Das P400 weiß zu begeistern. Es wurde von Samsung als Multimedia-Gerät an den Markt gebracht und bietet dementsprechend eine sauber verarbeitete drehbare Kamera, die leider kaum brauchbare Ergebnisse abliefert - maximale Auflösung der Fotos sind 352x288 Pixel (0,1 Megapixel). Die Kamera wurde an der Seite des Geräts angebracht, die aufgrund des drehbaren Displays ein wenig weiter von der Seite absteht und so das gesamte Gerät ein wenig unhandlich werden lässt.
Auch der Sensor scheint eher dem eines V200 denn eines E700 zu entsprechen - Bilder verschwimmen ein wenig und weisen Artefakte an Farbkanten auf.
Zudem wirken alle Bilder auf dem PC-Bildschirm nicht ganz farbecht, was an Alice's Wunderland erinnert. Immerhin passen dank schmaler Auflösung über 100 Bilder in den mit 1,2 MB auch nicht gerade großzügig bemessenen Bildspeicher des P400. Der gesamte Speicherumfang stellt 2 MB für Kontakte, Bilder und Töne zur Verfügung, die sich die Inhalte dynamisch teilen dürfen. Schon etwas umfangreicher ist die Ausstattung im Bereich Sound. 25 polyphone Klingeltöne mit 40 Stimmen sind vorinstalliert, wobei die Auswahl schon etwas gewagt scheint.
Der Lautsprecher gibt die Klingeltöne mit grandioser Dynamik wieder, was sicherlich nicht jedermanns Geschmack sein dürfte und spätestens bei der nächsten Bahnfahrt für unangenehme Blicke sorgen wird - zum Abschalten sind sie aber eigentlich auch zu schade.
Der Vibrationsalarm ist hingegen etwas spartanisch und brummt leise vor sich hin, so dass er auch nicht wirklich als Ersatz für scheppernde Mozartinterpretationen dienen kann - hier hätte womöglich ein im Takt vibrierendes Modell bessere Dienste geleistet und zumindest die Klingelshow perfektioniert. Leider wurde ebenfalls auf Profile für das Telefon verzichtet, weshalb permanent am Lautstärkeregler herumgespielt werden muss.
Das P400 verfügt trotz ausgezeichnetem Lautsprecher nicht über Sprachwahl- bzw. Sprachsteuerungstools, die gerade für die Steuerung bei umgedrehtem Displaydeckel geeignet wären. Dafür wurde nicht an durchdachten Features in der Kontaktverwaltung gespart. Bis zu 10 Anrufergruppen lassen sich festlegen und jedem Kontakt können mehrere Eigenschaften verliehen werden, z.B. ob es sich um eine Mobil- oder Festnetzrufnummer handelt.
SMS gehen beim P400 dank der guten Tastatur leicht von der Hand, auch wenn für Nokia-User die Umstellung des Leerzeichens von der 0 auf # etwas ungewöhnlich erscheinen wird. Positiv in diesem Zusammenhang ist das Vorhandensein einer Backspace-Taste ( C ) zu erwähnen, welche den Benutzer auch im Menü immer eine Ebene höher bringt. Gut durchdacht ist die Warnung, die das P400 ausspricht, wenn man sich einer SMS-Gebührengrenze nähert: das Gerät selbst ist in der Lage, bis zu 1000 Zeichen in einem Rutsch zu versenden. Da die Gesamtlänge der SMS auf mehrere kostenpflichtige Einheiten verteilt wird, spricht das P400 eine Warnung aus, sobald man sich einem Vielfachen einer einfachen SMS-Einheit nähert. Das T9-Wörterbuch ist lernfähig und hilft einem schnell und souverän bei der Eingabe.
Ein wenig enttäuschend wiederum sind die unausgereiften PIM-Funktionen: Der Kalender kann nicht viel mehr zeigen als eine Monatsansicht, die von Hintergrundbildern untermalt wird. Eine Wochenansicht fehlt leider komplett.
