Autor: Stefan Schomberg 01.04.2016 - 18:18 | 53

Apple iPad Pro 9.7 Testbericht

Testüberblick Apple iPad Pro 9.7

Tops und Flops
  • Tops
  • Top Verarbeitung, schickes Design
  • Sehr schnell in allen Lebenslagen
  • Tolles Display
  • Gute (Tablet)Kamera
  • Tolles Zubehör (Pencil etc)
  • Flops
  • Enormer Preis (auch für Zubehör)
  • eSIM derzeit mit wenig Auswahl

iPad Pro 9.7 Test: Apples Spitzen-Tablet ist kein vollwertiger PC-Ersatz

Apple will mit dem neuen iPad Pro 9.7 PC-Nutzer zum Wechsel bewegen: mit einem starken Prozessor, einem brillanten Display, dem Apple Pencil und einer ansteckbaren Tastatur als optionales Zubehör sowie vorinstallierten Microsoft-Apps mit einem Jahr Office-365-Abo gratis. Doch im laufenden Test zeigt sich: Ein echter PC-Ersatz ist das iPad Pro 9.7 nicht.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Das iPad Pro 12.9 wird von Kritikern gerne auf seine Größe reduziert, im Vergleich zu den Air-Modellen des Herstellers bietet die Reihe aber noch viel mehr. Das setzt sich jetzt auch beim neuen Apple iPad Pro 9.7 im Test fort: Das Tablet will nicht nur zum Internet-Surfen und Spielen, sondern auch zum Arbeiten da sein. Mehr noch: Apple will damit auf Kundenfang im PC-Lager gehen. Besonders Besitzer älterer PCs, die ohnehin langsam mal ein neues Gerät wollen, sind die Zielgruppe der iPad-Macher. Aber kann ein so eingeschränktes System wie iOS, das quasi nur eine verschlankte Abwandlung des Windows-Konkurrenten Mac OS X ist, überhaupt echte Argumente für so einen Wechsel bieten?

Apple iPad Pro 9,7 Unboxing | (c) Areamobile

Im Test: Apple iPad Pro 9,7 | (c) Areamobile

Apple meint: Ja, auf jeden Fall! Schaut man sich das Design an, dürfte das auch stimmen. Denn im Gegensatz direkten Konkurrenten, dem Microsoft Surface Pro 4, das durchaus ebenfalls schick ist, aber eher nüchtern wirkt, tritt das iPad Pro 9.7 im Test geradezu leichtfüßig und beschwingt auf. Es wirkt nicht wie ein Arbeitsgerät, es vermittelt Lifestyle und Einfachheit - schon beim Design. Denn das orientiert sich am Aussehen des iPad Air 2, dessen Nachfolger es vermutlich auch ist - ein iPad 3 wird es wohl nicht geben. Entsprechend herrschen geschwungene Linien und weiche Rundungen vor, außerdem ist das Gerät mit 6,1 Millimeter enorm dünn und mit 444 Gramm auch viel leichter als der Windows-Konkurrent. Das wirkt einfach klasse, auch wenn Apple hier kaum etwas neu erfunden, sondern überwiegend gut von einem Gerät auf das nächste übertragen hat. Böse Zungen behaupten, dass es genau genommen sogar eine einfache Kopie des iPad Air 2 ist - ganz von der Hand zu weisen ist das sicherlich bei der Optik nicht.
Das schadet dem iPad Pro 9.7 aber nicht.

Apple iPad Pro 9,7 Unboxing | (c) Areamobile

Edles Design...

