Werde Teil der Community - Registriere dich jetzt kostenlos! | Login
Anzeige
 
 
Autor: Tobias Czullay 20.11.2015 - 18:00 | 9

Apple iPad Pro 12.9 Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Hervorragende Performance
  • Sehr gutes Display
  • Außergewöhnlicher Apple Pencil (+1.0%)
  • Flops
  • Groß und schwer
  • iOS nicht für jeden Anwender ausreichend
  • Sehr teuer und teures Zubehör

iPad Pro Test: Mit Stift macht Apples Riesen-Tablet großen Spaß

Apple spuckt große Töne, wenn es um das iPad Pro geht: Das Riesen-Tablet soll nicht nur so stark sein wie ein Desktop-PC, sondern auch als dessen Ersatz herhalten können. Wir klären im Test, ob das iPad Pro wirklich mehr ist als nur ein großes iPad.

Das iPad Pro wird von Kritikern gerne auf seine zweifelsfrei recht ausladende Größe reduziert. Dabei hat Apples Vorstoß in die Klasse der Riesen-Tablets und zumindest auf den ersten Blick offenkundiger Herausforderer zu Microsofts Surface Pro 4 mehr zu bieten als nur einen großen Bildschirm. Denn tatsächlich versucht Apple mit seinem neuen iPad nicht nur ein Gerät für den Konsum von Medieninhalten, sondern auch für den produktiven Einsatz zu schaffen. Ob das gelingt, klärt der nachfolgende Test.

Apple Pencil | (c) Apple

Apple Pencil | (c) Apple

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Für das Design des iPad Pro hat sich Apple wahrlich kein Bein ausgerissen, das Tablet sieht auf den ersten und auch den zweiten Blick aus wie ein vergrößertes iPad Air 2 oder iPad Mini 4. Dahinter dürfte dieselbe Strategie stecken, die Apple bereits bei den ebenfalls in verschiedenen Größen erhältlichen iPhones oder MacBooks verfolgt. Die Technik des iPad Pro ist wie die kleineren iPads in ein Unibody-Gehäuse aus Metall eingefasst, das mit einer schräg geschliffenen Kante zur Vorderseite aus kratzfestem Glas übergeht. Im Chassis sind zwei Lautstärketasten sowie ein Power-Knopf eingelassen, vorne sitzt unterhalb des Bildschirms die runde Home-Taste mit integriertem Touch-ID-Sensor. Je nachdem, ob sich Käufer für die WLAN- oder ein LTE-fähiges iPad Pro entscheiden, sitzt seitlich noch ein Schubfach für die Nano-SIM-Karte. Die Qualität von Verarbeitung und Material ist auch bei Apples Riesen-iPad hervorragend und trotz einer Dicke von unter 7 Millimetern ist es überraschend verwindungssteif.

Das iPad Pro ist wie die kleinen Tablet-Modelle von Apple für die Nutzung im Hochformat konzipiert. Der Hersteller setzt wieder auf einen Bildschirm im 4:3-Seitenverhältnis und die an einer kurzen Seite mittig platzierte Home-Taste. Tatsächlich mag das bei iPad Air und iPad Mini durchaus Sinn machen, denn sie können zum Surfen noch recht angenehm in einer Hand gehalten und mit der anderen bedient werden. Beim iPad Pro ist das allerdings nicht wirklich der Fall, denn mit seinen 723 Gramm bringt es nur minimal weniger Gewicht auf die Waage als das erste iPad. Der ausladenden Größe geschuldet liegt der Schwerpunkt des Tablets im Hochformat zu weit oben, als dass es so bequem gehalten werden könnte. Querformat eignet sich da besser.

Apple iPad Pro Unboxing | (c) Areamobile

Das iPad Pro ist richtig groß | (c) Areamobile

Apple iPad Pro Unboxing | (c) Areamobile

An beiden kurzen Enden gibt es ein Lautsprecherpaar | (c) Areamobile

Apple iPad Pro Unboxing | (c) Areamobile

Der Magnet-Anschluss für das Smart Keyboard | (c) Areamobile

 

Auch einige weitere Merkmale sprechen für die Nutzung des iPad Pro im Querformat. So sind die insgesamt vier Lautsprecher an den kurzen Enden des Geräts angebracht, der Ton strahlt bei Filmen und Musik entsprechend nach rechts und links. Zumindest bei Filmen macht sich die Wahl des Seitenverhältnisses nun aber eher negativ bemerkbar, denn für das Breitbildformat der meisten Filme entstehen oben und unten schwarze Balken, durch die letztendlich rund die Hälfte des Bildschirms ungenutzt bleibt. Weiterhin sitzt an der linken Längsseite nun nicht mehr nur ein Magnetstreifen für die Anbringung eines Smart Covers, beim iPad Pro sind zusätzlich drei Pins ins Gehäuse eingelassen, die als Anschluss für Apples Smart Keyboard dienen. Die Tastatur will ebenfalls im Querformat genutzt werden.

