Im Lieferumfang des SGH-S100 befindet sich nebem dem Handy der Standard- und ein Flach-Akku mit einer Kapazität von 720 bzw. 900 mAh, das geradezu winzige Ladegerät, ein schickes Headset mit PTT-Taste, ein Datenkabel, eine Software-CD (Easy GPRS 2.0), Bedienungsanleitungen für Telefon, WAP-Browser und Easy GPRS (jeweils in Deutsch und Englisch), ein Service-Heft und eine kleine Broschüre von T-Mobile, die eigene Anwendungen für das SGH-S100 bewirbt. Samsung war beim S100 also nicht knauserig und setzt die gute Tradition der reichhaltigen Beigaben auch bei diesem Modell fort.
Die Verpackung hingegen will nicht so recht zum Preis des S100 und zu dessen Stellung als Top-Modell der Samsung-Produktpalette passen. Während T100-Besitzer über eine Samtschatulle für das Telefon und die hochwertige Verpackung ins Schwärmen geraten, muss sich der Käufer des (teureren) S100 mit einem schlichten Karton mit einem Einsatz aus Presspappe begnügen. Zu allem Überfluss ist über die OVP noch eine T-Mobile-Hülle geschoben.
Natürlich ist die Verpackung absolute Nebensache aber ein wenig "isst" das Auge eben schon mit und andere Hersteller zeigen schließlich auch, dass Handys sehr hochwertig und ansprechend verpackt sein können.
Verglichen mit dem SGH-T100 ist das Design des S100 deutlich schlichter und dezenter, da es mit klaren Linien anstatt von organisch wirkenden Rundungen aufwartet und von außen fast schon ein wenig langweilig wirkt. Während das T100 eine eigenständige, charakteristische Formgebung besitzt, könnte ein Uneingeweihter das S100 auf den ersten Blick mit dem Q200 verwechseln.
Die "Beule" der Einfassung des Außendisplays ist beim S100 zwar oval und dunkler und nicht eckig und chromglänzend, aber die Grundform der beiden Modelle ist dennoch sehr ähnlich.
Die Lautstärke-Wippe und die Infrarotschnittstelle befinden sie wie beim A300 an der linken Seite, der Headset-Anschluss oben - also da, wo er auch hingehört.
Die Tastatur ist im Stile des N100 gehalten und fällt positiv auf. Auch wenn das T100 optisch ingsgesamt zwar etwas pfiffiger wirken mag, steht dem S100 die schlichte zeitlose Eleganz ausgezeichnet. Wie nahezu alle neueren Klapp-Samsungs ist das S100 übrigens ausschließlich in silber erhältlich.
Die Verarbeitung des S100 ist samsung-typisch ausgezeichnet: der Akku sitzt bombenfest, die Gehäuseteile grenzen mit perfekten Spaltmaßen aneinander und auch bei stärkerem Zusammendrücken ist dem Gerät kein Knarzen und Knirschen zu entlocken. Bei ganz genauem Hinsehen erkennt man allerdings, dass die Kanten der Gehäuseteile ein wenig unsauber gefertigt sind. Dies soll keine Erbsenzählerei sein und auch nicht die Verarbeitungsqualität schmälern, es ist nur aufgefallen. Insgesamt zeigt Samsung auch mit dem S100, wie genial ein Vollkunststoff-Handy verarbeitet sein kann - diverse andere Hersteller sollten sich hiervon eine Scheibe abschneiden.
Wer davon ausgeht, mit dem S100 einen Winzling wie das A400 oder Motorola V50 zu erwerben, täuscht sich gewaltig! Mit einer Größe 89x46x23mm (HxBXT) ist das S100 ein ziemlicher Wonneproppen. Die Gehäuselänge entspricht somit ziemlich genau der des Ericsson T66, allerdings ist das S100 etwa 3 mm breiter und 4-5 mm dicker. Nicht zu vergessen ist die Antenne, die oben rechts mehr als 2 cm aus dem Gehäuse ragt. Die für ein Klapp-Handy üppigen Abmessungen haben natürlich ihren Grund: für die Lange und Breite ist in erster Linie das wirklich riesige Farbdisplay verantwortlich, das schlicht und einfach seinen Platz fordert. Die Tastatur ist dementsprechend sehr großzügig dimensioniert, was einer angenehmen Bedienbarkeit sehr zugute kommt. Durch die Verwendung des zweiten Außendisplays ist eine viel flachere Konstruktion vermutlich nicht möglich, auch wenn eine solche dem S100 wirklich gut gestanden hätte. Wem das Samsung S100 zu groß vorkommt, der soll es einfach mal mit dem E-Plus-iMode-Flop NEC n21i vergleichen - dann weiß er, was er hat.
