" Spotify-Werbezettelchen beigelegt. Das Fehlen eines passenden USB-Netzteils hat nachvollziehbare ökologische wie ökonomische Gründe, kann aber als ebenso ärgerlich angesehen werden. Der Omni reiht sich daher unter Umständen in die Schlange der angesammelten Geräte ein, die alle um die Gunst eines Netzteils im Haushalt buhlen.

Alles in einer Hand?

Die Inbetriebnahme der WLAN-Verbindung und Mehrraum-Nutzung erfolgt via Smartphone-App, die Creative für Android und iOS zur Verfügung stellt - SoundBlaster InterConnect. Das Programm verlangt Zugriff auf Mikrofon, WLAN- und Bluetooth-Verbindungen sowie Zugang zu den Mediendaten - allesamt für die Funktionalität nachvollziehbar. Lediglich der zusätzlich geforderte Zugriff auf die Standort-Daten erscheint unnötig. Unterm Strich ist es aber gut und charmant, dass Creative seinen Datenhunger auf das Nötigste beschränkt. Die Einrichtung einer WLAN-Verbindung erfolgt über einen einfachen und nachvollziehbaren Assistenten. Die App stellt eine zweite, manuelle Einrichtung zur Verfügung, falls der automatische Assistent nicht funktioniert. Das ist löblich. In beiden Fällen konnten alle Lautsprecher zügig und ohne nennenswerte Probleme, auch ohne akademischen IT-Abschluss, mit dem WLAN verbunden werden. Der Omni merkt sich übrigens nur ein Netzwerk: Wechselt er seine Umgebung, muss er erneut eingerichtet werden.

In der weiteren Bedienung gibt sich das Programm leider weniger umgänglich. Die Bedienung der App ist nicht konsistent und intuitiv. Nicht alle Bedienungsmuster sind vorhersehbar, nicht jeder Button selbsterklärend oder "treffsicher" gestaltet. Vor allem zu Beginn überrascht ein vorschneller Klick oder unbedachter Wisch mit ungewünschten Ergebnissen oder verweigert seinen Dienst gänzlich. Das ist alles nicht absolut tragisch, am Ende können alle Funktionen benutzt werden. Es hinterlässt jedoch einen faden Beigeschmack, als wäre die Software von Creative noch schnell zusammengestrickt worden. Das optisch triste und langweilige Design unterstreicht diesen Eindruck und will auch gar nicht so recht zu den sonst wirklich schmucken Lautsprechern passen.

WLAN-Wunder?

Sind die Lautsprecher mit der App einmal verbunden, lassen sie sich einzeln oder in einer Gruppe gleichzeitig ansteuern. Das funktioniert gut, wenn auch mit einigen Klicks mehr als vielleicht nötig wären. Die Musik kommt anschließend vom integrierten Player, der auf alle Audiodaten auf dem jeweiligen Gerät zugreifen kann. Nicht jedoch auf bereits angelegte Wiedergabelisten anderer Music-Player (z.B. Google Play Music App oder iTunes). Darüber hinaus ist laut Creative eine "Vielzahl von Online-Musik-Streaming-Diensten" mit dem Omni verfügbar. Diese Vielfalt ist abseits der Werbetexte dann aber fast so übersichtlich wie manch eine ungeliebte studentische Seminararbeit; nämlich "sehr". Sie beschränkt sich auf Spotify, Tidal, Napster, iHeartRadio und TuneIn. Nur Letzteres ist ohne Registrierung und (ggf. kostenpflichtiger) Mitgliedschaft sofort nutzbar. Wer weitere Streaming-Dienste sucht, sucht lange. Apple Music, Google Play Music, Deezer, Amazon Music Unlimited - die Omni mögen es flexibel, aber doch bitte nicht mit Allem und Jedem. Das ist schade und für Benutzer von Android-Geräten besonders ärgerlich. Denn die Mehrraum-Nutzung mit den Omni funktioniert in der Google-Welt nur innerhalb der SoundBlaster-App. Eine Musikwiedergabe via Wifi außerhalb dieser App geht den Lautsprechern wortwörtlich am Zylinder vorbei.

Mit Geräten von Apple lassen sich die Omni allerdings problemlos mit AirPlay ansteuern. Damit kann die eingeschränkte Vielfalt in der App ganz rebellisch umgangen, und jede beliebige Quelle auf mehreren Lautsprechern gleichzeitig abgespielt werden (einschließlich YouTube, netflix und Co.). Diese Flexibilität lässt die anfangs zitierte "Befreiung der Musik" eigentlich grundsätzlich erwarten und kann von Android-Nutzern nur mit dubioser Zusatzsoftware erkauft werden (die hier nicht weiter erwähnt werden möchte). AirPlay funktioniert nicht nur am iPhone, sondern auch am Apple-Rechner (und vermutlich allen anderen Geräten in der Apple-Welt, z.B. dem AppleTV). Das ist insofern erfreulich, da eine Ansteuerung und Verwaltung der Omni über einen Computer sonst nicht möglich ist. (Bevor es zu Missverständnissen kommt: Eine Verwaltung der Lautsprecher ist auch mit AirPlay nicht möglich, nur eine Wiedergabe.) Eine entsprechende Möglichkeit mit passender Mac- und PC-Software wäre 2017 vielleicht spießig und altbacken (nicht, dass sich Smartphone und Tablet am Ende nutzlos fühlen), aber durchaus wünschenswert gewesen, um die WLAN-Konnektivität auch ohne Smartphone oder Tablet nutzen zu können.

