Standardmäßig wird das 8850 mit dem Li-Ionen-Akku BLB-2, Ladegerät, Bedienungsanleitung, Serviceunterlagen und einer Software-CD geliefert. Weiteres Zubehör, das man bei einem Handy in dieser Preislage eigentlich erwarten könnte, ist nicht dabei. Immerhin ist das Ladegerät nicht das ACP-7 (wie beim 8210), sondern das bessere Schnell-Ladegerät ACP-8, dass beispielsweise auch mit dem 6210 ausgeliefert wird.
Das Design ist einfach nur genial und in der Redaktion wir das 8850 immer noch für eins der schönsten Handys aller Zeiten gehalten. Es ist nicht nur einfach ein Handy, es ist schon fast ein Kunstwerk - die Form, das Design und die Kombination hochwertiger Materialien lassen in fast jedem Begeisterung aufkommen! In diesen kleinen Silberling verlieben sich selbst Menschen, für die ein Mobiltelefon sonst nur einen einen profanen Gebrauchsgegenstand darstellt.
Das Gehäuse besteht aus Metall (eine Aluminium-Magnesium-Legierung) und sehr hochwertigem schwarzen Kunststoff, die Tasten sind aus verchromtem hartgummiähnlichem Kunststoff. Klappe und Oberteil sind aus Stabiliäts- und Gewichtsgründen unter der Metallschale aus Kunststoff, während der Akkudeckel aus einem geformten Blech ohne Kunststoffunterlage besteht. Das Gehäuse ist wunderschön und fühlt sich wegen des Metalls auch fantastisch kühl an - man sollte sein 8850 aber nicht fallen lassen, da sonst sehr leicht hässliche Beulen auftreten. Ebenso sollte man darauf achten, den Akkudeckel absolut gerade aufzuschieben, da er sonst ebenfalls verbeult.
Die Chromapplikationen setzen sich übrigens bis ins Akkufach fort - auch hier glänzt und spiegelt alles, so dass man regelmäßig die Fingerabdrücke wegpolieren muss.
Auch wenn das 8850 ein durchaus robustes Handy ist, sollte man es nicht zu rabiat behandeln - die Optik ist beim 8850 einfach die Haupsache und sollte nicht zu sehr leiden.
Die Verarbeitung ist mit der des 8210 nicht zu vergleichen, da es um einiges stabiler und hochwertiger wirkt. Während das 8210 an allen Ecken und Enden scheppert, klappert beim 8850 nur ganz leise die Lautstärketaste. Dies hätte man auch noch beseitigen könne, aber immerhin.
Das Display ist das altbekannte aus aus dem 8210 und von den Abmessungen ähnlich der 51er- und 61er-Serie. Es ist also nicht besonders groß und auch nicht allzu hochauflösend - zumindest für heutige Maßstäbe.
Eine Besonderheit ist die Beleuchtung: sie wird zwar immer als "blau" beschrieben, ist aber in Wirklichkeit weiß. Die weißen LEDs geben dem Display-Hintergrund allerdings eine bläulich-graue Farbe. Nokia nennt den Farbton "Ozon" und hat ihn nun in ähnlicher Weise auch im neuen 9210 und 8310 verwendet.
Allerdings sieht man durch diese Beleuchtung jeden Fingerabdruck auf der Scheibe, so dass das Display immer "zugeschmuddelt" wirkt, sofern man nicht dauernd darüberwischt.
Ein weiterer Unterschied zum 8210 ist die Anordnung der LEDs: das 8210 hat links und rechts je 3 LEDs, das 8850 zwei links, zwei rechts und zwei oben.
Die Displayausfälle, eine Kinderkrankheit der 8000er, treten beim 8850 viel seltener auf als beim 8210 - wir hatten allerdings das Pech, dass unser neues 8850 von Anfang an diesbezügliche Probleme hatte, so dass wir das Display austauschen lassen mussten.
Im Erscheinungsjahr 1999 war die Ausstattung schwer zu übertreffen, heute ist sie Durchschnitt.
250 Speicherplätze im Gerät, Texteingabehilfe T9, Bildmitteilungen, Kalender, Infrarotschnittstelle, integriertes Modem, 4 Spiele etc. - soviel bot damals kein anderes Handy, schon gar nicht auf so kleinen Raum. Der anspruchsvolle User von heute wird evtl. einen SMS-Speicher, WAP, schnelle Datendienste, TriBand etc. vermissen, zum Telefonieren und SMSen eignet sich das 8850 aber immer noch wunderbar.
