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NEC e606

Lieferumfang & Verpackung

Wie man es heutzutage schon gewohnt ist, bekommt man auch das Nec e606 in einer schicken Pappschachtel, jedoch wird das Innenleben nicht durch Pappmaché sondern in einer Plastikhülle geschützt. Jedes Teil im Lieferumfang ist einzeln in einer Zellophanhülle verpackt und somit gegen Staub und Wasser geschützt. In der Verpackung findet man zum einen das Herzstück des Inhalts, das NEC e606, zwei Akkus und zwei (!) Ladegeräte, wobei eines lobenswerterweise für das Auto gedacht ist. Weiterhin findet man die Garantiekarte und ein Stereo-Headset mit zwei Kopfhörern. Die Druckkosten für ein Handbuch hat man sich bei NEC gespart und liefert es dem Kunden einfach auf der CD mit, die auch die Software für den Datenaustausch zum PC beherbergt. Zur physischen Herstellug der Verbindung ist ein leider sehr kurz geratenes USB-Kabel mit in der Verpackung.

Design / Verarbeitung

NEC e606 offen frontal

NEC e606 offen frontal

Bei der Verarbeitung darf man geteilter Meinung sein. Die einen mögen Aussehen, Größe und mangelnde Ästhetik des e606 tolerieren, weil es einfach eines der ersten Serien-UMTS-Geräte ist. Die anderen werden das Gerät einfach nur unattraktiv, groß und klobig finden: immerhin leistet sich NEC für das Profil des e606 satte 3,2cm Höhe und ist so meilenweit von einem Vergleich z.B. mit einem hochintegrierten Samsung T400 entfernt. Dennoch sind sich wohl alle einig: Size does matter ! Die Leistung, die das e606 bringt, rechtfertigt die Größe und die damit verbundene Akkuleistung.

Gute Arbeit hat der japanische Hersteller beim Folder-Mechanismus geleistet: nichts quietscht, klappert oder hakt, die Rastung funktioniert sehr sauber und souverän und sollte auch grobmotorischeren Lifestylern mit UMTS-Neigung nicht die Freude am mobilen Videoempfang mindern. Lediglich die Außenkamera ist ein Staubfänger und erfordert nach jedem Hosentaschenaufenthalt ein wenig Zuneigung.

Ein von Samsung bekanntes Außendisplay sucht man vergeblich, aber die Multicolor-LED neben der Außenkamera macht das im Grunde wett, da man so eindeutig zwischen SMS, Video- oder Sprachanruf unterscheiden kann.

Display & Tastatur

Die Tasten des e606 sind für Menschen jeder Hand- und Fingergröße geeignet und haben einen sehr sanften Druckpunkt. Die Toleranz vom Mittelpunkt des Drucksensors ist sehr hoch, so dass eigentlich jeder Druck das gewünschte Ergebnis liefern sollte. Schnelles Eingeben von Texten ist allerdings aufgrund des langsamen Prozessors nur schwer möglich, so dass man genug Zeit hat, sich die richtige Taste vor dem Tippen auszusuchen.

Neben den Standard-Telefontasten finden sich auf dem Tastenfeld fünf weitere Tasten, die als Steuerkreuz angeordnet sind: die oberen sind für Quick Access auf Mitteilungen und Kontakte vergeben. Die unteren bringen einen ins Menü oder zu speziellen Dienstleistungen des 3G Service Providers. Im Falle von Hutchison 3G gelangt man so in die 3Zone und navigiert anschließend mit den Steuertasten. Der zentrale Button, der „Softkey“ dient zur Bestätigung.

Ein wahrer Hingucker ist das große TFT Display, welches mit seinen 65.536 Farben auf 132 x 162 Pixel Fläche so manchen grauen Alltag zum Sonnenschein werden lässt. Die Helligkeit lässt sich in 11 Stufen regulieren und das gegen direkten Sonneneinfall geschützte Display bietet ein wahres Feuerwerk beim Betrachten von Hintergrundbildern und Videos. Wer ein bisschen Strom sparen will, kann die Beleuchtung des Displays auf minimal schalten, denn in der höchsten Stufe erinnert die Intensität bereits der einer kleinen Taschenlampe.

