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Sagem myX-6

Lieferumfang & Verpackung

Foto: AreaMobile | DD Inhalt und Verpackung des Sagem myX-6

Quadratisch, praktisch, gut. Wäre dieser Werbeslogan nicht schon von einem Schokoladenhersteller benutzt worden, hätte man diesen durchaus für die Beschreibung der Verpackung des Sagem myX-6 benutzen können. Das Handy kommt in einer sehr stabilen Pappverpackung, die schon außen Spaß macht: farblich attraktiv gestaltet mit einem Wackelbild (Motiv ändert sich je nach Sichtwinkel).

Auch das Innenleben der Verpackung kann sich sehen lassen: CD-bookletgroße Anleitungen in deutsch, französisch und italienisch, eine Schnell-referenz in den gleichen Sprachen, ein Kabel-headset (leider ohne Anruf-Annahmeknopf), eine CD mit der "Communication and Management Software" Wellphone (Anleitung auf CD), ein Ladekabel, um den Li-Ion Akku (3,7V; 1500 mAh) zu laden und das Mobiltelefon myX-6. Alle Teile finden im Karton ihren festen Platz.

Design / Verarbeitung

Bei der Frage nach dem Design erhält man die veschiedensten Aussagen: Die Palette reicht vom interessanten Retro-Design bis hin zum Purismus. Das myX-6 ist jedenfalls durch klare Linien definiert und wirkt je nach Betrachtungswinkel unterschiedlich. Die Oberseite wirkt elegant und stabil, denn hier fehlt der von anderen Handys bekannte Übergang zwischen Display und Gehäuse und damit die Möglichkeit, für Staub und Schmutz hier einzudringen. Die äußeren Seiten des myX-6 wurden im mattierten Metall-Look gehalten und werden lediglich durch den Lade- / Datenkabeleinsatz und das IrDA-Fenster unterbrochen. Die Rückseite unterstützt durch das gemusterte Plastik (Metall-Look) den Eindruck einer stabilen Verarbeitung und bietet in der Tat einen effektiven Schutz gegen Kratzer. Designtechnisch wirkt das Sagem myX-6 wie aus einem Guss, denn die ovale Ausformung der Vorderseite findet sich zweifach auf der Rückseite wieder: einmal in Form eines Schutzschiebers, um die Kameralinse zu schützen und zum anderen in Form eines zweiten Schiebereglers zur Fixierung der Rückseiten-Covers.

 

Die Verarbeitung des myX-6 ist gut. Zwar gibt es vereinzelt ein leichtes Knarzen beim Druck auf verschiedene Gehäusestellen, aber dabei bleibt es dann auch. Der Spagat zwischen wechselbarem Front- und Backcover einerseits und einer stabilen Verarbeitung anderseits ist Sagem gut gelungen. Das Gesamterscheinungsbild ist sehr gut.

Display & Tastatur

Das myX-6 bringt akzeptable 106 Gramm auf die Waage und ist damit leicher als es aussieht. Ein Highlight des Handys ist das TFT-Farbdisplay mit einer Größe von 128x160 Pixeln und einer Farbwiedergabe von 65.536 Farben. Damit konkurriert das myX-6 mit den japanischen / koreanischen Handys und liegt vor den meisten europäischen Modellen, in denen noch öfter Displays mit 4.096 Farben (12 Bit Farbtiefe) verbaut werden. Bereits hier sei die eingebaute CCD-Kamera erwähnt, die sich von den herkömmlichen CMOS-Handy-Kameras in Sachen Farbbrillianz und Kontraststärke positiv abhebt. Aufgenommene Bilder sehen auf dem sehr gleichmäßig und stark ausgeleuchtetem Display einfach genial aus.