Apple iPad Pro 9,7 Unboxing | (c) Areamobile

... und sehr flach | (c) Areamobile

 

Apple-Nutzer fühlen sich gleich heimisch, denn sie wissen: Das ist ein Apple-Gerät. Das sieht man und das fühlt man. Denn wie schon beim inoffiziellen Vorgänger Air 2 setzt Apple natürlich wieder auf Aluminium als Werkstoff, dieses mal sogar für die Kappe am oberen Ende der Rückseite. Die war bislang aus Kunststoff, um den dahinter platzierten Antennen diverser Funkstandards ihren Dienst zu ermöglichen. Dabei versuchte Apple erst gar nicht, den Kunststoff farblich an die entsprechende Farbgestaltung des Metall-Bodys anzupassen, sondern setzte auf Kontrastfarben. Das mag einigen Nutzern gefallen haben, wirkte aber in manchen Augen eher billig. Jetzt setzt der Hersteller auch für diese Kappen auf Metall, die farblich genauso wie der Rest des Gehäuses gestaltet sind. Für den guten Empfang sorgen stattdessen feine Kunststofffugen, die absichtlich hell kontrastieren und so eher als Designelement, denn als Notwendigkeit durchgehen.

Apple iPad Pro 9,7 Unboxing | (c) Areamobile

Die Verarbeitung ist hervorragend

Apple iPad Pro 9,7 Unboxing | (c) Areamobile

Die Knöpfe lassen sich sehr gut bedienen | (c) Areamobile

 

Besonders spitzfindige Zeitgenossen dürfen hier anmerken, dass das zwar ordentlich, aber nicht perfekt verarbeitet ist - HTC hat die Übergänge von solchen Kunststoffantennen zum Metall des Gehäuses bei seinen One-Spitzengeräten besser hinbekommen, denn hier sehen sie nicht nur toll aus, sondern sind beim Drüberstreichen auch kaum zu erfühlen. Aber ganz ehrlich - man kann es auch übertreiben. Denn dafür sind die Schliffkanten am seitlich überstehenden Metall hochwertig, die Bohrungen der vier Lautsprecher an den Ecken des Tablets exakt und die Tasten perfekt in das Gehäuse eingesetzt. Sie lassen sich zudem noch optimal bedienen - was will man da mehr? Vielleicht kein glänzendes Apfellogo auf der Rückseite, denn während die restliche Metalloberfläche matt ausgelegt ist und sich ausreichend griffig anfühlt und keine Fingerabdrücke zulässt, ist das Hersteller-Logo mit seiner spiegelnden Oberfläche ein echter Fettschmierer-Magnet.

Apple iPad Pro 9,7 Unboxing | (c) Areamobile

Edles Metallgehäuse

Apple iPad Pro 9,7 Unboxing | (c) Areamobile

Die Klappe über den Antennen ist jetzt auch aus Metall | (c) Areamobile

 

Und vielleicht will man auch keine hervorstehende Kamera in der oberen linken Ecke des Tablets, über die sich Apple-Fans und -Hasser schon beim iPhone 6 zu Recht beschwert haben. Im Gegensatz zum großen iPad Pro schaut die beim neueren Geschwisterchen einen guten Millimeter aus dem Gehäuse hervor. Das wirkt - auch wenn sie schick goldfarben eingefasst ist - nicht ganz so edel. Geschenkt, denn im Betrieb stört das nicht. Nicht einmal, wenn das Tablet auf glatten Oberflächen wie einer Tischplatte liegt. Kein Kippeln, kein Wackeln, dem ausufernden Einsatz des Pencil genannten Apple-Stylus steht damit also nichts im Weg.

