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Samsung Ativ Tab Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • Leistungsfähige Hardware
  • USB-Anschluss mit Host-Funktion
  • microSD-Erweiterung
  • (fast) vollwertiges Office-Paket
  • Flops
  • geradezu unverschämter Preis (-1.0%)
  • eingeschränktes Windows 8 RT
  • schizophrene Bedienstruktur von RT (-1.0%)
  • keine Mobilfunkanbindung

Samsung Ativ Tab Test: Bei diesem Tablet ist R(a)T teuer

In den USA hat Samsung den Verkauf des Ativ Tab RT noch vor dem eigentlichen Beginn zurückgezogen, in Deutschland ist das Gerät noch zu haben. Und zwar zu einem Preis, der trotz vergleichbarer Ausstattung deutlich über dem für das Surface RT von Microsoft liegt. Areamobile überprüft im Test, ob sich die Mehrausgabe für das Samsung Ativ Tab lohnt.

Design, Verarbeitung und Display

Wer zwar ein Tablet sucht, aber weder ein iPad, noch ein Android-Modell haben will, hat seit einigen Wochen mit Microsofts Windows RT eine Alternative - wenn auch nicht viel Auswahl. Neben dem Surface RT, das der Entwickler des Windows-Betriebssystems, Microsoft, selbst veröffentlicht hat, und dem Asus Vivo Tab RT bietet sich da etwa das Samsung Ativ Tab RT an. Auffällig ist vor allem der große Preisunterschied: Microsoft verlangt für sein Surface RT ab 459 Euro, Asus für das Vivo Tab RT 599 Euro Samsung für das Ativ Tab stolze 749 Euro (alles UVP). Seltsam, denn so viel mehr scheint das Samsung-Gerät gar nicht zu bieten. Oder etwa doch?

Samsung Ativ Tab Unboxing | (c) Areamobile

Im Test: Samsung Ativ Tab

Samsung Ativ Tab Unboxing | (c) Areamobile

Unverschämt bei dem Preis: Außer dem Laptop-Ladegerät kein Zubehör im Lieferumfang

Samsung Ativ Tab Unboxing | (c) Areamobile

Kunststoff, aber gut verarbeitet | (c) Areamobile

 

Bei Design und Materialwahl zumindest nicht. Im Gegensatz zum etwas eckigeren Surface ist das Ativ Tab RT optisch stark an die aktuelle Smartphone-Oberklasse wie das Galaxy S3 oder Galaxy Note 2 angepasst und kommt daher mit Kunststoff-Rückseite. Dabei imitiert die silbergraue Farbgebung nur Metall, während das Microsoft-Gegenstück tatsächlich mit Alu als Werkstoff punkten kann. Zudem überzieht Samsung das Metallimitat wie bei seinen Smartphones mit einem gehörigen Schuss Klarlack - zumindest wirkt der Kunststoff so. Insgesamt führt das fast schon zu einem etwas glitschigen Gefühl, wenn man das Gerät in die Hand nimmt. Gefährlich rutschig ist das Ativ Tab RT aber nicht. Sonderlich leicht auch nicht. Obwohl etwa 100 Gramm leichter als das Surface RT von Microsoft sind die 580 Gramm des Samsung Ativ Tab im Test auf Dauer dennoch deutlich in der Hand zu spüren - wie bei allen 10-Zoll-Tablets.

Gewicht dient vielen Nutzern als Qualitätsmerkmal, beim Vergleich Surface mit dem Ativ Tab passt das. Denn an das Surface-Tablet kommt das Samsung-Gerät nicht heran. Das liegt aber nicht an der Verarbeitung, wer hier Fehler finden will, muss schon sehr genau suchen. Dann entdeckt man höchstens haarfeine Übergänge zwischen Kunststoffteilen in den Ecken des Tablets, ansonsten gibt es nichts auszusetzen. Die meisten Anschlüsse, darunter ein vollwertiger USB-Anschluss, Micro-HDMI und der Einschub für microSD-Karten, werden von passgenauen Schutzkappen verschlossen, die wenigen Tasten sind vielleicht nicht optimal zu erfühlen, lassen sich aber ansonsten gut bedienen. Etwas billig wirkt allerdings die einzige Taste unter dem Display. Der Homebutton passt einfach nicht zu dem ansonsten eher edel-schlichen Gerät.

