Testüberblick Asus Transformer Pad Infinity TF700KL
| Zeitwertung Im Detail |
Wertung am 19.05.2013 |
89% (sehr gut) |
| Community- wertung |
Meinungen |
% Empfehlungen |
— (keine Note) |
Das Transformer Prime war für Asus ein Erfolg, allerdings trübten Empfangsprobleme und nicht funktionierendes GPS den guten Gesamteindruck. 3G-Funk gab es damals auch nicht. Beim Nachfolger will Asus alles besser machen – wir verraten im Test, ob das Infinity Pad mit LTE und Full-HD-Display zum Verkaufsschlager wird.
Das Transformer Prime war das erste Android-Tablet mit Quad-Core-Prozessor. Es überzeugte aber nicht nur mit viel Power und dem genialen Tastaturdock, sondern auch mit schickem Design und elegantem Metallgehäuse in der Tradition der Zen-Books von Asus. Allerdings hatten die Entwickler vor lauter Eleganz offenbar den praktischen Nutzen vernachlässigt – das eingebaute GPS-Modul funktionierte so gut wie gar nicht und wurde nach kurzer Zeit einfach aus den Datenblättern des Gerätes gestrichen. Stattdessen gab es nach Monaten einen kostenlosen GPS-Dongel, der zwar die globale Ortung erlaubte, dafür aber etwas sperrig war und außerdem die gleichzeitige Verwendung des Tastatur-Docks verhinderte. Positiv: Asus hat mit dieser Aktion gezeigt, dass man den Kunden nach dem Kauf nicht einfach ignoriert, sondern auch noch nach Monaten Support liefert.
Der Hersteller hat aus seinen Fehlern gelernt und will mit dem neuen Transformer Pad Infinity TF700 im Test von Anfang an alles besser machen. Daher ist zwar der Großteil des Gehäuses erneut aus schickem Metall samt eleganten konzentrischen Kreisen auf der Rückseite, allerdings hat Asus beim Transformer Pad Infinity TF700 am oberen Rand eine schmale Kunststoffleiste eingearbeitet, hinter der sich die Antennen für Wlan, Bluetooth, GPS und – in unserer Version – auch UMTS und LTE verbergen. Damit sollten Empfangsprobleme wie beim Transformer Prime passee sein, das funktioniert auch bei anderen Herstellern ganz passabel. Tatsächlich findet das neue Tablet GPS-Satelliten jetzt einwandfrei und die Optik leidet nur minimal. Leider ist der Kunststoff nicht ganz passgenau in das Metallgewand eingepasst, bei genauem Hinsehen stellt man fest, dass er stellenweise leicht über das Metall hinausragt. Das schmälert den hervorragenden Gesamteindruck, den das Asus Transformer Pad Infinity TF700 im Test ansonsten hinterlässt.
Unsere LTE-Version TF700KL , die spätestens Ende August erhältlich sein soll, wiegt etwa 15 Gramm mehr als die Wlan-Version TF700T mit Tegra-Chipsatz und bringt 614 Gramm auf die Waage, mit Tastatur-Dock sind es 1.143 Gramm – in Anbetracht der verwendeten Materialien und der gebotenen Leistung sind das gute Werte. Dieses Lob kann man unverändert auch auf das Display übertragen. Asus verwendet für sein neuestes Topmodell wie schon beim Transformer Prime ein IPS+-Panel, das durch besonders helle Wiedergabe und überragende Blickwinkelstabilität überzeugt. Beim Transformer Pad Infinity TF700 hat der Hersteller aber die Auflösung von zuvor 1.280x800 Pixel auf jetzt 1.920x1.200 Bildpunkte angehoben – mehr als Full-HD. Damit springt die Pixeldichte von 149 Pixel pro Zoll (PPI) auf 224 PPI. Darüber liegt derzeit nur noch das iPad 3. Generation mit 264 ppi, aber auch das Display des Asus Transformer Pad Infinity TF700 darf schon getrost als "gestochen scharf" bezeichnet werden.
Die einzige Frage, die sich der normale Nutzer vielleicht stellen könnte, lautet: Wofür braucht man das? Warum muss ein Tablet mit 10,1 Zoll eine höhere Auflösung als der heimische Flachbildfernseher mit mehr als 40 Zoll haben? Die Antwort ist so banal wie einleuchtend: Den Fernseher hält man sich gerade wegen der Größe nicht einen halben Meter entfernt vor die Augen, das Tablet schon. Und bei genauem Hinsehen konnte man beim Vorgänger und anderen Geräten mit 720p-Auflösung in einigen Bereichen schon noch Pixel erkennen – etwa bei Icons wie dem Zurück-Pfeil von Android. Ob das einen potenziell höheren Preis oder den Mehrbedarf an Rechenleistung rechtfertigt, muss jeder User für sich selbst beantworten.