Neben Smart Keyboard und Apple Pencil, auf den wir weiter unten im Text noch etwas näher eingehen werden, bietet Apple das obligatorische - und für viele Nutzer wohl unverzichtbare - Zubehör an, mit dem Gehäuse und Display gegen Kratzer geschützt werden können. Die Schutzhüllen lässt sich das Unternehmen allerdings teuer bezahlen: Für das Smart Cover für den Bildschirm werden 69 Euro fällig, das Silikon Case für die Rückseite kostet stolze 89 Euro. Wer seinem iPad Pro einen Komplettschutz spendieren möchte, der löhnt also fast unverschämt anmutende 158 Euro zusätzlich zum ohnehin schon recht teuren Tablet. Da lohnt bald schon der Kauf des rund 10 Euro günstigeren Backlit Keyboard von Logitech, das neben dem Rundumschutz auch eine Tastatur für das Gerät mitbringt.

Display-Größe und -Qualität

Der Bildschirm ist das Herzstück eines jeden Tablets und fällt beim iPad Pro besonders groß aus. Auf der Bildschirmdiagonale von 12,9 Zoll tummeln sich 2.732 x 2.048 Pixel, was einer Pixeldichte von 264 PPI entspricht. Das iPad Air 2 liegt trotz seines kleineren Bildschirms beim selben Wert, das iPad Mini 4 kommt auf 324 Pixel pro Zoll. Mit einer Helligkeit von 341 cd/m² ist das Display des iPad Pro zwar nicht das hellste, dafür aber auf einer Höhe mit den zwei kleineren iPads und noch absolut im Rahmen. Hervorragend ist der in unserem Test gemessene hohe Kontrastwert von 1.353:1 und die geringe durchschnittliche Farbabweichung von 1,84 Delta E deutet auf einen sehr gut kalibrierten Bildschirm hin. Zu diesem Ergebnis kommen auch die Display-Experten von DisplayMate.

Apple iPad Pro Display | (c) Areamobile

Apple iPad Pro Display | (c) Areamobile

Apple iPad Pro Farbtest | (c) Areamobile

Apple iPad Pro CIE-Diagramm | (c) Areamobile

 

Als Sahnehäubchen kommt beim iPad Pro die bereits bei iPad Air 2 und iPad Mini 4 verwendete Antireflex-Schicht unter der Glasoberfläche zum Einsatz, die nicht nur Sonnenlicht fernhält, sondern auch für eine gute Farbtreue des Displaypanels sorgt. Mit der variablen Aktualisierungsrate will Apple außerdem dafür sorgen, dass der große und hochauflösende Bildschirm möglichst wenig Energie verbraucht: Bei nicht bewegten Inhalten reduziert sich die Bildwiederholfrequenz automatisch von 60 auf 30 Hz. Davon bekommt der Nutzer aber glücklicherweise nichts mit.

Ein wenig ärgerlich ist nun allerdings, dass bislang noch recht wenige Apps an den großen Bildschirm des iPad Pro angepasst sind. So werden die Menüs einiger Apps wie beispielsweise Google Maps nicht höher aufgelöst, sondern einfach nur hochskaliert, was nicht selten in viel zu großen und unscharfen oder gar komplett deplatzierten Schaltflächen resultiert. Darüber hinaus haben wohl noch nicht alle Anwendungen Zugriff auf die neue Standard-Tastatur des iPad Pro, die im Aufbau mehr einer handelsüblichen Tastatur entspricht, sondern blenden eine vergrößerte Version des von kleineren iPads bekannten Keyboards ein. Auch können Videos von Plattformen wie YouTube auf dem iPad Pro noch nicht in höherer Auflösung als mit Full-HD wiedergegeben werden.

