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Autor: Stefan Schomberg 13.12.2012 - 18:15 | (7)

Toshiba AT270 Testbericht

Tops und Flops
  • Tops
  • sehr handlich und schick
  • farbenfrohes AMOLED-Display
  • Flops
  • kein 3G
  • zu teuer

Toshiba AT270 Test: Gut, aber nicht gut genug

Die IFA in Berlin ist gar nicht so lange her – dort konnte man das Toshiba AT270 nur als teilfunktionstüchtigen Dummy erleben. Inzwischen ist das Gerät im Handel und soll mit schickem Design, AMOLED-Display und Leistung punkten. Areamobile verrät im Test, ob das gelingt.

Design, Verarbeitung und Display

Die letzten Tablets von Toshiba waren nicht schlecht, aber gegen Acer, Asus und Samsung konnte sich der Hersteller bislang nicht durchsetzen - deren Produkte waren häufig einfach das entscheidende Quentchen besser. Was tun? Entweder verbessert man seine Produkte oder man senkt den Preis. Von einer Reduzierung des Preises kann beim AT270 aber nicht die Rede sein, denn Toshiba ruft für das Gerät, das es derzeit nur ohne Mobilfunkoption gibt, mal eben mutige 549 Euro UVP auf. Dabei handelt es sich bei dem Tablet nicht um einen typischen 10-Zöller, sondern nur um ein Modell mit 7,7 Zoll. Zum Vergleich: Die Konkurrenzprodukte liegen meist um die 300 Euro, selbst das iPad Mini ist ab 329 Euro zu haben - hat sich Toshiba da nicht etwas verkalkuliert?

Toshiba AT270 Test| (c) Areamobile

Im Test: Toshiba AT270

Toshiba AT270 Test | (c) Areamobile

Das Gerät ist sehr handlich...

Toshiba AT270 Test | (c) Areamobile

...daher macht auch die schicke, aber rutschige Rückseite nichts | (c) Areamobile

 

Bei Design und Materialwahl macht der japanische Hersteller aber zumindest erst einmal alles richtig. Nimmt man das Modell erstmals zur Hand, ist man vom geringen Gewicht (gemessen 332 Gramm) und den kompakten Maßen positiv überrascht. Passend zu den geringen Außenmaßen von 204,5x135,2 Millimeter ist das AT270 nur angenehme 7,8 Millimeter dünn. Damit hat es fast die Maße eines Frühstückbrettchens und ist auch beinahe genauso handlich. Durch die eleganten Rundungen liegt es außerdem sehr angenehm in der Hand, zumal die Rückseite aus geriffeltem Magnesium kühle Extravaganz ausstrahlt. Allerdings ist das Tablet durch das Metall leicht rutschig. Wegen der geringen Größe, bei der zumindest durchschnittliche Männerhände das Gerät auch einhändig von zwei Seiten "in den Griff kriegen", ist das aber nur halb so schlimm.

Optisch weiß das AT270 insgesamt gut zu gefallen. Um die schmalen Seiten zieht sich ein Kunststoffrahmen in Metalloptik, die Rückseite wird von einer großen, geriffelten Metallplatte verschlossen. Nur an einer Seite sieht man einen schmalen Kunststoffstreifen, der Kamera und Antennen für Bluetooth, GPS und Wlan beinhaltet. Bei genauerem Hinsehen machen sich aber leichte Defizite bei der Verarbeitung bemerkbar. Um das Gorilla-Glas des Touchscreens zieht sich ein knapp 2 Millimeter dünner schwarzer Kunststoffrahmen, darum der bereits angesprochene eigentliche Kunststoffrahmen in Metalloptik. Beide Rahmen sind nicht optimal eingesetzt, winzige, aber teilweise ungleichmäßige und sichtbare Spalte schmälern den guten Ersteindruck. Das gilt auch für die Rückseite, dort findet man um die Metallplatte zu große Spaltmaße. Das passt nicht zum eleganten Auftritt des AT270, auch wenn es die Funktion in keinster Weise einschränkt.

