Das Android-Tablet Cat Nova ist eine echte Verlockung: Es wird über den Buchhändler Weltbild vermarktete und kostet nur 160 Euro. Doch ist das Gerät damit auch ein echtes Schnäppchen? Unser Testbericht gibt die Antwort.

Zur Ausstattung des unter Android 2.3 Gingerbread laufenden Weltbild-Tablets Cat Nova gehören der auf 1,2 Gigahertz getaktete Single-Core-Prozessor Telechip Cortex A8 mit 512 Megabyte Arbeitsspeicher sowie ein kapazitiver TFT-Touchscreen im ungewöhnlichen 8-Zoll-Format, der mit 800x600 Pixel Auflösung und 5-Finger-Multitouch-Funktion auskommt. Außerdem an Bord sind eine 2-Megapixel-Kamera für Schnappschüsse und eine 1,3-Megapixel-Frontkamera für Videochats, Wlan b/g für den Internetzugang an Hotspots, GPS für die Standortbestimmung und 4 Gigabyte interner Speicherplatz. Für mobile Datenübertragungen kann ein optional zu erwerbender 3G-Dongle an das Cat Nova angesteckt werden. Weitere Anschlussmöglichkeiten eine microSD-Karten-Slot, ein Headset-Port für 3,5-Millimeter-Stecker sowie Ausgänge überein Mini-HDMI- und Micro-USB-Kabel.
Auf dem Papier klingt das gar nicht so schlecht, auch wenn das natürlich nicht reicht, um den Platzhirschen Apple iPad, Samsung Galaxy Tab, Motorola Xoom oder Asus Eee Pad Transformer Prime den Rang streitig zu machen. Aber das Cat Nova ermöglicht zumindest die typischen Tablet-Anwendungen wie Surfen auf Websites im Internet, das Kommunizieren mit Freunden und Bekannten in Sozialnetzwerken wie Facebook oder Twitter, E-Mail, das Abspielen von YouTube-Videos oder Präsentieren von Bildersammlungen. Und natürlich soll das von Weltbild vermarktete Tablet von den Nutzern auch als Lesegerät für E-Books gewählt werden.
Doch als E-Book-Reader ist das Tablet aufgrund der TFT-Display-Technologie und der geringen Auflösung nicht sonderlich geeignet. Wer in den Systemeinstellungen des Cat Nova nach einer Einstelloption für eine automatische Anpassung der Display-Helligkeit sucht, wird auch nicht fündig - teilweise ist dies aber in den Apps möglich - beispielsweise in der kostenfreien E-Book-App von Aldiko. Wer dagegen wegen der geringen Schärfe des Displays zum bequemeren Lesen eine höhere Font-Größe der Texte anhebt, muss häufiger die Seite "umblättern". Und unter hellem Sonnenlicht draußen spiegelt das Display des Cat Nova außerdem stark.
Für den Test hatten wir auch die Lese-Apps von Amazon (Kindle für Android) und Weltbild auf dem Cat Nova installiert, die alle nur mit persönlichem Nutzer-Account zugänglich sind - der User muss sich also registrieren, um über die entsprechenden Portale E-Books zu kaufen und auf das Tablet herunterzuladen. Unverständlich ist, warum Weltbild das Cat Nova nicht schon mit einigen Leseproben oder Gratis-E-Books ausgestattet hat, um den Leser an das eigene E-Book-Angebot heranzuführen. Statt der Weltbild-App war auf unserem Testgerät nur ein Shortcut zu einer Produkt-Website für das Tablet installiert. Einige übersetzte Klassiker der englischen Literatur finden sich zumindest als Gratis-E-Books im Android Market, diese werden allerdings nicht in den Lese-Apps, sondern im Hauptmenü des Geräts abgelegt.
Ansonsten sind zwar Android-typische Anwendungen wie Google Suche, Google Mail, Google Latitude, Google Maps mit Navigation, ein YouTube-Client und der Webkit-Browser ab Werk auf dem Weltbild-Tablet installiert. Weitere gängige Anwendungen wie beispielsweise Clients für Sozialnetzwerke wie Facebook oder Twitter, eine Software zum Lesen und Bearbeiten von Office-Dokumenten, ein PDF-Reader und der Adobe Flash Player müssen dagegen erst vom Nutzer von der Google-Download-Plattform heruntergeladen und auf das Cat Nova aufgespielt werden.