System: Hardware, Software und Bedienung

Im iPad Pro steckt mit dem A9X ein noch schnellerer Antrieb als in iPhone 6S und iPhone 6S Plus, Apple selbst spricht von einer Performance auf dem Niveau eines Desktop-PC. Ein solches Niveau ist natürlich immer relativ und auch Benchmarkergebnisse allein sind stets nur die halbe Wahrheit, doch fallen die beim iPad Pro schon einmal durchaus beeindruckend aus: Im GFXBench-Test T-Rex (Offscreen) erzeugt das Tablet 163 Frames und damit doppelt so viele Bilder in der Sekunde wie die aktuellen Spitzenreiter iPhone 6S und iPhone 6S Plus, im AnTuTu-Benchmark werden phänomenale 72.865 Punkte erreicht. Tatsächlich läuft das iPad Pro mit seinem auf 2,2 GHz getakteten Dual-Core-Prozessor und 4 GB RAM ohne erkennbare Ruckler und startet Apps auf den Fingertipp, an einen aktuellen Core-i-Prozessor nach x86-Architektur wie in den neuen Surface-Pro-Tablets von Microsoft dürfte der A9X aber wohl nicht herankommen.

iPad Pro | (c) Areamobile

Auch Multitasking zwingt den A9X nicht in die Knie | (c) Areamobile

Anders als das Surface Pro 4, das mit einem vollwertigen Windows-10-Betriebssystem bespielt ist, kommt das iPad Pro mit iOS daher, das auch auf iPhones und den kleineren iPads installiert ist. Besondere Anpassungen hat Apple an iOS 9.1 für das iPad Pro mit Ausnahme eines um Tabulator-, Umschalt-, und Zahlentasten erweiterten Tastatur-Layouts nicht vorgenommen, wie auf dem iPad Air 2 oder dem iPad Mini 4 gibt es die Slide-Over-, Split-View- und Bild-im-Bild-Modi für das parallele Ausführen mehrerer Anwendungen. Das Multitasking funktioniert dabei ohne Kompromisse, selbst zwei Bildbearbeitungsprogramme lassen sich parallel auf dem Bildschirm ausführen, während nebenher im fliegenden Fenster ein Video abgespielt wird - alles ohne spürbare Einbrüche bei der Performance.

Obwohl iOS unter dem A9X einen hervorragenden Eindruck hinterlässt, dürften vor allem professionelle Anwender das mobile Betriebssystem als Flaschenhals des iPad Pro werten. So können - anders als beim Surface Pro 4 von Microsoft - keine vom Mac oder PC bekannten Programme mit größerem Funktionsumfang abgespielt werden, komplexere Aufgaben sind damit auf dem Apple-Tablet tabu. Ein Ersatz für PC und Laptop wie von Tim Cook behauptet ist das iPad Pro also keineswegs, viel eher ist es ein Gerät für die Zu-Arbeit - nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Und darin ist es zumindest für Grafikanwendungen auch wirklich gut, die Leistung stimmt und die Apps sind auf die direkte Bedienung am Bildschirm ausgelegt - anders als beim Surface Pro, auf dem sich die mitunter arg kleinen Menüs oder Werkzeuge sowohl mit dem Finger als auch mit dem Stift eher schlecht als recht steuern lassen.

Die folgende Aussage mag - vor allem aus der Feder eines Android-Nutzers - etwas merkwürdig erscheinen, aber in diesem Punkt könnte es sogar von Vorteil sein, dass Apple auf sein geschlossenes System setzt: Durch strenge Vorgaben und wenige Geräte können sich die Entwickler voll und ganz auf die Gegebenheiten konzentrieren und innovative Lösungen entwickeln. Klar lassen sich Bildbearbeitungsprogramme, wie man sie vom Desktop-Rechner kennt, auf einem Surface nutzen, so bequem wie auf einem großen Bildschirm und mit einer Maus ist das aber längst nicht. Anders die Tools auf dem iPad Pro.

Der eingeschränkte Funktionsumfang der Software auf dem iPad Pro wird vielen Nutzern womöglich auch ausreichen und immerhin gibt es haufenweise Apps, die einem die Datenübertragung auf andere Gerätetypen erleichtern. So zum Beispiel jene aus Adobes Creative-Cloud-Suite, mit denen sich ein Export für ein anderes Gerät ganz einfach auf Knopfdruck über die Datenwolke abwickeln lässt. Und eben diese Nutzer profitieren mit dem Apple Pencil von einem neuen Eingabegerät für das iPad - vorausgesetzt, sie greifen noch einmal zum Geldbeutel und löhnen weitere 109 Euro.