Foto auf dem Display

Foto an PC übertragen

 

Die Tastatur wirkt neben dem großen Display etwas winzig, denn die Tasten liegen dicht beieinander. Versehen oder gewollt: die typische Erhebung oder spezielle Kennzeichnung der Taste "5" fehlt, was die Orientierung beim "blinden" Tippen etwas erschwert. Auch wäre es schön gewesen, wenn sich die zwei Options-Tasten (siehe Foto: obere Tasten links und rechts) in der Form von der Rufannahme und Abweise-Taste unterscheiden würden, um eine schnelle und fehlerfreie Betätigung zu garantieren. So schaut man lieber zweimal auf die Taste, um auch ja die richtige zu erwischen. Ist man bei seiner Wunschtaste angekommen, so wird einen der knackige und präzise Druckpunkt überzeugen. Die Tasten reagieren sehr schnell und lassen ein harmonisches und flottes SMS-Tippen zu.

Und wer nach der 10.000sten SMS das Gefühl hat, die Tastatur könnte mal erneuert werden, sollte dies tun: einfach die Tasten-Matte austauschen und fertig.

 

Die in der Mitte gelagerte 4-Wege-Wippe (links, rechts, oben, unten) ist sehr gut zu bedienen und leitet den Benutzer zielsicher zum gewünschten Menü. Hier könnte man lediglich eine Verbesserung durch eine 5-Wege-Wippe (zusätzliches "Reindrücken") erreichen, um Eingaben zu bestätigen.

Ausstattung

Die Frage nach der Ausstattung eines Handys spielt eine wichtige Rolle bei der Kategorisierung. Bei dem Sagem myX-6 fielen uns nur wenige fehlende Features auf, um es in die Kategorie Business- / High-End-Handy zu stecken. Wer sein Handy und seine Kontaktdatenbank intensiv nutzt, legt großen Wert auf eine Synchronisation mit gängigen E-Mail-Clients - am besten OTA (over the air) mit Bluetooth. Leider fehlen bei dem myX-6 ein integrierter E-Mail-Client und auch eine Bluetooth-Schnittstelle. Kontaktdaten, bsp. aus Outlook können nicht direkt auf das Handy übertragen werden. Allerdings ist ein Umweg über einen Datenexport und einen anschließenden Datenimport in das mitgelieferte Programm "Wellphone" möglich. In unserem Test funktionierte die Übertragung der Kontaktdaten ohne Probleme. Danach steht der Synchronisation zwischen Wellphone und myX-6 via Infrarot nichts mehr im Wege. Auch hier gilt also: Viele Wege führen nach Rom.

Für Freunde des schnellen Datenverkehrs bietet "Wellphone" einen GPRS-Controller, um das Handy als Zugangspunkt zu einem ISP (Internet-Service-Provider) seines Vertrauens zu nutzen. Die Kombination Laptop / myX-6 sorgt also auch unterwegs für ein schnelles Internet, vorausgesetzt man hat einen IrDA-Port verfügbar.

Wellphone ist ebenfalls ein sehr kompetentes Programm zum Managen des Handys. Es können sowohl das SIM- als auch das Handy-Telefonbuch bearbeitet, SMS gesendet, geordnet, archiviert und sämtliche Service-Informationen des Handys abgerufen werden. Weiterhin ist auf der CD das Programm "FotoWin" enthalten. Der Titel ist verwirrend, denn dahinter versteckt sich ein leistungsstarkes Fax-Programm, das einem jeden (Fax-)Wunsch erfüllt. Auch der Fax-Test verlief nach der Installation absolut problemlos. Nach der Installation konnten wir sofort Testfaxen.

Foto: AreaMobile | Sagem myX-6 beim Faxversand via IrDA

 

Wie bereits erwähnt sind es nur "kleine" Feinheiten, die das Sagem myX-6 von einem absoluten Alleskönner trennen. Die Ausstattung ist umfangreich und läßt neben den erwähnten fehlenden Features keine Wünsche offen. Hier ein kleiner Auszug:

