Wir hatten die t-zones-Version des SGH-V200 im Test, bei der die "normale" Verpackung um einen t-zones-Umkarton ergänzt wurde. Das Design des Samsung-Kartons wurde unserer Meinung nach aber sehr unglücklich gewählt, denn hier wird neben einem V200 eine Spiegelreflexkamera abgebildet, die gedankliche Rückschlüsse auf qualitativ hochwertige Fotos zuläßt. Mögliche Nachkaufdissonanzen beim Ausprobieren der V200-Cam sind damit vorprogrammiert - dazu später mehr.
Zum Lieferumfang gehört das volle Programm: Handy, Ladekabel, ein Slim- und ein Standard-Akku, Datenkabel, CD-ROM, Anleitungen im mehreren Sprachen und ein Headset. Hier kann man sich nicht beschweren.
Mittlerweile hat sich Samsung auf ein, über mehrere Modelle erfolgreiches, Design festgelegt. Das Prinzip des Folder-Phones hat sich im asiatischen Raum schon seit längerem durchgesetzt und scheint auch zunehmend in Europa Fuß zu fassen. Samsung zumindest setzt, abgesehen vom SGH-C100, konsequent auf den Klappmechanismus und bietet dem Nutzer ein maximales Verhältnis zwischen großem Display und benutzerfreundlicher Tastatur. Das Design gefällt und ist ergonomisch gestaltet.
Beim Thema "Verarbeitung" kassiert Samsung regelmäßig Bestnoten - dies ist auch beim V200 der Fall. Trotz häufiger mechanischer Beanspruchung des Klappmechanismus gibt es keinerlei Verbrauchsspuren. Der Mechanismus arbeitet sauber und präzise und läßt sich mühelos mit einer Hand bedienen. Die Innovation des V200 ist die um 180° Grad drehbare Digitalkamera. Sie wurde stabil im Scharnierbereich des Handy eingebaut.
Das TFD-Innendisplay hat eine Displayauflösung von 128 x 160 Pixel und stellt 65.536 Farben dar. Damit ist das SGH-V200 im europäischen Raum auf der Höhe der Zeit und setzt Maßstäbe im Bereich farbenfroher Darstellung. Hier macht es wirklich Spaß ein Foto auf dem Display zu betrachten. Allerdings nur solange, wie man das Handy nicht der direkten Sonneneinstrahlung aussetzt, denn selbst dann können die 23 verschiedenen Kontraststufen nichts mehr ausrichten - das Display wird unlesbar. Platz bietet das Display reichlich: SMS-Texte werden mit 7 Zeilen à ca. 20 Zeichen dargestellt. Leider kann man die Schriftgröße nicht individuell einstellen.
Das Außendisplay kommt wie gewohnt in blau-monochromer Bauweise daher. Kontrasteinstellung in 20 Stufen bei einer Displayauflösung von 96 x 64 Pixel informieren schon vor Öffnen des Handys über Anrufer, Akku-Stand, Netz, Datum, Uhrzeit und eingehende Mitteilungen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch das Außendisplay nach japanischem Vorbild mit 4096 Farben erstrahlt.
Die Tastatur ist bei Samsung schon ein echter Klassiker: gute Verarbeitung, schnelles und direktes Reagieren und ein guter Druckpunkt zeichnen die Tastatur aus. Die verfügbaren Tasten entsprechen in etwa denen des kürzlich vorgestellten SGH-T400. Novum beim V200: die etwas veränderte Anordnung und die neu hinzugekommene Kamera-Taste, die eine sofortige Ansteuerung der eingebauten Digi-Cam ermöglicht. Bei der T-Mobile gebrandeten Version wurde der mittig platzierte, blaue "i"-Button durch einen magenta-farbenen "t"-Button im bekannten @-Style ersetzt.
Zweifellos ist die drehbare Kamera eines der interessantesten Features am V200. In Verbindung mit dem farbenfrohen Display sind aufgenomme Fotos auch wirklich ein Augenschmaus, der jedoch getrübt wird, sobald man aufgenommene Fotos an den heimischen PC überträgt. Stark sichtbare horizontale Kompressionsartefakte, schlechte Kontraste, stark überzeichnete Farbkanten und leichte Farbverwischungen sind nicht gerade Zeichen hoher Foto-Qualität. Zudem wird das Bild in fester CIF-Auflösung (352 x 288 Pixel) aufgenommen. Daher ist die eingangs erwähnte Abbildung einer Spiegelreflexkamera auf der Verpackung etwas unglücklich, denn gerade ältere Menschen, denen Fotohandys noch nicht so vertraut sind, bilden falsche Assoziationen und denken vermutlich an die hervorragende Qualität einer "echten" Kamera. So dürfte die Enttäuschung schon vorprogrammiert sein.
Als Vergleichsmaßstab für Fotos diente uns das Sagem myX-6, dass drei unterschiedliche Auflösungen (max. 640 x 480 Pixel) und eine, für ein Fotohandy, relativ gute Bildqualität liefert (siehe Sagem myX-6 Test).