Samsung Ativ Tab Unboxing | (c) Areamobile

Passgenau Abdeckungen

Samsung Ativ Tab Unboxing | (c) Areamobile

Billig wirkender Homebutton

Samsung Ativ Tab Unboxing | (c) Areamobile

Guter Druckpunkt bei den restlichen Tasten | (c) Areamobile

 

Das Display des Samsung Ativ Tab im Test misst 10,1 Zoll in der Diagonale - eine weit verbreitete Größe bei Android-Geräten, die Samsung etwa auch im Galaxy Note 10.1 verwendet. Anders sieht das bei der Auflösung aus, denn die liegt mit 1.366x768 Pixel deutlich unter dem, was iOS und Android bieten. Und das sieht man auch, spätestens bei Text und vor allem, wenn man höhere Pixeldichte gewohnt ist. Ansonsten kann man damit leben, auch wenn die Schärfe deutlich weniger imposant ist als bei der HD+-Konkurrenz. Dafür gefallen die ausreichende Helligkeit und die angenehm intensiven Farben des Ativ Tab. Ebenfalls positiv: Die Blickwinkelstabilität, wenn man etwa von der Seite auf das Gerät schaut. Spiegelungen der Glasoberfläche stören dann wie bei den meisten Geräten der Konkurrenz zwar ebenfalls, Farben werden aber weitestgehend so angezeigt wie aus frontaler Draufsicht. Der Grund dafür: Samsung verwendet beim Ativ Tab ein PLS-Display (Plane to Line Switching), eine hauseigene Weiterentwicklung der IPS-Technik (In Plane Switching).

Multimedia: Kamera und Musik

Samsung Ativ Tab Unboxing | (c) Areamobile

5 MP und LED | (c) Areamobile

Zwei Kameras sollen beim Samsung Ativ Tab RT für Durchblick sorgen, die Hauptkamera wird zusätzlich durch einen LED-Blitz unterstützt - keinesfalls alltäglich in einem Tablet. Für Videochats und Selbstportraits steht eine Minioptik mit 1,2 Megapixel Auflösung zur Verfügung, die Bilder zwar nicht übermäßig scharf aufnimmt, aber trotzdem ausreicht. Die Hauptkamera bietet da immerhin schon 5 Megapixel Auflösung und für ein Tablet kann sich die Bildqualität durchaus sehen lassen. Größter Feind ist hier schlechtes Licht, woraufhin schnell Bildrauschen zunimmt. Der Blitz ist zwar hilfreich, beleuchtet aber nur nahe Objekte ausreichend. Ansonsten sollte man auch an die Bilddynamik keine zu hohen Erwartungen stellen, insgesamt reicht die Kamera des Samsung Ativ Tab RT im Test für Schnappschüsse aber locker aus. Videos werden hingegen nur in 720p aufgenommen - eine weitere Einschränkung, die den Nutzen eines entsprechenden Tablets deutlich herabsetzt. Dabei schafft der Chip locker auch 1.080p, wie aus den Spezifikationen des Prozessorherstellers hervorgeht.

