Mit seinem großen Display ist das iPad vor allem für zwei Anwendungen perfekt geeignet: im Internet surfen und unterwegs Videos anschauen. Filme sehen auf dem Gerät hervorragend aus, außerdem ist man über iTunes direkt an eine riesige Fimbibliothek angebunden und kann in wenigen Schritten Serien und Kinofilme direkt auf das Gerät laden. Hinzu kommt die Weltvideothek Youtube mit ihren Millionen von Clips. Bei Youtube sollte man allerdings auf das HD-Symbol für hohe Auflösung achten. Videos mit einer niedrigeren Auflösung sehen auf dem Display nicht gut aus.
Youtube-Client auf dem iPad: Bei der Auswahl sollte man auf das Symbol "[HD]" achten. / Screenshot: Areamobile
Beim Thema HD-Videos trickst Apple. Das iPad kann zwar Filme mit der HD-Auflösung von 720p wiedergeben, allerdings werden sie von 1280x720 Pixel auf 1024x576 Pixel herunter gerechnet, weil das Display nur 1024 Pixel breit ist. Außerdem bleiben bei vielen Filmen oben und unten Ränder, weil das Seitenverhältnis beim iPad nicht für das Breitbildformat 16:9 ausgelegt ist.
iPad mit iTunes Store für Videos: Mit wenigen Klicks eine Staffel Lost kaufen / Screenshot: Areamobile
Ungewöhnliches Bildformat: Bei Filmen bleiben meistens oben und unten schwarze Ränder / Screenshot: Areamobile
Der Safari-Browser von iPhone OS wurde auf dem iPad nochmals beschleunigt. Areamobile erscheint bereits nach 3-5 Sekunden auf dem Bildschirm - álso ist man mit dem Tablet PC fast genauso schnell im Internet unterwegs, wie mit einem Laptop oder PC. Es gibt kein mobiles Gerät, das Websites flinker lädt, als das Surfbrett von Apple.
Auch bei der Bedienung ist der Browser konkurrenzlos einfach. Das Scrolling ist butterweich, das Zoomen mit zwei Fingern flüssig und die Darstellung wird immer optimal an die Breite des Display angepasst. Es gibt nur einen großen Nachteil auf dem iPad: Websites, die auf Adobes weit verbreitetem Multimedia-Standard Flash basieren, werden nicht angezeigt. Flash wird vom iPad genauso wenig unterstützt, wie von den iPhone-Modellen. Apple befindet sich deswegen in einem regelrechten Zickenkrieg mit Adobe, dessen Ende nicht absehbar ist.
iTunes auf dem Apple iPad: Der größere Bildschirm bietet mehr Übersicht als auf dem iPhone. / Screenshot: Areamobile
Natürlich kann man mit dem iPad auch Musik hören, es bietet den gleichen Funktionsumfang, den man vom iPhone und vom iPod Touch kennt. Die Klangqualität ist ebenfalls hervorragend. Allerdings fehlt die imposante 3D-Albenansicht Cover Flow.
Wenn das iPad als Business-Werkzeug genutzt werden soll, dann ist eine Büro-Software zwingend erforderlich. Apple bietet die iWork-Apps Pages (Textverarbeitung), Numbers (Tabellenkalkulation) und Keynote (Präsentation) im US-App Store an. Sie kosten jeweils 9,99 US-Dollar und kommen mit den meisten Funktionen, die man auch von ihren PC-Pendants kennt. Es gibt aber einige Einschränkungen, die einer profssionellen Nutzung im Wege stehen. An erster Stelle steht die Touchscreen-Tastatur, die nicht zum Schreiben längerer Texte geeignet ist. Außerdem gibt es Probleme bei der Formatierung von komplex strukturierten Dokumenten und beim Dokumenten-Import. Das iPad ist nur für das einfache Editieren von Dokumenten geeignet.
Aber mit dem neuen Formfaktor, der einfachen Bedienung und den Tausenden von Zusatzprogrammen ergeben sich ganz neue professionelle Anwendungsmöglichkeiten. Kurz nach der Markteinführung in den USA schafften die Moderatoren und Produzenten des TV-Senders WFXL in Albany im US-Staat Georgia ihre ausgedruckten Skripte ab und verwenden seitdem nur noch iPads. Damit lassen sich hunderttausende Blatt Papier sparen, erklärte der Nachrichtenchef Terry Graham. Die Moderationstexte werden einfach als PDF abgespeichert und per E-Mail auf die iPads in der Redaktion verteilt. Sechs iPads hat sein Sender bisher angeschafft.
Das ist aber noch gar nichts gegen die 100 iPads, welche die Krankenhäuser des Kaweah Delta Health Care District im kalifornischen Visalia demnächst einsetzen wollen. Mit seinen zehn Stunden Akkulaufzeit und einem Gehäuse, das genau in die Tasche der Arztkittel passt, soll das iPad die sogenannten Workstations ersetzen. Das sind die Computer, zu denen die Ärzte immer zur Dateneingabe gehen müssen, nachdem sie einen Patienten behandelt haben. Demnächst können sie ihre Röntgenbilder, EKG-Messungen und Patientenakten überall drahtlos mit dem iPad abrufen. Dazu muss keine spezielle Medizin-App installiert werden, sondern es wird einfach die Terminal-Software Citrix XenApp verwendet, die schon seit Jahren im Einsatz ist.








