Doch Samsung hat auch noch an anderen Stellen eine Menge sinnvoller Ideen in das Galaxy Note 10.1 einfließen lassen. Zieht man etwa den Stylus aus dem Tablet heraus, erscheint ein spezielles Menü am rechten Display-Rand, das sich frei konfigurieren lässt und in der Voreinstellung diverse Apps wie S-Pen oder den Kalender als Schnellzugriff zeigt, in denen der Stylus sinnvoll verwendet werden kann. Andere Funktionen sind schon vom Smartlet Galaxy Note bekannt: S-Pen kann nicht nur Handschrift erkennen und in Druckschrift umwandeln, sondern über die Funktionen Shapematch und Formulamatch geometrische Formen erkennen und begradigen und sogar einfache Formeln erkennen, berechnen und auf Wunsch sogar Graphen und andere Grafiken dazu anzeigen. Auch an Videofans hat Samsung gedacht, mit dem Videomaker lassen sich selbstgedrehte Videos einfach und bequem schneiden und mit Effekten und Musik versehen. Für genügend Speicherplatz ist auch gesorgt, Käufer des Note 10.1 können kostenlos auf 50 Gigabyte Cloud-Speicher bei Dropbox zugreifen – zumindest für 2 Jahre. Danach bleiben gespeicherte Daten zwar erhalten und auch zugriffsbereit, es können aber so lange keine neuen Daten hinzugefügt werden, bis das Volumen der gespeicherten Daten wieder unter die maximale Kapazität eines Standardnutzers fällt.
Übrigens versteht sich das Galaxy Note 10.1 auch als Fernsteuerung – dank Infrarot-Sensor und der vorinstallierten App Smart Remote lassen sich auch Fernseher verschiedenster Hersteller steuern. Die Reichweite ist dabei aber stark eingeschränkt, 2,4 Meter erscheinen etwas gering, um die Fernbedienung im Wohnzimmer zu ersetzen. Übrigens ist auf dem Tablet Android 4.0.4 Ice Cream Sandwich vorinstalliert. Die aktuellste Version 4.1 Jelly Bean wird voraussichtlich noch in diesem Jahr als Update auf das Galaxy Note 10.1 kommen, einen genauen Termin konnte Samsung allerdings noch nicht nennen.
Samsung will mit dem Galaxy Note 10.1 natürlich nicht nur Profis ansprechen, sondern sieht als Zielgruppe vor allem auch Schüler und Studenten. Die profitieren nicht nur von den beschriebenen Werkzeugen und dem Online-Speicher, sondern zusätzlich auch von dem neuen Learning-Hub, das zu Game-, Video- und Music-Hub hinzugekommen ist. Samsung will dort Lernwilligen spezielle Software zur Verfügung stellen, mit der sie Zeitplan-gesteuert und Schritt für Schritt neue Wissensgebiete angehen können. Dabei sollen die Nutzer qualitativ hochwertig zum Lernen angehalten werden und ihren Fortschritt motivationsfördernd stets vor Augen haben. Als einen der ersten Kooperationspartner für entsprechende Software nannte Samsung den deutschen Wörterbuchverlag Pons, weitere sollen folgen. Außerdem strebt der koreanische Hersteller Kooperationen mit Schulen oder Universitäten an - so überzeugt ist der Hersteller vom pädagogischen Nutzen seines Produktes. Zum Vorstellungstermin des Galaxy Note 10.1 konnte man aber noch keine weiteren Informationen zum Fortschritt von Kooperationsverhandlungen geben.
Schon zum Marktstart will Samsung einiges an Zubehör zur Verfügung stellen. Neben typischen Utensilien wie Schutztaschen (etwa 30 Euro), Schutzfolien (etwa 25 Euro) und einer Dockingstation (etwa 30 Euro) wird es auch ein Tastaturdock (etwa 70 Euro), eine Bluetooth-Tastatur (etwa 100 Euro), ein USB-Adapter (etwa 30 euro), ein HDMI-Adapter und ein Allshare-Cast-Dongle (etwa 100 – 150 Euro) geben. Das USB-Adapter dient dazu, herkömmliche USB-Geräte wie Kameras oder USB-Sticks an das Note 10.1 anschließen zu können. Mit Hilfe des HDMI-Adapters kann man mittels eines entsprechendes Kabels Filme (sogar in Full-HD) vom Tablet auf dem Fernseher darstellen und das Allshare-Dongle erlaubt es, Inhalte kabellos auch auf älteren Fernsehern über die Allshare-Funktion des Tablets zu spiegeln. Auf den ersten Blick klingt es so, als habe Samsung an alles gedacht.
Das stimmt auch, mit einer Kehrseite: Die Preise sind teilweise reichlich gesalzen und letztendlich benötigt man das ganze Sonderzubehör nur deshalb, weil das Tablet eben keine eigenen Anschlüsse für HDMI und herkömmliche USB-Geräte hat. Das macht Asus mit der Transformer-Serie wesentlich besser – dessen Tastatur-Docks kommen nicht wie das Samsung-Gegenstück nur mit Keyboard und Extra-Akku, sondern obendrein auch mit SD-Kartenleser und teils mehreren herkömmlichen USB-Anschlüssen für Maus oder externe Festplatte. Und zu guter Letzt kann man das Gerät anschließend wie ein Netbook zusammenklappen – das alles fehlt dem Samsung-Produkt. Diese Häppchen-Methode beim Zubehör ist aus Endverbrauchersicht unverständlich, aber offenbar ist hier das Geldverdienen wichtiger, als dem Nutzer einen sinnvollen Mehrwert zu bieten.