Der Apple Pencil

Diese Investition wird sich aber vor allem für Designer und Künstler am Ende auszahlen, denn Apples Stylus ist wahrlich ein Glanzstück. Der hervorragend ausbalancierte Pencil kommt ohne eine zusätzliche Taste aus und auch Menüs, wie man sie beispielsweise von Samsungs S-Pen beim Galaxy Note kennt, gibt es unter iOS nicht. Stattdessen wird der Stift ganz einfach per Bluetooth mit dem iPad Pro gekoppelt und kann dann für jegliche Eingaben auf dem Touchscreen verwendet werden. Nicht überall macht das Spaß oder besonders Sinn, für die Navigation durch die Homescreens oder das Scrollen auf Webseiten ist die gewohnte Fingerbedienung noch immer komfortabler.

Apple iPad Pro Unboxing | (c) Areamobile

Die Spitze des Apple Pencil ist angeschrägt | (c) Areamobile

Apple iPad Pro Unboxing | (c) Areamobile

Am stumpfen Ende verbirgt sich der Lightning-Anschluss | (c) Areamobile

 

In Grafik- und Bildbearbeitungsprogrammen trumpft der Pencil dann aber auf, denn anders als beispielsweise beim Stylus von Microsofts Surface Pro 4 reagiert die Software nicht nur sensibel auf Druckstufen, sondern auch auf den Neigungswinkel der Spitze. Die ist gegenüber dem Microsoft-Stift oder solchen von Wacom-Grafiktablets ungewöhnlich groß und an den Seiten wie eine klassische Bleistiftmine angeschrägt, wodurch auch feine Schraffuren gezeichnet werden können. Die verhältnismäßig harte Spitze lässt sich einfach vom Rest des Stifts abdrehen und bei Bedarf gegen eine neue austauschen - eine Ersatzmine liegt dem Lieferumfang des Pencil bei. Abnutzungserscheinungen machten sich während unseres knapp eine Woche dauernden Tests aber noch keine bemerkbar.

Apple iPad Pro Unboxing | (c) Areamobile

Der Stift am Lightningport des iPad Pro | (c) Areamobile

Apple iPad Pro Unboxing | (c) Areamobile

Der Lightning-Adapter macht das Laden am iPad-Netzteil möglich | (c) Areamobile

 

Leider machen noch nicht alle Apps vollen Gebrauch von den Möglichkeiten des Stifts. Zwar wurden viele Adobe-Anwendungen, darunter Sketch, Comp oder Photoshop Fix an das iPad Pro angepasst, die Druckstufenerkennung der Software ist allerdings noch nicht ganz ausgereift. Besonders leichte Berührungen erkennen Apps wie Sketch als Standard-Eingabe, nur bei etwas festerem Druck wird auch ein dickerer Strich gezeichnet. Mehr als die zwei Stufen kann die kostenpflichtige Zeichen-App Procreate auseinanderhalten, hier entfaltet der Pencil sein volles Potenzial. Bei Procreate ist auch die Latenz, also die Verzögerung der Anzeige gegenüber der Eingabe, spürbar geringer, bei den Adobe-Apps werden die gezeichneten Striche noch ein wenig nachgezogen. Angst, die digitale Zeichenfläche mit dem aufliegenden Handballen mit unbeabsichtigten Flecken zu versehen, braucht man übrigens nicht zu haben, der entsprechende Bereich des Touchscreens wird bei der Stifteingabe recht zuverlässig ausgeklammert.

iPad Pro | (c) Areamobile

Die App Procreate | (c) Areamobile

iPad Pro | (c) Areamobile

Der Akkustand des Apple Pencil | (c) Areamobile

 

