Werde Teil der Community - Registriere dich jetzt kostenlos! | Login
Anzeige
 

Feiyu Tech SPG: Hervorragender Gimbal mit Software-Schwächen

Sebastian Zelada 05.03.2018 - 18:00 | 1
Feiyu Tech SPG: Hervorragender Gimbal mit Software-Schwächen

Der SPG von Feiyu Tech ist ein 3-Achsen-Videostabilisator für Smartphones, der mit guter Verarbeitung glänzt, jedoch durch seine mangelhafte App ausgebremst wird. Wir haben uns den preiswerten Gimbal aus China, einmal genauer angeschaut.

Gimbals sind vorzügliche Werkzeuge, um Videos zu stabilisieren und ruhige Kamerafahrten zu realisieren. Der Dobot Rigiet, den wir vor Kurzem getestet hatten, ist eines der empfehlenswertesten Geräte in diesem Bereich. Von Feiyu Tech kommt mit dem SPG ein Konkurrent, der in fast allen Belangen ebenbürtig ist und mit 245 Dollar UVP auf der offiziellen Webseite zu den günstigeren Modellen im Segment gehört. Aktuell ist das Gerät dort sogar für lediglich 159 Dollar erhältlich, auf Amazon Deutschland sind es momentan sogar nur 149 Euro - inklusive einer Schutzhülle aus Stoff. Bei diesen Preisen müssen Smartphone-Filmer doch einfach zuschlagen, oder?

Feiyu Tech SPG Gimbal | (c) Areamobile
Feiyu Tech SPG Gimbal

Der SPG von Feiyu Tech ist rein von seiner Verarbeitung her mit dem hervorragenden Dobot Rigiet auf einem Level. Er verfügt sogar über einen Spritzwasserschutz, wodurch man ihn bedenkenlos im Regen einsetzen kann, sofern es nicht gerade in Kübeln schüttet.

Feiyu Tech SPG Gimbal | (c) Areamobile
Feiyu Tech SPG Gimbal
Feiyu Tech SPG Gimbal | (c) Areamobile
Feiyu Tech SPG Gimbal

Mit seinen 350 Gramm, der hochwertigen Verarbeitung aus Metall und einem gummierten Handgriff liegt der SPG zudem wunderbar in der Hand. Anders als der Vorgänger, der SPG G4 Pro, wirkt er solide und auch die Tasten vermitteln nun eine deutlich verbesserte Haptik. Neu ist ein dedizierter Aufnahmeknopf an der Front und ein Sperr-Button auf der Rückseite, der das Smartphone in seiner aktuellen Position hält, solange er gedrückt wird. Somit werden ungewollte Schwenks und Rotationen verhindert. Das Handy wird - anders als beim Rigiet - nicht über eine Schraubvorrichtung am Gimbal befestigt, sondern über eine gespannte Klammer. Letztlich ist es Geschmackssache, was man bevorzugt. Wir sind mit beiden Geräten sehr gut zurechtgekommen.

Ordentliche Leistung

Vergleichen wir den SPG mit dem Vorgänger, dem G4 Pro, fällt auf, dass der Gimbal seine Arbeit nun auch bei den großen iPhones ordentlich zu leisten vermag. Beide Geräte sind auf der Verpackung explizit als iPhone-Gimbals ausgezeichnet, können jedoch auch mit Android-Smartphones genutzt werden. Anders als der G4 Pro, bei dem sich in unserem Fall nach mehreren Wochen das iPhone 6 Plus stets leicht nach links geneigt hatte und so schiefe Aufnahmen produzierte, hält der SPG das Gerät in der Balance.

Feiyu Tech SPG Gimbal | (c) Areamobile
Feiyu Tech SPG Gimbal

Dass dies langfristig so bleibt, wollen wir aber nicht als gesichert erklären. Beim SPG G4 Pro offenbarte sich dieser Makel erst nach längerer Nutzung. Insgesamt stehen die Chancen aber gut, dass der SPG seine Sache besser macht, denn er wirkt deutlich solider verarbeitet und auch die Motoren arbeiten gefühlt besser. Während der knapp einmonatigen Nutzung haben wir zumindest keine Probleme mit dem SPG gehabt. Ein cooles Feature, das vom Vorgänger übernommen wurde und welches der SPG dem Konkurrenten Dobot Rigiet voraus hat, ist der Adapter an der Unterseite des Gerätes. Dort können Verlängerungsstäbe angeschraubt werden, welche den SPG zu einem Deluxe-Selfie-Stick mutieren lassen. Schraubt man zwei hintereinander, vergrößert sich die Reichweite um knapp 70 Zentimeter. Dadurch lassen sich Kamerafahrten wie mit einem kleinen Kamera-Kran realisieren, beispielsweise aus der Frosch- in die Überkopfperspektive, ohne dabei in die Knie gehen zu müssen oder sich zu strecken. Ein richtig cooles Feature, das gerne auch andere Geräte übernehmen dürfen. Wer den Gimbal so in die Höhe streckt, kann sogar die Illusion eines tiefen Drohnenflugs erwecken.

Seltsame Akkulösung

Ein Rückschritt ist in unseren Augen der Akku. Dieser ist mit 3000 mAh zwar recht gut ausgestattet, hält sechs bis acht Stunden und ist wechselbar, doch beim G4 Pro lieferte Feiyu noch vier kleine Akkus mit, von denen je zwei für den Gimbal genutzt wurden. Waren sie leer, konnten sie schnell ausgetauscht werden und wer eine Powerbank zur Hand hatte, konnte die Akkus über das mitgelieferte Ladegerät unterwegs gleich wieder laden.

