Testüberblick Toshiba AT300
| Zeitwertung Im Detail |
Wertung am 22.05.2013 |
82% (sehr gut) |
| Community- wertung |
Meinungen |
% Empfehlungen |
— (keine Note) |
Android-Tablets gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Gute Geräte finden sich darunter allerdings nur wenige. Das bei Smartphones wenig erfolgreiche Unternehmen Toshiba beweist mit seinen Tablets ein Händchen für die großen Surf-Bretter - das zeigt sich auch im Test des Toshiba AT300.
Eines ist klar: Auch wenn es Apple nicht gefällt, sehen doch die meisten Tablets gleich aus. Das diktiert schon das Streben nach praktischem Nutzen und daher sind die Geräte meist rechteckig mit abgerundeten Ecken, schwarzem Rahmen um das Display und bunten Icons auf dem Bildschirm. Das ist auch beim Toshiba AT300 nicht anders. Dennoch hat das Gerät eine ausreichend eigene Note, die besonders durch die geriffelte Rückseite aus Aluminium zum Tragen kommt. Und dennoch - oder gerade aus diesem Grund - ist das Toshiba AT300 richtig leicht. Mit seinen 586 Gramm ist es für ein Tablet mit 10,1 Zoll erstaunlich handlich, das liegt auch daran, dass das Modell gerade einmal 9,1 Millimeter dünn ist.
Auffällig ist - abgesehen vom mechanischen Schieberegler, mit dem man die automatische Drehung des Display-Inhaltes verhindern kann - der Speicherkarten-Einschub für herkömmliche SD-Karten. Im Gegensatz zu Smartphones und andere Tablets der Konkurrenz setzt Toshiba auf den großen Standard, der etwa auch in Digitalkameras zum Einsatz kommt und nicht auf microSD-Karten. Das dürften viele Nutzer äußerst praktisch finden. Weniger praktisch - und vor allem optisch wenig ansprechend - ist die Tatsache, dass der Hersteller zwar einen an den Rahmen des Tablets angepassten Platzhalter für SD-Karten eingesetzt hat, wodurch der Slot verdeckt und perfekt in das Design integriert ist. Sobald man ihn aber entfernt und eine echte Speicherkarte einlegt, klafft an dieser Stelle eine hässliche Lücke. Dafür bietet das Toshiba AT300 auch einen Micro-HDMI-Ausgang an - den gibt es längst nicht bei allen Konkurrenten. Seltsam unpassend und billig mutet übrigens das gigantische Netzteil mit dem riesigen proprietären Anschluss, den der Hersteller ausschließlich zum Laden bereitstellt - Daten werden über einen separaten Micro-USB-Port ausgetauscht. Beides erinnert fast schon an ein Notebook-Ladegerät und bringt es zusammen auf auf knapp 150 Gramm!
An der Verarbeitungsqualität des Toshiba AT300 im Test gibt es ansonsten nur wenig auszusetzen. Bei genauerem Hinsehen erkennt man zwar einen winzigen Spalt zwischen Rahmen und Display, der zudem nicht ganz gleichmäßig verläuft und in dem sich Schmutz sammeln kann. Dafür gefällt das Display mit guter Helligkeit und stabiler Blickwinkelabhängigkeit, obwohl Toshiba beim AT300 kein IPS-Display verwendet. Leichte Abstriche beim Alltagskomfort muss man nur bei der inzwischen nicht mehr ganz aktuellen Display-Auflösung von 1.280x800 Pixel und der daraus resultierenden Schärfe von nur 149 Pixel pro Zoll machen, außerdem bei den sichtbaren Spiegelungen auf dem kratzfesten Gorilla Glass.
Wie die meisten 10-Zöller bietet auch das Toshiba AT300 im Test zwei Kameras: Eine Hauptkamera mit 5 Megapixel auf der Rückseite und eine Optik mit - für eine Frontcam - stattlichen 2 Megapixel. Im Vergleich zu ordentlichen Handycams können beide Bildbanner zwar nicht wirklich überzeugen, denn dafür fehlt es etwas an Detailreichtum und Schärfe und besonders die Bilddynamik ist dafür zu schlecht, für ein Tablet schlagen sich aber beide Kameras ganz ordentlich. Der LED-Blitz ist nicht allzu stark, entsprechende Aufnahmen werden - wie alle Bilder und Videos unter erschwerten Lichtbedingungen - von starkem Bildrauschen begleitet. Dabei stellt sich erneut die Frage, ob eine Kamera in einem so großen Gerät wie einem 10-Zoll-Tablet tatsächlich häufig genutzt wird? Falls ja, sollten die Hersteller endlich auch in Tablets gute Kameras einbauen. Andernfalls könnte der Preis gesenkt oder das freiwerdende Budget besser in andere Komponenten investiert werden.