Allerdings gibt es auch einige Kritikpunkte am Pencil. So weiß Apple offenbar noch nicht so recht, wie und wo man das Eingabegerät "Stift" verstauen soll und verzichtet gleich komplett auf einen Magnetmechanismus oder eine zusätzliche Lasche am Tablet. Der ordentlich teure Stylus ist damit leider auch ein Kandidat fürs Verlorengehen. Auch das Aufladen des Pencil-Akkus ist wenig elegant gelöst: Unter der Kappe am stumpfen Ende des Stifts verbirgt sich ein Lightning-Anschluss, der in den Lightning-Eingang am iPad Pro gesteckt werden will. Eine halbe Stunde Nutzung verspricht Apple für eine Ladedauer von 15 Sekunden, womit diese Möglichkeit als Notlösung im Straßencafé noch in Ordnung geht. Wenn möglich sollte dem Stift aber der beiliegende Adapter übergestülpt werden, der aus dem männlichen einen weiblichen Anschluss macht und dann mit jedem gängigen Lightning-Ladekabel geladen werden kann. Einen Indikator für den aktuellen Akkustand am Stift selbst gibt es nicht, nur im Batterie-Widget auf dem iPad Pro lässt er sich ablesen.

Auch neue Lautsprecher sind Highlight des iPad Pro

Für Medienenthusiasten ein weiteres kleines Highlight neben dem großen Bildschirm sind die neuen Lautsprecher, von denen Apple gleich vier an der Zahl in das iPad Pro gesteckt hat. Der Klang der je in einer abgeschirmten Membran sitzenden Boxen ist recht gut und neigt trotz der recht betonten Höhen nicht zum Klirren. Je nach Haltung des Tablets sollen jeweils die oberen Lautsprecher für die Hochtöne verantwortlich sein, während alle vier zusammen die - insgesamt aber ein wenig unterrepräsentierten - Bässe erzeugen. Wirklich davon etwas hören lässt sich aber nicht.

Kamera

Wer schon bei normalgroßen Tablets an der Zweckmäßigkeit einer auf der Rückseite angebrachten Kamera zweifelt, dem dürfte das iPad Pro tiefe Furchen in die Stirn treiben. Denn natürlich gibt es auch hier eine iSight-Knipse, die sogar erstaunlich gute Aufnahmen anfertigt. Und wenn auch manche allein den Gedanken daran scheuen dürften, sich ein solches Brett wie das iPad Pro für einen Schnappschuss vor die Nase zu halten - an windigeren Tagen empfiehlt sich das wegen der großen Angriffsfläche ohnehin nicht -, hat die Kamera so ihre Daseinsberechtigung. Natürlich hat man in den meisten Fällen auch sein Smartphone in Reichweite, sobald das Tablet ausgepackt wird. Wer aber beispielsweise Dokumente abfotografieren möchte, der kann es auf dem großen Bildschirm des iPad auch gleich ohne zusammengekniffene Augen lesen.

iPad Pro Kamera | (c) Areamobile

Testaufnahme des iPad Pro | (c) Areamobile

iPad Pro Kamera | (c) Areamobile

Adobe Capture erzeugt Verktorgrafiken aus einem Foto | (c) Areamobile

 

Auch für ein Feature aus dem Adobe-Fundus hat sich die Kamera als durchaus praktisch erwiesen: Über die App Capture können nämlich Informationen aus der Umgebung direkt in Farbpaletten, Vektorgrafiken oder Pinsel umgewandelt und anschließend über eine weitere CC-Anwendung weiterbearbeitet oder genutzt werden. Fotos nimmt die Kamera des iPad Pro mit einer Auflösung von 8 Megapixel auf, Videos mit voller HD-Auflösung. Mit 720p-Auflösung können auch Slow-Motion-Videos mit bis zu 120 Bildern pro Sekunden gefilmt werden.

Akku-Laufzeit

Die Akkuleistung entspricht weitestgehend der von kleineren iPads, die von Apple versprochenen zehn Stunden werden im Alltagseinsatz mit dem Anschauen von Videos, Musikhören oder Surfen im Internet ohne größere Kompromisse erreicht. Allerdings ist der Energieverbrauch bei der produktiven Nutzung des Tablets etwas höher: Bei maximaler Bildschirmhelligkeit und dem Ausführen diverser Bildbearbeitungsprogramme mit gekoppeltem Pencil sind nur noch fünf bis sieben Stunden drin. In unserem Akku-Test erreichte das iPad Pro eine Laufzeit von 4:22 Stunden und schneidet damit etwas schlechter ab als ein iPad Mini 4 (4:55 Stunden) ab. Überraschend lang dauert es, den Akku des Riesen-Tablets wieder komplett aufzuladen: Vier bis fünf Stunden muss es dazu an der Steckdose hängen.