Display-Größe und -Qualität

Apple iPad Pro 9,7 Displaytest | (c) Areamobile

Apple iPad Pro 9,7 CIE-Farbraum | (c) Areamobile

Der Touchscreen des Apple iPad Pro 9.7 im Test bietet wie schon bei den Air-Modellen 9,7 Zoll Bildschirmdiagonale. Das ist zwar weniger als beim ersten iPad Pro mit seinen erschlagenden 12,9 Zoll, die Bildschärfe ist aber mit 264 Pixel pro Zoll genau so scharf wie beim großen Modell. Erreicht hat Apple das trotz kleinerem Display durch eine Reduzierung der Auflösung auf 2.048 x 1.536 Pixel, beim größeren Modell sind es 2.732 x 2.048 Pixel. An ein Highend-Smartphone kommt Apple damit zwar nicht heran, über ein unscharfes Display wird sich aber wohl trotzdem niemand ernsthaft beschweren können.
Statt eine höhere Auflösung zu integrieren hat Apple die Technik des kleineren Screens überarbeitet und verspricht 25 Prozent mehr Farbraum, 25 Prozent mehr Farbsättigung und 40 Prozent weniger Spiegelungen des Displays. Während man das Plus an Farben wohl auf den ersten Blick nicht sieht, sondern einfach ein farbenfrohes und intensives Bild wahrnimmt, bemerkt man die deutlich reduzierten Reflexionen des Displays sofort. Eben, weil man nichts bemerkt. Apple hat den Mund tatsächlich nicht zu voll genommen: So wenig Spiegelungen bieten wirklich kaum andere Geräte in dieser Größenklasse. Nur die Anfälligkeit für Fett-Tapser kann auch Apple (noch) nicht mindern. Die Helligkeit überzeugt ebenfalls, an eine andere Sache muss man sich hingegen erst gewöhnen.

Apple iPad Pro 9,7 Displaytest | (c) Areamobile

Apple iPad Pro 9,7 Farbgenauigkeit | (c) Areamobile

Apple iPad Pro 9,7 Displaytest | (c) Areamobile

Apple iPad Pro 9,7 Graustufen | (c) Areamobile

Gemeint ist die neue Funktion True Tone. Sie sorgt dafür, dass sich Display-Inhalte in Grenzen farblich an die Umgebung anpassen. Damit will Apple das Display Papier-ähnlicher machen und so gleichzeitig natürlicher. Wie funktioniert das? Ein Buch, das man beim Lesen in der Hand hält, reflektiert Licht, dadurch können wir es sehen und lesen. Bei sehr hellem, kalten Licht wirkt eine Buchseite weiß, bei natürlichem Sonnenlicht gelblich und bei wenig Licht eben dunkler. Das versucht Apple mit seiner neuen Technik zu simulieren und regelt daher nicht nur die Helligkeit des Displays automatisch, sondern auch die Farbtemperatur. Das fällt im laufenden Betrieb gar nicht auf, sondern nur bei der Aktivierung - ein Hinweis darauf, dass es eigentlich ganz gut zu funktionieren scheint. Die Frage ist eher, ob das nötig ist. Denn ein normales Buch reflektiert Licht eben nur, ein Tablet emittiert es. Und bislang galt für Displays immer, dass sie möglichst ein ausgewogenes, reines Weiß darstellen sollten. Ob es dann sinnvoll ist, dass dieses offensichtlich technische Gerät Weiß gelblich darstellt, was bislang immer als Qualitätsmanko galt, bleibt abzuwarten.

Apple iPad Pro 9,7 Displaytest | (c) Areamobile

Apple iPad Pro 9,7 RGB | (c) Areamobile

25 Prozent sagt Apple, unser Messgerät bestätigt das in etwa. Es ermittelte im Test des iPad Pro 9.7 gute 470 cd/m². Etwas überrascht waren wir vom gesunkenen Kontrast, der ist jetzt mit 960:1 auf dem Papier nicht mehr so herausragend wie noch beim großen iPad Pro. Dennoch kann man sogar in direkter Sonneneinstrahlung noch etwas auf dem Display erkennen. Bei der Farbgenauigkeit liegen beide Geräte nach wie vor sehr nah am Optimum, bei der Grautreppe sind es mit 3,58 minimal schlechtere, bei den Farben mit 1,16 Delta-E minimal bessere Werte als beim großen iPad Pro. Ebenfalls sehr gut gefallen haben uns die Blickwinkel, außer leichter Abschattung ist hier nichts festzustellen - das ist fast so gut wie bei AMOLED. Alles in allem baut Apple wieder ein herausragendes Display.