Das Gewicht ist werksseitig mit 94 g (mit Slim-Akku) bzw. 99 g (mit Standard-Akku) angegeben und es scheint, als ob hier etwas gemogelt wurde, um die magische 100g-Marke zu unterbieten. Das S100 (mit SIM) kurz auf einer digitalen Briefwaage gewogen, ergibt 104g mit dem flachen und 108g mit dem dicken Akku.
Neben den Soundqualitäten (siehe nächster Punkt) ist das große Hauptdisplay zweifelsohne eins der beiden Highlights des SGH-S100. Schon im ausgeschalteten Zustand beeindruckt es durch seine Größe von 4,2x3,3 cm, was einer Bildschirmdiagonale von 2,1“ entspricht - beim Anschalten ist man nahezu überwältigt. Im Gegensatz zum aktiven TFT-Display des T100 basiert das Display des S100 zwar auf der passiven DSTN-Technik, kompensiert die etwas blasseren Farben und die etwas geringere Helligkeit dieser Technik aber durch die Möglichkeit 65.536 Farben darzustellen, während das T100 "nur" über 4096 Farben verfügt. Auch wenn beim T100 die Farben etwas kräftiger und die Grafiken etwas feinzeichnender sind (kleineres Display bei gleicher Auflösung von 160 x 128 Pixeln), so ist das Display des S100 dennoch absolut brillant und übertrifft z.B. das TFT-Display des Nokia 9210 sowohl in puncto Helligkeit, als auch im Hinblick auf die Farbkraft.Leider ist das Display nicht reflektiv, so dass die Ablesbarkeit im hellen Sonnenlicht deutlich schlechter wird, und man nur schwer etwas erkennen kann.
Die Entwickler von Samsung werden wissen, dass die verwendeten Displays exzellent sind, denn wie immer werden die Fähigkeiten auch reichlich ausgenutzt. Neben aufwändigen StartUp- und Abschaltanimationen, sind 22 animierte Hintergrundbilder im Telefon gespeichert: neben einem Kalender, einer Analog- und einer Digitaluhr stehen z.B. ein farbenprächtiges Aquarium, eine Sonnenblume, ein Schmetterling oder die 12 Sternbilder zur Verfügung. Weitere Bilder stehen auf der mitgelieferten CD zur Verfügung oder können aus dem Internet gespeichert und über die Software im Telefon gespeichert werden; im Menüpunkt „Downloads“ stehen hierfür 20 Plätze zur Verfügung.
Wie beim Ericsson T68 besteht die Möglichkeit, ein Menü-Farbschema (Theme) aus mehreren auszuwählen. Die Anzeige der Hauptmenüs kann ebenfalls auf zwei Arten erfolgen: man kann die Hauptmenüs entweder als verschiedenfarbige "Karteikarten" darstellen, oder aber die Hauptmenüs mit Bildern unterlegen lassen, von denen dann jeweils das des markierten Menüs farbig dargestellt wird.
Das Display kann - z.B. beim Lesen einer SMS - maximal 9 Zeilen mit jeweils 16 Zeichen anzeigen, wobei die oberste Zeile die Empfangs- und Akkuanzeige (mit 6 Balken bzw. 3 Batterie-Segmenten) beherbergt und die unterste von den Softkey-Funktionen belegt wird. Die verbleibenden 7 Zeilen für die Texte sind aber mehr als ausreichend.
Auf dem blau beleuchteten Außendisplay werden im Standby-Modus Empfang und Akkustatus, Uhrzeit (groß in der Mitte) sowie Wochentag und Datum angezeigt. Ist der Vibrationsalarm eingeschaltet, wird dies ebenfalls durch ein Icon deutlich.
