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HTC Vive Pro: Das neue VR-Headset von HTC im Test

Oliver Nickel | Golem.de 14.04.2018 - 18:15 | 0
Inhaltsverzeichnis
HTC Vive Pro: Das neue VR-Headset von HTC im Test

Höhere Auflösung, integrierter Kopfhörer und ein sehr bequemer Kopfbügel: Das HTC Vive Pro macht alles besser und gilt für uns als das beste VR-Headset, das wir bisher ausprobiert haben. Allerdings ist der Preis dafür so hoch, dass kaufen meist keine clevere Entscheidung ist.

Vielen dürfte das HTC Vive als eines der ersten Konkurrenzprodukte zum damals jungfräulichen Oculus Rift ein Begriff sein, das als Kickstarter-Kampagne begonnen hat und von Facebook aufgekauft wurde. Wer sich ein HTC Vive persönlich zugelegt hat, weiß auch, dass das Aufsetzen auf den Kopf kompliziert ist. Ein zweites Paar Hände ist beim Einstellen der fummeligen Klettverschlüsse fast schon Pflicht. Das Vive Pro soll das besser machen - und liefert ab.

Eines müssen wir HTC lassen, das VR-Headset Vive Pro ist ein vernünftiger Schritt in Richtung Alles-in-einem-Produkt. Gerade bei der Ergonomie haben die Taiwaner einiges verbessert. Allerdings fragen wir uns beim Preis von 880 Euro, wer das kaufen soll, zumal viele der Neuerungen auch durch wesentlich günstigere Drittprodukte erreicht werden können. Und noch ein Problem: ohne bereits vorhandene Sensoren und Controller ist das Produkt funktionslos. Zu dumm nur, dass HTC diese nicht beilegt.

Auf dem Papier liefert das Vive Pro gegenüber dem Vorgänger trotzdem weitere Vorteile: Da wären die bereits integrierten On-Ear-Hörmuscheln und die höher auflösenden Displays pro Auge. Das Vive Pro kann nämlich 2.880 x 1.600 Pixel bei 90 Hz statt 2.160 x 1.200 Bildpunkte darstellen. Doch ist der Sound der fest installierten Kopfhörer überhaupt gut und bringen die knapp 80 Prozent mehr Pixel pro Auge auch sichtbare Vorteile? Golem.de hat es ausprobiert, indem wir neben dem Vive Pro, das uns als Testmuster vom Hersteller zur Verfügung gestellt wurde, auch ein herkömmliches Vive in der Redaktion zum Vergleich genutzt haben.

Passt, wackelt und hat Luft

Das HTC Vive Pro ist ergonomisch eine echte Verbesserung zum Vorgängermodell. Das Headset ist mit einem Gelenk an einem festen Kopfrahmen gebunden, der aus blau-schwarzem Kunststoff besteht. Das elastische Band wird zum Ende der Konstruktion hin dünner und damit flexibel. Über ein Drehrad lässt sich der Umfang dem Kopf entsprechend anpassen. Der Mechanismus funktioniert auch sehr gut, wenn wir das Gerät erst aufsetzen und anschließend festziehen - ein enormer Vorteil gegenüber den fummeligen Klettbändern des herkömmlikchen Vive.

HTC Vive Pro | (c) Golem.de
HTC Vive Pro | (c) Golem.de
HTC Vive Pro | (c) Golem.de
HTC Vive Pro | (c) Golem.de

Ebenfalls angenehmer: Die Kunststoffkonstruktion ist an allen möglichen Kontaktflächen mit dem Kopf sehr weich gepolstert und lässt sich damit auch über lange Zeiträume hinweg tragen. Gleichzeitig können wir das Visier verstellen und klappen. Dabei möchte man meinen, dass HTC sich diese wirklich sinnvolle Funktion von Windows-Mixed-Reality-Headsets abgeschaut hat, allerdings lässt sich das Headset auf dem Kopf sitzend kaum bewegen, da das Gelenk in der Mitte des Vorderteils angebracht ist. Eine Ecke stößt daher immer an unsere Stirn - schade. Einen Vorteil hat diese Konstruktion trotzdem. So können wir mit einer Hand den vorderen Teil des Headsets festhalten und dann den Kunststoffbügel herunterklappen, was das Aufsetzen schnell und einfach macht.

Die Ohrmuscheln der integrierten Kopfhörer lassen sich ebenfalls frei verstellen. An der Seite des Tragebügels sind zwei Arme aus Kunststoff angebracht, die sich mit einem Gelenk beliebig drehen lassen. Die eigentlichen Hörer sind an einer Zahnschiene befestigt und können in vielen kleinen Stufen eingerastet werden. Selbst bei großen Köpfen lässt sich das System passgenau einstellen. Allerdings sind die Hörmuscheln an sich nicht komplett ohrumschließend und daher nicht geräuschabschirmend. Das stört beim eigentlichen Spielen aber kaum. Die Lautstärke der Hörer kann in Spielen außerdem sehr hoch sein. Generell finden wir den Sound für VR-Spiele vollkommen ausreichend. Und einen Vorteil hat das auch: ein Kabel weniger, das am Kopf herunterhängt. Wenn wir trotzdem andere Kopfhörer nutzen wollen, lassen sich die Arme einfach anschrägen. Für ohrumschließende On-Ear-Kopfhörer ist da locker Platz.

HTC Vive Pro | (c) Golem.de
Die Ohrmuscheln sind nicht geräuschisolierend | (c) Golem.de
HTC Vive Pro | (c) Golem.de
Fest verbaute Kopfhörer sind ein Vorteil | (c) Golem.de

Wir können einen ähnlichen Bügel übrigens auch als Zubehör für das normale Vive kaufen: den Deluxe Audio Strap, der ebenfalls leicht eingestellt werden kann. Zusätzlich verfügt er über integrierte Lautsprecher. Er kostet 120 Euro. All das zusätzliche Material am Vive Pro fordert aber einen Tribut: Das Gewicht des Headsets ist inklusive Kabel auf 1.018 Gramm gestiegen. Das normale Vive wiegt lediglich 766 Gramm. Das zusätzliche Gewicht spüren wir auch auf dem Kopf. Nach ein wenig Eingewöhnung ist das aber nicht störend - vor allem, wenn wir das erste scharfe Bild mit der Vive Pro anschauen.

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