Beim Speicher macht das Samsung Ativ Tab RT im Test eine relativ gute Figur - zumindest auf den ersten Blick. Intern bietet das Gerät 32 Gigabyte, hinzu kommen bis zu 64 Gigabyte über microSDHC-Speicherkarte. Tatsächlich sind von dem internen Speicher aber nur etwa 12 Gigabyte frei und tatsächlich nutzbar, denn der Rest wird vom Betriebssystem eingenommen - die große Diskrepanz zwischen theoretisch und praktisch nutzbarem Speicherplatz ist nicht ohne Grund Gegenstand diverser Klagen gegen Windows-Tablets in den USA. Denn erschwerend kommt noch hinzu, dass Windows 8 RT eine Installation von Aps auf Speicherkarten nicht erlaubt - die können dann höchstens für Musik oder Filme genutzt werden. Abseits einer Wlan-Verbindung ist dann auch die Cloud keine Lösung mehr, denn eine 3G- oder gar 4G-Verbindung gibt es beim Samsung Ativ Tab RT nicht.

Neben eigener Musik kann man auch bequem auf Songs über den Xbox-Dienst zugreifen. Der Lautsprecher gibt Inhalte ausreichend laut und verzerrungsfrei wieder, bietet allerdings nicht ganz so viel Volumen wie etwa ein iPad. Ein Headset fehlt im Lieferumfang, trotz des hohen Preises überlässt Samsung den Käufer in diesem Punkt sich selbst.

System: Hardware und Bedienung

Das Samsung Ativ Tab RT wird von einem Snapdragon-S4-Dual-Core von Qualcomm angetrieben, der auf 1,5 Gigahertz getaktet ist und dem Gerät zu guter und flüssiger Bedienbarkeit verhilft. Nervig sind dennoch die langen Ladezeiten, wenn man Apps zum ersten Mal startet. Sind sie einmal geladen, werden sie im großen, 2 Gigabyte umfassenden Arbeitsspeicher zwischengeparkt und lassen sich fast verzögerungsfrei aufrufen. Genauso gut flutscht die Bedienung des Browsers, Ladezeiten sind hingegen bisweilen etwas höher als bei Android. Und auch an anderen Stellen kann Windows 8 RT nicht an die Konkurrenz heranreichen. Wie bereits im Test des Microsoft-Betriebssystems Surface RT beschrieben, stört vor allem die teils inkonsistente Bedienung, etwa mit ihren zahlreichen und zu ähnlichen Gesten.

Samsung Ativ Tab Unboxing | (c) Areamobile

Kacheln wie bei Windows Phone 8

Samsung Ativ Tab Unboxing | (c) Areamobile

Fehler in der Beienlogik - was soll man hier teilen?

Samsung Ativ Tab Unboxing | (c) Areamobile

Schon in der Übersicht aller Apps wird es fitzelig | (c) Areamobile

 

Bis auf die bunten Kacheln hat das wenig mit Windows Phone 8 zu tun, dabei sieht man dort, wie gut das Bedienkonzept eigentlich funktioniert. Auf dem Tablet hat Microsoft weitere Wischbewegungen eingeführt, die teilweise einfach nicht vernünftig funktionieren oder erst nach mehrfacher Einübung - intuitiv geht anders. Dadurch finden sich sogar Nutzer von Windows Phones nicht sofort zurecht, das ist bei iOS und Android anders. Wer bei den genannten Konkurrenten ein aktuelles Smartphone bedienen kann, kommt auch direkt mit einem entsprechenden Tablet zurecht. Hinzu kommt bei Windows noch die Zweiteilung aus für Fingerbedienung angepasster Kachel-Oberfläche und Desktop-Ansicht, die man zum Verwalten von Daten benötigt. Sie ist aber nicht auf die eigentliche Fingerbedienung ausgelegt, sondern erinnert an Windows 7 und entsprechende Maus-Steuerung. Das ist - in aller Klarheit gesagt - schlicht Mist und ein Armutszeugnis für einen großen Konzern wie Microsoft.