Die aktuell auf dem Weltbild-Tablet laufende Betriebssystemversion Android 2.3 Gingerbread ist eigentlich für Smartphones gedacht und läuft nur auf den Billig-Tablets wie dem Cat Nova oder auch dem Base Tab. Highend-Geräte wie das Samsung Galaxy Tab 10.1N oder das Motorola Xoom kommen mit der speziellen Tablet-Variante 3.0 Honeycomb und werden demnächst sogar ein Update auf die neueste Version 4.0 erhalten. Interessant für den potenziellen Käufer des Cat Nova wäre eine schnelle Auskunft durch den Hersteller darüber, ob es für das Gerät ebenfalls ein Update auf die neue und Ressourcen-schonendere Android-Version 4.0 Ice Cream Sandwich geben wird oder nicht. Die derzeitige Firmware auf dem Gerät hat der Hersteller nur in geringem Maße modifiziert, der Benutzer sieht die klassische Android-Darstellung mit fünfseitigem Homescreen, Widgets und Icons auf schwarzem Hintergrund im Hauptmenü. Android-Einsteiger werden sich in dem intuitiven System in kurzer Zeit leicht zurechtfinden. Wer allerdings wahllos Zusatzanwendungen aus dem Android Market auf das Gerät herunterlädt, verliert im Hauptmenü schnell die Übersicht.
Die Hardware des Cat Nova bietet dem Gerätepreis entsprechend keine Spitzenleistung: Dass Zoomen auf Websites oder in Kartenauschnitten sowie Scrollen im Browser oder in Menülisten im Test des Cat Nova zwar zügig, aber niemals wirklich flüssig gelingt, ist angesichts des Schnäppchenpreises des Tablets zu erwarten. Auch, dass Anwendungen sich vergleichsweise langsam öffnen und der Bildschirm träge auf Eingaben reagiert, überrascht nicht, denn ein solches Verhalten legen auch etliche Android-Tablets an den Tag, die 150 Euro teurer als das Cat Nova sind. Tablet-Einsteiger werden aber schnell den Spaß an dem Handheld verlieren, wenn sie kein einziges YouTube-Video auf dem Gerät unterbrechungsfrei abspielen können, oder Webseiten sich beim mobilen Surfen im Internet nur sehr langsam oder gar nicht öffnen - dies registrierten wir während unserer Test an verschiedenen Wlan-Hotspots. Unser Eindruck: Um die Wlan-Empfangsqualität des Weltbild-Tablets steht es nicht zum Besten.
Auch die weiteren Multimedia-Qualitäten des Cat Nova taugen nicht dazu, um das Tablet beispielsweise als Kamera- oder als Medienplayer-Ersatz einzusetzen. Beim Musikhören hört der Nutzer zwar kräftige Bässe und Höhen, aber nichts dazwischen. Die rückseitig angebrachte Kamera ist mit ihren 2 Megapixel Auflösung auch gar nicht dazu ausgerichtet, eine herkömmliche Digital-Kompaktkamera zu ersetzen. Die Aufnahmen geraten unscharf und blass, die Bilddynamik ist schlecht, wie unseres Testaufnahmen zeigen.
Was uns im Test des Cat Nova außerdem störte: Trotz aktivierter Display-Ausrichtungssperre kippte die Display-Anzeige zuweilen vom Hoch- ins Querformat oder anders herum. Und der GPS-Empfänger suchte fleißig weiter nach Satelliten, nachdem wir schon längst Google Maps wieder geschlossen und die GPS-Nutzung in den Systemeinstellungen deaktiviert hatten - erst ein Neustart des Geräts brachte das GPS-Modul zur Ruhe. Das sind einzelne Vorkommnisse im Test, in der Summe mindern sie aber nachhaltig den Bedienkomfort des Geräts oder verderben dem Nutzer den Spaß an der Benutzung des Tablets.