Dass dieses Gerät für 3G-Services gebaut wurde, merkt man spätestens, wenn man sich ein Video ansieht oder einen Videocall entgegennimmt. Kleine Goodies erwarten einen im Hintergrund, wie das Wakeup-Menü, für das man sich Einschaltanimationen und Hintergrundbilder auswählen kann. Eigene GIF / JPG-Dateien lassen sich via USB-Kabel auf das Handy laden und als Hintergrundbild verwenden.

Ausstattung

Das e606 vereint mit Hilfe der UMTS-Dienstleister Funktionen einer digitalen Kamera, Fernseher und Handheld und dank exzellenter Tonqualität vielleicht sogar einer kleinen Musikanlage. Allerdings sind die vorinstallierten 13 Klingeltöne sicherlich nicht jedermanns Geschmack, umso erfreulicher sind die 17 freien Plätze für neue Töne. Kreative werden aber einen Klingeltoneditor vermissen, diskretere Menschen sich dafür über den äußerst intensiven Vibrationsakku freuen, der fast selbst schon als Klingelton durchgeht.

Das Handy verfügt über zwei Kameras, wobei die innere zur Videotelefonie dient, und die äußere primär für Foto- oder Videoaufnahmen genutzt werden kann. Bildgröße und Qualität lassen sich einstellen, über CIF (352x288px) geht die Auflösung aber nicht heraus. Nokia-Handies leisten hier mit einer maximalen Auflösung von 800x600 Pixeln deutlich mehr. Die Qualität der Aufnahmen ist relativ gut, der Auslöser reagiert schnell und sowohl Aufnahmen im Hellen als auch in dunklen Räumen gelingen gut. Ein Selbstauslöser für Gruppenfotos wurde ebenfalls nicht vergessen.

nec 606e rendered geschlossen

nec 606e rendered geschlossen

Eine MIDP1.0 kompatible Java Virtual Machine ist integriert; NEC spendiert der Softwareplattform gleich einen ganzen Menüpunkt, hinter dem sich in erster Linie Spiele verbergen, welche bei unserem Testgerät aber nicht vorinstalliert waren.

Sehr viel Wert wurde auf eine überzeugende Multimedia-Ausstattung gelegt. So findet sich im Menüpunkt Multimedia eine Software zum Aufzeichnen von Videos und Bildern, die in dem mit 32 MB recht großzügig bemessenen Speicher Platz finden. Videos können als MPG4, WMA (Windows Media) und 3GP (dem Hutchison 3 – Format) gespeichert werden. Während eines Gesprächs können 20 Sekunden Video mitgeschnitten, bzw. eine Minute Audio mit der Diktierfunktion aufgenommen werden.

Die Kontaktverwaltung bietet mit 500 Einträgen und der Möglichkeit, zu jedem Anrufer ein individuelles Portrait anzuzeigen, gehobenen Standard. Dabei füllt im Unterschied zu Nokia oder Siemens das Portrait des Kontakts bei eingehenden Anrufen oder beim Wählen das ganze Display. Jedem Kontakt können die vom .vcf-Format bekannten Felder zugeordnet werden, und die Kontakte können in Gruppen organisiert werden.

nec 606e rendered offen

nec 606e rendered offen

Im Bereich Connectivity hat NEC ein wenig gespart: Zwar lässt sich mit Hilfe des mitgelieferten Kabels eine Verbindung zum heimischen PC via USB herstellen (das USB-Kabel teilt sich einen Steckplatz mit dem Netzadapter), die Bluetooth-Schnittstelle wurde aber stiefmütterlich behandelt. Es lässt sich lediglich eine DFÜ-Verbindung für den PC über das drahtlose Protokoll herstellen – einfachen Austausch von Daten mit anderen Bluetooth-fähigen Geräten versucht man vergebens. Auf der beiliegenden CD findet man Software zur Kommunikation zwischen PC und Handset, die einen bei der Synchronisierung von Kontakten, Kalender, Ruftönen und Multimediadaten unterstützt.

Die Übertragung von Daten zum Handset gestaltet sich jedoch stellenweise als ziemlich trickreich: das e606 weigerte sich beständig, Bilder oder Töne anzunehmen, die eine gewisse undokumentierte Dateigröße überschreiten. So muss man ein wenig herumprobieren, bis das Lieblingsbild im JPG-Format eine Größe erreicht hat, die vom Handset angenommen wird. Klingeltöne liegen übrigens als MIDI-File vor, so dass für einigermaßen erfahrene Anwender die Erstellung eigener Kompositionen nicht schwierig sein sollte.