Fazit

Das Rad erfindet Apple weder mit einem besonders großen Tablet, noch mit einem Stylus neu. Allerdings meistert das iPad den Sprung ins Großformat souverän und die Arbeit mit dem Apple Pencil ist wahrlich eine Freude. Noch dazu ist die Hardware des iPad Pro so leistungsstark, dass wir es zu keiner Gelegenheit schafften, den A9X in die Knie zu zwingen. Allerdings gibt es auch Kritikpunkte: Das Zubehör, darunter mit dem Stift auch das eigentliche Highlight, ist wie das Tablet selbst arg teuer geraten. Das gewählte Betriebssystem iOS dürfte wohl nicht allen Ansprüchen der Zielgruppe gerecht werden - die komplexeren Anwendungen gibt es noch immer für Mac und Windows -, allerdings macht das Apple-Tablet für die produktive Zu-Arbeit für größere Projekte eine wirklich gute Figur. Die schiere Größe und das Gewicht des iPad Pro wird nicht Jedermann gefallen, von daher ein Appell an Apple: Bringt das iPad Air 3 mit Stifteingabe!

Ich bin ehrlich: Noch bevor ich die ersten Zeilen für den Test des iPad Pro geschrieben hatte, stand für mich bereits die Überschrift praktisch schon fest: Nichts Halbes, nicht Ganzes. Allerdings hat sich meine Haltung während der Tage mit dem Riesen-Tablet um 180 Grad gewendet und so blöd es klingen mag: Ich muss Herrn Cook Recht geben. Nicht für seine Behauptung, das iPad Pro würde als vollwertiger Ersatz für einen Desktop-PC herhalten können - das ist bodenloser PR-Quatsch. Allerdings dafür, dass es vielleicht nicht immer Sinn macht, zwei Geräte in eines stecken zu wollen, wie es Microsoft seit einigen Jahren mit dem Surface versucht. Die Steuerung von komplexeren Windows-Anwendungen sind auf einem hochauflösenden Touchscreen noch immer eine Qual, spezielle Anpassungen an die direkte Bedienung wie bei iOS sind einfach benutzerfreundlicher. Denn am Ende sind weder das iPad Pro noch das Surface Pro 4 ein Ersatz für einen zusätzlichen Rechner, sondern Geräte für die Zu-Arbeit. Und darin ist das iPad besser.

Persönlicher Kommentar von Tobias Czullay

Testwertung Apple iPad Pro 12.9
 
Handlichkeit und Design 65%
Verarbeitung 96%
Akkuausdauer 99%
Messaging 0%
Ausstattung / Leistung 87%
Kamera 75%
Tops & Flops
Erklärung zu den Tops & Flops

Die Gesamtwertung wird durch die Tops & Flops beeinflusst. "Außergewöhnlicher Apple Pencil" (+1.0%) wirkt sich positiv auf die Bewertung aus.

+1.0%
Internet 98%
Musik 92%
PIM und Sozialnetzwerke 0%
Software und Bedienung 91%
Programme 0%
Navigation 33%
Gaming und Video 81%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
89%
Zeitwertung
(Stand 18.11.2017)
87%

Unsere Wertung im Detail

Lesermeinungen zum Apple iPad Pro 12.9 Jetzt selbst bewerten!
Ich habe dieses Handy / konnte dieses Handy testen, und bin der Meinung:
(Beschreiben Sie das Handy mit einem Satz)
Neueste Lesermeinungen
Noch keine Lesermeinung vorhanden.
Alle 0 Meinungen zusammengefasst
Bewertung Apple iPad Pro 12.9
Weiterempfohlen von
0% 
- %
keine Note

Gesamtdurchschnitt
berechnet aus 0 Bewertungen von Areamobile Lesern.

Lesermeinungen zum Apple iPad Pro 12.9
 
Schreiben Sie Ihren Erfahrungsbericht zum Apple iPad Pro 12.9

Die Kommentarfunktion ist hier leider nur für angemeldete Benutzer freigegeben.

Du bist nicht dabei?
Werde Teil der Community
Registriere Dich jetzt kostenlos! | Login
Sichere Dir Deinen Usernamen, damit Deine Beiträge und Bewertungen nicht verloren gehen.
 
