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Autor: Steffen Herget 27.11.2015 - 12:30 | 0

Microsoft Surface Pro 4 Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Edel und sauber verarbeitet
  • Ausgezeichnetes Display
  • Vollwertiges Windows
  • Flotte Performance
  • Flops
  • Gerät und Zubehör teuer
  • Mäßige Akkulaufzeit

Microsoft Surface Pro 4 Test: Das bisher beste Surface

Die Surface-Tablets hatten keinen leichten Start, mittlerweile verkaufen sich die Geräte aber immer besser. Das dürfte auch beim neuen Surface Pro 4 der Fall sein, das seit einigen Tagen in Deutschland erhältlich ist. Wir haben das Power-Tablet mit Windows 10 im Test untersucht.

Gehäuse-Design und -Verarbeitung

Das Surface Pro 4 ist beim Design nicht aus der Art geschlagen, im Gegenteil. Das von notebooksbilliger.de zur Verfügung gestellte Tablet, das Anfang Oktober von Microsoft vorgestellt wurde, ist auf den ersten Blick kaum von seinem Vorgänger zu unterscheiden. Mit 8,45 Millimeter ist es ein wenig dicker, mit 786 Gramm dafür auch ein kleines bisschen leichter geworden. Das Gehäuse aus einer Magnesiumlegierung wirkt nach wie vor äußerst stabil und hochwertig, Fingerabdrücke perlen an der rauen Oberfläche fast schon ab, einzig das glänzende Windows-Logo an der Rückseite zieht Fettflecken an.

An der oberen Hälfte des Surface Pro 4 im Test hat das Gehäuse einen Schlitz, durch den der Lüfter warme Luft nach außen transportieren kann. Der Powerbutton und die Lautstärkewippe sitzen oben und wackeln kein bisschen, sind aber auch recht schwergängig. An der rechten Seite befinden sich ein großer USB-3.0-Anschluss, ein Mini-Display-Port und der Anschluss für das Netzteil, links oben hat die Kopfhörerbuchse Platz gefunden. Den Schacht für die microSD-Karte versteckt das Surface Pro 4 unter dem ausklappbaren Standfuß an der Rückseite. Der zum Lieferumfang gehörende Surface-Stift dockt magnetisch an der Seite des Tablets an, das optionale Type Cover an der Unterseite. Rechts und links des Displays sitzen die Lautsprecher des Surface Pro 4.

Microsoft Surface pro 4 Unboxing | (c) Areamobile

Microsoft Surface Pro 4 im Test

Microsoft Surface pro 4 Unboxing | (c) Areamobile

Rückseite

Microsoft Surface pro 4 Unboxing | (c) Areamobile

Scharniere | (c) Areamobile

 

Klar, das Surface Pro 4 ist kein leichtes oder handliches Tablet, dafür ist das Display mit 12,3 Zoll und einem Format von 3:2 zu ausladend. Lange in der Hand halten mag man das Windows-Tablet im Test nicht. Durch das gut ausbalancierte und top verarbeitete Gehäuse, das einen recht schmalen Rahmen um das Display besitzt und nicht zu dick geraten ist, macht das Surface Pro 4 im Test aber nicht den Eindruck, einfach nur klobig und riesig zu sein. In der Tasche ist es leichter als die meisten Laptops und fällt nicht unbedingt unangenehm auf.

Display-Größe und -Qualität

Der Bildschirm des Surface Pro 4 stellt 2.736 x 1.824 Bildpunkte dar, daraus ergibt sich eine Pixeldichte von 267 ppi. Das ist für so ein großes Display nicht schlecht, und tatsächlich stellt das Surface Pro 4 im Test alle Inhalte sehr scharf dar. Auch kleine Schriften sind gut zu lesen, einzelne Bildpunkte nur für Adleraugen zu erkennen. Positiv fällt auf, dass die sichtbare Schicht des PixelSense-Displays extrem nah unter der Glasoberfläche liegt, sie scheint fast auf ihr zu schweben. Das ist nicht nur ein Zeichen für ein hochwertiges Display sondern sorgt zudem für eine hohe Blickwinkelstabilität. Die ist bei einem Tablet übrigens noch wichtiger als bei einem Smartphone, denn bei den großen Geräten kommt es häufiger vor, dass man mit mehreren Personen davor sitzt. Sieht dann der Nebenmann von der Seite nichts mehr, macht der Film oder die Präsentation keine Freude. Solche Bedenken sind beim Surface Pro 4 im Test völlig unnötig, auch aus spitzem Winkel schattet der Bildschirm kaum ab und die Farben bleiben stabil.