An Office-Zubehör findet man Kalender, ToDo-Liste, Taschenrechner, Währungsrechner, Sprachmemo und Notizen. Die obligatorische und sehr sinnvolle Weckfunktion ist natürlich auch mit dabei.

Menüführung & Bedienung

Das e606 wird über ein recht intelligentes und intuitives Menü gesteuert. Die Bedienung erfolgt einhändig über das Steuerkreuz, dessen Zentrum der Softkey bildet. Ein spannendes Novum ist die Multitaskingfähigkeit: Durch ein längeres Drücken der Menütaste kann man zwischen verschiedenen Applikationen wechseln, so lässt sich bequem ein Video aufnehmen, während man eine SMS schreibt (wobei der Sinn dieses Beispiels mal dahingestellt sein soll). Ein kleines Icon in der rechten oberen Ecke des Displays informiert über den Zustand anderer offener Anwendungen. Der Haken bei der sonst schönen Funktion: der Prozessor ist viel zu langsam, um Multitasking wirklich bedienerfreundlich werden zu lassen, aber nach Meinung der Redaktion wird es nicht lange dauern, bis NEC leistungsfähigere Komponenten verbaut, die auch flüssiges Arbeiten mit mehreren Anwendungen möglich machen.

Empfang & Sprachqualität:

Die Sprachqualität des e606 ist sehr vernünftig. Eine Freisprecheinrichtung fehlt leider, und die maximale Lautstärkeregelung ist bei (Video-)Telefonaten in der Öffentlichkeit immer noch ein wenig zu leise. Die Empfangsleistung ist ebenfalls sehr ordentlich, und dank der Kooperation zwischen 3 Austria und A1 wird man bei Verlassen einer UMTS-Zelle sofort in den Roaming Bereich von A1 übernommen, so dass Aussetzer des Empfangs im Testgebiet nicht stattfanden.

Standby- & Gesprächszeit:

Die Standby- und Gesprächszeit fällt ziemlich dürftig aus. Das liegt zum einen sicherlich an den mächtigen Funktionalitäten, die den Prozessor und damit die Energieversorgung belasten und andererseits an der noch in den Kinderschuhen befindlichen UMTS-Übertragungstechnologie. NEC denkt mit und liefert einen zweiten Akku serienmäßig mit. Welchen Zweck das zweite Netzteil erfüllen soll, bleibt uns aber ein Rätsel, denn der Akku muss ohnehin im Gerät geladen werden. Für die Pendler unter uns macht dies möglicherweise Sinn. Bei normaler Benutzung bleibt das e606 ca. gerade einmal einen halben Tag lang betriebsbereit, was im Vergleich zu anderen gängigen Geräten geradezu lächerlich wenig erscheint. Bei aktiver Nutzung der Multimediafähigkeiten und Videotelefonie gibt der Akku bereits nach 2 Stunden auf. Dies ist der Preis für ein Gerät, das aufgrund seiner erstaunlichen Funktionsvielfalt vielleicht eher als Prototyp für langatmigere Line-Ups gesehen werden sollte. Unser Tip für Enttäuschte: Ein paar Minuten Gesprächszeit mehr lassen sich erreichen, wenn man die Intensität der Hintergrundbeleuchtung minimiert, die offensichtlich einen beträchtlichen Teil des Energievorrats verschlingt.

Fazit

Mit dem Nec e606 hat der asiatische Hersteller ein UMTS Gerät auf den Markt gebracht, welches mit seinen Funktionen herkömmlichen GSM Geräten in nichts nachsteht. Die etwas größeren Maße verzeiht man alleine schon, wenn man das NEC e606 aufgeklappt, und das hochauflösende Display bewundern kann. Punkten konnte das Handset mit seinen 32 MB Speicher, der ausgereiften Videotelefonie- und Multimediafunktionalität. Einen etwas bitteren Nachgeschmack hinterlässt die mangelhafte Bluetooth-Connectivity und die unzureichenden Energiereserven für den UMTS-Alltag. Aber das sind mit Sicherheit keine unlösbaren Probleme für die nächsten Generationen und daher warten wir bereits sehnsüchtig auf NECs nächste Testmuster.

 
 
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