Der neue kleinste Bruder in der "Sony Ericsson-Familie" kommt in einer schlichten Pappverpackung in weiß-grüner Farbgebung in die Geschäfte. Die Verpackung bildet das Telefon im für Sony Ericsson so typischen zurückhaltenden Stil von allen Seiten ab. Auf einer der Seiten wird für die vier Besonderheiten des Handys geworben: MMS-Fähigkeit, 4096 Farben Display, Spiele und 32stimmige polyphone Klingeltöne.
Beim Öffnen der Schachtel macht sich erst einmal Ernüchterung breit. Das Handy, ein Akku, ein Ladegerät und Bedienungsanleitungen in verschiedenen Sprachen befinden sich darin. Das Handydisplay ist mit einer Schutzfolie versehen, auf der die wesentlichen Ausstattungsmerkmale nochmals abgedruckt sind.
Das T230, das im wesentlichen für den Einsteigermarkt konzipiert wurde, ist designtechnisch und in seiner Verarbeitungsqualität vielen Mitbewerbern des angepeilten Preissegments um Längen voraus. Dabei erinnert die quadratische Schlichtheit des Gehäuses an das Modelle T310, das einst als preiswerte abgespeckte Variante des mittlerweile sehr beliebten T610 verkauft wurde.
Der Joystick wurde durch einen 5-Wege-NavKey ersetzt, der auf den ersten Blick dank der verchromten Randflächen sehr edel aussieht. Leider will bei der Benutzung keine wahre Freude aufkommen. Mehr dazu im Kapitel "Display und Tastatur". Das Display wurde mit einer etwas abgesetzten Plateauabdeckung geschützt, an die sich die beiden Telefonietasten nahtlos anpassen.
Die Spalte an den Bauteilkanten sind größer ausgefallen als bei höherpreisigen Geräten des Herstellers und auch der Akkudeckel ist nicht von der Qualität, wie man sie z.B. von High-End-Geräten wie dem P900 gewohnt ist. Er wackelt leicht und lässt sich auch nur mit etwas Übung und Fingerspitzengefühl aufsetzen und abnehmen. Das Corporate Design verbreitet Sony Ericsson aber in gewohntem Maß: ein gravierter Schriftzug, ein Bubble-Logo auf der Gehäuserückseite und ein aufgedruckter Schriftzug hinter der Displayverglasung lassen keinen Zweifel über die Herkunft des Geräts aufkommen. Damit man das edle Design auch herumzeigen kann, wurde an der Oberseite eine Öse für Necklaces eingearbeitet. Die Gehäusemaße (101x44x19 mm) lassen sich mit einem C55 oder C60 von Siemens vergleichen, hier hören die Ähnlichkeiten aber auch schon auf.
Zwiespältigstes Designelement des T230 ist die keilförmige Abschrägung der Gehäuseseiten, die sich zum Gehäuserücken hin verjüngen. Nach einstimmiger Meinung der Redaktion trägt diese Form nicht gerade zu sicherem Halt bei. In mehr als einer Situation beobachteten wir den Tester beim Handy-Juggling, während er versuchte eine SMS zu schreiben.
Besser als die Konkurrenz meistert das T230 die Punkte Displayauflösung und Qualität. Trotz der relativ beschränkten Displayfläche von 101x80 Pixeln bringt Sony Ericsson 9 Menüpunkte in ansprechender Optik auf den Bildschirm. Das Display ist angenehm hell beleuchtet und im Dunkeln exzellent ablesbar. Schwieriger verhält es sich bei Sonnenlicht. In dieser Geräteklasse kann man keine transflektiven Displays erwarten, und so wirkt die Darstellung outdoor sehr kontrastarm und ist unter direkter Sonneneinstrahlung kaum noch abzulesen.
Mit 4096 Farben ist das T230 auch kein Farbschwergewicht, aber die Hintergründe und vorinstallierten Bilder sind angenehm farbfroh und die Farbbrillanz ist bedeutend besser als bei Siemens-Displays.
Im Gegensatz zu Geräten höherer Klassen von Sony Ericsson zeigt das T230 leichte vertikale Streifen im TFT-Display, die aber bei weitem weniger das Gesamtbild stören als bei Konkurrenzprodukten. Probleme hat das Display bei der Darstellung absoluter Schwärze - man erkennt deutlich Nuancen von Farbverfälschungen an einzelnen Pixeln im Display, die aber bei farbiger Ansicht nicht schwer ins Gewicht fallen.
Größter Schwachpunkt dieses Bereichs des T230 ist die eigenwillige Tastatur. Die Geometrie und Anordnung der Zifferntasten und Softkeys erinnert ein wenig an das T610, doch wurden die Rufannahme- und Auflegentaste größer gestaltet und gegenüber dem restlichen Tastenblock deutlicher abgehoben. Die Tasten wurden aus einem gummiähnlichen Kunststoff gefertigt und schwimmen geradezu unter dem Druck hinweg, den man aufbringen muss, um eine Taste zu betätigen. Darunter leidet die Exaktheit der Eingabe aber nur subjektiv, da man meistens zwar die richtige Taste erwischt, sich aber unterbewusst immer fragt, ob man den richtigen Buchstaben /die richtige Zahl getippt hat.
Der mäßige Eindruck verschlechtert sich am 5-Wege-Navkey. Dieser sieht edel aus und nach dem ersten Gefühl ist er auch recht ergonomisch, es stellt sich aber bereits sehr bald Ernüchterung ein.
Der verchromte Hotkey im Zentrum der Vierwegewippe ist abgerundet, sticht nicht besonders weit heraus und hat zu alledem noch einen sehr harten Druckpunkt. Ihn mit der ganzen Fingerkuppe zu betätigen erweist sich fast als ein Ding der Unmöglichkeit, da man so meistens auch eine der Navigationsrichtungen mitnimmt, die Betätigung via Fingernagel ist ebenfalls eine rutschige Angelegenheit.
Nur wenig aufmuntern konnte uns die sanft grüne Hintergrundbeleuchtung der Tastatur, die im Dunkeln zwar ausreicht, um das Tastenfeld wiederzufinden, die Ziffern aber nicht ausreichend ausleuchtet.
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