Toshiba AT270 Test | (c) Areamobile

MicroSD-Einschub und microUSB-Port

Toshiba AT270 Test | (c) Areamobile

Metallrückseite

Toshiba AT270 Test | (c) Areamobile

Keine Pentile-Matrix, dennoch nicht scharf? | (c) Areamobile

 

Neben der handlichen Größe ist das Display das augenscheinlichste Alleinstellungsmerkmal. Denn Toshiba setzt ein AMOLED-Display ein - das hat bislang nur Samsung gemacht, allerdings ist das Galaxy Tab 7.7 wegen der gerichtlichen Auseinandersetzungen zwischen Apple und Samsung zumindest in Deutschland nie auf den Markt gekommen. Schade eigentlich, denn auf den ersten Blick macht das Display im Toshiba AT270 einen richtig guten Eindruck. Auf den 7,7 Zoll tummeln sich 1.280x800 Pixel, das entspricht knapp 200 Pixel pro Zoll und geht für ein Tablet voll in Ordnung. Auffallend sind die knackigen Farben und der gute Schwarzwert - Schwarz ist hier auch wirklich Schwarz und nicht Dunkelgrau wie bei vielen LCD. Daraus resultiert ein gutes Kontrastverhältnis.

Allerdings leidet das AT270 unter zwei typischen AMOLED-Problemen: Die Helligkeit ist allenfalls im unteren Mittelfeld angesiedelt und wer genau hinsieht, der bemerkt trotz der für die Display-Größe gute Auflösung ein leichte Unschärfe. Als Grund dafür könnte man die typische Pentile-Matrix vermuten, doch beim AT270 verwendet Toshiba eine RGB-Matrix. Leichte Unschärfe und auch die Helligkeit bemerkt man aber erst im direkten Vergleich - legt man etwa das Google Nexus 7 daneben, ist dessen Darstellung klar schärfer und wesentlich heller. Das könnte beim Toshiba AT270 unter freiem Himmel und direkter Sonneneinstrahlung zu echten Problemen bei der Ablesbarkeit führen - die Herstellerbezeichnungen "TruBrite" und "Hochhelligkeits-AMOLED" sind bestenfalls unglücklich gewählt.

Multimedia: Kamera, Musik und Video

Toshiba AT270 Test | (c) Areamobile

Hauptkamera | (c) Areamobile

Zwei Kameras installiert Toshiba in das AT270: Die Hauptkamera knipst Bilder mit 5 Megapixel, die Frontcam mit 2 Megapixel. Auch an einen LED-Blitz für die Hauptcam hat Toshiba gedacht. Bilder in 5 Megapixel sehen dann auch qualitativ recht gut aus - die Bildschärfe geht zumindest für ein Tablet in Ordnung, ebenso Details und Farben. Größter Kritikpunkt sind wie so häufig Bilddynamik und auch starkes Bildrauschen bei wenig Licht. Bei der Frontkamera stört die miese Bildschärfe, die 2 Megepixel einfach nicht gerecht wird. Videos mit der Hauptkamera überraschen - und zwar hauptsächlich damit, dass sie nicht standesgemäß in 1.080p aufgenommen werden können, sondern nur in 720p. Dadurch ist die Bildschärfe im Vergleich zur Konkurrenz sichtbar niedriger, der Sound geht aber zumindest in Ordnung. Allerdings nur, wenn man ihn auf einem anderen Ausgebemedium hört, als über die eingebauten Stereolautsprecher des Tablets. Die sind nämlich viel zu leise und quäkig. Das verleidet auch Filme auf dem handlichen Tablet etwas. Nutzt man dafür ein Headset, dann sieht das ganze wieder anders aus. Wegen der intensiven Farben macht das AT270 dann als Minikino eine ziemlich gute Figur.

