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Dobot Rigiet im Test: Was taugt der Kickstarter-Gimbal für Smartphones?

Sebastian Zelada 07.02.2018 - 16:13 | 2
Inhaltsverzeichnis
Dobot Rigiet im Test: Was taugt der Kickstarter-Gimbal für Smartphones?

Der Dreiachsen-Gimbal Dobot Rigiet soll Aufnahmen mit dem Smartphone stabilisieren und für hochwertige Videos sorgen. Kann das per Kickstarter finanzierte Edel-Gadget im Test überzeugen?

Im Mai 2017 sammelte der "Dobot Rigiet"-Gimbal auf Kickstarter 673.916 Dollar ein. Wer mindestens 136 Dollar beisteuerte, erhielt dadurch zu ebendiesem "Early Bird"-Preis ein Exemplar des Geräts. Der Rigiet ist beileibe nicht der erste Gimbal auf dem Markt - zu einem derart niedrigen Preis ist die Qualität konkurrenzlos, so viel können wir bereits sagen. Alle, die nicht gespendet haben, müssen aber inzwischen mindestens das Doppelte hinblättern. 269 US-Dollar kostet das Gerät auf der offiziellen chinesischen Webseite, mit Zoll und Steuern kommen wir auf 300 Euro bei Amazon. Ist der Rigiet sein Geld dennoch wert?

Wozu ein Gimbal?

Zunächst erst einmal ein paar Worte dazu, was ein Gimbal überhaupt macht und kann. Da Smartphones immer bessere Videoqualitäten aufweisen, sind sie für viele Menschen das Aufnahmegerät Nummer eins. Doch lediglich die Topmodelle verfügen über einen optischen Bildstabilisator, der Schwankungen ausgleicht. Günstigere Modelle haben wenigstens noch einen elektronischen Stabilisator - wenn man Pech hat, jedoch überhaupt keinen Schwankungsausgleich.

Dobot Rigiet | (c) Areamobile
Dobot Rigiet

Dreiachsen-Gimbals verfügen über komplexe Elektromotoren, welche unerwünschten Bewegungen weitgehend eliminieren und dadurch sogar die Videoaufnahmen von Smartphones mit optischen Bildstabilisatoren deutlich aufwerten. So entfällt beispielsweise das Auf- und Abschwenken, wenn beim Vorwärtsgehen gefilmt wird. Auch Panormaschwenks und subtile Bewegungen sind mit einem Gimbal viel ruhiger zu bewerkstelligen als frei aus der Hand. Mit ein wenig Übung lassen sich cineastische und ruhige Kamerafahrten drehen, die ohne Gimbal niemals möglich wären. Sie sind aber kein günstiger Spaß. Die guten Modelle, wie der Feiyu SPG, oder der DJI OSMO Mobile beginnen bei 250 Euro aufwärts und hier macht der Dobot Rigiet mit seinen knapp 300 Euro keine Ausnahme.

Made in China und das ist gut so

Der Dobot Rigiet wird im chinesischen Shenzhen hergestellt. Auf dem Gebiet der Videostabilisierung sind die dort ansässigen Unternehmend führen und dementsprechend verwundert es nicht, dass Verarbeitungsqualität und Handhabung schon beim Auspacken durchaus zu überzeugen wissen. In schickem Schwarz gehalten, kommt der Gimbal mit einem Akku, einem Ladekabel, einer Griffschlaufe, einer hochwertigen Aufbewahrungstasche und einem Trageriemen zum Käufer.

Dobot Rigiet | (c) Areamobile
Dobot Rigiet
Dobot Rigiet | (c) Areamobile
Dobot Rigiet

Gerade die verstärkte und gepolsterte Aufbewahrungstasche ist gegenüber vielen Konkurrenten ein großer Vorteil. Der teure und empfindliche Gimbal ist so auf Reisen bestens vor Stößen und Schlägen geschützt. Die Verarbeitung des Geräts gibt sich hochwertig, nur das Plastikfinish um die Bedienungsknöpfe herum sieht ein wenig billig aus. Schade, denn der Rest des Gerätes ist aus Aluminium. Andere Gimbals fühlen sich hier insgesamt wertiger an. Das ist jedoch nicht weiter schlimm, denn die Druckpunkte und die Bedienung der Steuerelemente sind absolut in Ordnung und der Griff, nun ja, der ist griffig. Hier also nur kleine Abzüge in der B-Note. Schön wäre auch ein Spritzwasserschutz gewesen, wie ihn beispielsweise der Feiyu SPG hat. Beim Rigiet liegen die USB-Anschlüsse offen, weshalb wir ihn nicht unbedingt in leichten Regenschauern testen würden.