Displaytest Surface Pro 4 | (c) Areamobile

sRGB-Farbraum komplett abgedeckt

Displaytest Surface Pro 4 | (c) Areamobile

Farbverteilung | (c) Areamobile

 

Der gute Eindruck des Displays im Test bestätigt sich auch unter dem Messgerät. Eine Helligkeit von 386 cd/m² ist gut, Kontraste von 1103:1 sogar hervorragend. Das Surface Pro 4 besticht zudem durch eine hohe Farbtreue, der Delta-E-Wert ist mit 1,34 sehr niedrig ausgefallen. Bei den Graustufen sieht es mit 3,74 Delta E ebenfalls sehr gut aus. Der sRGB-Farbraum wird exakt und ohne Lücken abgedeckt, die Farbverteilung passt trotz ein wenig viel Blau ebenfalls ausgezeichnet. Gute Arbeit, Microsoft!

Displaytest Surface Pro 4 | (c) Areamobile

Kontraste und Helligkeit sehr gut | (c) Areamobile

Displaytest Surface Pro 4 | (c) Areamobile

Ausgezeichnete Farbtreue | (c) Areamobile

System: Hardware, Software und Bedienung

Unser Testgerät des Microsoft Surface Pro 4 ist mit einem Intel Core i5-6300U und 4 GB Arbeitsspeicher sowie einer 128 GB großen SSD ausgestattet. Das ist die zweitgünstigste Variante des Surface Pro 4, das Tablet kostet 1.099 Euro, die Preise gehen hoch bis 2.449 Euro. Eine Menge Geld, aber schon in unserer Konfiguration ist die Leistung des Surface Pro 4 ohne Fehl und Tadel. Das Tablet liefert ordentliche Benchmark-Werte (89,9 fps in GFXBench, schnelle 90 ms bei Sunspider, 6.412 Punkte im Multi-Core-Test von Geekbench) und läuft im Alltag schnell und flüssig. Nicht einmal zehn oder mehr Browser-Tabs oder Bildbearbeitung bringen das Surface Pro 4 großartig ins Schwitzen, der sehr leise Lüfter kommt nur extrem selten zum Einsatz. Klar, für 3D-Spiele reicht der Dual-Core-Prozessor mit 2,4 GHz und Intel HD Graphics 520 nur eingeschränkt, aber für die meisten anderen Tätigkeiten ist das Surface Pro 4 gut gerüstet. Einzig das etwas träge Umschalten zwischen Hoch- und Querformat bremst den Arbeitsfluss ein wenig. Eine Version mit Mobilfunkschnittstelle bietet Microsoft beim Surface Pro 4 übrigens nicht an, hier muss mit WLAN Vorlieb genommen werden. Bluetooth und GPS sind ebenfalls an Bord.

Zu den Hardware-Features, die das Surface Pro 4 im Test von anderen Tablets unterscheiden, zählt der integrierte Standfuß. Der ist beim neuen Modell stufenlos verstellbar, hat zwei stabil und langlebig wirkende Scharniere und ist sehr praktisch, um das Tablet abzustellen und damit zu arbeiten oder einen Film zu schauen. Ebenfalls ein Hardware-Bonbon ist die Frontkamera, die für Microsoft Hello ausgelegt ist. Dabei wird der Nutzer anhand eines Scans der Augen erkannt. Das klappt im Test ausgezeichnet, auch mit Brille und aus größerer Entfernung oder leicht schrägen Blickwinkeln. Ein Blick auf das Surface und man ist eingeloggt und auf dem Desktop - bequemer und schneller gehts nicht.