Anders bei Musik. Genügend Platz steht zwar auf dem Toshiba AT270 mit 16 oder 32 Gigabyte internem Speicher und optionaler Speicherkarte zur Verfügung, allerdings setzt der Hersteller seinen dualen Weg bei der Wiedergabe von Audiosignalen fort - leider nach wie vor nicht konsequent genug. So kann der Nutzer immer noch zwischen Google-Player mit Klanganpassung, oder Toshiba-Player ohne Equalizer wählen. Dafür ist der Media Player von Toshiba auch gleichzeitig Zentrale für DLNA-Wiedergabe auf anderen Geräten, Musik, Podcasts und Video. Zudem hat Toshiba eine umfangreiche Klangverbesserung inklusive SRS-Sound in das Tablet integriert - die kann allerdings nur über den Umweg über das Optionsmenü eingestellt werden und bietet letztendlich zwar eine klare Verbesserung gegenüber dem Standard-Klang, allerdings sind die Einstellungsmöglichkeiten, die Google über den Standard-Player bietet, einfacher und dennoch besser. Insgesamt scheint das Konzept von Toshiba im Bereich Musik nicht zu ende gedacht.

System: Hardware und Bedienung

Das Toshiba AT270 im Test wird von einem Quad-Core-Prozessor von Nvidia befeuert. Der Tegra-3-Chip ist auf 1,3 Gigahertz getaktet. Ein einzelner Prozessor taktet sogar bis 1,4 Gigahertz. Hinzu kommt ein fünfter Kern, der Standardaufgaben mit bis zu 500 Megahertz übernimmt, solange nicht mehr Leistung gefordert ist. Das hilft beim Stromsparen. Zusammen mit 1 Gigabyte RAM sorgt das beim AT270 für überwiegend guter Gesamt-Performance mit fast ruckelfreier Darstellung. Fast - aber eben letztendlich doch nicht ganz. Irgendwie ist die Darstellung etwa auf den Homescreens oder im Browser doch nicht in aller Konsequenz ganz flüssig, ständig sieht man minimale Mikroruckler und gelegentlich hakt das Tablet kurz, wenn man auf den Homescreen zurückkehrt oder eine App aufruft. Auch der Wechsel ins Querformat dauert zu lang und im Browser dauert nicht nur das Nachschärfen von Text spürbar länger als bei der Top-Konkurenz, sondern die Darstellung der Web-Adresse hängt hinter der eigentlichen Eingabe deutlich zurück.

Toshiba AT270 Test | (c) Areamobile

Die Bediengeschwindigkeit des AT270 ist...

Toshiba AT270 Test | (c) Areamobile

...eigentlich ziemlich gut, aber...

Toshiba AT270 Test | (c) Areamobile

...ganz flüssig ist's nicht | (c) Areamobile

 

Das schmälert den eigentlich sehr guten Gesamteindruck etwas, dabei sollte die Leistung des Prozessors eigentlich ausreichen, um ein völlig ruckelfreies Benutzererlebnis zu gewährleisten. Andere Tegra-Tablets schaffen das schließlich auch. Tatsächlich lässt sich auch nicht ausmachen, woran die nicht ganz optimale Leistung liegt. Andere Tablets, die etwa bei festen Hintergrundbildern bereits leicht ruckeln, gehen spätestens bei Live-Hintergründen noch einmal sichtbar mehr in die Knie. Beim Toshiba AT270 im Test ist das anders, die Darstellung läuft dann genauso schnell wie mit festen Hintergründen. Möglicherweise hätte die Anpassung noch etwas Feinschliff gebraucht und das leichte Ruckeln ist mit dem versprochenen Update auf Android 4.1 behoben.

Neben der kaum angepassten Android-Oberfläche installiert Toshiba noch einige Software-Happen auf dem Gerät, darunter ein umfangreiches Office-Paket (Write, Calculate, Show, PrinterShare und Splashtop HD), Toshiba Places, McAfee Security, die Ebay-App, Skitch, Tunewiki und Evernote. Das ist schon recht umfangreich. Allerdings muss sich Toshiba die Frage stellen lassen, warum man nicht wenigstens eine Version mit 3G/4G-Funk anbietet. Handlich genug, um das AT270 auch unterwegs ständig dabei zu haben ist das Gerät zumindest.

Akkulaufzeit

Der Akku des Toshiba AT270 im Test leistet 3.940 mAh - das ist etwa auf Augenhöhe mit ähnlichen Geräten. Unter Volllast gibt der Kraftspender nach etwa 4 Stunden auf - das ist durchaus akzeptabel. Im Alltag hat er uns aber nicht unbedingt überzeugt. Denn im Schnitt hält das schicke Surf-Brettchen nur etwa 5 Stunden beim Internetbrowsen per Wlan durch - wegen der generell niedrigen Display-Helligkeit bietet das Gerät wenig Einsparpotential, schließlich läuft es meist auf maximaler Helligkeit. Das geht besser.

