Für Asiaten scheint die Verpackung eines Handys einen besonderen Stellenwert zu haben - so besteht die Verpackung des Innostream 80 aus einem etwas außergewöhnlichen Schuberprinzip aus hochwertiger fester Pappe und dürfte selbst bereits Einfluss auf den Endpreis des Gesamtproduktes ausüben. Ein edles mit Samt und Goldverzierungen ausgeschlagenes Kästchen für das Handy lässt vermuten, dass Innostream keine Nullachtfünfzehngeräte verkaufen will, sondern in einer höheren Liga spielt - für einen Vergleich mit der Nokia-Edelmarke Vertu reichts zwar noch nicht (das Leder ist ein Imitat), aber geneigte User könnten das Kästchen wie ein Brillenetui mit sich durch die Landschaft tragen.
Der Lieferumfang des Inno 80 ist wieder typisch asiatisch: Neben dem Handy befinden sich zwei Akkus, ein Kabel-Headset, Lade-Station, Ladegerät, Anleitung und ein Anhänger in der Schachtel. Gerade der Zweitakku ist ein Zubehör, das wir in vielen deutschen Handyschachteln noch vermissen.
Innostream hat dem Modell 80 eine perlmuttfarbene Oberfläche spendiert, die zweifellos edel aussieht und dazu auch noch recht kratzfest ist. Alles was nicht nach Perlmutt aussieht, ist entweder schwarz oder silber. Alle Nähte zwischen den Gehäusebauteilen sind sauber verarbeitet und sämtliche Spaltmaße wurden auf ein Minimum reduziert. Sowohl das Innen- als auch das Außendisplay sind staubsicher unter Plastikabdeckungen eingefasst, und wurden nahezu mit Perfektion in die nicht wechselbaren Schalen integriert.
Klappt man das Innostream 80 auf, erwartet den Nutzer ein sehr übersichtliches und aufgeräumtes Tastaturfeld und ein verhältnismäßig kleines Display; die obere Hälfte des Folder-Phones hätte auch Platz für ein noch größeres Display geboten. Das Telefon ist in zwei gleich schwere Hälften unterteilt, was subjektiv so scheint, als läge ein Übergewicht im oberen Teil des Folders. Wir fanden diese Gewichtsanordnung etwas gewöhnungsbedürftig, im Vergleich zu aktuellen europäischen Geräten neigt das Inno 80 eher dazu, nach oben aus der Hand zu kippen.
Das im wahrsten Sinne des Wortes herausstechendste Merkmal des Innostream 80 ist seine große externe Antenne, die für Asiaten vielleicht noch als Zeichen der Männlichkeit durchgehen mag, für europäische Gemüter aber doch etwas groß ausgefallen.
Das Display ist mit einer Auflösung von 160 x 128 Pixeln durchaus noch auf der Höhe der Zeit, vor allem aber auch wegen der 262.144 darstellbaren Farben des LCD-TFTs. Was in Asien und insbesondere in Korea Gang und Gäbe ist, ist in Europa immer noch innovativ und findet hierzulande erst nach und nach Einzug in Handys der aktuellen Generation (Bsp. Sharp GX30, Mitsubishi M341i).
Auch die Ablesbarkeit bei Sonnenlicht ist dank der sehr hohen Leuchtkraft des Displays sehr zufriedenstellend. Das Einzige, was man am Display eventuell beanstanden könnte, ist die Größe, die mit einer Kantenlänge von 3 x 3,5cm etwas zu klein für die vielen bunten Grafiken und Animationen des Menüs ausgefallen ist (1,8" Diagonale). Platz für ein größeres Display wäre von den Gehäusemaßen aus gesehen durchaus vorhanden.
Auch das Außendisplay des Innostream 80 ist in Farbe gehalten, ebenfalls durch eine Scheibe geschützt und mit einer verchromten Plastiknaht eingefasst. Es stellt 65.536 Farben bei einer Auflösung von 96x46 Pixeln in vergleichsweise brillanter Qualität dar.
Tastaturen können Asiaten genausogut bauen wie alles andere - das haben auch hierzulande verkaufte Geräte wie das Samsung SGH-P400 oder die Sharp GX-Reihe von Vodafone eindrucksvoll bewiesen. Gerade beim Innostream 80 konnten wir uns davon überzeugen, wie ein hierzulande beinahe unbekannter Hersteller eine Tastatur gefertigt hat, die seinesgleichen sucht. Wenn auch absolut schmucklos, wirkt das Ziffernfeld aufgeräumt; die Abstände zwischen den Tasten sind angenehm groß und die Taste 5 ein wenig eingedrückt, so dass man sich mit dem Finger an ihr orientieren kann.
Der Druckpunkt der Tasten ist sehr genau abgestimmt und weder zu stark noch zu lasch eingestellt und ermöglicht so eine sehr angenehme und zügige Bedienung. Das verwendete Metallimitat lässt die Tasten vielleicht etwas zu glatt erscheinen, aber die wenigsten Nutzer würden sich daran stören.
Die 4-Wege-Navigationstaste und die deren Rand säumenden Softkeys sind ebenfalls angenehm groß und ermöglichen gerade beim Gameplay eine schnelle Reaktion, dem Spielspaß deutlich zu Gute kommt. In diesem Punkt kann die Redaktion definitiv ein Lob aussprechen - eine derart sauber verarbeitete Tastatur haben wir nach über einem Jahr Handytest selten gesehen. Auch wenn das Innostream deswegen noch keine Empfehlung der Redaktion wert ist, möchten wir geneigten Usern, die gute Bedienbarkeit zu schätzen wissen, ans Herz legen, sich einmal Innostreams Geräte anzuschauen.
Wirklich bemerkenswert ist die Möglichkeit, die Farbe der Tastaturbeleuchtung einzustellen. Das sollte vor allem bei Nutzern mit häufigen Gefühlsschwankungen für mehr Persönlichkeitsbezug sorgen und sieht darüberhinaus auch noch sehr schick aus:
Es wurden noch keine Kommentare abgegeben.