Feiyu Tech SPG Gimbal | (c) Areamobile
Feiyu Tech SPG Gimbal

Diese Flexibilität ist nun Vergangenheit. Der Akku besteht nun aus einer längeren Einheit, die zwar wechselbar ist, doch Feiyu liefert standardmäßig keinen Ersatz und auch kein Ladegerät mit. Wer also unterwegs Akkus tauschen will, muss sich diese extra bestellen. Will man sie laden, muss man sie zudem in den Gimbal stecken. Aus unserer Sicht keine optimale Lösung.

Hardware top, Software mit Mängeln

Wie auch der Dobot Rigiet, ist der Feiyu Tech SPG nach kurzer Übung quasi im Schlaf bedienbar. Wer schon einmal einen Gimbal bedient hat, findet sich schnell zurecht. Der abgeflachte Joystick sorgt für gefühlvolle Schwenks und die Knöpfe reagieren unmittelbar und verfügen über gute Druckpunkte. Der Auslöser für Fotos und Videos, der sich unter dem Joystick befindet, aktiviert übrigens auch die Standard-Foto- und Videoapp des iPhone - sofern der Gimbal per Bluetooth mit dem Handy verbunden wurde.

Feiyu Tech SPG Gimbal | (c) Areamobile
Feiyu Tech SPG Gimbal

Einmal auf den Button gedrückt, ist dann direkt ein Schnappschuss getätigt oder die Videoaufnahme wird gestartet. Das ist gut so, denn Feiyus eigene App kann sich als extrem störrisch bis nervig verhalten. Mit einem iPhone 6 Plus beispielsweise stürzte sie bei jeder Benutzung ab und erwies sich als komplett unbrauchbar - auch nach mehreren Neuinstallationen und der neuesten Firmware auf dem Gimbal, sowie der neuesten iOS-Version auf dem iPhone. Schade, denn die Funktionsvielfalt der App übertrifft die Standard-Kamera des iPhone mit Features wie Gesichts- und Objekttracking. Auf einem iPhone 7 lief die App hingegen weitgehend stabil, stürzte jedoch auch dort vereinzelt ab. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt also besser die Stock-App von iOS, zumal die Aufnahmen dort flüssig auf dem Display angezeigt werden.

Feiyu Tech SPG Gimbal | (c) Areamobile
Feiyu Tech SPG Gimbal
Feiyu Tech SPG Gimbal | (c) Areamobile
Feiyu Tech SPG Gimbal

Die Feiyu-App stotterte nicht selten so schlimm vor sich hin, dass das Display gleich hätte schwarz bleiben können. Sollte Feiyu das Problem in den Griff bekommen, ist das Gerät tatsächlich auf einer Ebene mit dem Dobot Rigiet und das zu einem günstigeren Preis. In diesem Zustand jedoch muss jeder für sich selbst entscheiden, ob die aktuell mäßig bis katastrophal laufende App ein Ausschlusskriterium ist.

Fazit

Eigentlich wäre der SPG-Gimbal von Feiyu Tech uneingeschränkt zu empfehlen, wenn die störrische App nicht wäre. Beim Aktionspreis für unter 200 Euro ist der SPG aber auch so eine lohnenswerte Anschaffung, denn sein Kerngeschäft, die Stabilisierung, beherrscht er wunderbar. Ergonomie und Verarbeitung stimmen. Für den SPG sprechen der Spritzwasserschutz, die hochwertige Hardware und die coole Erweiterung mit Verlängerungsstäben. Gegen ihn, die aktuell verbuggte App. Wer damit leben kann, erhält dennoch ein Top-Gerät. Denn ein Betrieb des SPG-Gimbal ist auch ohne hauseigene Anwendung möglich. Sollte Feiyu die Probleme mit der Software in den Griff bekommen, ist der SPG eine lohnenswerte Alternative zum Dobot Rigiet, der seinerseits jedoch mit dem durchdachteren Akku-Konzept, einem mitgelieferten Hardcase für zusätzlichen Schutz und einer gut funktionierenden App punkten kann.

Themen: Kamera, Gadget, Video
Kommentar schreiben

Die Kommentarfunktion ist hier leider nur für angemeldete Benutzer freigegeben.

Du bist nicht dabei?
Werde Teil der Community
Registriere Dich jetzt kostenlos! | Login
Sichere Dir Deinen Usernamen, damit Deine Beiträge und Bewertungen nicht verloren gehen.
 
Kommentare
  1. 06.03.18 08:56 peter0815 (Handy Profi)

    Richtig: das stabilisieren mit diesem Gimbal ist ein Traum - keine Fiepgeräusche der Motoren, smoothes schwenken...usw.

    Warum ich dann doch zurückgeschickt habe: der totale Zeitdieb was BT und Software angeht - keine/sporadische Verbindung, Funktionen teilweise nicht nutzbar....

    das war alles noch zu verschmerzen.....bis

    ...ja bis die Plastekappe vom Handgriff (die eh schon verdächtig klapperte) einfach abfiel und sich dahinter die komplette E—Platine offenbarte....und ich wollte das Teil mit in‘ Skiurlaub nehmen, gerade wegen dem Spritzwasser(Schnee) Schutz...da hab ich ihn wieder eingepackt....

antworten
Anzeige
Aktuelle Geräte im Test
Anzeige