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Toshiba AT270 Unboxing: Quad-Core-Tablet im Edelplastik-Look (31 Bilder)

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Fazit

Eigentlich ziemlich schick, was Toshiba mit dem AT270 auf die Beine gestellt hat. Das Design ist elegant zurückhaltend, die Maße sind sehr angenehm. Das Display gefällt mit seinen kräftigen Farben - AMOLED sieht auf so einer Diagonalen schon ziemlich beeindruckend aus und wegen der hohen Auflösung kann man auch die leichte Unschärfe inkauf nehmen. Heller dürfte es dennoch sein.

Was bleibt? Zumindest die Frage, warum ein eigentlich hervorragend für den täglichen Transport geeignetes Gerät nicht mit 3G zu haben ist. Und warum es trotz guter Hardware nicht ganz flüssig läuft. Und warum bei der Verarbeitung nicht etwas mehr Sorgfalt walten ließ. Und... je länger man drüber nachdenkt, desto mehr störende Kleinigkeiten fallen einem ein. Schade, denn irgendwie ist das kleine Surf-Brettchen ziemlich sympatisch. Da könnte man glatt noch über die durchwachsene Musik-Performance hinwegsehen. Über den mittelmäßigen Akku allerdings schon nicht mehr. Und über den zu hohen Preis erst recht nicht. Letztendlich verschenkt Toshiba beim AT270 viel Potenzial. Schade, denn so dürfte das Gerät allenfalls ein Nischenprodukt bleiben.

Artikel bewerten:
Testwertung Toshiba AT270
 
Handlichkeit und Design 99%
Verarbeitung 91%
Akkuausdauer 53%
Messaging 79%
Ausstattung / Leistung 59%
Kamera 74%
Internet 70%
Musik 75%
PIM und Sozialnetzwerke 86%
Software und Bedienung 92%
Programme 87%
Navigation 72%
Gaming und Video 71%
Gesamtwertung
zum Testzeitpunkt
77%
Zeitwertung
(Stand 27.11.2014)
75%

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Kommentare & Erfahrungsberichte
  1. 15.12.12 12:36 andiroid (Newcomer)

    Sorry, ich meinte das 7.0 bei Penny und nicht das 7.7......

  2. 14.12.12 11:50 Niedersteberg (Handy Profi)

    Also auch wenn die Frage nach dem 7.7?war,
    Das tab2 7.0 Wifi Only kostet momentan nur 159Euro.
    Habe es als Weihnachtsgeschenk für die Kinder gekauft,
    Das Ding ist dermaßen cool in weiß, ich glaub ich Brauch für die Kinder was anderes :-)
    Bin ja sowieso Samsung Fan, aber so gut hätte ich es nicht erwartet.

  3. 14.12.12 10:25 Stefan Schomberg (Testleiter areamobile.de)

    @andiroid
    Das Samsung Galaxy 7.7 bei Penny? Zu welchem Preis? Das würde mich ja auch noch persönlich reizen...

    mfg

  4. 14.12.12 07:46 Schandmauler (Member)

    Find aber gut, das Splashtop mitgeliefert wird.

    Bei dementsprechend potetnten Tablets führt das dazu, dass sie (für meinen Gebrauch)zu 100% den Laptop auf dem Schoß ersetzen können.

  5. 14.12.12 06:44 andiroid (Newcomer)

    Bei uns in gibt das N7 zur Zeit bei Expert und bei Media vorrätig. Das Galaxy 7.7 bei Penny.....Hab aber das Nexus genommen und bin super zufrieden. Über 500€ für das Toshiba? Verrückt.....aber gut sieht es aus.

  6. 13.12.12 19:38 Niedersteberg (Handy Profi)

    @ Ben
    hast Du es schon angemeldet ?
    Ich habe so im Gefühl, das Weihnachten die Googleserver in Hochform seinen müssen.
    Schonmal viel Spaß mit dem Nexus 7

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