Die Nutzung der Mehrraum- und WLAN-Funktionalität schließt eine gemeinsame Wiedergabe über die weiteren Abspielmöglichkeiten der Omni leider aus. Musik per microSD-Karte, AUX-Eingang oder Bluetooth auf mehreren Boxen gleichzeitig funktioniert nicht! Ebenso muss im Wifi-Betrieb auf die sprachfähigen Assistenz-Features (z.B. die Benutzung von Siri und Co.) verzichtet werden. Entweder, oder - lautet das Motto; ganz so flexibel ist der Omni am Ende dann doch nicht. Es wäre so schön gewesen!

Creative Omni Lautsprecher | (c) Creative
Creative Omni Lautsprecher | (c) Creative

Dabei erfährt die Audiowiedergabe mit gekoppelten Lautsprechern einen satten Boost. Allen voran die Möglichkeit, zwei Lautsprecher für eine Stereo-Wiedergabe zu nutzen, ist eine sehr deutliche Aufwertung, vor allem gegenüber anderen mobilen Lautsprechern. Der Stereoeffekt ist absolut hörbar und sehr gut. Hier können die Omni begeistern und voll und ganz punkten. Jedenfalls dann, wenn der Audioversatz nicht stört. In der Wiedergabe per Wifi sind leider Verzögerungen an der Tagesordnung gewesen. Abhängig von der Art der Quelle und Auslastung im Netzwerk können die einige Sekunden betragen. Bei der Wiedergabe von Musik ist das nicht tragisch und vertretbar. Bei einem Film muss man das aber schon sehr mögen, wenn das Bild weiter ist als der Ton. Da die Ursachen hierfür nicht nur oder ausschließlich bei den Lautsprechern zu suchen sind, sollen die Omni an dieser Stelle hierfür nicht weiter getadelt werden. Deren WLAN-Verbindung war ansonsten sehr stabil.

Standardkost und Geschmacksfrage?

Mit Bluetooth verbinden sich die Omni mit jedem willigen Gerät anstandsfrei und funktionieren wie erwartet. Auf eine Mehrraum-Nutzung muss dann aber verzichtet werden. Derart mit einem Smartphone verbunden, wirbt Creative mit einer ebenso smarten Sprachsteuerung. Per Knopfdruck am Lautsprecher lassen sich wahlweise Apples Siri oder Google Now aktivieren und dank eingebautem Mikrofon passenderweise gleich ansprechen. Das klappt so gut oder so mäßig wie die Sprachassistenzen eben funktionieren, solange die Lautsprecher nicht zu viele Meter entfernt stehen oder in eine ganz andere Richtung gesprochen wird. Da die Sprachsteuerung aber ohnehin für jede Eingabe am Lautsprecher aktiviert werden muss, ist er praktischerweise auch gleich in unmittelbarer Nähe.

Immerhin "lauscht" der Omni so nicht ständig mit. Für alle jene gut zu wissen, denen altmodische Konzepte wie Datenschutz nicht ganz unwichtig sind. So ganz freihändig und entsprechend lässig ist die Bedienung der Assistenzfeatures letztlich nicht. Gleiches gilt für die Möglichkeit, einen Telefonanruf am Omni anzunehmen und mit dessen Mikrofon direkt zu führen. Die Sprachqualität geht hierfür in Ordnung. Letztlich ist die entscheidende Frage vielmehr, ob das Smartphone nicht ohnehin näher am Mann oder an der Frau und der Weg zur Box somit überflüssig oder zumindest nicht wesentlich komfortabler ist.

Kleine Box, kleiner Sound?

Die Anruf- und Sprachassistenz-Funktionen sind nette Dreingaben. Die Kerndisziplin eines Lautsprechers ist die Wiedergabe von Musik. Und die schaukelt der Omni hervorragend. In dem kleinen Zylinder steckt viel Power. So viel Power, dass ein Großteil davon für die Boxen schon zu viel des Guten ist. Noch bevor die maximale Lautstärke erreicht ist, schepperts dann doch ordentlich und unangenehm. Aber soweit muss es gar nicht kommen. Denn auch ohne volle Last beschallt die kleine Box einen 20-25 Quadratmeter großen Raum ordentlich und bleibt dabei geschmeidig für die Ohren. Auch von Bässen lässt sie sich nicht unter Druck bringen. Die Omni ist natürlich kein Subwoofer, die Bässe daher nicht so kraftvoll, bitte kein Wunder erwarten. Sie sind aber verhältnismäßig gut.