Microsoft Surface pro 4 Unboxing | (c) Areamobile

Microsoft Surface Pro 4 mit Windows 10

Microsoft Surface pro 4 Unboxing | (c) Areamobile

Areamobile auf dem Surface Pro 4 | (c) Areamobile

 

Windows 10 ist Trumpf

Windows Hello ist natürlich nicht nur ein Hardware-Feature, sondern auch ein Bestandteil des Betriebssystems. Auf dem Surface Pro 4 läuft im Test natürlich das aktuelle Windows 10. Die weltweit am meisten verbreitete Windows-Plattform ist und bleibt das Betriebssystem mit dem größten Angebot an Programmen, schließlich lässt sich "alte" Windows-Software ebenso auf den Geräten installieren wie Windows-App aus dem entsprechenden Store. Im Vergleich mit der Tablet-Software der Konkurrenz, also Android und iOS, ist Windows 10 eine ganz andere Hausnummer, wenn es um Produktivität, Anwendungsvielfalt und Flexibilität geht, da beißt die Maus keinen Faden ab. Als Nachteil fällt jedoch auf, dass das Surface längst nicht so schnell aus dem Standby aufwacht wie andere Tablets, es dauert teils recht lange, bis zunächst einmal der Surface-Schriftzug und dann der Lockscreen erscheint.

Bei allen Möglichkeiten und der löblichen Flexibilität hat jedoch Windows 10 nach wie vor ein Problem: Es ist längst nicht so gut für die Touch-Bedienung ausgelegt, wie es auf einem Tablet notwendig wäre. Vor allem Menüleisten und Optionsdialoge sind insgesamt zu klein gehalten, der Rechtsklick als integraler Bestandteil von Windows zwar möglich, aber umständlich, und sogar in den Microsoft-Anwendungen nicht immer die Oberfläche für den Finger optimiert. Die Bildschirmtastatur muss in der Regel mit einem Extra-Klick ein- und ausgeblendet werden. Ja, Microsoft hat das System in dieser Hinsicht bereits verbessert, aber gut ist Windows bei der Fingerbedienung noch immer nicht. Das ist wohl der Preis, den man für die Flexibilität von Windows als Betriebssystem zahlen muss.

Wenn schon die Sache mit der Touch-Bedienung nicht gerade die Schokoladenseite des Surface Pro 4 ist, müssen andere Hilfsmittel herhalten. Microsoft bietet zwei davon an: das Type-Cover und den Surface-Stift. Der Stylus, der über eine AAAA-Batterie (kein Schreibfehler) mit Strom versorgt wird, hat zwei Knöpfe oben und seitlich und kann 1.024 Druckstufen unterscheiden. Leider funktioniert der Stift im Test nicht so gut wie erhofft. Beim Zeichnen zeigt das Surface Pro 4 mit dem Stylus, anders als etwa das iPad Pro, eine ärgerliche Latenz und reagiert nicht ganz so feinfühlig. Im Test hat der Stift zudem zwischenzeitlich den Betrieb eingestellt, nur der obere Knopf, mit dem sich etwa Onenote starten lässt, funktionierte noch. Einmal die Batterie raus und wieder rein, schon ging es wieder, aber trotzdem ein nerviges Detail. So richtig durchzusetzen vermag sich der Surface-Stift im Alltag nicht, obwohl die Handschrifterkennung recht gut funktioniert.

Microsoft Surface pro 4 Unboxing | (c) Areamobile

Surface-Stift

Microsoft Surface pro 4 Unboxing | (c) Areamobile

Type Cover | (c) Areamobile

 

Teure Tastatur

Das ist beim Type Cover für das Surface Pro 4 anders. Die erneut überarbeitete Anstecktastatur, die magnetisch mit dem Tablet verbunden wird, ist mit ihrer echten und beleuchteten Tastatur nicht nur praktisch für reisende Vieltipper, sondern auch wichtig zum Schutz des Displays im Surface Pro 4. Das Touchpad ist im Vergleich zum Vorgänger deutlich gewachsen und hat eine angenehmere Oberfläche spendiert bekommen. Durch die Größe des Tablets lässt sich das Surface Pro 4 mit der Tastatur sogar notfalls auf dem Schoß benutzen, wirklich bequem ist das aber nicht. Es gibt aber auch einen triftigen Grund, sich gegen das Type Cover zu entscheiden, und das ist der Preis. Microsoft verlangt satte 149 Euro für die Tastatur, nicht einmal bei den teuersten Surface-Modellen wird sie gratis mitgeliefert. Verständlich, wenn sich die Kunden da stattdessen für eine USB-Tastatur für wenige Euro entscheiden, auf der es sich unter Umständen sogar noch besser tippen lässt.