  • personalisierbare Hintergründe, Displayschoner, Klingel-, Warn-, Kamera-, Wecker- und SMS-Töne
  • Voicerekorder
  • Freisprecheinrichtung (dazu mehr unter dem Punkt "Empfang & Sprachqualität")
  • kräftiger Vibrationsalarm (verschiedene Modi: Vibration+Ton, nur vibrieren, aus, vibrieren dann Ton)
  • raufladbare Klingeltöne im midi- und wav-Format (PCM)
  • verschiedene Skins,
  • 9 Sprachen (Deutsch, Italienisch, Spanisch, Französisch, Tschechisch, Niederländisch, Türkisch, Portugiesisch, Englisch) für die Menüwahl
  • eine Befestigungsmöglichkeit für ein Lanyard (Foto 1 | Foto 2)
  • GPRS (Class 10) WAP (Version 1.2.1)
  • 2,3 MB Speicher für das Telefonbuch, Fotos und Klingeltöne, sehr gute Speicherübersicht
  • runterladbare Spiele (bei Vodafone: Load-a-Game, leider kein Java)
  • Organizer-Funktionen wie Kalender, Aufgaben, Timer, Taschen-/ Währungsrechner, Wecker
  • lernfähiges T9-Wörterbuch, SMS, MMS

An dieser Stelle möchten wir noch einmal auf die integrierte CCD-Digitalkamera eingehen. Über die Steuerwippe besteht die Möglichkeit, individuelle Einstellungen für die Umgebung zu treffen. Dabei stehen drei Modi zur Verfügung:

  • Verhindern der Hintergrundbeleuchtung
  • Außenaufnahmen
  • geringe Helligkeit (z.B. für schummrige Kneipen)

Außerdem kann durch das Betätigen der Wippe nach oben und unten der 3-fach Digitalzoom genutzt werden. Hierbei sollte der Benutzer allerdings beachten, dass es sich wirklich um einen DIGITALzoom und nicht um einen OPTISCHEN Zoom handelt. Der Digitalzoom fokusiert dabei einen Punkt an und interpoliert lediglich die Pixel, während der optische Zoom das Bild wirklich vergrößert (bekannt vom Teleobjektiv einer Spiegelreflexkamera). Die Qualität des Digitalzooms ist logischerweise geringer.

Wenn das aufgenommene Foto gefällt, stehen anschließend noch zahlreiche Filter und Möglichkeiten bereit, um das Foto zu bearbeiten, z.B. Sepia, Zoom, Negativ, Graustufen, Markierung, Rahmen hinzufügen, Kontrast, Schärfe und Unschärfe. So kann das Foto noch ein wenig interessanter gestaltet werden.

Menüführung & Bedienung

Das Sagem myX-6 bietet dem Nutzer neun obere Menüebenen, die treffend bezeichnet und durch animierte Icons illustriert sind. Die Steuerung erfolgt über die 4-Wege-Wippe.

Alle weiteren Untermenüs sind nicht animiert, aber mit viel Liebe zum Detail grafisch in Szene gesetzt worden. So lässt es sich schnell und zielsicher durch das Telefon steuern. Es macht wirklich Spaß, durch die einzelnen Menüs zu springen, nur um zu sehen, was sich die Franzosen designtechnisch haben einfallen lassen. Der Liebling der Redaktion: das "Blues-Brother-Icon" im Sicherheitsmenü. Es scheint so, als ob die Franzosen das Telefon bis ins kleinste Details perfekt geplant hätten. Einfach klasse.

Für etwas Verwirrung dürften anfänglich die frei definierbaren Options-Tasten sorgen, denn intuitiv drückt man an diesen rum und landet schneller als man denkt in irgendeinem Untermenü. Dabei ist die Steuerung nach kurzem Probieren recht logisch: zwei definierbare "Top"-Ziele erreicht man sehr schnell durch doppeltes Drücken der linken bzw. rechten Options-Taste. Da man aber die Tasten mehrfach belegen kann, erreicht man die anderen definierten Ziele (Favoriten oder Quick-Links) über einmaliges Drücken der Options-Taste, anschließendem Durchblättern mit Hilfe der Wipp-Taste (je nach dem wie viele Quick-Links man definiert hat) und dann erneutes Drücken der Options-Taste.

Probleme im Umgang mit der Steuerung dürfte niemand haben, der schon einmal ein Handy bedient hat. Auch das Tippen einer SMS geht mühelos von der Hand. Sonderzeichen, T9, Zahlen, Groß- und Kleinbuchstaben sind spielend zu wechseln.

