Testüberblick Motorola XOOM 2
| Zeitwertung Im Detail |
Wertung am 19.05.2013 |
81% (sehr gut) |
| Community- wertung |
Meinungen |
% Empfehlungen |
— (keine Note) |
Mit dem ersten Xoom-Tablet hat Motorola Geschichte geschrieben, denn es war das erste Tablet mit Android 3.0 Honeycomb als Betriebssystem. Der Nachfolger Xoom 2 kann solche Lorbeeren nicht für sich beanspruchen: Obwohl Android 4.0 Ice Cream Sandwich verfügbar ist, wird das Gerät mit 3.2 ausgeliefert. Wir klären im Test, ob das Motorola Xoom 2 trotzdem überzeugen kann.
Motorola hat dem Tablet-Modell Xoom 2 eine dem Erfolgs-Smartphone RAZR ähnliche Formensprache verpasst. Die Ecken sind leicht abgeflacht, so dass eine angedeutete Achteck-Form zu erkennen ist. Das verschafft nicht nur Rechtssicherheit vor Klagen, sondern auch einen hohen Wiedererkennungswert. Das setzt sich auf der Rückseite des Xoom 2 fort. Statt wie beim Vorgänger und bei einigen Konkurrenzprodukten auf einen schmalen Kunstoffstreifen am oberen Rand zu setzen, damit Wlan und 3G-Funk trotz der Alurückseite vernünftigen Empfang haben, zieht sich eine Einfassung aus Softtouch-Material rings um die Seiten und um die Unterkante der Rückseite des Tablets, die farblich zusätzlich deutlich abgesetzt ist.
An der Verarbeitung des Motorola Xoom 2 gibt es beim Test-Modell kaum etwas auszusetzen, nur bei der Display-Einfassung sind leichte Ungenauigkeiten zu erkennen. Da das Motorola Xoom 2 mit 8,8 Millimeter äußerst flach ist und nur knapp unter 600 Gramm wiegt, wirkt es trotz Standardgröße für ein Tablet mit 10,1 Zoll-Display äußerst handlich. Als etwas unpraktisch fiel uns hingegen im Test des Motorola Xoom 2 wie beim Vorgänger Xoom die Platzierung des Power-Button am Rand der Rückseite auf, der zudem wie die direkt daneben liegende Lautstärkewippe über einen schlecht erfühlbaren Druckpunkt verfügt.
Das IPS-Display des Motorola Xoom 2 bietet bei 10,1 Zoll Display-Diagonale eine Auflösung von 1.280x720 Bildpunkten – im Vergleich zum ultrahochauflösenden Display des iPad 3 fällt die niedrigere Pixelzahl sofort auf, im Vergleich zu den Displays anderer Tablet-Modelle bietet das Xoom 2 jedoch einen ordentlichen Wert. Auffallend am Motorola Xoom 2 im Test ist allerdings die vergleichsweise stark spiegelnde Glasoberfläche des Touchscreens. Außerdem müssen Nutzer des Motorola-Tablets einen Gelbstich des Displays akzeptieren.
Die Kamera des Motorola Xoom 2 bietet wie beim Vorgängermodell eine Auflösung von 5 Megapixel und einen LED-Blitz, Videos werden inzwischen aber mit 1.920x1.080 Pixel aufgenommen. Die Bildqualität kann nur bedingt überzeugen. Während auf den bei hellem Sonnenlicht gemachten Aufnahmen im Test des Motorola Xoom 2 wenig Bildrauschen und realistische Farben zu sehen sind, kann die Bildschärfe nicht überzeugen. Bei schlechtem Licht schleichen sich außerdem überproportional schnell Artefakte und Bildrauschen ein. Videos sehen zufriedenstellend aus, leiden aber unter den gleichen Problemen wie Fotos, zusätzlich ist leichtes Tearing bei Schwenks bemerkbar. Die Frontkamera des Motorola Xoom 2 bietet trotz 1 Megapixel Auflösung nur etwa die Qualität von guten Konkurrenzprodukten mit VGA-Auflösung.
Bei Videos macht das Motorola Xoom 2 im Test einen guten Eindruck, hier stört nur gelegentlich wieder das etwas zu stark spiegelnde Display. Über den Micro-HDMI-Ausgang oder via DLNA kann der Nutzer des Motorola Xoom 2 entsprechende Filme aber auch an geeignete Bildschirme übermitteln – der Lautsprecher des Tablets reicht eh nur für gelegentliche Nutzung, insgesamt bietet er wegen der flachen Bauform wenig Volumen. Störend fällt zudem das Fehlen eines Einschubs für Speicherkarten auf – 16 Gigabyte interner Speicher sind schnell voll, und auch der Version des Motorola Xoom 2 mit 32 Gigabyte Speicherkapazität dürfte Zusatzspeicher sicherlich nicht schaden.