Samsung hat dem V200 die Easy-GPRS-Software beigelegt, die zum Verwalten des Telefons dient. So können z.B. Klingeltöne (mmf-Format) und Bilder hochgeladen und aufgenommene Fotos runtergeladen werden. Theoretisch, denn wie immer sieht die Praxis anders aus. Wir vermuteten, dass T-Mobile netterweise den Datentransfer via beigelegtem Datenkabel teilweise blockiert, um sicherzustellen, dass Logos und Klingeltöne mit Sicherheit über GPRS und damit kostenpflichtig über den Äther gehen. Auch eine Alternativ-Verbindung über IrDA schlug fehl und katapultierte Easy-GPRS reproduzierbar in eine endlose Fehlerschleife, die letztendlich im Absturz endete. Ein Live-Update auf die neueste Version 2.1.5 brachte keine Verbesserung. Ein Anruf bei der T-Mobile Hotline zerschlug jedoch unsere Vermutung. Uns wurde versichert, dass es seitens T-Mobile keine Beschränkungen im Datentransfer mit einem PC gibt.
Das SGH-V200 ist ansonsten auf der Höhe der Zeit und macht Spaß in der Verwendung. Ein optisch ansprechende Menüführung, 40-stimmige Klingeltöne und über GPRS (Class 8) und einem Notebook konnten wir eine problemlos eine Internet-Testverbindung aufbauen. Leider ist die IrDA-Schnittstelle nicht zur Kommunikation mit anderen Handys geeignet, sondern nur zum Auslesen der Handydaten über Easy-GPRS-Software und als Modem-Connector.
Die Menüführung ist unkompliziert gehalten und kann optisch in zwei verschiendenen Varianten dargestellt werden. Entweder seitenweise, wobei jeder Menüpunkt auf dem Display einzeln angezeigt wird oder fortlaufend, so dass immer drei Hauptmenüpunkte gleichzeitig auf dem Display zu sehen sind. Insgesamt stehen 11 dieser Hauptmenüpunkte zur Verfügung. Die Aufteilung ist logisch und recht gut durchdacht. Eine Übersicht der Menüstruktur haben wir Ihnen in einem separaten Dokument bereitgestellt: bitte klicken (pop-up).
Um in das Menü zu gelangen, muss die linke obere Taste gedrückt werden. Die Bedienung des Menüs erfolgt dann über das mittig platzierte Steuerkreuz. Bei der T-Mobile-Variante ist hier jedoch Vorsicht geboten, denn schneller als man möchte, drückt man möglicherweise ungewollt die t-zones-Taste, die eine Verbindung zum Online-Portal von T-Mobile aufbaut. Das Steuerkreuz kann darüber hinaus noch mit vier frei konfigierbaren Short-Cuts verknüpft werden, wie z.B. "neue SMS schreiben" oder "Kalender".
Die rechte obere Taste ist fest mit dem Telefonbuch verknüpft. Ein Klick und man kann seine Kontakte verwalten, Gruppen bearbeiten, Kurzwahl konfigurieren und den Speicherstatus kontrollieren.
Der Empfang des SGH-V200 ist einwandfrei. Wir konnten die Standard-Antenne sogar durch eine Stummelantenne ersetzen und hatten anschließend noch immer hervorragenden Empfang. Die Länge der Standard-Antenne wäre seitens Samsung daher eventuell noch einmal zu überdenken, denn schließlich bieten Stummelantennen angenehmeren Tragekomfort und verhindern ein mögliches Abbrechen.
Bezüglich der Sprachqualität gab es Diskussionen. Testgespäche im geschlossenen, ruhigen Raum stellten keine Probleme dar und es gab lediglich ein sehr leises Rauschen. Der Gesprächspartner war laut und deutlich zu verstehen.
Ein Outdoor-Test auf einer belebten Straße oder im fahrenden Auto zeigte, dass interne Rausch-Unterdrückungs-Algorithmen auch einen Großteil der Gesprächslautstärke nehmen. So hatten wir teilweise Probleme den Gesprächspartner trotz voll Lautsprecher-Lautstärke zu verstehen.
120 Stunden Standby und 4 Stunden Gesprächszeit sind laut Anleitung mit dem Slim-Akku zu erreichen. Anscheinend ist Samsung aber selbst nicht ganz von diesen Zeiten überzeugt und legt dem Lieferumfang standardmäßig einen Zweitakku bei. Natürlich hängen die Zeiten immer sehr stark von Nutzungsverhalten ab und so kann man Samsung auch keinen Strick draus drehen. Ein Mehr an Farbe und ein größeres Display wird sicher jeder Nutzer zu Ungunsten einer kürzeren Akkulaufzeit gern tolerieren.
Das SGH-V200 ist ein tolles Handy mit kleinen Schönheitsfehlern. Es fehlt vor allem an vertrauten Features, die man von anderen Herstellern kennt. So wäre etwa ein lernfähiges T9-Wörterbuch, eine individuelle Klingelton- / Vibrationskombination oder Bluetooth schon sehr wünschenswert. Vielfältige Personalisierungsmöglichkeiten lassen ein individuelles Mobiltelefon zu, allerdings wäre eine etwas größere Detailtiefe ebenfalls schön gewesen.
In unserem Test versagte die kostensparende Kommunikation des Handys mit dem PC. Gerade bei einem Foto-Handy sollte das reibungslos funktionieren, denn wer möchte schon jedes Bild über email oder MMS versenden?! Die Software Easy-GPRS lief leider nicht in der gewünschten Stabilität und gestattete keinen Transfer von Klingeltönen oder Logos.
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