Kennt man ein Nokia, kennt man alle: auch im 8850 findet sich die klassische Menüführung. Beim 8850 (und 8890) wurden übrigens erstmals die animierten Menü-Grafiken verwendet. Während das Menü bei den neuen Modellen etwas überladen und unübersichtlich wirkt, so ist sie hier noch eine der besten, die man sich wünschen kann!
Für diejenigen, die auch das 8210 nicht kennen, hier ein kurze Auflistung der Menüpunkte: 1. Mitteilungen, 2. Anruflisten, 3. Profile, 4. Einstellungen, 5. Rufumleitungen, 6. Spiele, 7. Rechner, 8. Kalender, 9. Infrarot, 10. Dienste. Verwendet man eine SIM-Karte mit Application Toolkit, tritt noch ein 11. Menüpunkt dafür hinzu.
Die Bedienung ist eine etwas heikle Angelegenheit, da die Tasten wirklich winzig sind. Größere Männerpranken werden definitiv Schwierigkeiten bekommen.
Der Empfang des 8850 ist nicht so schlecht wie sein Ruf - zumindest sind das unsere Erfahrungen. Unsere Test-Telefonate beziehen sich überwiegend auf E-Plus und meist gut versorgte Stadtbereiche. Im D-Netz schwächelt es allerdings ab und zu ein wenig, auch wenn wir noch keine Gesprächsabbrüche hatten.
Die Gesprächsqualität ist gut, es gibt allerdings nicht wenige Handys die in dieser Hinsicht besser sind.
Diese beiden Werte sind bei der 8er-Reihe nicht der Hammer: als maximale Standby-Zeit sind 150h, als maximale Talktime 3h20 angegeben.
Da man ja aber in unseren Breiten meist eine Steckdose in der Nähe hat, ist dies nicht allzu tragisch - der LiIon-Akku kann ja auch immer geladen werden.
Auf die Frage, ob ich das 8850 für empfehlenswert erachte, kann ich mit einem klaren "Jein" antworten!
Es gibt heutzutage Mengen an billigeren und besser ausgestatteten Handys und die Business-Funktionen des 8850 sind nicht mehr ganz zeitgemäß. Das 8210 bietet die gleichen Funktionen, ist aber um einiges preiswerter. Die Bedienung ist nur mit kleinen Händen gut zu bewerkstelligen.
Die Vernunft rät also klar vom Kauf des 8850 ab.
Andererseits ist das 8850 jetzt schon ein Klassiker und ein Gerät, dass gewiss nicht in jeder zweiten Tasche steckt. Designbegeisterte und Individualisten, die auf komplette Business-Funktionalität verzichten können, sollten sich das 8850 evtl. mal näher anschauen, zumal die Preise nun in erschwinglichere Dimensionen gefallen sind.
Ich als Sammler und Freak werde mein 8850 jedenfalls nicht mehr hergeben, denn trotz einiger Nachteile ist es das schönste Zweit- und "Ausgeh-Handy", dass ich mir vorstellen kann.
Muss zugeben das ist ein Nokia Handy das echt was hermacht. Zum Glück denkt Nokia nach langer Zeit wieder um und bringt mit dem N8 ein Smartphone das wenigstens wieder vernünftige Materalien und hoffentlich auch Verarbeitung bringt.@8850Gast. Find ich gut wenn man nach über 10 Jahren immer noch begeistert davon ist auch wenn ich nicht weiß ob du es noch aktiv nutzt. Es ist einfach so das die meisten(mich nicht ausgeschlossen) doch eher das aktuelle suchen. Fortschritt ist auch gut. Aber grad Qualitativ hochwertige Dinge schätzt man oft auch nach langer Zeit noch. Würde mich echt intressieren ob du es immer noch nutzt?
Dein Bericht ist super. Das Nokia 8850 war mein erstes händy im Jahr 1999 und ich habe es immer noch!!! Bin noch immer begeistert wie am ersten Tag!!!
Da werden Erinnerungen wieder wach. Ich glaube, dass jeder das Handy einmal haben musste, genauso wie dass 8810. Wobei das sehr oft Software-Probleme hatte. Trotzdem waren es einmalige Handys.