Selbst in der Version des Asus Transformer Pad Infinity TF700 mit nur 16 Gigabyte internem Speicher kommt man auf Wunsch für etwa 75 Euro dank microSD-Anschluss im Tablet und SD-Kartenleser im Keyboard-Dock auf stolze 144 Gigabyte, die man bequem mit sich herumtragen kann. Oder man schließt an das Dock gleich eine externe Festplatte an - viel mehr Freiheit gibt es bei Tablets kaum. Damit kann man dann auch mal auf einer Party für Musik sorgen oder den Videoabend um eigene Filme bereichern - das funktioniert ganz einfach per Kabel über Kopfhörerausgang, Micro-HDMI-Ausgang oder über Funk auch per DLNA. Den Kopfhörerausgang hat Asus beim Transformer Pad Infinity TF700KL übrigens unten links platziert - das Kabel hängt dadurch nicht mehr wie beim Transformer Prime in der Luft. Ansonsten hat sich an der Klangqualität nicht viel geändert, sie ist nach wie vor auch für große Musiksammlungen gut. Filme sehen auf dem Asus Transformer Pad Infinity TF700KL natürlich auch richtig gut aus - kein Wunder, schließlich werden Videos in Full-HD nun auch wirklich in Full-HD wiedergegeben.
Bei der Kamera scheint Asus beim Transformer Pad Infinity TF700KL im Test auf die gleiche Kombination aus 8-Megapixel-Hauptkamera mit LED-Blitz und 1,2 Megapixel-Frontcam wie beim Vorgänger gesetzt zu haben. Zumindest sehen die Ergebnisse sehr ähnlich aus: Fotos in voller Auflösung sind etwas blass, weisen leichtes Bildrauschen auf und die Bilddynamik überzeugt nicht. Trotzdem ist das für ein Tablet immer noch sehr akzeptabel - auf diesem Sektor gibt es derzeit nicht viel besseres. Videos nimmt das Gerät allerdings nur mit 720p-Auflödung auf, das Ergebnis kann sich zwar sehen lassen, kommt aber wegen der geringen Auflösung nicht an die Bildschärfe anderer Kameras heran. Dafür ist der Ton ausreichend realistisch und voll.
Das Asus Transformer Pad Infinity wird es in zwei Varianten geben: Als Wlan-Version TF700T mit 64 Gigabyte internem Speicher für stolze 719 Euro UVP und als TF700KL mit nur 16 Gigabyte internem Speicher, dafür aber UMTS und LTE. Der Preis der 4G-Version ist noch nicht bekannt. Ein weiterer Unterschied der beiden Versionen: Das T der Wlan-Version steht für Tegra 3, entsprechend ist ein Quad-Core-Prozessor mit bis zu 1,7 Gigahertz (bei Nutzung eines Kerns, sonst 1,6 Gigahertz) integriert. Die KL-Version wird hingegen von einem moderneren Dual-Core-Chip von Qualcomm (Krait) mit 1,5 Gigahertz befeuert. Der Grund für die Aufsplittung in zwei Modelle mit unterschiedlichem Prozessor dürfte recht einfach sein: Qualcomm ist derzeit der einzige Hersteller, der ein integriertes LTE-Modem anbietet - das spart Platz und vor allem Strom. Und da die neuen Snapdragon-Chips der vierten Generation zudem auch noch leistungsfähiger als der ältere Tegra 3 sind, wird es wohl keine langen Überlegungen gegeben haben, ob man wirklich "nur" einen Dual-Core-Prozessor in sein Topmodell einsetzen will.
Aber etwas Anpassung ist wohl noch nötig. Denn auch wenn das Asus Transformer Pad Infinity TF700 überwiegend flüssig läuft: Hin und wieder gibt es doch kurze Hänger und bei genauem Hinsehen sieht man etwa im Browser schon minimales Ruckeln. Eigentlich ist "Ruckeln" sogar schon übertrieben - Mikroruckler wäre vielleicht eine passende Beschreibung. Störend bleibt das trotzdem, ohne natürlich die Funktion einzuschränken. Aber von einem Produkt dieser Preisklasse erwartet man einfach Perfektion. Und da stellt sich natürlich erneut die Frage: Wie sinnvoll ist die hohe Auflösung, wenn es dadurch trotz kräftigen Prozessoren nicht mehr ganz flüssig läuft? Letztendlich fühlt man sich etwas an den Marktstart des Transformer Prime erinnert: Auf den ersten Modellen war noch Android 3.2 installiert - doch dafür war das Prime offensichtlich nicht angepasst worden. Als Resultat ruckelten diverse Vorgänge erschreckend stark. Mit dem nur wenige Tage später verfügbaren Update auf Android 4.0 Ice Cream Sandwich waren diese Probleme aber behoben. Sollte Asus das neue Transformer Pad Infinity erneut nicht optimal angepasst haben und Käufer stumm auf das versprochene Update auf Android 4.1 Jelly Bean verweisen wollen? Gut nur, dass die Ruckler auf dem Asus Transformer Pad Infinity TF700 mit Android 4.0 weit weniger ins Gewicht fallen als auf dem Transformer Prime mit Android 3.2.