Toshiba stellt dem Nutzer des AT300 im Test 16 Gigabyte oder wahlweise 32 Gigabyte interne Speicherkapazität zur Verfügung, hinzu kommen herkömmliche SD-Karten mit noch einmal bis zu 32 Gigabyte. Das reicht dann sogar als Mediaserver für Musik und Urlaubsfotos. Mit dem Media Player von Toshiba kann man Multimedia-Dateien nämlich einfach und intuitiv per Drag&Drop an Geräte im Heimnetzwerk senden und dort abspielen oder umgekehrt. Leider gibt es beim Media Player keine Möglichkeit, den Sound anzupassen. Daher ist zum reinen Musikhören der Standard-Player von Android besser geeignet, insgesamt ist der Sound dann befriedigend, bietet aber viel Spielraum nach oben. Ein Headset ist wie in den meisten Fällen bei Tablets nicht mit im Lieferumfang, der Lautsprecher verrichtet seine Arbeit leider auch etwas gequält und nicht übermäßig laut. Videos sehen auf dem großen Display natürlich richtig klasse aus - solange man das portable Kino nicht draußen auspackt. Dann stören starke Spiegelungen.
Toshiba setzt beim AT300 im Test als Kraftspender auf einen Quad-Core-Prozessor von Nvidia. Der Tegra 3 sorgt für ausreichend Leistung in allen Lebenslagen - von der Navigation auf den Homescreens über Browsen im Internet bis hin zu schicken 3D-Spielen aus der Tegra-Zone. Dennoch kann er sein Alter inzwischen nicht mehr ganz verbergen. Denn auch wenn die Bedienung fast immer flüssig ist, wirkt das Toshiba AT300 im Test minimal träger als Geräte mit moderneren Chips. Das meint man bisweilen auch beim Start von Apps zu merken. Insgesamt ist das Tablet aber angenehm schnell.
Und das, obwohl als Betriebssystem noch gar nicht die aktuelle Android-Version 4.1 Jelly Bean läuft. Sie wird vermutlich zum Jahreswechsel nachgereicht und dürfte dann noch einmal für einen kleinen Leistungsschub sorgen. Von einer eigenen Anpassung der Nutzeroberfläche ist nichts zu sehen, Toshiba verlässt sich ganz auf Google. Das dürfte theoretisch vielen Nutzern gefallen, denn es verspricht schnelle Updates auf neue Android-Versionen, da weniger Anpassungsarbeit anfällt. Allerdings hat Toshiba bereits mit dem noch nicht angebotenen Update auf Android 4.1 gezeigt, dass dieser Vorteil nur auf dem Papier existiert. Zudem gibt es zumindest bei der Nutzeroberfläche keinen Grund, der speziell für das Toshiba AT300 im Test spricht - eine unveränderte Google-Oberfläche bieten auch zahllose Konkurrenten.
Stattdessen packt der Hersteller einige Extraprogramme in den Speicher, um dem Kunden einen Mehrwert zu bieten. Dazu gehört etwa ein praktischer Dateimanager, mit dem man einfach durch den internen Speicher des Tablets navigieren und sehen kann, wie groß einzelne Daten sind. Außerdem installiert Toshiba nicht nur seinen eigenen App-und Multimedia-Marktplatz Toshiba Places, sondern auch noch ein vollständiges Office-Paket mit ThinkFree Write, ThinkFree Calc, ThinkFree Show, PrintShare und Splashtop HD. Zur Sicherheit gibt es McAfee Security gleich auch noch mit dazu, Evernote und Skitch ebenfalls.