Letztendlich muss sich Microsoft die Frage gefallen lassen, warum der Kunde ein RT-Tablet kaufen soll, das zwar etwas günstiger als ein vollwertiges Gerät mit Windows 8 ist, dafür aber wesentlich weniger kann. Denn der etwas längeren Akkulaufzeit steht neben der konfusen Bedienung derzeit auch noch zu viele Kleinigkeiten gegenüber, die einfach nicht zu Ende gedacht wirken und den Eindruck erwecken, Microsoft habe keine Zeit für eine ordentliche Programmierung gehabt. Im Gegensatz zu Windows 8 kann man bei Windows 8 RT außerdem keine normale PC-Software auf den Geräten installieren, sondern ist auf die derzeit eingeschränkte Auswahl des App-Stores begrenzt. Immerhin ist eine Testversion von Office vorinstalliert, die kostenlos zur Vollversion ausgebaut werden kann - das bietet die Konkurrenz nicht. Mangelnde Differenzierung der beiden Produkte und fehlende Aufklärung zu diesem Punkt hatte auch Samsung Microsoft unlängst vorgeworfen - aus unserer Sicht zu Recht.

Akkulaufzeit

Eigentlich soll es wie bei den Asus-Modellen ein Tastaturdock mit integriertem zweiten Akku geben, derzeit ist das aber noch nicht erhältlich. An diese doppelt bestückte Konkurrenz kommt das Samsung Ativ Tab RT in Sachen Laufzeit derzeit also nicht heran, dafür liegt es direkten Vergleich, also ohne zusätzlichen Tastatur-Akku, mindestens gleichauf. Das dürfte auch an dem großen Akku mit 8.200 mAh liegen, mit dem Samsung etwa Videowiedergabe am Stück von 11 Stunden verspricht. Das passt auch fast, bei normaler Nutzung dürfte ein Ladevorgang pro Woche ausreichen.

Fazit

Ein durchaus schickes Tablet, was Samsung da in den Handel geworfen hat. Wenn bloß Windows 8 RT nicht wäre. Die Hardware ist nämlich - abgesehen vielleicht von der etwas niedrigen Auflösung des Displays - gar nicht übel und sorgt für ausreichende Power. Aber wer will schon ein Tablet verwenden, das schon nach wenigen Minuten mit unlogischer und schizophrener Bedienstruktur nervt? Von Kontextmenüs scheint Microsoft nur bedingt gehört zu haben, warum sonst wird etwa schon auf dem Homescreen ein Button zum Teilen von Inhalten angezeigt, wenn es gar nichts zum Teilen gibt? Und was soll eigentlich eine Speicherbelegung von 20 Gigabyte für ein mobiles Betriebssystem? Fragen über Fragen.

Da geht der unverschämte Preis von 749 Euro (UVP), den Samsung für das Ativ Tab verlangt, schon beinahe unter. Auch wenn Händler das Samsung-Tablet inzwischen für Preise ab 625 Euro anbieten: Bei so einem Kostenpunkt erwartet der Käufer etwas mehr Ausstattung - etwa ein Tastaturdock wie bei der Konkurrenz. Doch Samsung packt nicht einmal ein Datenkabel in den Lieferkarton! In dieser Konstellation gehört das Samsung Ativ Tab RT zu den am wenigsten zu empfehlenden Geräten, die wir in letzter Zeit getestet haben. Unsere Meinung: Finger weg vom Ativ Tab RT!

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Im Vergleich: Samsung Ativ Tab vs. Asus Transformer Infinity Pad (22 Bilder)

Samsung Ativ Tab vs Asus Transformer Infinity Pad | (c) AreamobileSamsung Ativ Tab vs Asus Transformer Infinity Pad | (c) AreamobileSamsung Ativ Tab vs Asus Transformer Infinity Pad | (c) AreamobileSamsung Ativ Tab vs Asus Transformer Infinity Pad | (c) Areamobile
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Quelle: Areamobile
Artikel bewerten:
Testwertung Samsung Ativ Tab
 
Handlichkeit und Design 79%
Verarbeitung 87%
Akkuausdauer 100%
Messaging 75%
Ausstattung 65%
Kamera 69%
Tops & Flops
Erklärung zu den Tops & Flops

Die Gesamtwertung wird durch die Tops & Flops beeinflusst. Für "geradezu unverschämter Preis" (-1.0%) und "schizophrene Bedienstruktur von RT" (-1.0%) werden Punkte abgezogen.