Lesen Sie alle 9 Kommentare in unser Community.
Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 03.01.16 22:54 WXP (Newcomer)

    Die Zielgruppe des iPad Pro sind professionelle Anwender, die ein ordentliches Tablet haben möchten oder haben müssen. "iPad" ist schon seit der Erfindung das Synonym für Tablet schlechthin. Und das wird das iPad Pro langfristig noch mehr untermauern. Man hat das richtige Office (von MS) immer dabei, man hat den wohl bestes Zeichenstift und eines der leichtesten und leistungsfähigsten Tablets der Welt (ohne Lüfter oder stromfressende Desktop-CPU's). Die Tastatur von Logitech macht es zum vollwertigen Sub-Notebook-Ersatz bzw. zum vollwertigen Detachable und Convertible. Und über Preise braucht man im professionellen Umfeld nicht wirklich reden. Ausserdem: ein anderes Tablet mit gleicher bzw. besserer CPU- Und Grafikleistung UND LTE gibt es schlichtweg momentan für so wenig Geld gar nicht.
    Also ist doch alles im grünen Bereich.
    Ein frohes 2016 noch ...
    ____________________
    ???DY ??G?LK?

  2. 29.11.15 12:09 chief (Professional Handy Master)

    "aber als flop ist es ja aufgeführt,
    ebenso dass iOS eben nicht das nonplusultra für "pro"-anwendungen ist"

    Und das auch nur um einen größeren Shitstrom zu entgehen. Anders ist mir die Wertung, gerade auch im Vergleich zum SP4 Test, nicht zu erklären.

    Ich habe mir das größte iPad am Freitag mal angeschaut. Da wird auf dem Homescreen so viel Platz verschwendet. Wahnsinn oder iOS eben auf 13". Es war erstaunlich dünn und leicht, ja.

    Ich will es nicht grundsätzlich schlecht reden. Für jemanden der es nur in den eigenen 4 Wänden oder auf Reisen zum konsumieren von Internet/Mails, seinen vorhanden iOS Apps oder Audio/Video Streaming nutzt, der bekommt damit eine Klasse Gerät wenn im das vorherige 10" Modell zu klein ist und er bereit ist das Geld auf den Tisch zu legen.


    Apple hätte, aus meiner Sicht, gut daran getan es eher als Plus zu vermarkten. Dem Pro Anspruch wird es nicht gerecht.

  3. 29.11.15 10:02 nohtz (Professional Handy Master)

    "Den Vorteil der sich dadurch für den Anwender ergibt, Tabletmodus wenn man ihn braucht, Desktopmodus wenn man ihn braucht gibt für gibt es wohl für AM nicht."
    -->nicht, wenn man wie quasi zugegeben, das surface schlecht reden will

  4. 28.11.15 10:39 Gorki (Advanced Handy Master)

    "ebenso dass iOS eben nicht das nonplusultra für "pro"-anwendungen ist"

    Das hindert aber nicht das iOs Apps mit "Pro Apps" des Surface verglichen werden und natürlich besser abschneiden, weil sie halt besser per Touch bedienbar sind.
    Windows 10 kennt im Übrigen auch einen reinen Tablettmodus. Den Vorteil der sich dadurch für den Anwender ergibt, Tabletmodus wenn man ihn braucht, Desktopmodus wenn man ihn braucht gibt für gibt es wohl für AM nicht.

  5. 28.11.15 08:28 nohtz (Professional Handy Master)

    "Wieso wird hier eigentlich in keinster weise ein Preis für den Stylus erwähnt und wieso wird hier kein Wort zu dem noch teueren Tastaturdock gemacht? "
    -->weil das ein schlechtes Licht auf die fruit-company werfen würde...

    aber als flop ist es ja aufgeführt,
    ebenso dass iOS eben nicht das nonplusultra für "pro"-anwendungen ist

  6. 28.11.15 01:42 lurchie (Member)

    Wieso wird hier eigentlich in keinster weise ein Preis für den Stylus erwähnt und wieso wird hier kein Wort zu dem noch teueren Tastaturdock gemacht?

    Beim Surface habt ihr es schließlich auch breit getreten das der Preis für die Tastatur garnicht geht und hier "überseht" ihr es einfach mal...

antworten
Apple iPad Pro 12.9 Angebote
Apple iPad Pro 12.9

Empfehlung

ab 199.00 EUR
monatlich 0.00 EUR

weitere Angebote zum Apple iPad Pro 12.9
 
Anzeige