Bei eingehenden Anrufen kann man die Nummer des Anrufenden auf einen Blick erkennen, was die Benutzung der Aktivklappe erheblich komfortabler macht.
Außendisplays setzen sich zwar immer mehr bei Klapp-Handys durch, stellen die angezeigten Informationen aber meist nur in grober Auflösung und bescheidener Qualität dar. Nicht so beim Außendisplay des S100, dessen Auflösung bei einer Breite von 2,3 und einer Höhe von 1,8 cm sagenhafte 96 x 64 Pixel beträgt. Zum Vergleich: das Display eines Nokia 8210 besitzt eine Auflösung von 84 x 48 Pixeln.
Auch beim Außendisplay wird die hohe Auflösung ausgenutzt: feine animierte Symbole umrahmen die Nummer oder den Namen bei ankommenden Rufen und sorgen auch hier für ein kleines optisches Erlebnis. Durch langes Drücken der seitlichen Wippe lässt sich die Beleuchtung des Außendisplays für 20 Sekunden aktivieren, so dass sich die dortigen Informationen auch im Dunkeln ablesen lassen.
Die Tastatur weckt - wie schon erwähnt - Erinnerungen an andere Samsung-Modelle. Wie beim T100 oder Q200 ist die Gruppe um die Navigationstaste in einem dreidimensional wirkenden, liegenden Oval angeordnet, wobei die Internet-Taste aber nicht im Navi-Key, sondern zusammen mit den beiden Softkeys im "äußeren Ring" liegt. Die C- und die Hörer-Tasten schließen den Ziffernblock nach oben ab und sind mit ihm in dem charakteristischen Design der N100-Tastatur gehalten. Die Tasten sind schön groß, liegen aber wie üblich sehr flach im Gehäuse. Zusammen mit den fehlenden deutlichen Grenzen zwischen den Tasten sorgt dies dafür, dass die "blinde" Bedienung sehr erschwert wird und man sich beim schnellen Tippen ziemlich konzentrieren muss.
Der Druckpunkt und das Feedback der Tasten ist sehr gut und auch die Ansprache ist sehr präzise, so dass auch schnelle Eingaben einwandfrei erkannt werden.
Die Beleuchtung ist ebenfalls in einem tiefen, sehr schönen blau gehalten, aber leider nicht sonderlich gleichmäßig. Zudem ist der durchleuchtete Teil der Tasten unseres Testgerätes ziemlich fleckig, so dass es beim genaueren Hinsehen so aussieht, als ob die Tasten innen verschmutzt seien.
Das zweite Highlight des S100 sind die polyphonen Klingeltöne, die das Gerät zu einer wahren Soundmaschine machen. Die unter Verwendung eines Yamaha-Soundchips erzeugten, bis zu 16-stimmigen Melodien übertreffen alles andere, was derzeit erhältlich ist! Unter den 20 enthaltenen Klingeltönen dürfte für jeden Geschmack ein passender dabei sein: vom antiken Telefonklingeln oder dezentem Glockenklang über populäre klassische Stücke (Faurés sanftes Après un rêve , Bizets Les Toréadors, der Blumenwalzer aus Tschaikowskis Nussknacker-Suite etc.) bis hin zu poppigen Sounds bietet das S100 Melodien aus allen Stilrichtungen. Als kleiner Seitenhieb in Richtung Nokia und Siemens kann die beliebte Badinerie aus Bachs h-moll-Suite verstanden werden - am direkten Vergleich der Töne sehen die anderen Geräte sehr, sehr alt aus.
Auf der beiliegenden Software-CD sind noch zusätzliche Töne enthalten und weitere können mit dem Programm aus dem Internet heruntergeladen und aufgespielt werden - wie bei den Bildern ist im Download-Menü Platz für 20 weitere Melodien vorhanden.
Es sind 10 verschiedene separate Töne vorhanden, die SMS und CB-Meldungen zugeordnet werden können und nicht ganz so aufwändig sind wie die eigentlichen Klingeltöne.
