Autor: Stefan Schomberg 12.11.2014 - 18:15 | (0)

Dell Venue 7 Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Starker Chipsatz
  • sehr handlich
  • äußerst niedriger Preis
  • überraschend starkes Gesamtpaket für den Preis
  • Flops
  • Kamera höchstens Durchschnitt
  • Lautsprecher recht mies

Dell Venue 7 Test: 32-Bit-Android für Intels 64-Bit-Chip

Lange Zeit war von Dell zum Thema Smartphones und Tablets quasi nichts zu hören, auch wenn man klammheimlich durchaus weitere Android-Modelle auf den Markt brachte. Jetzt kommt das Unternehmen mit einem günstigen 7-Zöller um die Ecke, der trotz allem einiges zu bieten haben soll. Wir haben es im Test des Dell Venue 7 ausprobiert.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Was macht man, wenn niemand seine teuren Gerät haben will? Richtig, man senkt den Preis. Will man dann auch noch Gewinn machen, sollte man die Geräte auch möglichst günstig herstellen können. Das ging früher zulasten der Leistung und unterschied Einsteiger- von Highend-Geräten deutlich. Heute ist das anders und mit Intel als auch in der mobilen Chipbranche aufstrebendem Hersteller relativ leistungsstarker, aber dennoch enorm günstiger Chips hat Dell genau den richtigen Partner gefunden. Doch zur Leistung kommen wir später, zuerst schauen wir uns das Design des Dell Venue 7 an.

Dell Venue 7 Unboxing | (c) Areamobile

Dell Venue 7

Dell Venue 7 Unboxing | (c) Areamobile

Rückseite

Dell Venue 7 Unboxing | (c) Areamobile

Gute Verarbeitung | (c) Areamobile

 

Material und Optik des Dell Venue 7 im Test lassen sich am besten als einfach beschreiben. Eine schwarze Kunststoffschale zieht sich von der Rückseite über die seitlichen Ränder bis zum Display, das von einem breiten Rahmen umgeben ist. Die matte Rückseite ist sehr griffig, da sie feine konzentrische Riefen rund um das zentrale Dell-Logo aufweist, fühlt sich aber nicht übermäßig hochwertig an. Das liegt nicht nur an dem einfachen, aber ausreichend angenehmen und weichen Kunststoff, sondern vor allem daran, dass sie nicht eng aufliegt, sondern Spiel zu der darunter liegenden Technik hat. Beim Anfassen oder schlimmer noch Draufklopfen klingt es darum hohl. Immerhin haben wegen der Struktur Fingerabdrücke keine Chance.

Auch wenn die Rückseite nicht zum Abnehmen gedacht ist, entfernten wir sie aus Versehen dennoch gleich mit, als wir das optionale Schutzcover wieder abnehmen wollten. Der Akku lässt sich natürlich trotzdem nicht ohne weiteres wechseln. Insgesamt ist das Gehäuse des Dell Venue 7 im Test eher zweckmäßig als schick. Mit knapp 9 Millimeter Bautiefe und 290 Gramm gehen die Maße des Tablets aber voll in Ordnung. Bei der Verarbeitungsqualität leistet sich Dell insgesamt auch keine gravierenden Schwächen.

Display-Größe und -Qualität

Das Dell Venue 7 im Test ist dem Namen entsprechend ein 7-Zoll-Tablet. Der günstige Kaufpreis macht sich bei der Auflösung bemerkbar: 1.280 x 800 Pixel sind zwar noch nicht wirklich veraltet, aber weit von der Elite der Branche entfernt. Das lässt sich leicht an der Pixeldichte erkennen, die bei dem günstigen Dell-Tablet nur bei 216 Pixel pro Zoll liegt. Dank der verwendeten IPS-Technik ist die Blickwinkelstabilität ziemlich gut, allerdings kommt es schnell zu Abschattungen bei größeren Winkeln. Zudem erscheint die Helligkeit auf den ersten Blick etwas niedrig. Daten entsprechender Messgeräte widersprechen diesem Eindruck allerdings, mit maximal 353 cd/m² ist das Display ordentlich hell, die Kontraste liegen bei ebenfalls nicht schlechten 703:1. Die Darstellung von Grautreppe und Farben liegt mit 15,5 und 20,4 Delta-E-Punkten im Durchschnitt etwas hoch, das fällt aber erst im direkten Vergleich auf. Klar erkennbar ist hingegen ein gelblich-grüner Farbstich auf eigentlich weißen Flächen, was die Wiedergabe sehr warm und eben auch etwas dunkler erscheinen lässt. Die meisten LCDs zeigen Inhalte hier eher zu blau und damit eine kalte Farbtemperatur an. Abgesehen von dem breiten Rahmen um das Display, der den Screen wenig hochwertig wirken lässt, ist an der bloßen Anzeigequalität nur wenig auszusetzen - gerade bei dem niedrigen Preis.