-2.0%
Internet 76%
Musik 73%
PIM und Sozialnetzwerke 91%
Bedienung 96%
Programme 37%
Navigation 88%
Gaming und Video 68%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
76%
Zeitwertung
(Stand 26.05.2013)
76%

Unsere Wertung im Detail

Stefan Schomberg,

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Bewertet am 01.01.1970

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 26.01.13 00:49 os neutral (Newcomer)

    @noticed

    Doch, ich habe es in Geschaeften ausprobiert. Ein paar mal, jeweils fuer in paar Minuten. Es war auch RT, soweit ich weiss.
    Ich kann der UI von Win8 und WP schon einiges abgewinnen, nach iOS das das erste OS, dass wirklich neu denkt, dafuer hat MS schon meinen Respekt.
    Das Problem ist nur, das MS es immer wieder nicht hinbekommt, ein rundum benutzerfreundliches Paket hinzulegen. Sie machen doch am Ende an vielen Ecken Kompromisse. Auch euer Test spricht das ja deutlich an. Viele gute Ideen mit viel Potenzial, aber doch letzlich schlampig umgesetzt. Das, was am Ende beim Kunden ankommt, ist oft weit von dem entfernt, was angepriesen wird.
    Es ist fast so, als wenn MS wie ein Nerd Schwierigkeiten hat, sich in sein Gegenueber wirklich hineinzufuehlen. Auch Google faellt das nicht immer leicht. Apple ist da insgesamt wohl noch weiterhin fuehrend. Dafuer haben die andere Schwaechen...

  2. 24.01.13 16:25 WAAAhnsinn (Member)

    Ich denke jeder der sich so ein Tablet holt weiß, dass es Gesten gibt...darüber hinaus wird man beim ersten einschalten direkt darauf hin gewiesen + es befindet sich eine riesen Kachel Namens "Guide" auf dem Startscreen in welcher einem in Videos die wichtigsten Funktionen und Gesten erklärt werden...mal ganz davon abgesehen dass jedem windows8 PC meines Wissens so ne Kurzanleitung beiliegt in dem die Gesten nochmal erklärt werden....wer dann noch behauptet man muss erst mal drauf kommen dass es die Gesten gibt, der macht irgend was falsch...

  3. 24.01.13 13:29 pixelflicker (Advanced Handy Master)

    Bei einem Häuschen muss man wohl nicht "Home" dazu schreiben um zu wissen was gemeint ist und bei einem geschwungenen Pfeil nach links auch nicht "Zurück". Das dürfte das kleinste Problem sein. Die Gesten aber erkennt man gar nicht, wenn man davon nicht liest oder sie sieht, weiß man gar nicht, dass da was sein könnte. Das ist das eigentliche Problem von Gesten und genau deswegen wird Apple nicht auf seinen Homebutton verzichten.

    Das ist ja eben die große Krux an der Usability. Man misst immer nur die Einstiegsfreundlichkeit, ohne zu bedenken, dass regelmäßige Nutzer unter Benutzerfreundlichkeit ganz andere Dinge verstehen. Für die muss es schnell und einfach sein, Intuitivität ist nur für den Einsteiger wichtig.

    Aber dieses Problem hatte Windows ja schon immer, die Nutzer haben sich dann halt daran gewöhnt und dann ging es. Daher gibts ja auch den bekannten Spruch: "Bei Windows muss man auf Start klicken um den Rechner aus zu schalten."