Empfang & Sprachqualität

Hier braucht sich Sagem mit seinem myX-6 nicht zu verstecken. An manchen schlecht versorgten Plätzen hat das myX-6 noch Empfangsbalken, wo andere Handys schon aussteigen. Getestet haben wir im D- und E-Netz, wobei wir keinen Unterschied feststellen konnten.

Die Sprachqualität lässt auch keine Wünsche offen. Polyphone Klingeltöne bedingen eine sehr gute Qualität des Lautsprechers und so konnten wir im Gesprächstest weder ein Rauschen noch ein Knacken oder Knarzen festellen. Die angerufenen Testpersonen bestätigten ebenfalls einen sehr guten und vollen Klang. Besonders beeindruckend klingt die integrierte Freisprecheinrichtung: klare und laute Wiedergabe der Sprache ohne jegliches Scheppern und Knistern. Wer ein Sony Ericsson P800 besitzt und die ebenfalls integrierte Freisprecheinrichtung nutzt, würde sich bei einem Direktvergleich neidisch umschauen, denn die Lautsprecher-Qualität des Sagem myX-6 ist um Längen besser.

Standby- & Gesprächszeit

Die Herstellerangaben von bis zu 310 Stunden Standby-Zeit und 280 Minuten Sprechzeit sind unter den bekannten minimalen Nutzungszeiten erreichbar. Wer also wenig SMS tippt, wenige Fotos macht und nicht zu häufig den Displayschoner aktiviert, kann diese Zeiten wirklich nachvollziehen.

Aber wie es sich für ein echtes Lifestyle-Handy gehört, möchte man natürlich auch alle Funktionen ausgiebig nutzen und dann kann die Akkulaufzeit schnell auf 8 Tage reduziert werden. So ein großes TFT-Farbdisplay saugt ganz schön an der Akku-Kapazität. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass auch ein Li-Ion-Akku erst "konditioniert" werden muss und seine volle Leistung erst nach rund 20 kompletten Lade- und Entladevorgängen voll erreicht. Unser Testgerät kam direkt aus der Produktion und hat somit erst ein paar Ladezyklen hinter sich.

Zum Stromsparen aber noch ein Tipp: im Menü Einstellungen » sonstige » Energiesparmodus gibt es die Option, die Belechtung des Handys zu regeln. Dabei kann man zwischen kompletter, nur Displaybeleuchtung oder ausgeschalteter Beleuchtung wählen. Geniale Idee, denn nicht viele Hersteller bieten diese Option, obwohl das durchaus sinnvoll ist.

Fazit

Sagem hat uns mit dem myX-6 ein Handy von Brillianz und technischer Ausgereiftheit vorgelegt, wie man es von einem der Global Player wie Nokia oder Siemens erwartet hätte. Die implementierten Features sind hervorragend umgesetzt worden und lassen sich kinderleicht bedienen. Das myX-6 wirkt sehr solide und durchdacht. Wenn es einem "kleinen" Hersteller wie Sagem gelingt, bei den zwei größten Netzbetreibern Deutschlands gelistet zu werden, dann spricht einiges dafür, dass die Qualität entsprechend hoch ist und es sich um ein Top-Handy handelt. Genau das können wir mit unserem Test bestätigen. Das Sagem myX-6 ist ein echtes Überraschungswunder und bietet eine unglaubliche Auswahl an Personalisierungsmöglichkeiten. Dass die Java- und Bluetooth-Unterstützung fehlt, ist dabei lediglich ein Schönheitsfehler.

Bisher ließen hohe Preise den großen Run auf die Kamera-Handys ausbleiben. Mit dem Sagem myX-6 gibt es nun aber einen echten Preisbrecher, der zusammen mit einem Vertrag bei T-Mobile und Vodafone genau für 1,00 Euro zu haben ist. Besser geht´s nun wirklich nicht.

Ohne zu zögern können wir eine "Empfehlung der Redaktion" aussprechen, denn momentan bietet das myX-6 eines der besten Preis-Leitungsverhältnisse am Markt. Es ist schön zu sehen, dass Sagem absolut konkurrenzfähige Handys produzieren kann und damit den Top-Brands wie Nokia und Co. Teile des Marktanteils strittig macht. Weiter so!

 
 
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