System: Hardware, Software und Bedienung

Bei der Hardware macht Apple einen Sprung - in welche Richtung ist Auslegungssache. Denn im Vergleich zum iPad Air 2 mit seinem A8X-Chip verspricht der Hersteller 1,7-fache Geschwindigkeit. Im Vergleich zum großen iPad Pro ist das kleinere Modell allerdings etwas langsamer. Das liegt einerseits an einer etwas langsameren Taktung von 2,16 statt 2,24 GHz, andererseits wohl auch am halbierten Arbeitsspeicher. Der ist nämlich von 4 auf 2 GB geschrumpft, was gerade im Hinblick auf die neue Zielgruppe der PC-Nutzer kaum beeindruckt. Gerade in Grafik-Benchmarks stellten wir tatsächlich eine niedrigere Leistung fest, besonders im GFXBench ist die Leistungslücke zum großen iPad Pro klaffend: 118 statt 163 Bilder pro Sekunde! Bei allen anderen Benchmarks liegen die beiden Tablets mit iOS 9.3 ähnlich. Bei Antutu kommt es mit 165.000 Punkten nicht ganz an den großen Bruder heran (178.000), bei 3DMark Icestorm Unlimeted liegt es mit 33.600 Punkten sogar einige Hunderter vorn. Im Geekbench ist es genauso knapp, hier kann sich aber das große Modell durchsetzen. Stark genug ist das iPad Pro 9.7 aber allemal.

Apple iPad Pro 9,7 Unboxing | (c) Areamobile

Große Icons auf dem Homescreen

Apple iPad Pro 9,7 Unboxing | (c) Areamobile

Browser | (c) Areamobile

 

An Power mangelt es dem iPad Pro 9.7 im Test also ganz offensichtlich nicht. Dass im Alltag keine Ruckler zu bemerken sind, wird an dieser Stelle nur der Vollständigkeit halber aufgeführt. Und sonst? Es wurde weiter oben schon angemerkt - eigentlich kann iOS, mit dem das iPad Pro 9.7 bestückt ist, keine echte Konkurrenz für Windows sein, schließlich ist das quasi nur die mobile Variante von Mac OS X. Wie will man damit PC-Kunden einfangen? Die Anpassungen wie Tabulator-, Umschalt-, und Zahlentasten für das Keyboard-Layout des großen iPad Pro gibt es beim kleinen Bruder nicht, Slide-over-, Split-View- und Bild-im-Bild-Modi für das parallele Ausführen mehrerer Anwendungen hingegen schon. Das klappt nach wie vor gut. Selbst zwei Bildbearbeitungsprogramme lassen sich parallel auf dem Bildschirm ausführen, während nebenher ein Video abgespielt wird - alles ohne spürbare Einbrüche bei der Performance.

Apple iPad Pro 9,7 Unboxing | (c) Areamobile

Im Gegensatz zum großen iPad gibt es keine erweiterte Tastatur | (c) Areamobile

Aber anders als beim Surface Pro 4 von Microsoft laufen auf dem iPad Pro 9.7 keine vom Mac oder PC bekannten Programme mit größerem Funktionsumfang, für komplexe Aufgaben ist das Tablet also auch weiterhin nicht geeignet. Bei Microsoft sieht das anders aus. Solange man nicht extrem grafiklastige Spiele spielen oder entsprechende Anwendungen laufen lassen will, geht auf dem Surface Pro 4 eigentlich alles, was man sonst von seinem Rechner zuhause auch gewohnt ist. An dieser Stelle verspricht Apple also doch zu viel.