System: Hardware, Software und Bedienung

Es wurde eingangs bereits angesprochen: Dell setzt bei seinem günstigen Tablet auf Intel als Chip-Lieferant. Der hat inzwischen deutlich zur Konkurrenz aufgeholt. Während man vor wenigen Jahren noch zu wenig Leistung bei zu viel Stromverbrauch lieferte, um mit den Marktführern für mobile Chips mithalten zu können, hat man zumindest das Stromproblem in den Griff bekommen. Den Rest macht der niedrige Preis - aber da ist noch mehr. Etwa die 64-Bit-Fähigkeit des Intel Atom Z3460, dessen Kerne mit bis zu 1,6 GHz takten. Die bringt allerdings im Dell Venue 7 nur bedingt einen Vorteil, denn als Betriebssystem ist Android 4.4.2 installiert, das bekanntlich nur 32 Bit unterstützt. Ob bei dem niedrigen Preis des Tablets allerdings ein Update auf das 64-Bit-System Android 5.0 kommt ist fraglich. Eine entsprechende Anfrage an Dell steht aus.

Dell Venue 7 Unboxing | (c) Areamobile

7-Zoll-Display mit 720p

Dell Venue 7 Unboxing | (c) Areamobile

Android 4.4.2 Kitkat | (c) Areamobile

 

Aber auch bei der Leistung schlägt sich das Gerät weit besser als mancher vielleicht befürchten mag. Besonders im Alltag macht das Venue 7 eine sehr passable Figur, die Bediengeschwindigkeit ist überwiegend sehr flüssig und direkt. Manchmal schleichen sich aber auch ein paar Hänger ein. Dreht man das Gerät etwa, dauert eine Seitenausrichtung schon mal zwei Sekunden. Liegt das Gerät dann länger im Standby ungenutzt, dauert auch das Aufwecken manchmal einfach zu lang. Und weil Dell im Venue 7 nur 1 GB RAM einbaut, sollte man gelegentlich auch Programme im Hintergrund schließen, damit es nicht zu Haklern kommt.

Davon ab schlägt sich das Dell Venue 7 im Test auch bei Benchmarks recht passabel. 11.780 Punkte im 3DMark werden nicht von so vielen Modellen geschlagen, nur die echte Elite schafft hier mehr, teilweise dann auch deutlich. Ausreichend Leistung auch für aufwändige 3D-Spiele ist auf jeden Fall da. Das zeigt auch GFXBenchmark, dessen T-Rex-Test offscreen gute 21,8 Frames liefert - das war vor 2 Jahren noch absolute Spitzenklasse, heute liegt das immer noch im oberen Mittelfeld oder sogar knapp darüber. Grund dafür ist die PowerVR G6400, die gehobene Mitteklasse-Leistung bringt. Antutu wirft mit knapp 30.000 Punkten ein eher mittelmäßiges, aber für den Preis immer noch überraschend hohes Ergebnis aus.

Dell Venue 7 Unboxing | (c) Areamobile

Areamobile auf dem Venue 7

Dell Venue 7 Unboxing | (c) Areamobile

Dell Venue 7 | (c) Areamobile

 

An der Oberfläche von Android 4.4.2 verändert Dell wenig, packt aber ein paar Extra-Apps mit in den Speicher. Zu den genannten Zusatz-Apps gehören Polaris Office 5, der Visitenkartenscanner CamCard, die persönliche Cloud samt Zugriff auf den heimischen Rechner mit PocketCloud von Dell, das Skitzen-Programm Skitch von Evernote, Evernote selbst und der Cloud-Dienst Dropbox. Auch eine Equalizer-App namens MaxxAudio ist mit dabei, die leider nicht vollständig eingebunden wurde, sodass sie etwa mit Streaming-Apps wie Spotify nicht funktioniert. Andererseits fanden wir die App auch nicht so herausragend, obwohl sie angeblich ausgezeichnet wurde. Der parametrische Equalizer innerhalb der App wollte bei uns etwa gar nicht funktionieren, er bracht auch bei stärksten Änderungen an der graphischen Nutzeroberfläche keine Veränderung des Sounds. Beim externen Speaker hört man da eh keine Veränderungen, dafür ist er nämlich einfach zu schlecht. Das betrifft sowohl die Lautstärke als auch den etwas plärrigen Sound. Zumindest längere Tonwiedergaben machen damit keinen Spaß.