Alles drin, alles dran

Auf der Vorderseite findet sich ein Joystick, über den der Schwenkarm des Geräts bedient und rotiert werden kann. Damit sind beispielsweise ruhige Panoramaschwenks möglich. Darunter befindet sich ein Knopf, der lang gedrückt als On-/Off-Schalter fungiert. Im Betrieb dient er als Aufnahmeknopf, der - sofern das Gerät zuvor mit der Rigiet-App gekoppelt wurde - Video- und Fotoaufnahmen startet und beendet, ohne dass der Touchscreen des Telefons berührt werden muss. Das ist komfortabel und funktioniert einwandfrei. Die App ist stabil und weitgehend selbsterklärend.

Dobot Rigiet | (c) Areamobile
Dobot Rigiet

Zum Glück, denn sie ist mit zahlreichen chinesischen Schriftzeichen versehen. Die deutsche Anleitung im Farbdruck führt jedoch problemlos durch den Setup-Prozess, inklusive einer detaillierten Erklärung, wie das Smartphone in die Halterung am Kopf des Gerätes einzusetzen ist. Das funktioniert über ein Stellrad, welches die Halteklammer weiter auf- oder zufährt. Sie ist innen gummiert, so dass das Smartphone geschont wird und keine Kratzer davonträgt. Sitzt es fest in der Halterung, muss der Gimbal nur noch ausbalanciert werden, um korrekt zu funktionieren. Hierfür lockert man eine Schraube am Gerätekopf und tariert das Gewicht aus. So können alle gängigen Smartphones aufgenommen und eingesetzt werden. Mit ein wenig Übung ist der Prozess in wenigen Sekunden erledigt und man kann loslegen.

Drei Achsen für ein Halleluja

Im Betrieb kommen neben dem Joystick, der das Telefon neigen und schwenken kann, auch die beiden Schieberegler an der rechten Seite des Gimbals zum Einsatz. Der obere regelt die Art und Weise der Stabilisierung. Es gibt insgesamt drei Modi. Im YP-Modus folgt der Gimbal den Schwenk- und Neigebewegungen, die mit der Hand ausgeführt werden. Das bedeutet, dass ein sanfter Dreh mit dem Handgelenk ein behutsames Nachziehen des Gimbals bewirkt. Dieser Modus eignet sich gut, um beispielsweise aus einer statischen Position heraus die Bewegung einer Person zu verfolgen, die an der Kamera vorbeiläuft.

Der Gimbal kann im L-Modus aber auch Neigungen verhindern. Dann kann beispielsweise der Griff in alle Richtungen gedreht und geschwenkt werden, ohne dass das Smartphone den Winkel ändert. Die Motoren halten es immer stabil in Position. Das ist beispielsweise dann praktisch, wenn man eine Person oder ein Objekt verfolgt, das sich lediglich auf einer geraden Linie bewegt und keine Anpassungen des Winkels notwendig oder erwünscht sind. Das Smartphone kann zwar weiterhin nach oben und unten bewegt werden, behält aber den Einstellungswinkel bei. In diesem Modus ist es beispielsweise auch gut möglich, eine Kamerafahrt parallel an einem Objekt entlang zu machen. Das kann entweder horizontal geschehen, wie eine Fahrt entlang an einem Bücherregal oder vertikal, beispielsweise bei einer Fahrt von den Füßen zum Gesicht einer stehenden Person.

Themen: Kamera, Gadget, Video
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Kommentare
  1. 07.02.18 21:12 Marketinghoschi (Expert Handy Profi)

    verstehe auch nicht was das soll. Gibts schon lange in verschiedensten Ausführungen und günstiger.

  2. 07.02.18 16:45 peter0815 (Handy Profi)

    von Feiyu Tech gibt es mehrere Versionen die diesem hier ähnlich sind - jedoch um einiges günstiger

    der SPG z Bsp. so um 200 € - fürs Handy sehr empfehlenswert

    da ich mit gopro filme habe ich dann aber den Karma Trip genommen - über 300 € - aber die Bedienung/Halterung funzt besser

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