Apple iPad Pro 9,7 Unboxing | (c) Areamobile

Feste eSIM zusätzlich zu normaler SIM

Apple iPad Pro 9,7 Unboxing | (c) Areamobile

Neues Feature: True Tone | (c) Areamobile

 

Die können dann aber an anderer Stelle deutlich weniger. Denn auf dem iPad Pro läuft alles rund - nicht nur wegen der guten Performance, sondern auch wegen der ausschließlichen Ausrichtung auf Touch-Bedienung. Windows kann sich nicht so recht entscheiden, ob es jetzt wirklich ein Tocu-OS sein will, ihm sieht und merkt man seine Maus-und Tastatur-Herkunft überall an. Auf dem iPad gibt es diesen Mix nicht, hier muss man sich nicht mit viel zu winzigen Bedienelementen auseinandersetzen, weil die App eigentlich für einen großen Bildschirm gebaut wurde - hier ist die strikte und restriktive Firmenpolitik Apples mit eigenem Ökosystem sogar vorteilhaft. Und für die iPads gibt es inzwischen auch über eine Millionen speziell an die größeren Displays angepasste Apps.


Und es gibt den Apple Pencil für 109 Euro extra. Wer - beruflich oder privat - einen Stift zum Zeichnen verwendet, der könnte mit dem iPad Pro 9.7 doch glücklich werden. Denn auf einem Surface-Tablet von Microsoft gibt es so einen Stift zwar auch, dort klappt das Zeichnen derzeit aber noch lange nicht so gut, hier reagiert Apples iPad Pro 9.7 viel direkter und zieht weniger nach. Zwar gibt es dort die Möglichkeit, die vollständigen Adobe-Produkte wie zuhause am Rechner zu nutzen, aber man steht wieder vor dem Bedienproblem. Das könnte sich aber mit dem nächsten großen Windows-Update ändern, dem Aniversary-Update. Das bringt dann Windows Ink mit sich, eine tiefe Integration und Verbesserung der Stiftfunktion samt virtuellem Linear, was zumindest die Nutzung des Stylus ab Werk verbessern wird. Bei Apple muss man mit abgespeckten, aber dafür speziell angepassten Apps wie Adobes Creative-Cloud-Suite leben, mit der sich ein Export für ein anderes Gerät ganz einfach auf Knopfdruck über die Datenwolke abwickeln lässt. Damit kann man zumindest schon mal unterwegs vorarbeiten. Das iPad Pro 9.7 ist also kein vollwertiges Arbeitsgerät, sondern viel mehr ein Zu-Arbeitsgerät.

Apple iPad Pro 9,7 Unboxing | (c) Areamobile

Auch mit zwei Apps gleichzeitig...

Apple iPad Pro 9,7 Unboxing | (c) Areamobile

... hat das Apple iPad Pro 9.7 kein Problem | (c) Areamobile

 

Was der Pencil genau kann, haben wir im Test des Apple iPad Pro 12.9 ausführlich erklärt. Zudem gibt es auch für die kleine Pro-Version das passende Smart Keyboard, das gleichzeitig Schutz und eine Hardware-Tastatur bietet. Demnächst soll es dafür auch endlich eine deutsche Version mit QWERTZ- statt QWERTY-Layout geben. Hoffentlich sind dann auch Umlaute und ein Touchpad dabei - beides fehlt derzeit. Wenn Apple dann schon dabei ist, wären auch ein ordentlicher Druckpunkt und ein etwas besserer Tastenhub wünschenswert.

Apple iPad Pro 9,7 Unboxing | (c) Areamobile

Tolles, Zubehör: Pencil und...

Apple iPad Pro 9,7 Unboxing | (c) Areamobile

... Smart Cover | (c) Areamobile

 

iPad Pro 9.7 ist Dual-SIM-Tablet

Das iPad Pro 9.7 ist das erste Tablet von Apple, das auf zwei SIM-Karten zugreifen kann: Neben einem Steckplatz für eine herkömmliche Nano-SIM-Karte eines beliebigen Providers verfügt das neue Apple-Tablet noch über eine eingebettete, also fest eingebaute, eSIM, die sich spontan mit einem Datentarif eines Apple-Partners programmieren lässt. Das Problem: Derzeit steht mit der Telekom nur ein Mobilfunkbetreiber aus Deutschland als Tarifpartner für die Apple-SIM zur Auswahl, der noch dazu nur drei Daten-Flatrates anbietet: 500 MB für einen Tag für 2,95 Euro, 750 MB für eine Woche und 9,95 Euro und ein 1GB für 30 Tage und 14,95 Euro. Die Kosten werden per Kreditkarte abgerechnet. Immerhin muss man dadurch keine Bindung mit längeren Laufzeiten eingehen - das wäre wohl auch nicht ratsam, wenn man sein Gerät abseits der Telekom ersteht.