Neben unserer WLAN-only-Version für 139 Euro inklusive 16 GB internem Speicher, Bluetooth 4.0, und GPS gibt es auch eine Version, die zusätzlich LTE unterstützt. Der Preis liegt dann bei 199 Euro UVP. NFC unterstützen beide Varianten nicht, das GPS-Modus zeigte sich im Test als nicht sonderlich empfangsstark. Der Speicherkarten-Slot soll eigentlich Karten bis 64 GB aufnehmen können, eine testweise eingelegte micro-SD mit 64 Bit von Samsung wurde aber als defekt erkannt.

Kamera

Die Hauptkamera bietet einen Sensor mit 5 Megapixel, vorne sind es 0,9 Megapixel. Einen Blitz gibt es nicht. Auffällig ist der Umstand, dass die Bildqualität nur auf "mittel" angehoben werden kann. Nur schlechter ist möglich - "niedrig" verspricht aber immerhin eine höhere Arbeitsgeschwindigkeit. Insgesamt ist die Bildqualität - das hat Dell schon unbewusst richtig erkannt - höchstens durchschnittlich und reicht nur für Schnappschüsse aus. Für gute Bilder sollte man lieber zu einem ordentlichen Smartphone oder gleich einer richtigen Kamera greifen. Beim Dell Venue 7 im Test fallen Bilder zwar noch recht scharf aus, insgesamt fallen aber unterdurchschnittliche Bilddynamik und vermehrtes Bildrauschen auf. Fotografieren bei schlechtem Licht sollte man lieber gleich ganz bleiben lassen. Videos bei Tag sehen dank 1080p noch ganz passabel, aber nicht so gut wie bei der Konkurrenz aus. Die 720p-Aufnahmen der Frontkamera reichen nur für Video-Chats. Die Kamera-App lässt Hilfestellungen weitgehend vermissen und präsentiert sich eher von der - positiv ausgedrückt - aufgeräumten Seite. Detaillierte Einstellungsmöglichkeiten sucht man hier vergeblich.

Akku-Laufzeit

Der Akku des Dell Venue 7 im Test liefert 4.550 mAh oder etwa 17,5 Wattstunden. Damit gelingen fast fünf Stunden Videowiedergabe bei voller Display-Helligkeit - das ist ein ordentlicher Wert, der sich knapp im oberen Drittel unserer Testgerätesammlung befindet. Im Alltag sind zwei Tage locker drin, Stromsparkünstler schaffen auch locker eine knappe Woche.

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http://www.areamobile.de/tablet/dell-venue-7-test

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Dell Venue 7: Der 7-Zöller mit 64-Bit-Prozessor im Unboxing (67 Bilder)

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Fazit

Auch für "nur" 140 Euro kann man einiges falsch machen und sein Geld zum Fenster hinaus schmeißen - bei billigen Geräten vielleicht sogar noch mehr als bei teureren und damit meist hochwertigeren Modellen. Beim Dell Venue 7 muss man sich darüber aber keine Sorgen machen, solange man sich vor Augen führt, dass man für dieses Geld kein in allen Bereichen perfektes Produkt erwarten darf. Aber zumindest bietet das Tablet immer mindestens akzeptable Mittelklasse, gelegentlich aber auch deutlich mehr. Etwa beim Prozessor, der nicht nur 64 Bit beherrscht, sondern auch eine sehr ordentliche Leistung mitbringt, die selbst vor aktuellen Spitzenspielen nicht kapituliert. Auch das Display macht seine Sache recht gut, selbst wenn es auf den ersten Blick etwas dunkel wirkt. Das Design ist zwar eher zweckdienlich als extravagant, aber zumindest ist das ganze Gerät sehr handlich. Das Venue 7 ist kein Highend-Tablet, aber jeder, der nicht genau das erwartet, sollte damit leicht zufrieden zu stellen sein.

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Testwertung Dell Venue 7
 
Handlichkeit und Design 89%
Verarbeitung 88%
Akkuausdauer 84%
Messaging 35%
Ausstattung / Leistung 63%
Kamera 65%
Internet 76%
Musik 83%
PIM und Sozialnetzwerke 100%
Software und Bedienung 66%
Programme 0%
Navigation 83%
Gaming und Video 75%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
76%
Zeitwertung
(Stand 27.05.2016)
75%

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