Aufgabenliste und Währungsrechner präsentieren sich spartanisch. Eine Stoppuhr fehlt gänzlich, dafür ist eine Uhr mit Zeitzonenanzeige integriert und der Wecker lässt mannigfaltige Einstellungen zu (einmalig, täglich, wiederkehrender Weckruf oder gänzliches Abschalten).
Wenig Freude wird man an drahtloser Kommunikation haben - auf Bluetooth wurde seitens Samsung verzichtet, der IrDA-Port verträgt sich nicht mit allen Geräten; z.B. mit einem Siemens SX1, das sonst mit keinem anderen Gerät Probleme hatte, stießen wir auf bloße Ablehnung.
Der Empfang von Kontaktdaten funktionierte aber im wesentlichen problemlos, so dass man seine alten Kontakte ohne größere Schwierigkeiten übernehmen kann.
Wer gerne mit seinem Handy im Internet unterwegs sein möchte, freut sich beim P400 über einen vorinstallierten WAP1.2.1 - Browser , der mit GPRS Klasse 8 angenehm schnell durch WAP-WWW browst. Fünf WAP-Profile lassen sich vom User mit unterschiedlichen Einstellungen für die jeweiligen Serviceanbieter belegen, gut versteckt aber sehr sinnvoll ist der WAP-Push Mechanismus, der es erlaubt, eingehende E-Mails direkt nach Eingang vom Server auf das P400 forwarden zu lassen.
Fans von Spielen für mobile Endgeräte können sich beim P400 dank integrierter J2ME- JavaEngine an einer großen Auswahl von Games aus dem Web erfreuen - ein echter Pluspunkt gegenüber dem statischen V200. Samsung war so frei, vier Spiele bereits vorzuinstallieren: BubbleSmile als BreakOut-Clone könnte dem einen oder anderen Motorola-Nutzer bereits ein Begriff sein, Ultimate Golf Challenge ist in der Tat eine Herausforderung an die Steuerung, aber grafisch eine durchaus gelungene Golfsimulation. Spaßiger ist das Game Fun2Link, bei dem man in altbewährter Oil-Imperium-Manier eine Ölpipeline mit möglichst vielen Verzweigungen unter Zeitdruck aufbauen muss.
Ein echtes Highlight hingegen ist das "echte" Schachspiel MobileChess, das man sich bei anderen Geräten erst kostenpflichtig aus dem Netz laden muss. Im Einsteigermodus scheinen die Entwickler zwar die Intelligenz des Computergegners gänzlich abgeschaltet zu haben, dafür ist der Schwierigkeitsgrad im Hard-Modus durchaus ordentlich und für eine gepflegte Schachpartie geeignet - vorausgesetzt, der Akku wird nicht vorher mattgesetzt.
Das Menü des P400 gestaltet sich Samsung-typisch bunt, verspielt und mit 3D-Grafiken durchsetzt. Dabei konnten dank des hohen Farbumfangs recht ansprechende Symbole verwendet werden, die nicht mehr so stark in den Augen beißen wie es noch beim V200 der Fall war.
Der User kann sich zwischen einer Listen- und Blockansicht entscheiden, wobei die Listenansicht immer drei Menüpunkte anzeigt und die Blockansicht Vorgänger und Nachfolger des aktuellen Menüpunkts am oberen bzw. unteren Rand anzeigt.
Wirklich intuitiv mag die Steuerung im Menü aber nicht gelingen, da gerade der Menüpunkt Einstellungen etwas unaufgeräumt wirkt. Dass man unter Funbox Spiele vermutet ist verständlich, den ebenfalls dort befindlichen WAP-Browser hätten wir aber eher in die Netzdienste einordnen wollen - eingefleischte Samsung-Nutzer werden sich vermutlich heimisch fühlen, Nokia-Veteranen werden sich in der ersten Zeit eher schwer tun.
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