Ebenfalls von der Telekom, aber für Roaming gedacht, gibt es Tarife mit Datenkontingent für die mobile Internetnutzung im Ausland. Diese eignen sich für Urlaubs- oder Geschäftsreisen. Weitere Apple-Partner mit internationalen Tarifen für aktuell 90 Länder sind AlwaysOnline und GigSky. Ein echter Dual-SIM-Betrieb im Dual-Standby-Modus ist nicht möglich. Mehr Informationen zur eSIM des iPad Pro 9.7 im Test samt Anleitung zum Buchen der Tarife direkt über das Tablet haben wir hier zusammengestellt.

Kamera

Ein Ansatzpunkt der Verbesserung im Vergleich zum iPad Pro 12.9 ist die Kamera - wobei sich hier die Frage stellt, wie das einen PC-User zum Wechsel zum iPad bewegen soll. Denn generell sind Hauptkameras in so einem Brett weit unwichtiger als die Frontkamera und die muss eigentlich auch hauptsächlich für Videotelefonate reichen. Aber immerhin kann man inzwischen längst auch Dokumente mit so einer Hauptkamera abfotografieren, ohne anschließend Augenkrebs beim Entziffern der Inhalte zu bekommen. Daher wurde nicht nur die Front, sondern auch die Hautkamera aufgewertet. Statt 8 und 1,2 Megapixel stecken im kleineren Apple iPad Pro 9.7 Knipsen mit 12 und 5 Megapixel - das sind schon eher konkurrenzfähige Werte im Vergleich zur Android-Konkurrenz.

Originalaufnahme iPad Pro 9.7 | (c) Areamobile

Originalaufnahme iPad Pro 9.7 | (c) Areamobile

Hinzu kommt eine True-Tone-LED, die für besonders realitätsnahe Farben auch bei Blitz helfen soll. Die Hauptkamera liefert dann auch passable, für ein Tablet sogar sehr gute Ergebnisse. Dank Auto-HDR fängt sie Stimmungen meist recht passend ein und da der Schärfegrad in Ordnung geht kann man auch über die abgebildeten Details nicht meckern. In der Vergrößerung sieht man zwar leichtes Bildrauschen, das geht aber in Ordnung. Videos sehen fast noch besser aus, besonders die Bildstabilisierung macht hier sehr gute Arbeit. Solche Filme werden in Full-HD-Auflösung erstellt, Slow-Motion und Time-Lapse hingegen in 720p. Auffällig ist der Umstand, dass Tonaufnahmen etwas dumpf und mit zu viel Bass versehen klingen.

Akku-Laufzeit

In das iPad Pro 9.7 baut Apple laut iFixit einen 27,9 Wh großen Akku ein - das ist etwas größer als der Energiespender im iPad Air 2 (27,6 Wh) und kleiner als der im iPad Pro 12.9 (38,8 Wh). Die Akkuleistung entspricht weitestgehend der des großen iPad Pro 12.9, die von Apple versprochenen zehn Stunden werden im Alltagseinsatz mit dem Anschauen von Videos, Musikhören oder Surfen im Internet ohne größere Kompromisse erreicht. Beim Standby ist die Leistung daher ziemlich gut, bei aktivem Display muss man schon etwas haushalten. Bei maximaler Bildschirmhelligkeit kommt das kleine Pro-Tablet in unserem Akku-Test eine Laufzeit von 4:01 Stunden und schneidet damit etwas schlechter ab als das große Schwestermodell (4:22 Stunden) ab. Dafür geht das Laden hier deutlich schneller: Nach etwa 2,5 Stunden ist das Tablet wieder betriebsbereit.