Der Eindruck der Miniruckler bestätigt sich in Benchmarks - allerdings in einer Art und Weise, die erneut deutlich macht, wie wenig aussagekräftig einige Benchmarks für den Normalnutzer sind. Im Grafik-Test Taiji von Rightware schafft unser Asus Transformer Pad Infinity TF700KL im Test etwa nur schwache 14,72 Bilder pro Sekunde, obwohl die Darstellung nach mehr aussieht. Im Quadrant-Benchmark schlägt es sich hingegen mit 4.846 Punkten wieder ganz passabel, 2.167 Punkte bei Vellamo gehen voll in Ordnung und zeigen, wie leistungsstark das Tablet wirklich ist. Bei Antutu erreicht das Asus Transformer Pad Infinity TF700 nur 6.645 Punkte, Linpack zeigt aber mit 103,1 Megaflops im Single- und 196,3 Megaflops im Multi-Thread-Test, wie stark der Prozessor ist.
Eine Akkulaufzeit im LTE-Netz lässt sich derzeit nur schwer ermitteln - wegen des mäßigen Netzausbaus wechseln LTE-Geräte derzeit noch ständig zwischen LTE und 3G-Empfang und das kostet zusätzlich Strom. Offenbar ist davon abgesehen aber der Qualcomm-Dual-Core etwas sparsamer als der Quad-Core von Nvidia - trotz Companion-Core. Denn Asus gibt für das TF700T 9,5 Stunden Laufzeit an, beim TF700KL sind es 10 Stunden. Mit Tastatur-Dock werden diese Angaben auf 14 und 16 Stunden erweitert. Das ist wie immer nur die halbe Wahrheit - 16 Stunden 3D-Spiele bei voller Display-Helligkeit schafft das Asus Transformer Pad Infinity TF700KL im Test nicht. Wer aber bei angemessen abgedunkeltem Screen Texte schreibt, der kommt zumindest nah ran. Und da macht den Transformern von Asus kaum einer etwas vor.
Das Asus Transformer Pad Infinity TF700 ist schon ein starkes Stück Technik. Allerdings stellen sich zwei Fragen: Warum kommt bereits nach einem Dreivierteljahr ein Nachfolger für das Transformer Prime auf den Markt und müssen 1.080p auf 10 Zoll wirklich sein? Die Antwort auf die erste Frage dürfte mit den Verbindungsproblemen und fehlendem UMTS des Vorgängers zu tun haben. Und nein, 1.080p müssen nicht sein. Aber sie verbessern die Darstellungsqualität noch einmal und richtig umgesetzt gibt es daher keinen Grund, warum man sich darüber beschweren sollte. Allerdings hätte Asus an dieser Umsetzung noch etwas arbeiten sollen - spätestens mit dem versprochenen Android-Update auf Version 4.1 Jelly Bean sollte aber auch das letzte bisschen Ruckeln verschwunden sein. Dann bleiben die Vorzüge des neuen Gerätes: Hochauflösendes Display, schneller Prozessor, LTE, schickes Metallghäuse und das fantastische Tastatur-Dock. Nur der Preis ist - Qualität hin oder her - doch etwas sehr hoch.
Übrigens: In einem anderen Artikel stellen wir das Asus Transformer Pad Infinity TF700 dem neuen Samsung-Modell Galaxy Note 10.1 gegenüber.
Stefan Schomberg,
Gesamteindruck %
Empfehlung nein
Bewertet am 01.01.1970
| Bewertung Asus Transformer Pad Infinity TF700KL | |
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berechnet aus Bewertungen von Areamobile Lesern.
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Hier wird ja die - momentan schwer erhältliche - Variante mit 3G/LTE und Dualcore-CPU getestet. Mich würde eine Gegenüberstellung der Geschwindigkeitswerte mit denen der Tegra3-Version interessieren.
Ansonsten: Guter Test!