Die Feature-Liste des S100 hört sich durchaus vielversprechend an und vermittelt den Eindruck, dass das Gerät die perfekte Synthese aus Fun-, Lifestyle- und Business-Handy darstellt: 2,1“-Display mit 65k Farben, 16-stimmige Klingeltöne, Java, EMS, GPRS Klasse 8, TriBand, IrDA, geräteinterner Speicher für 500 Nummern und 50 SMS, Kalender, Aufgabenliste, Anrufergruppen und, und, und ... Leider Gottes sieht die Realität etwas anders aus und auch beim S100 ist manches nicht wirklich durchdacht.
Aber gehen wir der Reihe nach vor:
Telefonbuch:
Der geräteinterne Rufnummernspeicher ist ebenfalls nicht optimal gelöst. Bei Geräten wie dem Siemens S40, S45i oder SL45i haben wir ein komplettes Adressbuch mit Feldern für die Postanschrift etc. sehr zu schätzen gelernt, so dass es beim Samsung S100 negativ auffällt, dass nur drei Nummern und eine E-Mail-Adresse speicherbar sind. Wie beim Ericsson T68 bedeuten die beworbenen 500 Einträge, dass 500 Felder belegt werden können, so dass bei vollständiger Nutzung jeweils aller vier Felder nur 125 verschiedene Kontakte gespeichert werden können.
SIM- und Gerätetelefonbuch können nicht getrennt angezeigt oder bei Bedarf ausgeblendet werden, was für die Nutzer mehrerer Geräte, die häufiger die SIM-Karte wechseln, nachteilig sein kann. Es wird nur eine Liste angezeigt, in der nicht leicht ersichtlich ist, wo der Eintrag nun gespeichert ist. Es wird sich zeigen, ob es Probleme mit der Rufnummernanzeige etc. gibt, wenn alle Einträge doppelt, also auf der SIM und im Telefon, gespeichert werden.
Die Synchronisation mit Outlook ist leider nicht möglich, so dass Telefonnummern und Termine zwingend manuell oder über die beiliegende Software eigegeben werden müssen.
Das manuelle Speichern neuer Kontakte mit mehreren Nummer ist ziemlich umständlich und erinnert an Sony-Handys: nach Eingabe der ersten Nummer und des Namens speichert das Telefon den Eintrag ab und man muss ihn dann erneut aufrufen, um die anderen Nummern zu speichern.
Sehr schön hingegen ist die Möglichkeit, 10 verschiedene Anrufergruppen einzurichten, denen nicht nur unterschiedliche Klingelmelodien, sondern auch unterschiedliche SMS-Töne zugeordnet werden können.
Wie mittlerweile üblich können den Zifferntasten 2-9 Rufnummern zugeteilt werden, um sie per Kurzwahl mit einem langen Tastendruck anrufen zu können, Voice Dialing (sowie Voice Memo und Voice Command) fehlen hingegen.
SMS und Voice Mail:
Beim Tippen der ersten paar SMS fällt einem auf, dass das T9 nicht in der Lage ist, neue Wörter zu lernen und auch die Eingabe von Sonderzeichen oder Zahlen umständlicher ist als z.B. bei den Geräten aus Finnland. Wie schon bei diversen Ericssons muss man nach einem großgeschriebenen Wortanfang manuell auf Kleinschreibung umschalten, was die Eingabe ebenfalls verkompliziert. Nicht gesendete SMS werden bis zum Senden im Postausgang gespeichert und danach automatisch gelöscht, was sehr praktisch ist. Fünf eigene Vorlagen können erstellt und gespeichert werden, werksseitig vordefinierte Texte sind nicht vorhanden.
Es können wie schon erwähnt 50 SMS im Telefon gespeichert werden und es steht ein zusätzlicher Speicher für 80 CB-Meldungen zur Verfügung. Da SMS deutlich populärer sind, wäre hier ein dynamischer Speicher nützlicher gewesen, da der CB-Speicher bei den meisten Nutzern ungenutzt brachliegen dürfte.