Du hast einen Blog oder eine Webseite? Wir freuen uns über eine Empfehlung!

http://www.areamobile.de/tablet/ipad-pro-9-7-test

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Apple iPad Pro 9.7 mit Tastatur und Apple Pencil im Unboxing (73 Bilder)

Apple iPad Pro 9,7 Unboxing | (c) AreamobileApple iPad Pro 9,7 Unboxing | (c) AreamobileApple iPad Pro 9,7 Unboxing | (c) AreamobileApple iPad Pro 9,7 Unboxing | (c) Areamobile
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Fazit

Das Apple iPad Pro 9.7 ist ein klasse Tablet, keine Frage. Es hat ein tolles Display, ist schick, leicht und flach, wahnsinnig schnell - wenn auch nicht ganz so schnell wie das große Pro-Modell - und bietet für ein Tablet sogar eine richtig gute Kamera. Hinzu kommen Dinge wie der tolle Pencil und das Smart Keyboard. Einige neue Software-Spielereien sind auch noch dabei. Bis hierhin ist alles im grünen Bereich, viel grüner geht es derzeit sogar kaum. Aber es gibt zwei Probleme.

Problem 1 - der Preis: Das iPad fängt bei 689 Euro an, dafür bekommt man die WLAN-Only-Version mit (zu geringen) 32 GB internem Speicher. Nimmt man Tastatur-Cover, Pencil und Office 365 dazu werden daraus schnell 1036,95 Euro - immer noch für die einfachste Tablet-Version wohlgemerkt. Bei der größten Version mit 256 GB internem Speicher, LTE und Zubehör ist man sogar schon bei 1.546,95 Euro. Das ist eine ganze Menge Geld.

Problem 2 - möglicherweise falsche Erwartung der Kunden: Trotz des vielen Geldes hat man dann immer noch keinen vollwertigen PC-Ersatz - auch wenn Apple da etwas anderes verspricht. Denn dazu kommen noch einmal die Apps, die man vorher auf dem PC genutzt hat. Falls es die überhaupt gibt, schließlich reden wir hier von iOS, einem mobilen Betriebssystem. Wenn es ein PC-Ersatz in Tablet-Form sein soll, dann ist das Surface Pro 4 von Microsoft da schon näher dran. Darauf läuft alles so, wie man das von Zuhause aus kennt. Bei allen Qualitäten, die das iPad Pro 9.7 hat - ein Ersatz für einen PC ist es nicht. Es ist ein herausragendes Tablet und eine gute Ergänzung, ein Zu-Arbeitsgerät. Wenn es an irgendetwas scheitert, dann an den übertriebenen Erwartungen, die Apple mit seinem Marketing weckt.

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Testwertung Apple iPad Pro 9.7
 
Handlichkeit und Design 96%
Verarbeitung 96%
Akkuausdauer 99%
Messaging 0%
Ausstattung / Leistung 84%
Kamera 91%
Internet 94%
Musik 92%
PIM und Sozialnetzwerke 0%
Software und Bedienung 91%
Programme 0%
Navigation 28%
Gaming und Video 88%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
92%
Zeitwertung
(Stand 21.02.2017)
90%

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 06.04.16 14:36 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @cookieman:"liegt wohl daran weil ich ein Querulant bin und alles in Frage stelle und gegen den Strom schwimme..... "
    >>Es wäre hilfreich, wenn du auf die Beiträge eingehst, die deine Argumentation betreffen, und nicht nur diejenigen, die ad hominem sind.

  2. 06.04.16 13:55 cookieman (Professional Handy Master)
    @boca

    liegt wohl daran weil ich ein Querulant bin und alles in Frage stelle und gegen den Strom schwimme.....

    @Rehuus
    So sehe ich das auch mit den Nutzerszenarien, denn ich denke auch das iPad oder Surface für Geschäftskunden oder Firmen interessanter sind als für den Consumerbereich. Gerade wenn es um Geräte geht um die 1000€.