Übrigens: Wer die nervigen Vibrationen des Displays bei jeglicher Berührung ausstellen will, sollte einmal in den Einstellungen unter der Rubrik "Töne" suchen. Dort versteckt sich nämlich die Unterkategorie "Haptik", in der man das Vibrations-Feedback ein- oder gleich ganz ausstellen kann - was das im Bereich "Töne" zu suchen hat, ist ein großes Rätsel.
Der Akku des Toshiba AT300 schlug sich im Test tapfer. Bei moderater Mischnutzung mit gedimmtem Display kommt man fast an die Angaben des Herstellers heran: 8 bis 9 Stunden hielt das Tablet tatsächlich durch, Toshiba verspricht 10 Stunden bei Videowiedergabe. Damit liegt das Gerät in etwa auf Augenhöhe mit der 10-Zoll-Konkurrenz. Bei voller Leistung - etwa bei 3D-Spielen - ist aber auch schon mal nach 4 Stunden Schluss. Trotz des riesigen Ladegerätes im Lieferumfang des Toshiba AT300 dauert der Ladevorgang mit mehreren Stunden übrigens extrem lang.
Nicht schlecht, was Toshiba mit dem AT300 auf die Beine gestellt hat. Das Tablet-Modell ist trotz des großen und guten Displays erstaunlich handlich und bietet ausreichend Leistung für den Alltag und sogar schicke 3D-Spiele. Das flache Design geht dabei zum Glück nicht zu Lasten der Akkuleistung. Erstaunlich ist auch der Preis - das Modell mit 16 Gigabyte geht im Internet schon für etwa 320 Euro über die virtuelle Ladentheke. Wegen der Erweiterbarkeit per SD-Karte lohnt da der Griff zum mit etwa 100 Euro teureren Gerät mit 32 Gigabyte On-Board-Speicher nicht wirklich. Schade ist nur der niedrige Wiedererkennungswert, eine eigene Oberfläche mit sinnvollen Features hätte dem Gerät gut gestanden. Aber besser so als eine quietschbunte und überladene Oberfläche wie seinerzeit bei Motorola-Geräten, die noch dazu für starke Leistungseinbußen sorgte. Insgesamt ist das Toshiba AT300 ein sehr solides Android Tablet, das nahezu alles ganz gut, aber eben nicht herausragend beherrscht.
Stefan Schomberg,
Gesamteindruck %
Empfehlung nein
Bewertet am 01.01.1970
| Bewertung Toshiba AT300 | |
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Gesamtdurchschnitt
berechnet aus Bewertungen von Areamobile Lesern.
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Du bist nicht dabei?Ich würde aber nicht sagen, dass man deswegen abstriche machen muss, die Sache ist eher umgekehrt, dass man durch die höher aufgelösten Geräte einen Komforzugewinn hat, aber abstriche kann ich durch die - ja durchaus als Standard etablierte - Auflösung dieses Geräts nicht feststellen. Abstriche machen muss man vielleicht bei den vielen 7 Zoll Tablets, die nur eine 1024er Auflösung haben, da bei denen einige Apps probleme machen könnten.
@MacDidi: Nunja, da es bereits möglich ist, eine höhere Auflösung zu fahren, befinde ich die Auflösing des Toshibas auch nicht mehr als zeitgemäß. Bei Handys sind 300+ ppi ja auch keine Seltenheit mehr.
1280x800 sind auf 10" sicherlich noch ausreichend, aber mehr ist immer noch besser. Dann wäre aber der Preis auch nicht mehr so günstig.
Gutes geret
"Leichte Abstriche beim Alltagskomfort muss man nur bei der inzwischen nicht mehr ganz aktuellen Display-Auflösung von 1.280x800 Pixel und der daraus resultierenden Schärfe von nur 149 Pixel pro Zoll machen ..."
Was ist daran nicht mehr aktuell? es gibt - soweit ich weiß - nur 2 Geräte mit höherer Auflösung: iPad3 und Transformer Infinity. Dann sind die doch eigentlich die Exoten?
Oder?









@pixelflicker: Ich glaube wir reden aneinander vorbei.
Ich meinte, dass man bei einem so günstigen Preis von 320€ für ein Vierkern-Tab keine so hohe Auflösung erwarten darf. Eine höhere Auflösung bedeutet auch höherer Preis.