Über die Verpackung des myV-65 lässt sich in unserem Fall leider nicht viel berichten, denn unser Testgerät kam nicht in der normalen "Vodafone-Retail-Verpackung", sondern in einem kleinen weißen Karton, der den Maßen des Retail-Kartons entspricht. Spannender als die Verpackung ist natürlich der Inhalt, und dieser ist in unserem Fall laut Sagem identisch mit der Vodafone-Version.
Im Inneren des Kartons befinden sich das Handy Sagem myV-65 inkl. Akku (Li-Ion, 1050 mAh), ein Ladegerät, ein Quick-Start-Guide und eine optisch gut aufbereitete Komplett-Anleitung im Booklet-Format. Weiterhin ist die Kommunikationssoftware "Wellphone" in der Version 1.5.3.4 mit an Bord, die den Datentransfer zwischen Handy und PC ermöglicht. Ein Kabel-Headset, wie man es vom Lieferumfang des myX-6 her kennt, sucht man leider vergeblich. Jedoch wird man nach kurzer Recherche im Vodafone-Online-Shop fündig, wo man dieses für 14,95 Euro erwerben kann. Weiterhin können für den gleichen Preis eine Ledertasche und Kfz-Ladekabel erstanden werden.
Das Design des V-65 ist im Vergleich zum X-6 etwas eleganter geworden. Als Material wurde zwar ausschließlich Plastik, doch das Finishing ist sehr hochwertig. Im Automobilbereich würde man die Farbe unseres Testgerätes als Hellblau-Metallic bezeichnen und vermutlich als "Extra" in der Rechnung verbuchen. Die gesamte Oberfläche ist sehr kratzfest und hinterlässt einen positiven Eindruck. Schick wirkt auch die Rückseite, denn der schwarze Kamera-Schutzschieber des X-6 wurde gegen ein silbernes Pendant ausgetauscht und wird nun in der Vertikalen verschoben.
Der kleine Spiegel für Selbst-Porträits wurde gleich mit auf den Schieber gesetzt. Dieser rastet an den zwei Endpunkten mit einem kräftigen Klicken ein und wackelt keinen Millimeter. Um die Linse ist das Plastik ebenfalls matt versilbert, was einen metallischen Eindruck hervorruft. Die leicht erhabene Oberfläche der Rückseite gibt dem Ganzen einen sportlichen Touch und rundet das Design sehr gut ab.
Sagems Konstrukteure haben sich bei diesem Gerät definitiv Symmetrie, einheitliche Optik und Ästhetik auf die Fahnen geschrieben. Die beim myX-6 noch asymmetrisch designten Vorder- und Rückseiten wurden beim V-65 komplett überarbeitet. Auch das Infrarot-Auge auf der rechten Seite wurde durch schwarze Designelemente auf beiden Seiten geschickt versteckt.
Die Verarbeitung von Handys mit Wechselcovern ist immer eine heikle Angelegenheit, denn der Spagat zwischen einerseits schnell und einfach wechselbaren Covern und andererseits festem und stabilem Sitz gelingt nicht vielen Herstellern. Erfahrungsgemäß beklagen sich die Nutzer schon nach wenigen Wochen der Benutzung über wackelnde Schalen, Akkus und Staubkörnern auf dem Display. Sagem ist diese Gratwanderung sehr gut gelungen, denn die Festigkeit des Covers lässt zunächst kein Wechselcover vermuten. Auch etwas gröberer Umgang, Torsionsbewegungen und hartnäckiges Pressen auf verschiedene Gehäusestellen entlocken dem V-65 kein Knacken, Knarzen oder sich ändernde Spaltmaße. Alles sitzt bombenfest an seinem Platz. Umso auffälliger ist die Tatsache, dass einzig und allein die 4-Wege-Navigationstaste in der Bewegung nach oben ein unangenehmes Knarzen von sich gibt - und das je nach Stärke der Drückens permanent. Im Gesamteindruck und im Vergleich zum X-6 hat Sagem im Bereich Verarbeitung und Design ordentlich nachgebessert.
Pluspunkte gibt es auch bei der Tastatur. Während beim X-6 die Tasten winzig waren und von Zeit zu Zeit die sarkastische Forderung ertönte, den Lieferumfang um eine Lupe zu erweitern, geht die Bedienung des V-65 nun auch für einen normalgroßen Männerdaumen bequem vonstatten. Die Tasten sind größer und liegen augenscheinlich weiter auseinander als beim Vorgänger X-6 - die Platzeinteilung beider Mobiltelefone für die jeweiligen Tasten ist jedoch gleich. Sollte sich nach langer Benutzung der Tasten die silberne Farbe lösen, so kann das Tasten-Pad aus flexiblem Kunststoff einfach ausgetauscht werden.
Ein echter Hingucker ist der neue 4-Wege-Nav-Key. Neben der zielsicheren und knackigen Bedienung bietet der Nav-Key eine sehr helle und farblich attraktive Beleuchtung. Sagem scheint den Markt genau zu beobachten und sich der Ergonomie von Marktführer Nokia anzupassen.
Das Tastatur-Layout ähnelt mittlerweile dem der finnischen Handys und so findet die Rufannahme-Taste ihren Platz auf der linken Seite, während die Taste zum Beenden des Telefonats nun auf der rechten Seite sitzt. Als Nutzer, der von einem Nokia-Gerät zu einem MyX-6 migrierte, wurden zunächst alle Anrufer weggedrückt, das V-65 lässt sie nun wieder zu Wort kommen.
Alle Tasten reagieren schnell und lassen den Nutzer spüren, dass die Eingaben auch verstanden wurden. Um die Eingabegeschwindigkeit z.B. von Telefonnummern zu erhöhen, empfehlen wir, die Tastentöne (Klack, Ton, DTMF-Ton) zu deaktivieren, da sie die Eingabe um wenige Millisekunden verzögern. Eine weitere Verbesserung würde man mit einer 5-Wege-Navigation erreichen, aber das obliegt dem Wohlwollen der französischen Designer.
Das Display des V-65 ist mit seinen 65.000 Farben auf dem heutigen Stand der Technik und darüber hinaus noch immer vielen Konkurrenten um Länge voraus. Bei Neigen und Rollen reagiert das Display sehr unempfindlich und lässt sich unter den meisten Winkeln noch seh gut ablesen.
Während bei asiatischen Geräten mittlerweile 262.000 Farben Standard sind, wurde im europäischen Raum noch nicht einmal die Grenze von 4096 Farben flächendeckend durchbrochen. Nach Meinung der Redaktion ist eine Farbtiefe von 16 Bit für ein Display dieser Größe völlig ausreichend; darüber hinausgehende Werte zerren nur unnötig an der Akkuleistung und bringen vergleichsweise wenig. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in AreaMobile´s kleiner Farblehre.
Die Auflösung des Displays beträgt 128x160 Pixel und ermöglicht ein angenehmes Ablesen aller Informationen. Die Ausleuchtung ist gleichmäßig, kontrastreich, sehr hell und es gibt auch an dieser Stelle nichts zu beanstanden. Das Display entspricht unserer Meinung nach exakt dem des X-6, das schon vor sechs Monaten ein absolutes Highlight war.
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