    >Selbst ein Surface 3 (non Pro) ist mehr Ultrabook als es ein iPad je sein wird.
    Ja, sicher wegen Win 10.... und der Technik.

    Wenn es nicht das "Tablet" ist, ist es der Preis. ...... -->und wenns das auch nicht ist, dann der fehlende apfel auf der rückseite

    Tolle Argumente,...... mehr davon....
    In meinem Bekanntenkreis ist nicht einer der ein Tablet nutzt, sondern ein Notebook und bei den meisten ist es auch die Preisfrage.... und was den Apfel an geht, da sche**** der Hund drauf, hat nix damit zutun.

    Aber alternativ j da lass ich mir das neue HP Spectre 13,3" gefallen.

  3. 06.04.16 06:03 bocadillo (Professional Handy Master)

    Rehuus

    Gute frage .

  4. 05.04.16 22:45 REhuus (Handy Profi)

    Interessante Abendunterhaltung. Und kommt auf jeden Fall bekannt vor.

    Und da sind wir mal wieder: bei den Nutzungsszenarien. Ich sehe bspw. im Edu-Bereich ständig Surface-Geräte. Eben weil diese Geräte für bestimmte Nutzergruppen besser geeignet sind als klassische Notebooks. Das kann man doch einfach mal hinnehmen, dass unterschiedliche Formfaktoren für unterschiedliche Anwenderszenarien unterschiedlich sinnvoll sind - warum fängt diese Diskussion jedes Mal wieder von vorne an?

  5. 05.04.16 21:36 IchBinNichtAreamobile.de (Advanced Handy Master)

    @cookieman:"Bis auf das Surfacebook, sind alle anderen Modelle erst einmal immer noch Tablets. Die Frage ist, wo liegt der Mehrwert bei einem Surface gegenüber normalen Notebook wenn beide Win 10 als Betriebsystem nutzen. Auch wenn die technische Ausstattung der neueren Surface Modelle recht gut ist, bleibt trotz der geringen Bauform irgendwo die Performance auf der Strecke. Auch der hohe Preis spricht nicht zwangsläufig für ein Tablet..... aber das Thema hatten wir schon."
    >>Ja, das Thema hatten wir in der Tat schon. Und die Antwort ist entsprechend wieder die Gleiche.

    a) Die Performance im gleichen oder ähnlichen Formfaktor leidet bei Tablets nicht per se, sondern ist eher auf gleichem Niveau. Es ist natürlich sinnig die besten (Mehrzahl) Tablets mit den besten Laptops zu vergleichen. (bei ähnlichem Formfaktor)

    b) Der Mehrwert von einem Tablet mit hoher Leistung ist natürlich nur gegeben, wenn man es auch als Tablet nutzen möchte und nicht auf Leistung verzichten will. Welch Überraschung. Wer die Leistung nicht braucht und trotzdem Windows nutzen will, der bekommt das sogar zu einem annehmbaren Preis, aber auch nicht ohne Aufpreis (obwohl es hier Billigheimer geben könnte, die ich aber mal als Ausnahme werte).

    c) Das Surfacebook ist sogar ein 2-in-1 und damit wieder eine andere Kategorie. Hier gilt wieder das Gleiche wie bei b). Wenn man den Laptopmodus oder den Tabletmodus nicht nutzt oder sogar die Leistung nicht braucht, für den ist das Surfacebook vermutlich nichts. Denn dann gibt es auch Lösungen die billiger sind.

    d) Die Preise einzelner Modelle sind nicht repräsentativ für eine komplette Kategorie von Geräten. Bei einer jungen Kategorie mit wenig Modellen bezahlt man dann außerdem auch den Nischenpreis (Also den Preis für eine verhältnismäßig geringe Stückzahl bei hohen Entwicklungskosten).

  6. 05.04.16 21:14 nohtz (Professional Handy Master)

    "Wenn es nicht das "Tablet" ist, ist es der Preis"
    -->und wenns das auch nicht ist, dann der fehlende apfel auf der rückseite

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