    @Heisenberg:
    > ich finde Windows 8 nutzt die Möglichkeiten eines Touchsystems am besten und denkt das UI am radikalsten neu.
    Da stimme ich dir vollkommen zu, ich sehe das genauso und sehe in der Windows UI durchaus fortschritte in Sachen Touch-Bedienung. Mir gefällt die GUI mit dem Tiles und dem reduzierten Design auch sehr gut. Bei WP gefällt mir z.B. das seitliche Wischen um weitere Informationen zu bekommen, das ist sehr Touch-Orientiert, viel mehr als die langweiligen klassischen Tabs die iOS nutzt. Es ist eine konsequente weiterentwicklung. Dennoch ändert es nichts daran, dass die anderen Systeme Einstiegsfreundlicher sind, sie nutzen bereits bekannte Interaktionsmetaphern zur Bedienung und machen es dem Nutzer so einfacher.

    Aber die Nutzer werden sich auch an die neuen Konzepte gewöhnen - wie sie es immer taten - und andere werden dann eher nachziehen. Irgendwann wird Apple auch seinen Button weg lassen können und bei Android sind ja schon ähnliche entwicklungen passiert, schon alleine das herunterziehen der Titelleiste hat sich bewährt, die klassischen Tabs wurden bei Android schon abgeschafft und weichen einer Wisch-Funktionalität ähnlich dem von WP. Die Entwicklung geht eindeutig den Weg, den auch Microsoft ging und das ist auch gut so. Es braucht nur ein bisschen Zeit.

    Mit seinen radikalen Änderungen macht sich MS nicht nur Freunde, das ist klar, aber es ist der richtige weg um erflogreich zu bleiben. Man muss sich was trauen, das hat Steve Jobs bewiesen und Microsoft hat auch schon mit Office 2007 bewiesen, dass es sich oft lohnt wenn man sich etwas traut, auch gegen die Stimmen von eingefahrenen Nutzergruppen.

  4. 24.01.13 12:24 Heisenberg (Advanced Handy Profi)

    @PF
    > Kommt halt drauf an, aus Usability-Sicht sind Buttons natürlich besser, weil man keine gesten erlernen muss.

    Unbeschriftete Buttons muss man auch erstmal ausprobieren, aber immerhin hat man etwas auf das man "klicken" kann. ;)

    Grundsätzlich stört mich an iOS und Android, dass hier viel vom klassischen Desktop-Paradigma mit Icons und verschiedenen Klickarten (rechts/links bzw. lang/kurz) auf die Touchwelt übertragen wurde. Einerseits holt das die Benutzer dort ab, wo Sie sind und man findet sich schneller zurecht, andererseits bietet Touch ganz andere Möglichkeiten als Tastatur und Maus.

    iOS und Android haben ja auch Wischgesten, aber ich finde Windows 8 nutzt die Möglichkeiten eines Touchsystems am besten und denkt das UI am radikalsten neu. "Swipen" und "Tiles" sind für ein Touch-UI angemessene Bedienelemente. Und Windows 8 nutzt das am konsequentesten.

  5. 24.01.13 12:24 WAAAhnsinn (Member)

    Ich beschuldige doch nirgends die Unfähigkeit der Nutzer ?! Ich bin lediglich der Meinung, dass windows8 wirklich nicht kompliziert ist in der Bedienung...als ich das erste mal ein Android-Gerät in der Hand hatte musste ich mich auch erst kurz dran gewöhnen, was bei neuen Systemen völlig normal ist. Außerdem sind Windows8 Tabletts überhaupt nicht mit Ios oder Android- Tabletts vergleichbar, da es sich bei diesen eher um rein konsumorientierte (von email mal abgesehen) Geräte handelt. Die windows8 Tabletts sind eher im Bereich PC anzusiedeln, welche ZUSÄTZLICH noch die konsumeigenschaften eines Tabletts mitbringen...ich kann ja schließlich alles wie beim PC damit machen (Tastatur und Maus dran und ich hab im Desktop ein vollwertiges windows7)...

  6. 24.01.13 12:05 Noticed (Moderator)

    @ os neutral
    Noch nie nen Win 8 Tablet benutzt, stimmts?

    Von der bedienung ist es wesentlich einfacher und schneller als Android-Tablets.

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