Multimedia: Kamera, Musik und Speicher

Wie es sich gehört, hat das Surface Pro 4 zwei Kameras an Bord, eine vorne und eine hinten. Die vordere Kamera hat eine Auflösung von 5 Megapixel, hinten steckt eine 8-Megapixel-Kamera im Gehäuse. LED-Blitze gibt es ebenso wenig wie Bildstabilisatoren, dafür aber Stereo-Mikrofone, die bei Videochats gute Dienste leisten. Videos lassen sich in Full-HD aufzeichnen. Die Kamera-App, die Microsoft auf dem Surface Pro 4 im Test vorinstalliert, bietet nur Grundfunktionen, reicht aber für Schnappschüsse aus. Viel mehr wird man mit den Kameras des großen und schweren Surface-Tablets ohnehin nicht anstellen wollen. Die Bilder werden zwar besser als bei den in dieser Hinsicht katastrophalen ersten Surface-Modellen, kommen aber höchstens an mittelmäßige Smartphone-Knipsen heran.

Testfoto | (c) Areamobile

Testfoto

Testfoto | (c) Areamobile

Innenaufnahme

Testfoto | (c) Areamobile

Testfoto | (c) Areamobile

 

Schon besser sieht es da beim Sound aus. Das Surface Pro 4 bringt Stereolautsprecher mit, die Dolby Audio Premium unterstützen. Das klingt nicht nur beim Lesen auf dem Datenblatt gut sondern gefällt uns auch in der Praxis. Lautstärke und Klangvolumen können sich für ein Mobilgerät absolut sehen lassen. In der Öffentlichkeit sollte man die Mitmenschen aber doch besser vom eigenen Geschmack verschonen und mit einem Kopfhörer agieren. Dass Microsoft dem Surface Pro 4 kein Headset beilegt, ist nur ein kleiner Schönheitsfehler, bei Tablets ist das auch bei anderen Herstellern nicht unbedingt üblich. An Speicherplatz mangelt es mit der 128-GB-Version nicht, dem Anwender stehen über 90 GB für seine Daten zur Verfügung, dazu kommen die Speicherkarte und die Cloud, etwa mit OneDrive.

Akku-Laufzeit

Microsoft Surface pro 4 Unboxing | (c) Areamobile

Ladegerät | (c) Areamobile

Microsoft verspricht für das Surface Pro 4 eine Akkulaufzeit von bis zu neun Stunden beim aktiven Arbeiten mit dem Tablet. Das lässt sich natürlich schwer nachvollziehen, schließlich verwendet gerade bei einem Windows-Gerät jeder Mensch sein Tablet anders. Auf neun Stunden kamen wir im Test allerdings nie, spätestens bei sechs Stunden verlangte das Surface Pro 4 mit Nachdruck den Anschluss an die Steckdose. Im Video-Dauertest über WLAN bei voller Bildschirmhelligkeit schaffte das Surface Pro 4 nur einen mittelmäßigen Wert von 3:55 Stunden. Ein rpaktisches Details gibt es beim Ladegerät des Surface Pro 4. Es hat einen zusätzlichen USB-Port, um neben dem Tablet noch ein weiteres Gerät aufladen zu können.

Fazit

Das Surface Pro 4 ist ein tolles Gerät, doch wie seine Vorgänger sitzt es zwischen den Stühlen. Für ein Tablet ist es ziemlich groß und schwer und hat ein Betriebssystem, das sich nicht so gut mit den Fingern bedienen lässt wie klassische Mobil-Plattformen wie Android und iOS. Dafür hat das Surface Pro 4 eine Menge Power und vor allem wegen der Software viel mehr Möglichkeiten das ein iPad oder Android-Tablet. Die Mischung aus Laptop und Tablet mag man oder man mag sie nicht. Wenn man sie aber mag, muss man einer Tatsache ins Auge sehen: Gerade die Versionen mit gehobener Ausstattung reißen ein dickes Loch in den Geldbeutel. Das Testgerät wurde uns von notebooksbilliger.de zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

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http://www.areamobile.de/tablet/microsoft-surface-pro-4-test

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Testwertung Microsoft Surface Pro 4
 
Handlichkeit und Design 66%
Verarbeitung 98%
Akkuausdauer 72%
Messaging 60%
Ausstattung / Leistung 81%
Kamera 82%
Internet 87%
Musik 92%
PIM und Sozialnetzwerke 100%
Software und Bedienung 88%
Programme 0%
Navigation 100%
Gaming und Video 79%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
82%
Zeitwertung
(Stand 05.12.2016)
82%

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