Mit einem Gewicht von 500 Gramm liegt das 14 Millimeter dicke Cat Nova vergleichsweise schwer, durch die Softtouch-Oberfläche der Rückseite aber dennoch angenehm in der Hand. Ganz sauber verarbeitet ist das Kunststoff-Gehäuse nicht, bei genauem Hinsehen sind unterschiedlich große Spaltmaße zu erkennen und die zwischen Ober- und Unterschale steckende Gummischicht wurde bei unserem Testgerät nicht passgenau eingesetzt. Zum bequemeren Ablesen des Displays kann das Gerät in einer ledernen Schutzhülle festgesteckt und auf einer festen Unterfläche aufgestellt werden. In Verbindung mit Zubehör wie einer Tastatur (29,99 Euro) kann das Cat Nova auch wie ein Netbook bedient werden.
Das von der deutschen Firma Eins SE entwickelte Cat Nova ist in den Läden von Weltbild sowie in der Münchener Hugendubel-Filiale und in den Online-Shops der beiden Händler für 159,99 Euro erhältlich. Weiteres Zubehör sind eine Autohalterung (24,99 Euro), ein Auto-Ladegerät (12,99 Euro) sowie ein 3G-USB-Stick (34,99 Euro, ohne SIM-Karte) für den Internetzugang unterwegs über das Mobilfunknetz. Außerdem benötigt der Käufer noch eine wechselbare Speicherkarte im microSD-Format (im Lieferumfang ist keine enthalten), bald soll es auch eine Bluetooth-Tastatur geben.
Der Käufer des Weltbild-Tablets bzw. das Cat Nova bekommt, was er bezahlt. 160 Euro für ein Tablet ohne Vertrag ist ein Schnäppchenpreis, doch gehobenen Ausstattungsstandard darf der Nutzer dafür nicht erwarten. Zwar lasen sich mit dem Cat Nova alle typischen Tablet-Anwendungen nutzen, das Gerät bietet jedoch bei weitem nicht den Bedienkomfort eines Apple iPad, Samsung Galaxy Tab 10.1N oder Motorola Xoom. Großes Lob hat der Hersteller dagegen für sein umfangreiches in der Verpackung enthaltenes Infomaterial zum Gerät verdient: Mit Kurzanleitung, ausführlicherem Handbuch mit FAQ-Kapitel und Hinweis auf die Kundenservice-Hotline mit herkömmlicher Festnetzrufnummer sollte auch blutigen Anfängern der Tablet-Einstieg gelingen.
Areamobile Redaktion,
Gesamteindruck 85%
Empfehlung ja
Bewertet am 06.01.2012
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Gesamtdurchschnitt
berechnet aus Bewertungen von Areamobile Lesern.
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Du bist nicht dabei?Ein aktuelles Tablet mit einem mehr als ein Jahr alten Smartphone zu vergleichen, ist dem Smartphone ggü. etwas unfair.
Wenn von einer schwachen Hardware die Rede ist, dann bezieht sich das auch auf die abgelieferte Performance, sprich Bedienung und Internet. Ein Satz im Fazit sagt im Grunde schon alles wichtige: "Der Käufer des Weltbild-Tablets bzw. des Cat Nova bekommt, was er bezahlt."
Von den Daten her, ist es ja dem Samsung Galaxy S sehr ähnlich (1Ghz/512Ram).
Warum sollte das Cat Nova dann so eine schlechte Performance haben? Der Prozesor ist etwas schneller getaktet und der Bildschirm ha ein paar Pixel mehr. Aber sonst geben sich die Geräte (auf dem Papier) doch kaum was. Von Haus aus geht das Galaxy auch nur bis Froyo, das Nova hat Gingerbread.
Und trotzdem sagt der Test "Schwache Hardware". Damit ist hoffentlich nur die Kamera und das LCD-Display gemeint.
Im direkten Vergleich zum Galaxy S- ist da das Nova schlecht?
kommt ja nicht grad gut weg bei euch.....obwohl ja die Hardware ja eigentlich nicht soooo schlecht ist.....naja gut.
| Datum | Nachrichten |
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| 02.11. | Weltbild-Tablet Unboxing: Das preisgünstige Android-Tablet ausgepackt |
| 27.10. | Cat Nova: Weltbild und Hugendubel bringen 8-Zoll-Tablet mit Android |









Danke, das hört sich doch gut an.
Jetzt muss es nur noch ankommen ; )