Das S100 ist EMS-fähig und der Versand einer Testnachricht (bestehend aus einem Bild, einem Ton und einer Animation) an das Ericsson T68 klappte problemlos. Neben den 10 Standard-EMS-Klängen sind 24 Bilder, 10 Animationen und 15 animierte Emoticons (Smilie-Männchen) enthalten und es können weitere eigene gespeichert werden. Ganz nützlich ist die Tatsache, dass beim Verfassen einer EMS eingeblendet wird, wie viele SMS die Nachricht verbrauchen wird.
Anrufliste:
Dieser Menüpunkt bietet naturgemäß keine spektakulären Features, sondern separate Listen für unbeantwortete Anrufe, angenommene Gespräche und gewählte Nummern (jeweils 20 Einträge, mit Zeitstempel) sowie einen Timer für das letzte Gespräch und die Gesamtzeit und einen Gebührenzähler.
Toneinstellungen:
Auf die wichtigsten Punkte wurde schon eingegangen und es dürfte klar sein, dass in diesem Menüpunkt die Klingel-, SMS-, Tasten- und Sondertöne sowie deren Lautstärke eingestellt werden kann. Natürlich erfolgt hier auch die Auswahl des Klingel-Modus, wobei zwischen Klingelton, Vibra und Vibra + Klingelton gewählt werden kann. Bei dem letztgenannten Modus vibriert das Handy dreimal, bevor der Klingelton einsetzt. Die Lautstärke reicht vom wirklich leisen und dezenten Sound bis hin zu einem wahren Klanggewitter, das in nahezu jeder Situation gehört werden sollte.
Telefoneinstellungen:
Hier finden sich die Display-, Sprach-, Sicherheits- und sonstigen Einstellungen und auch die Schnellzugriffs-Belegungen der Navigationstaste (dazu später mehr) und die Aktivierung der Infrarotschnittstelle erfolgt in diesem Menü.
Die Infrarotschnittstelle zeigt übrigens sehr gut die Halbherzigkeit, die die Samsung-Entwickler teilweise an den Tag gelegt haben. Die IrDA-Schnittstelle eignet sich nur für die Verwendung als Infrarotmodem, nicht aber zur Datenübertragung. Sorry, Samsung, aber das verdient ein dickes Minus.
Etwas unlogisch verteilt sind die das Display betreffenden Einstellungen, da sie in die Punkte „Benutzereinstellungen“ und „Display-Einstellungen“ aufgeteilt wurden. Hinter dem erstgenannten Punkt verbergen sich die Wahl des Hintergrundbildes, des Farbschemas und der Anzeige der Hauptmenüs, unter dem letzteren die Aktvierung der Hintergrundbilder, die Kontrasteinstellung, die Beleuchtungsdauer und die Steuerung der Status-LED, die in wahlweise in einer von 7 verschiedenen Farben blinken oder komplett deaktiviert kann. Dies ist ein gutes Beispiel für die Detailverliebtheit, die Samsung ebenfalls pflegt und die in krassem Gegensatz zu den Defiziten und der teilweise halbherzigen Umsetzung elementarer oder zumindest wichtigerer Funktionen steht.
Organizer:
Wie nicht anders zu erwarten, sind hier die Kalender-Funktionen, Datums- und Alarm-Einstellungen sowie der Taschen- und Währungsrechner untergebracht.
Termine und Aufgaben lassen sich natürlich auch nicht per Infrarot übertragen, aber ansonsten ist der Kalender durchaus nett gemacht. Perfekt ist er dennoch nicht: die Monatsansicht wird zwar schön übersichtlich auf dem großen Display dargestellt, eine schöne Wochenübersicht, wie man sie von Ericsson oder Siemens kennt, fehlt hingegen. Tage, an denen ein Termin (genannt Memo) besteht, sind in der Monatsübersicht farblich hervorgehoben - ein Termin deswegen, weil man nur einen pro Tag eingeben kann. Elemente der Aufgabenliste erscheinen regulär nicht im Kalender, können aber in diesen hineinkopiert werden und evtl. als "Termin-Ersatz" dienen.