Im Gegensatz zum Vorgänger setzt Motorola beim Xoom 2 nicht mehr auf einen Nvidia-Chip, sondern auf einen OMAP-4430-Prozessor von Texas Instruments. Dieser Wechsel überrascht, zumal Nvidia mit dem Tegra 3 den ersten serienreifen mobilen Vierkerner längst im Programm hat und Asus mit dem Transformer Prime ein erstes Quad-Core-Tablet auch schon in den Handel gebracht hat. Doch auch der Dual-Core-Prozessor bringt das Motorola Xoom 2 im Test mit je 1,2 Gigahertz Taktrate ordentlich auf Trab, nur gelegentlich ist angedeutetes Ruckeln zu bemerken - ein Quad-Core-Prozessor hätte das vermutlich zu verhindern gewusst, oder die Betriebssystemversion Android 4.0 Ice Cream Sandwich, die im 3. Quartal 2012 nachgereicht werden soll.
Im Internet ist man mit dem Motorola Xoom 2 im Test ziemlich fix unterwegs, nennenswerte Ruckler oder Hakler treten auf dem Tablet nicht auf, alles läuft überwiegend flüssig. Hin und wieder – abhängig von der besuchten Internet-Seite – sind zwar für den Bruchteil einer Sekunde weiße Kästchen zu erkennen, die erst nachträglich beim Scrollen geladen werden müssen – unschön bei einem riesigen Arbeitsspeicher von 1 Gigabyte und definitiv kein Fortschritt im Vergleich zu Vorgänger. Das kommt aber nur selten vor, insgesamt bietet das Motorola Xoom 2 im Test eine gute Leistung ibeim Surfen im Internet – auch mobil über HSPA.
Motorola installiert zusätzlich zahlreiche Apps auf dem Xoom 2, deren Nutzen für die meisten Nutzer zweifelhaft sein dürfte und die leider auch nicht deinstalliert werden können. Dazu zählen etwa die Planungs-Software Zuze-Meeting, besser gefallen haben uns die Apps der Bild-Zeitung oder der Welt.
Im Vergleich zu den Spitzenreitern im Tablet-Bereich wie dem Samsung Galaxy Tab 10.1 oder dem Apple iPad Wifi + 4G schneidet das Motorola Xoom 2 im Test beim Kapitel Akku-Leistung nicht so gut ab. Länger als fünf Stunden hält das Gerät beim Videoschauen nicht durch, die Geräte der Konkurrenz bieten teilweise die doppelte Laufzeit. Auf dem Sofa des heimischen Wohnzimmers dürfte das nicht so sehr stören, unterwegs dafür umso mehr. Insgesamt bietet das Motorola Xoom 2 hier nur eine befriedigende Leistung.
Das Motorola Xoom 2 bietet ein eigenständiges, schickes Design und ist handlich, die Hardware-Leistung ist aber nur durchschnittlich. Dafür ist der Preis von über 550 Euro für die Tablet-Version mit 3G und 32 Gigabyte Speicherkapazität einfach zu hoch. Eine deutliche Weiterentwicklung zum Vorgängermodell ist beim Motorola Xoom 2 im Test auch nicht in ausreichendem Maße zu erkennen. Unter dem Strich liefert Motorola mit dem Xoom 2 ein befriedigendes, aber sicherlich kein begeisterndes Tablet ab.
Stefan Schomberg,
Gesamteindruck %
Empfehlung nein
Bewertet am 01.01.1970
| Bewertung Motorola XOOM 2 | |
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Gesamtdurchschnitt
berechnet aus Bewertungen von Areamobile Lesern.
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Du bist nicht dabei?was mich stutzig macht:
wieso wurde zuletzt beim test des neuen ipad's nicht der, mit 699€, extrem hohe preis für die 32GB 3G-variante kritisiert???
den punkt interner speicher lass ich jetzt mal außen vor den beim ipad gibts immerhin noch die 64GB-version, auch wenn der begrenzte/nicht erweiterbare speicher mE beim jedem gerät ein kritikpunkt ist









Ich kann nicht für die Redaktion sprechen, aber ich denke, dass die Kritik am Preis auf das Gesamtpaket bezogen ist. Zitat aus dem Fazit: "[...] die Hardware-Leistung ist aber nur durchschnittlich". Habe das Gerät auch etwas getestet und über 500 Euro würde ich nicht dafür ausgeben wollen.