Im gemeinsamen Verbund steigert sich die Qualität der Audiowiedergabe natürlich nicht durch die bloße Verdopplung der Power. Die Möglichkeit einer Stereowiedergabe über zwei Boxen trägt allerdings sehr wohl dazu bei. Wie bereits erwähnt, wertet die Stereowiedergabe die Soundqualität der Boxen deutlich auf und weiß zu gefallen. Dagegen hat die Wahl der Aufstellung der Boxen - vertikaler und horizontale Stand sind möglich - keinen signifikanten Einfluss auf die Wiedergabequalität und bleibt Geschmacks- oder Platzfrage.

Creative Omni Lautsprecher | (c) Creative
Creative Omni Lautsprecher | (c) Creative

Für alle Leser*Innen, die sich bisher hier durchgeschlagen haben - besten Dank hierfür - gibt es dann doch noch ein paar nackte Zahlenfakten. Die Omni waren im Schnitt nach dreieinhalb Stunden aufgeladen. Im Wifi-Modus ging ihnen nach guten siebeneinhalb Stunden, im Bluetooth-Betreib nach acht Stunden die Puste aus. Per AUX-Signal angesteuert beschallen sie noch eine ganze Stunde länger. Das entspricht allesamt in etwa den Angaben von Creative. Sie eignen sich daher gut, auch mal eine längere Hausparty zu schmeißen. Nur wenn der Akku dann doch mal leer ist, ist ein spontaner Ausflug in den Park nicht drin. Eine Schnelladefunktion, die Saft für zwei oder drei Stunden schenkt, könnte durchaus sinnvoll sein, um die Mobilität voll auszuschöpfen.

Der bleibende Eindruck

So, mehr geschrieben als in manch einer Seminararbeit - aber was bleibt unterm Strich? Der Creative Omni Bluetooth Lautsprecher ist ein solider Vertreter seiner mobilen Zunft. Sein optisch ansprechendes Äußeres ist leicht und handlich. Der Omni ist daher gut geeignet, auch unterwegs den Sound von Smartphones oder Laptops deutlich und kräftig aufzuwerten. Dabei geht ihm weder schnell die Puste aus, noch lässt er sich von Wasserspritzern sofort einschüchtern. Das weiß zu gefallen und soll bei aller weiteren Kritik nochmal betont werden.

Der praktische Nutzen seiner "smarten" Funktionen wie die Sprachansteuerung von Google Now oder Siri sind stark abhängig vom persönlichen Nutzungsverhalten und -setting. Das beworbene "Multiroom Feature" mit WLAN-Kopplung mehrerer Lautsprecher ist jedoch nicht das überzeugende Highlight geworden. Dabei kann gerade der dadurch mögliche Stereo-Sound sehr begeistern und die Audiowiedergabe deutlich aufwerten.

Allerdings wirkt die gesamte Funktionalität und deren Bedienung noch nicht ausgereift genug, um die Omni dadurch von ihrer Konkurrenz abzuheben. Die - vor allem auf Android-Geräten - eingeschränkten Wiedergabemöglichkeiten trüben die Spaß. Umso ärgerlicher ist es, dass eine Kopplung über WLAN obendrein alle weiteren Optionen der Omni-Lautsprecher ausschließt. Da wäre sicher mehr drin gewesen. Das Potenzial ist da - haste gehört, Omni? Vielleicht, denn er ist grade nicht im Wifi-Modus ...

Pro und Contra, kurz und knackig:

+ Gute Verarbeitung
+ Schickes, ansprechendes Design
+ Gute Soundqualität mit verhältnismäßig gutem Bass
+ Deutliche Aufwertung der Soundqualität durch Stereowiedergabe
+ Kopplung von Lautsprechern (grundsätzlich) eine tolle Sache

- Unausgereifte App
- Eingeschränkte Streaming-Dienste
- Eingeschränkte Wiedergabemöglichkeiten im Wifi-Modus
- Wifi-Modus schließt andere Wiedergabemöglichkeiten (Bluetooth, AUX, SD-Card) aus
- Bemerkbarer Audioversatz bei Wifi-Wiedergabe

Dieser Testbericht wurde nicht von der Areamobile-Redaktion, sondern im Rahmen einer Lesertestaktion von Patrick Stumpf geschrieben. Areamobile und Creative hatten unter allen Bewerbern drei Testpersonen ausgewählt, die nach Abliefern eines Testberichts - unabhängig von der Bewertung - ein Doppelpack an Creative-Omni-Lautsprechern behalten durften.

Themen: Gadget
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