Für leichte Verwirrung sorgt der Wochenanfang, der auf Sonntag festgelegt und sich auch nicht ändern lässt. Dies kann das Bild, das Kalender abgibt, aber nicht weiter verschlechtern - durch den Platz für nur einen Eintrag pro Tag ist er eh unbrauchbar.
Bei den Alarm-Funktionen kann man zwischen einmaligem und täglichen Alarm, sowie einem Weckruf wählen. Die Besonderheit des Weckrufes ist, dass er wahlweise von Montag-Freitag oder alternativ von Montag-Samstag zu der festgelegten Zeit erinnert, am Sonntag aber schweigt. Es lässt sich hier ebenfalls einstellen, ob das Telefon auch im ausgeschalteten Zustand erinnern soll oder nicht - da sich an dieser Frage normalerweise die Geister scheiden, gar keine schlechte Lösung.
Der Taschenrechner ist recht simpel und erlaubt nur die 4 Grundrechenarten. Ebenso einfach ist der Währungsrechner, bei dem man aber unlogischerweise vor jeder Berechnung den Wechselkurs eingeben muss.
Netzdienste:
Wie die Rufliste ein eher unspektakuläres Menü, da sich hier nützliche, aber nicht sonderlich faszinierende Features verbergen. Neben den Rufumleitungen, dem Anklopfen, der Rufnummernübermittlung und -unterdrückung und anderem befindet als kleine Besonderheit der Unterpunkt „Bandauswahl“: man schaltet manuell zwischen GSM 900/1800 und GSM 1900 um.
Funbox:
Die „Funbox“ gliedert sich in die drei Untermenüs Spiele, WAP-Browser, und Downloads.
Im ersten Untermenü befinden sich die drei fest installierten Spiele AirShooting, SpaceWar und MyPet.
Das WAP-Menü erklärt sich von selbst: dort sind der Browser (WAP 1.2), Favoriten, Einstellungen etc. untergebracht. Die GPRS-Klasse 8 ermöglicht 4 Timeslots im Down- und einen im Upstream.
Im Menü Downloads werden alle nachträglich installierten (Java-)Applikationen abgelegt und auch die selbstaufgespielten Töne und Bilder sind hier zu finden. Mit den Spielen Bowling, midpman und Hexa sind drei Java-Games vorinstalliert. Der Nachteil der „actiongeladenen“ Games wie AirShooting oder midpman ist deren Langsamkeit - sie laufen einfach nicht flüssig genug, so dass eine Menge Spielspaß verloren geht.
Nutzt man eine Karte mit SIM-Toolkit, erscheint ein weiterer Menüpunkt, der allerdings penetranterweise beim Aufrufen des Hauptmenüs an erster Stelle steht.
Im Gegensatz zum horizontalen Hauptmenü des T100 sind beim S100 sowohl das Haupt- als auch die einzelnen Untermenüs in der klassischen vertikalen Listenform aufgebaut, die auch die übersichtlichste und bedienerfreundlichste Struktur darstellt. Für manche mögen die waagerecht durch das Bild scrollenden Namen der Unterpunkte (sofern sie zu lang für das Feld sind) etwas ungewohnt sein, man kann sich aber recht schnell damit vertraut machen.
Die Navigation erfolgt mit der zentralen 4-Wege-Steuertaste und den beiden Softkeys; der Direktzugriff auf einen Menüpunkt kann auch durch Eingabe seiner Nummerierung (z.B. Menü-7-2-1) erfolgen.
Im Standby-Screen gleicht die Softkey-Belegung der von Nokia: der linke führt ins Menü, der rechte ins Telefonbuch. Innerhalb der Menüs dient der linke Softkey meist zur Auswahl des markierten Punkts, der rechte führt zumeist einen Schritt zurück, wobei diese Funktion auch die C-Taste besitzt. Durch Druck der roten Hörertaste gelangt man von jedem Ort des Menüs wieder zur Standby-Anzeige zurück. Wie man es vom Siemens S45 und SL45 kennt, kann die Auswahl eines Elements oder das Zurückgehen auch durch einen Rechts- bzw. Linksklick mit der Navigationstaste erfolgen, was eine schnellere Bedienung ermöglicht.
Wie schon von anderen Samsungs bekannt, kann man im Standby-Modus den vier Richtungen des Navi-Keys jeweils eine Funktion zum Schnellzugriff zuweisen - ein sehr schönes und nützliches Feature!
Insgesamt ist die Bedienung des S100 wegen des übersichtichen Menüs und der großen Tastatur als durchaus intuitiv und ergonomisch - lediglich die schon erwähnte Flachheit und fehlende deutliche Begrenzung der einzelnen Tasten mag manchen anfänglich Probleme bereiten.
Nach bisherigen Erfahrungen ist das S100 ein überdurchschnittlich empfangsstarkes Gerät - auch an etwas kritischen Orten hielt es sowohl im D- als auch im E-Netz wacker die Verbindung zum Netz, während andere Geräte deutlich schneller die Segel strichen. Erst in einem tiefen Keller erfolgte ein kompletter Netzverlust. Ansonsten ist die Anzeige auch bei schlechter Versorgung nie unter 2 (von 6) Balken gefallen.
Die Sprachqualität ist gut, die Stimmen der Gesprächspartner klingen satt und deutlich und auch man selbst wird nach den Aussagen der Gesprächspartner ausgezeichnet verstanden. Trotz allem Lob gefällt die äußerst klare Sprachwiedergabe bei diversen Ericssons noch ein Stückchen besser. Die maximale Hörerlautstärke könnte allerdings etwas größer sein - in lauten Umgebungen könnte die Verständigung für S100-Besitzer möglicherweise schwierig werden, sofern sie nicht das beigelegte Headset benutzen wollen.
Die Samsung-Angaben zur Standby- und Gesprächszeit lauten max. 150 Std./6Std. mit dem Slim- und bis zu 180 Std./8Std. mit dem Standard-Akku.
Die letzte Ladung des Slim-Akkus hat bei unserem Test 1,5 Tage gehalten, wobei man allerdings berücksichtigen muss, dass im Zuge dieses Berichts sehr viel mit dem S100 herumgespielt wurde und der Akku vermutlich noch ein paar Ladezyklen zur vollständigen Konditionierung braucht.
Unsere momentanen Schätzungen gehen dahin, dass dem Slim-Akku bei durchschnittlicher Nutzung nach 2,5 Tagen die Puste ausgeht, während der Standard-Akku vermutlich 3,5 - 4 Tage durchhalten wird.
Angesichts der Tatsache, dass Samsung-Handys noch nie Standby-Wunder waren, ist die Akku-Leistung in anbetracht des sicherlich hungrigen Displays gar nicht so schlecht. Da man ein S100 wohl auch nicht in die Wildnis entführen wird, sollte es kein Problem sein, in regelmäßigen Abständen eine Steckdose aufzutreiben.
Denjenigen, die mit dem S100 liebäugeln, aber eine vollwertige Business-Funktionalität erwarten, können wir nur vom Kauf abraten, da sie mit dem S100 keinesfalls lange glücklich werden. Der Wow-Effekt, den das geniale Display und die tollen Sounds verursacht, wird sich vermutlich mit der Zeit abnutzen - zurück bleibt die halbherzige oder unlogische Umsetzung mancher Basics. Man sollte ebenfalls nicht vergessen, dass man für gut ein Drittel des Preises des S100 derzeit immerhin ein Siemens S45 oder ein Nokia 6310 bekommen kann, die für den Alltagsgebrauch unser Meinung nach besser geeignet sind.
SMS-Junkies werden vermutlich von dem verhältnismäßig kleinen SMS-Speicher und dem nicht lernfähigen und teilweise verworrenen T9 nicht sonderlich begeistert sein.
Hätte Samsung dem S100 ein vollwertiges Adressbuch mit größerem Speicher, ein besserer Kalender, eine datenfähige Infrarotschnittstelle, Outlook-Kompatibilität und evtl. gar Bluetooth und MMS spendiert und gewisse Feinheiten wie das T9 besser umgesetzt, hätte das S100 DAS perfekte Handy für alle Zielgruppen werden können. So, wie es ist, ist es leider nur ein hübsches, aber zu teures Gerät für die Freunde von Farbe, Musik und silbernen Klapp-Handys geworden.
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